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Veröffentlicht am 21.09.2025

Berührend, schockierend, zum Nachdenken anregend

Meine Mutter
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Auf einer Lesereise ihres ersten Buches entscheidet sich Bettina FIedler, spontan das Grab ihrer Mutter zu besuchen, zu der sie eine eher schwierige Beziehung verbindet. SIe beschließt, sich auf Spurensuche ...

Auf einer Lesereise ihres ersten Buches entscheidet sich Bettina FIedler, spontan das Grab ihrer Mutter zu besuchen, zu der sie eine eher schwierige Beziehung verbindet. SIe beschließt, sich auf Spurensuche zu begeben, reist nach Schlesien, wo ihre Familie einst durch den Neubau einer Klinik ein ganzes Dorf namens Wölfelsgrund, dem heutigen Międzygórze, gegründet hat und schließlich nach Kriegsende alles aufgeben musste und in den Westen floh. FIedlers Mutter heiratete früh, bekam zwei KInder und führte eine unglückliche Ehe, bevor ihr Leben letztlich in einem Selbstmord endete Doch mit zunehmender Erkenntnis gelingt es FIedler, immer mehr Frieden zu schließen....

Die Kölner Fotografin Bettina FIedler hat sich auf Spurensuche in der Vergangenheit ihrer eigenen Familiengeschichte begeben; dazu reiste sie nach NIederschlesien, wertete Briefe, Aufzeichnungen und Tagebücher aus und erschuf dabei einen Familienroman, der zugleich auch Gesellschaftskritik und Heilung ist.

Flitner erzählt nüchern und authentisch, vermeidet es, über Gefühle zu schreiben und stößt immer wieder Gedankengänge an; bewahrt hat sie definitv auch ihren (schwarzen) Humor. Es wird deutlich, dass die Autorin nicht eine Geschichte erzählen will, sondern selbst auf der Suche nach Antworten ist, verstehen will, was passiert ist, was ihre eingene Geschichte prägte und was letztlich zum Suizid der Mutter führte. Dabei geht es lange Zeit gar nicht um das Leben ihrer Mutter, sondern fängt weit früher an, als die Vorfahren das Sanatorium und damit den Ort Wölfelsgrund gründeten, zahlreiche Privilegien hatte und schließlich von Verwöhnten zu sozialen Absteigern wurde.

Manche Absätze schockierten mich, etliche regten zum Nachdenken an, viele berührten mich sehr.
Insbesondere die Ereignisse um das Kriegsende 1945, die in der Geschichte oft verdrängt werden, sind absolut lesenswert. (Flitner berichtet u.a.vom grauen­erregenden „Celler Massacre Trial“. Kurz vor dem Einmarsch der Alliierten am 8. April 1945 wurde in Celle ein Zug mit 3.400 KZ-Häftlingen bombardiert, die Häftlinge aus dem KZ Bergen-Belsen, entweder in die Luft gejagt oder während ihrer Flucht durch Celle und Umgebung erschossen oder erschlagen. Alle Schuldigen kamen im Prozess als „unschuldig“ davon.)

Was eigentlich ein hochspannender autofiktionaler Roman hätte werden können, zerfällt leider sehr, da Flitner ständig springt zwischen Ort und Zeit, den Geschehnissen und eigenen Gedanken, Erinnerungen zahlreicher Personen, ohne dass diese gekennzeichnet sind. 316 Seiten sind in nur drei Kapitel aufgeteilt. Dies bremste ein wenig den Lesefluss und führt für mich zu einem Punktabzug in der Bewertung.

"Meine Mutter" ist definitv ein Buch, das noch lange nachhallt und viele eigene Überlegungen anstößt. Ich empfehle es - trotz verstörender Themen - unbedingt weiter.

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Veröffentlicht am 07.09.2025

Verbrechen im soziokulturellen Kontext

Schwüre, die wir brechen
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Im südschwedischen Malmö wird eine Leiche gefunden, die statt ihres menschlichen Kopfes einen Krokodilkopf trägt. Der verwitwete Kommissar Jon Nordh und seine strafversetzte Kollegin Svea Karhuu nehmen ...

Im südschwedischen Malmö wird eine Leiche gefunden, die statt ihres menschlichen Kopfes einen Krokodilkopf trägt. Der verwitwete Kommissar Jon Nordh und seine strafversetzte Kollegin Svea Karhuu nehmen - durchaus widerwillig - die Ermittlungen auf. Schon bald werden weitere Opfer aufgefunden, und nicht zuletzt anhand der altägyptischen Symbole auf den Leichen wird klar, dass der Täter, der seine Opfer als altägyptische Gottheiten inszeniert, HInweise gibt und es sich um einen Serienmörder handelt. Als auch noch eine zwielichtige True-Crime-Podcasterin in den Fall verwickelt wird, steigt der Druck der Öffentlichkeit auf die Polizei. Und als schließlich ein junges Mädchen verschwindet, spitzt sich die Lage endgültig zu. Aber auch neben den eigentlichen Ermittlungen gibt es dramatische Wendungen im Privatleben der beiden Ermittler, die diese in große Schwierigkeiten bringen....

"Schwüre, die wir brechen" ist bereits der zweite Fall der Ermittler Jon Nordh und Svea Karhuu aus der Reihe "Tatort Malmö" des deutsch-schwedischen Autorenehepaares Roman Voosen und Kerstin Signe Danielsson, auf den ich bereits begierig gewartet hatte, um mehr über die spannenden Schicksale des Ermittlerduos zu erfahren. Ja, tatsächlich, denn während ich mich sonst an weitschweifigen Berichten über die Ermittler abseits der zu lösenden Fälle störe, sind in der Tatort "Malmö" - Reihe die Geschichten von Jon und Svea selbst eigenständige Krimis, die ständig weiterlaufen - und die ich überaus interessant und berührend finde. DIese Erzählstränge wissen natürlich Leser*Innen des ersten Bandes besonders zu schätzen; jedoch auch Neueinsteiger werden durch kurze Erklärungen auf den aktuellen Stand gebracht.

Während im ersten Band noch Malmö als Stadt eine wichtige Rolle spielte, ist der Ort hier eher belanglos.
Im MIttelpunkt der Geschichte stehen altägyptische Schriftzeichen und Gottheiten, an deren Bedeutung sich diverse Figuren abarbeiten, sowie die Geschichte des Täters: In regelmäßgigen Rückblicken (die kursiv gedruckt sind) erzählen die Autoren chronologisch die Geschichte von Peter, einem elternlosen Jungen, der in der Colonia Dignidad in Chile in den 70er Jahren unter brutalsten Bedingungen aufwuchs und schließlich in ein anderes Leben flüchtete, in dem er auf besondere Art Halt fand.
Überhaupt sind diese zusätzlichen eindringlichen Schilderungen für mich ein Mehrwert in den Büchern von Vossen/Danielsson: schon die auf den ersten Blick außergewöhnliche Geschichte der adoptierten und in Nordschweden aufgewachsenen Svea, die im restlichen Schweden auf Widerstand trifft als auch die unrühmliche Geschichte um die Colonia Dignidad des Sektengründers Schäfers in Chile sind von sozialer Bedeutung und ich habe dazulernen können.

Der Schreibstil ist angenehm zu lesen und die Spannungskurve hoch. Während der polizeiliche Fall nach vielen kleinen Schritten vor und zurück und überraschenden Wendungen gut aufgeklärt wird, lassen die Probleme der beiden Ermittler auf den nächsten Band der Reihe hoffen.

Die Figuren sind mehrdimensional angelegt und trotz ihrer schwierigen Seiten mag ich sowohl Svea als auch Jon sehr. Während Sveas eher polizeiliches Thema (das mich im übrigen sehr berührt!), hat Jon mit einem sehr alltäglichen Problem zu tun: der Vereinbarkeit von Arbeit und Familie - neben der Trauerarbeit. WIe schön, dass dieses Problem auch einmal einen Mann trifft und nicht immer nur Frauen angelastet wird!

INsgesamt ist die Atmosphäre des Buches eher düster; die Taten sehr brutal und oftmals nicht leicht zu ertragen. (Wer Triggerwarnungen braucht: Morde, Verstümmelungen, Pädophilie, Betrug, Identitätsdiebstahl und vieles mehr werden thematisiert.) Da ist es angenehm zu lesen, dass auch die Polizisten an ihre Grenzen geraten und von Frust überwältigt werden.

Trotz der zahlreichen Themen und Verbrechen gelingt es meiner Meinung nach den Autoren sehr gut, sich nicht zu verzetteln und die Handlungen stringent voranzutreiben.

"Schwüre, die wir brechen" hat mir sehr gut gefallen und ich empfehle es allen Genre-LIebhabern weiter sofern sie nicht allzu zart beseitet sind.


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Veröffentlicht am 07.09.2025

Der demente Meisterdetektiv

Die Bibliothek meines Großvaters
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Die junge Lehrerin Kaede verlor schon früh ihre Eltern, wurde vom Großvater aufgezogen und steht Männern eher distanziert gegenüber. Als ihr geliebter Großvater an der Lewy-Körper-Demenz erkrankt, kümmert ...

Die junge Lehrerin Kaede verlor schon früh ihre Eltern, wurde vom Großvater aufgezogen und steht Männern eher distanziert gegenüber. Als ihr geliebter Großvater an der Lewy-Körper-Demenz erkrankt, kümmert sie sich liebevoll um ihn. Gleichzeitig verbringt sie immer wieder ZEit mit ihrem Kollegen Iwata und dessen Freund Shiki, mit denen sie diverse Kriminalfälle erlebt, die immer persönlicher werden, bis zuletzt Kaede selbst in große Gefahr gerät. Doch ihr Großvater brilliert in seinen lichten Momenten darin, die Rätsel zu entschlüsseln .

»Die Bibliothek meines Großvaters« ist der erste Roman des japanischen Autors Masateru Konishi. Es beruht zum Teil auf dessen eigenen Erfahrungen mit der Pflege seines demenzkranken Vaters und lehrt die Leser*Innen einiges über die seltene Form der Demenz, das Ley-Körper-Syndrom; dennoch erschienen mir einige Passagen nicht ganz glaubwürdig, sondern eher der dichterischen Freiheit zu unterliegen.
»Die Bibliothek meines Großvaters« war in Japan ein Bestseller und ist der Autakt einer Trilogie.

In Anbetracht der Tatsache, dass die Handlung ein wenig an einen Episodenroman erinnert, der durch die Treffen Kaedes mit ihrem Großvater sowie Iwara und Shiki angenehm verbunden und mit einem roten Faden ausgestattet werden, gefallen mir die Titel anderer Übersetzungen weitaus passender als der deutsche: "Les Histoires de Kaede" oder "My grandfather, the master destective" treffen den Inhalt weitaus besser.

Nach Art der klassischen Detective, insbesonder Agatha Christies Hercule Poirot, löst Kaedes Großvater in seinem stillem Kämmerlein jedes Rätsel, das Kaede ihm vorträgt. Doch während der erste "Fall" noch ein beobachteter ist, scheinen die Ereignisse immer näher zu kommen und so geht es im letzten Abschnitt dann auch für Kaede um Leben und Tod. UNd wenn anfangs die Geschichten noch etwas sehr theoretisch und kurz abgehandelt erschienen, wurde es im Laufe der Geschichte immer spannender und persönlicher und man fieberte nun so richtig mit, nachdem der Roman lange in sehr ruhigem Fahrwasser verlief.

Von der leicht erzählten Schreibweise sollte man sich nicht täuschen lassen, denn kleine anfängliche Details spielten am Ende eine große Rolle bei der Auflösung. Während der entscheidende Kriminalfall eine befriedigende Auflösung stand, blieb das persönliche GEschick Kaedes letztlich offen, doch dieses störte mich überhaupt nicht, sondern passte zu ihrer Persönlichkeit.

Der Roman ist auch eine Hommage an die klassische (Kriminal-)Literatur, und so besteht er nicht nur aus den mit KOmbinationsgabe gelösten einzelnen Fällen, sondern enthält auch eine Vielzahl an Anspielungen und Hinweisen auf Bücher. OBwohl es sich hierbei (überraschenderweise) um überwiegend europäische Werke handelt, muss ich eingestehen, viele nicht zu kennen, so dass ich die Genialität der Verbindungen nciht nachvollziehen kann.

Die Figuren sind allesamt einfühlsam beschrieben; dass Iwata und Kaede mir fremd blieben, ist sicher auf den mir fremden Kulturkreis zurückzuführen. MIch konnte ihr aller Schicksal absolut fesseln.
Auf jeden Fall ist dieses WErk auch eine Hommage an die Freundschaft.


Trotz kleinerer ABstriche hat mir dieses Buch viel Vergnügen bereitet - und es hätte alleine durch einen anderen Titel andere (richtige!) Erwartungen erweckt, was ich schade finde.


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Veröffentlicht am 25.08.2025

Ein ungewöhnlicher Thriller, der polarisiert

Deckname: Bird
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Heather Berriman, eine Frau in den Fünfzigern und seit ihrer KIndheit BIRD genannt, arbeitet in einer ABteilung des britischen Geheimdienstes, wo sie korrupte Mitarbeiter enttarnen soll. Sie ist mitten ...

Heather Berriman, eine Frau in den Fünfzigern und seit ihrer KIndheit BIRD genannt, arbeitet in einer ABteilung des britischen Geheimdienstes, wo sie korrupte Mitarbeiter enttarnen soll. Sie ist mitten in einer Besprechung, als ihr klar wird, dass sie selbst in die Schusslinie geraten ist und verlässt von einem Moment auf den anderen nicht nur den Besprechungsraum, sondern lässt ihren Job, ihr Zuhause und ihr ganzes Leben hinter sich. Auf der glücklicherweise gut vorbereiteten Flucht muss sie nicht nur um ihr Leben fürchten, sondern auch erkennen, wer Freund oder Feind ist ....

Die preisigekrönte britische Autorin Louise Doughty legt mit "Deckname: BIrd" einen sehr ungewöhnlichen Thriller vor, der seine LeserInnen sicher polarisiert.

Aufgrund der Leseprobe und dem fulminanten Einstieg in die Handlung hatte ich große Erwartungen an das Buch. Die plötzliche, offenbar von der Figur BIrd erwartete Flucht, der ständige Wechsel der Verkleidungen und die Suche nach dem Verfolger und möglichen Mörder versprach einen spannungsgeladenen Thriller. Doch die (zu) lange nicht geklärte Frage, warum Bird überhaupt flüchten muss, welches Vergehen sie begangen hat und wer eigentlich hinter ihr her ist, ließen mich bald ungeduldig werden. Dazu kamen ständige Zeitsprünge zu den verschiedensten Lebensereignissen Heathers, die den Lesefluss unterbrachen und schwer einzuordnen waren. So versandete die anfangs so hohe Spannung bald und Heather bzw. Doughty konnte mich auch nicht wieder einfangen; und auch das Ende ließ mich einigermaßen frustriert zurück.

Dabei fand ich die Hauptfigur bemerkenswert großartig: Endlich steht einmal nicht ein smarter Typ (wie James BInd) oder ggf. noch eine attraktive junge Frau (wie die Engel für Charly) im MIttelpunkt der Handlung, sondern eine eher unscheinbare Mittfünfzigerin, die nicht die Welt, sondern "nur" ihr eigenes Leben und ihren Ruf retten muss. Bird ist eine mehrdimensionale Figur, die von Selbstzweifeln beherrscht wird, Ecken und Kanten hat und ihrer besten Freundin aus jungen Jahren hinterhertrauert, nachdem diese Freundschaft an den Geheimnissen von Birds Tätigkeit zerbrochen ist und die vor einer möglichen Versöhnung verstarb.
So begleiten wir Leser
Innen eher auf einer Art Selbstfindungs-Reise (unter erschwerten Bedingungen) als auf einer Agenten-Jagd.

Sprache und Schreibstil gefielen mir durchaus; die realitätsnahe und direkte Sprache passten gut.
Natürlich führte dann die Handlung dazu darüber nachzudenken, wie es sein würde, sich auf eine solche Flucht zu begeben und welche Überlebensfähigkeiten erforderlich und vorhanden wären.

Davon, dass Birds Flucht durch grandiose Landschaften von Schottland über Norwegen nach Island führt, ist bei der Lektüre nur wenig zu merken.

MIch konnte "Deckname: BIrd" nicht wirklich abholen, zu viele Fragen blieben ganz oder zu lange ungeklärt und ich vergebe nur aufgrund der ungewöhnlichen und besonderen Ausarbeitung der HAuotfigur Bird 3 Sterne.

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Veröffentlicht am 11.08.2025

EIn Kunstwerk

Der Krabbenfischer
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Thomas Flett, Anfang 20, lebt in den Sechzigerjahren mit seiner nur 16 Jahre älteren Mutter vaterlos im Örtchen Longferry in überaus ärmlichen Verhältnissen. Von seinem Großvater hat er das Handwerk der ...

Thomas Flett, Anfang 20, lebt in den Sechzigerjahren mit seiner nur 16 Jahre älteren Mutter vaterlos im Örtchen Longferry in überaus ärmlichen Verhältnissen. Von seinem Großvater hat er das Handwerk der Krabbenfischerei erlernt, und so ist er tagein tagaus unterwegs, um auf traditionelle Weise ohne moderne Hilfsmittel zu fischen und kaum eine Zukunft zu haben scheint. Doch er hat Träume: er bringt sich heimlich das Gitarrespielen bei und himmelt Joan, die Schwester seines Freundes, an, Und dann tritt völlig überraschend der Regisseur Edgar Acheson in sein Leben, um ihn als Experten für seinen neuen Film zu gewinnen - und offenbart ihm einen kurzen Blick in ein anderes Leben .....

Der britische Autor Benjamin Wood hat mit "Der Krabbenfischer" ein Werk erschaffen, das sogleich auf der Longlist des "The Booker Prize 2025" gelandet ist - und eigentlich danach schreit, wie eine Kurzgeschichte interpretiert und besprochen zu werden.

Unglaublich ruhig fließt die Geschichte dahin und jeder Satz ist so viel mehr als der vordergründige Inhalt. Poetisch, doch voller Brutalität und Melancholie werden das Leben und die Gefühle von Thomas Flett dargeboten und die kleinen Hoffnungen erbarmungslos zerschlagen.

Die Figuren, mehrdimensional und schonungslos beschrieben, sind eine Sozialstudie, die es in sich hat.

Bemerkenswert ist der ergänzende Link zur Musik des Thomas Flett, den man unbedingt hören sollte.

Ein Buch, das gnadenlos dem Realismus zuzuordnen ist, und trotzdem einen Anflug von Mystik enthält. Trotz seiner nur 224 Seiten nicht einfach "wegzulesen" und noch lange nachhalllend für den anspruchsvollen Leser zu empfehlen - definitiv keine Wohlfühlatmosphäre.

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