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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.10.2019

Die Kreativität des Bösen kennt keine Grenzen…

Der siebte Schrei
4

Das Buch ist super spannend, jedoch in der Handlung auch sehr komplex und vielschichtig.
In der Haupthandlung wird Special Agent Deacon Hamilton quasi auf einem Schonplatz für ungelöste Fälle die Möglichkeit ...

Das Buch ist super spannend, jedoch in der Handlung auch sehr komplex und vielschichtig.
In der Haupthandlung wird Special Agent Deacon Hamilton quasi auf einem Schonplatz für ungelöste Fälle die Möglichkeit gegeben, sich wieder als einsatzfähig zu beweisen und somit zu rehabilitieren. Der Grund, ein gescheiterter Polizeieinsatz, wird in einem weiteren Erzählstrang erläutert.
Seit sechs Jahren wurden im Frühjahr Jungen entführt und rund eine Woche später erdrosselt aufgefunden. Einzig einem, Steve Wells, ist es gelungen, seinem Mörder zu entkommen. Er ist somit ein wichtiger (und einziger) Zeuge, um den seit einem Tag vermissten Gabriel Konic zu finden. Viel Zeit bleibt nicht und Steve ist stumm…
Deacon versucht nun sein Pfund der überdurchschnittlichen Empathie bei Steve, der zur Zeit in Therapie auf einer Pferderanch lebt, anzuwenden, was jedoch von dem örtlich zuständigen und überengagierten Police Officer Brenner stark torpediert wird. Gemeinsam mit der Therapeutin und Reitlehrerin Marina kann Dean allerdings langsam zu Steve durchdringen und dessen Vertrauen gewinnen – bis er durch Brenners Intrigen vom Fall abgerufen wird. Doch Dean gibt nicht auf…
Neben den allgemein sehr gut gezeichneten Charakteren sind es vor allem Deans Gedanken und Schwächen, die ihn mir besonders sympathisch machen. Ich habe fast immer mit ihm gefühlt und gelitten.
Die Ansichten und Absichten des Täters sind sehr abstoßend und verstörend. So ein Fall ist mir zu mindestens noch nicht untergekommen. Etwas widerstrebt sich dabei auch in mir, bei seiner (eher feinfühligen) Veranlagung so ein Verhalten als realistisch anzusehen (deshalb ein Stern Abzug) – jedoch sehe ich es im Sinne der schriftstellerischen Freiheit und Spannung noch als stimmig an.
Wen abartige Fantasien nicht abschrecken liegt mit diesem Buch also genau richtig!

  • Cover
  • Spannung
  • Geschichte
  • Erzählstil
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 24.05.2018

Guter Anfang - schwaches Ende

Zu nah
3

Bei einem Einsatz bei dem die Polizistin Frankie Sheehan für das Opfer zu spät kam und selbst einem Angriff ausgesetzt wurde, konnte sie den vermutlichen Täter festnehmen lassen. Durch den Überfall und ...

Bei einem Einsatz bei dem die Polizistin Frankie Sheehan für das Opfer zu spät kam und selbst einem Angriff ausgesetzt wurde, konnte sie den vermutlichen Täter festnehmen lassen. Durch den Überfall und die Verletzungentraumatisiert verbeißt sich in ihren neuen Fall – um es sich und den anderen zu beweisen, dass sie noch einsatztauglich ist.
Eine Frau – die Wissenschaftlerin Eleonore Costello - wurde erhängt aufgefunden. Verdächtigt wird ihr Mann Peter, doch dieser ist unauffindbar. Spuren auf dem im Haus gefundenen Laptop führen ins Darknet. Seine Schwester macht sich große Sorgen um ihn und bringt mit ihren Schilderungen die glänzende Fassade von Peter und vorallem von Eleonore zum bröckeln. Gleichfalls weiß der Nachbar des Ehepaares nichts Gutes über Eleonore zu berichten – sie soll ihren Mann misshandelt haben. Hat er etwas mit ihrem Tod zu tun? Und dann wird eine weitere Frauenleiche, Amy, gefunden. Durch an dieser Leiche sicher gestellte Farbpigmente von Preußisch Blau wird eine Verbindung zu Eleonore hergestellt, die ebenfalls diese Farbspuren aufwies. Alles scheint wieder auf Peter hinzudeuten, der mit ihr eine Affäre hatte. Weitere perfide Details werden im Verlauf deutlich, auf die ich jedoch, um nichts zu verraten, nicht näher eingehen möchte.Die ursprüngliche Tätervermutung löst sich rasch ins Nichts auf, und neue Personen rücken in den Focus der Betrachtung. Während der ganzen Ermittlung kämpft Frankie mit ihren Dämonen und widersteht als Alkoholikerin – meine Hochachtung! – rückfällig zu werden. Ein kleines Detail bringt den Anstoß, das Elenore nicht das erste Opfer war – und das Frankie in ihrem letzten Fall die falsche Person ermittelt und verhaftet hat. Schuldgefühle darüber, sowie die drohende Einstellung der Ermittlung aufgrund fehlender Ergebnisse und Gelder setzen ihr zusätzlich zu. Entschlossen diesen Fall unbedingt lösen zu wollen, begibt sie auf Alleingang und gerät dabei selbst in große Gefahr.

Aufgrund des Geschlechterklischees (Frankie für männlich; ihr Kollege Bez – wie Beth ausgesprochen – weiblich) die Vornamen betreffend, war es für mich etwas schwierig in dieses Buch hineinzukommen. Nach diesen Anfangsschwierigkeiten kam ich jedoch gut mit, und konntedem Geschehen, einem klug ausgedachten Konstrukt aus falschen Verdächtigen und Spuren, was unrichtige Schlüsse zulässt, gut folgen. Auch ich habe „mitermittelt“, wer denn nun der Täter sein könnte und lag damit natürlich falsch – doch gerade das macht ja einen guten Thriller aus.Verschiedene Themen werden bedient: verheirateter Mann und Affäre, Spuren die im Darknet zu Seiten für spezielle sexuelle Vorlieben führen, Abhängigkeitsverhältnis von Vorgesetzen und Angestellter, physische Probleme - um nur einige zu nennen - die an sich schon allein ausreichend Stoff für eine gute Handlung bieten. Hier sind jede dieseThemen, unterschiedliche Taten und Beweggründe einzelner Personen geschickt miteinander verflochten, was mitunter nur einen Schluss zulässt – der sich dann jedoch rasch als falsche Fährte erweist. Zum Ende hin wird das Tempo der Ereignisse immer schneller, fügen sich die Puzzleteile gut aneinander. Nur die Begründung zum Motiv des Täters erscheint mir dann zur Auflösung hin zu dünn – hier fehlt mir etwas der „traumatische Auslöser“, der zu so einem Verhalten führte.

  • Cover
  • Stimme
  • Spannung
  • Figuren
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 10.01.2020

Ein psychologisch wieder super gelungenes Buch.

Leichenbraut
2

Nach „Dunkle Ufer“ war ich auf dieses Buch als Folgeband sehr gespannt und wurde nicht enttäuscht.
Zufällig gelangt nach einem Erdrutsch ein Sarg zu Tage, in dem zwei Leichen liegen – die Ermittlungen ...

Nach „Dunkle Ufer“ war ich auf dieses Buch als Folgeband sehr gespannt und wurde nicht enttäuscht.
Zufällig gelangt nach einem Erdrutsch ein Sarg zu Tage, in dem zwei Leichen liegen – die Ermittlungen ergeben, das dem verstorbenen Ehemann seine Frau lebendig in den Sarg dazu gelegt wurde.
Weiterhin beobachten zwei Jugendliche nachts auf einem Friedhof eine Beerdigungszeremonie, ebenfalls mit einer Braut. Alles deutet auf eine Serie hin…
Psychologisch sehr raffiniert verwebt Sage Dawkins die Sichtweisen der verschiedenen Handelnden mit falschen Spuren sowie interessanten zusätzlichen Informationen. Ich hatte verschiedene Täter im Verdacht – und war letztendlich davon sehr überrascht, wer es war. Das gehört für mich (neben einer stimmigen Story) zu einem guten Thriller unbedingt dazu!
Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen – gerne empfehle ich es weiter!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.10.2019

Wer deckt wen? Und warum?

Schuldacker
2

Paul Winterpacht, nach Meinung der Öffentlichkeit für den begangenen Totschlag viel zu milde behandelt, wird tot aufgefunden. Rache scheint auf den ersten Blick naheliegend.
Bei ihren Ermittlungen, treffen ...

Paul Winterpacht, nach Meinung der Öffentlichkeit für den begangenen Totschlag viel zu milde behandelt, wird tot aufgefunden. Rache scheint auf den ersten Blick naheliegend.
Bei ihren Ermittlungen, treffen die Kommissare Heinrich Tenbrink und Maik Bertram auf Menschen unterschiedlicher gesellschaftlichen Schichten mit sehr gegensätzlichen persönlichen Ansichten und Meinungen. Die streng religiöse Prägung auf der einen Seite – auf der anderen die typischen Verlierer, dazwischen die Bürgerwehr mit ihrem Kampf gegen die Flüchtlinge. Überhaupt treffen hier gelungen verschiedene Klischees aufeinander, die anfänglich vermuten lassen, die Lösung dieses Falls sei ganz einfach. Und das ist das Schöne an diesem Buch – es kommt dann letztendlich ganz anders, als gedacht.
Um das Buch etwas vielschichtiger zu gestalten, existieren auch hier „Nebenschauplätze“, die das Privatleben der Ermittler betreffen und diese Charaktere dadurch sehr menschlich machen.

Einfach ein gelungenes Buch, das ich gern weiterempfehle!

  • Cover
  • Spannung
  • Erzählstil
  • Geschichte
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.05.2019

Wieder ein extrem spannender Fall für die "Krähe"

Lautlose Schreie
2

Auf einem Acker, lieblos verscharrt, werden mehrere Kinderleichen gefunden, deren Spuren an ihrem Körper davon zeugen, dass sie Schlimmes durchleben mussten. Die „Krähe“, Mara Billinsky, stürzt sich auf ...

Auf einem Acker, lieblos verscharrt, werden mehrere Kinderleichen gefunden, deren Spuren an ihrem Körper davon zeugen, dass sie Schlimmes durchleben mussten. Die „Krähe“, Mara Billinsky, stürzt sich auf den Fall. Jedoch gefällt ihre unangepasste Art nicht jedem, wodurch sie durch ihren Vorgesetzten Klimmt und dem neuen Staatsanwalt rasch auf das Abstellgleis geschoben wird. Doch Mara wäre nicht sie, wenn sie sich davon abschrecken lies. Auf eigene Faust ermittelt sie weiter und stößt rasch auf erste heiße Spuren. Leider bringt sie sich (und ihren Kollegen) durch ihr Handeln an der Grenze zur Legalität immer wieder in Schwierigkeiten. Nur durch die dabei erzielten Fortschritte kommt sie disziplinarisch jedoch recht glimpflich davon.
Nachdem ich mit „Blinde Rache“ Mara und den Autor Leo Born bereits kennenlernen durfte, wurde ich auch von diesem Buch nicht enttäuscht.
Die Story ist wieder sehr gut geschrieben - schon die ersten Zeilen zeugen von einem ungeheuerlichen und unmenschlichen Geschehen, die Schlimmes erahnen lassen: ein brutales Geflecht aus skrupelloser Geldgier und undurchdringlichen „Firmen“ um Organ- und Menschenhandel.
Sehr gelungen ist meiner Meinung nach, das ohne großartig weit auszuholen, alles Wichtige
um Mara auf die ersten Zeilen integriert ist, so das auch Leser, welche den ersten Band nicht gelesen haben, etwas Hintergrundinfos zu ihr bekommen.
Was mir ganz besonders aufgefallen ist, ist die Gestaltung des Covers - es macht den Eindruck eines abgegriffenen Buches und mehrmals habe ich - aus Gewohnheit heraus - über die Ecken gestrichen um es zu glätten. Dies ist sehr gelungen und macht irgendwie auf dieses Buch aufmerksam.
Einfach ein spannendes, stimmiges und absolut lesenswertes Buch, das wahnsinnig fesselt und ich einfach nur empfehlen kann!

  • Cover
  • Charaktere
  • Spannung
  • Geschichte
  • Atmosphäre