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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.11.2025

Ein Roman mit Denkanstößen

Drei Tage im Schnee
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Worum geht es in dem Buch?
Hannah arbeitet in der Pressestelle eines großen Unternehmens. Ihr Alltag ist stressig, sie bewältigt ihren Bürojob und den Haushalt gleichzeitig und antwortet morgens bereits ...

Worum geht es in dem Buch?
Hannah arbeitet in der Pressestelle eines großen Unternehmens. Ihr Alltag ist stressig, sie bewältigt ihren Bürojob und den Haushalt gleichzeitig und antwortet morgens bereits auf E-Mails, abends nach dem Job ebenfalls. Eine innere Stimme kritisiert sie ständig. Obwohl sie sich Urlaube in teuren Hotels leisten kann, ist ihr Leben grau und eintönig geworden.
Um sich eine Auszeit zu nehmen, mietet sie sich drei Tage im Winter in einem Holzhaus ein. In der Nähe trifft sie Sophie, ein Kind. Die Gespräche und die gemeinsame Zeit mit Sophie veranlassen Hannah, über ihr Leben nachzudenken…

Meine Meinung zu diesem Buch:
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Die Figuren sind sympathisch. Das, was sie tun und worüber sie sich unterhalten, regt mich immer noch zum Nachdenken an. Beispielsweise, dass man Träumen eine Chance geben sollte. Wenn man ein Projekt nicht weitermachen will, hört man damit auf.
Hannah beschließt, sich immer eine Zeit am Tag zu nehmen, während der sie in sich hineinhört, was sie gerade braucht.
Es gibt noch weitere solcher Anregungen, die man als Leser/in mit in sein Leben nehmen kann.
Für mich ist „Drei Tage im Schnee“ ein kurzer, lebendig geschriebener Roman mit vielen Anregungen. Ich vergebe 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 07.10.2025

Strandidylle mit Konflikten

Sonntags am Strand
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Worum geht es in dem Buch?
Das Buch gibt in Romanform Momentaufnahmen eines Sommertags an einem italienischen Strand. Es geht um Enzo, der für Liegen und den ordnungsgemäßen Zustand des Strands zuständig ...

Worum geht es in dem Buch?
Das Buch gibt in Romanform Momentaufnahmen eines Sommertags an einem italienischen Strand. Es geht um Enzo, der für Liegen und den ordnungsgemäßen Zustand des Strands zuständig ist, Essen kocht und es an Touristen und Einheimische verkauft. Er ist Witwer und kann sich damit etwas von seiner Trauer ablenken.
Davide und Giulia sind als Touristen in diesen Urlaubsort. Sie haben Eheprobleme und diskutieren. Giulia fühlt sich überfordert mit den drei Kindern, die ebenfalls dabei sind. Sie ist der Meinung, dass Davide sie nicht versteht.
Alberto ist mit seiner Freundin Felice an den Urlaubsort gekommen. Sie hätte lieber Urlaub mit Freundinnen gemacht, aber hat sich arrangiert, mit Alberto hier zu sein.

Meine Meinung zu diesem Buch:
Ruhig ist dies alles erzählt, aus der Sicht eines auktorialen Erzählers (also kein Ich-Erzähler). Man bekommt als Leser die Probleme mit, die die Personen haben. Ihre Gedanken, ihre Gefühle, nicht ausgesprochene Dinge, die eine Atmosphäre, eine Beziehung beschädigen können. Andererseits ist dieser kurze Roman immer wieder schön, denn man liest, dass sich mancher Konflikt auch lösen lässt, wenn man beispielsweise miteinander redet und dem anderen zuhört.
Manchmal versöhnt man sich, findet neue Horizonte und lebenswerte Aussichten.
Ein manchmal kurzweiliger, aber auch tiefgründiger Sommerroman, den man besonders gut im Urlaub lesen kann. Ich vergebe vier Sterne.

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Veröffentlicht am 06.10.2025

Lesenswerte Familiengeschichte

Die Verlorene
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Worum geht es in dem Buch?
Das Buch erzählt zwei Geschichten. Die erste spielt 2019. Änne, Großmutter, 93 Jahre alt, fällt vom Hocker und muss sich in einem Krankenhaus in Frankfurt (Main) behandeln lassen. ...

Worum geht es in dem Buch?
Das Buch erzählt zwei Geschichten. Die erste spielt 2019. Änne, Großmutter, 93 Jahre alt, fällt vom Hocker und muss sich in einem Krankenhaus in Frankfurt (Main) behandeln lassen. Sie stirbt wenig später.
Ihrer Tochter Ellen und deren Tochter Laura hat Änne nie viel aus ihrer Kindheit, Jugend und der Zeit in Schlesien während des Zweiten Weltkriegs erzählt. Sie wollte es nicht, war traumatisiert von dem, was sie erlebt hatte. In Ännes Nachlass finden Ellen und Laura Briefe und Bilder, die sie nicht zuordnen können. Änne hatte offensichtlich eine Schwester, namens Luise. Um mehr über Änne, Luise und ihre Familie herauszufinden, müssen sie von Frankfurt nach Polen reisen. Laura findet den „Pappelhof“, wo Änne und Luise aufwuchsen. Ellen reist wenig später nach. Gemeinsam suchen sie Personen, die ihnen Informationen geben können.
Die zweite Geschichte spielt vorwiegend in Schlesien auf dem Pappelhof während der Jahre 1943 bis 1947. Die Zwillinge Änne und Luise wachsen mit ihren Brüdern auf dem Pappelhof auf. Ihre Eltern betreiben eine Landwirtschaft mit Viehzucht. Sie beschäftigen auch Kriegsgefangene. Einer davon ist Karl. Luise fühlt sich zu ihm hingezogen, was besonders von ihrem Vater argwöhnisch beobachtet wird. Auch Änne gefällt das gar nicht, denn sie will ihre Schwester nicht verlieren.

Meine Meinung zu diesem Buch:
Das Buch ist aus der auktorialen Erzählperspektive (kein Ich-Erzähler) erzählt. Es liest sich flüssig. Die beiden Handlungen sind mitreißend. Als Leserin wollte ich wissen: Warum hat Änne ihrer Familie in Frankfurt nie erzählt, dass sie eine Zwillingsschwester, namens Luise, hatte? Was ist mit Luise passiert?
Beim Lesen stellen sich noch weitere Fragen. Die Autorin schafft es, immer wieder Spannung zu erzeugen, indem viele Kapitel mit einem Cliffhanger enden. Die Ereignisse 2019 wechseln sich ab mit den Ereignissen aus dem Zweiten Weltkrieg in Schlesien. Ich war als Leserin gebannt von der Handlung, nie wurde das Buch langweilig. Bis zum Schluss blieb das Buch spannend und offenbarte vieles, mit dem ich zu Anfang der Lektüre nie gerechnet hätte.
„Die Verlorene“ bot für mich nicht nur eine spannende Familiengeschichte, sondern auch viele interessante Einblicke in das Leben und die Gefühle der Menschen in den so genannten ehemaligen „deutschen Ostgebieten“. Ich selbst hatte Verwandte aus diesen Gebieten und mir wurde durch die Lektüre vieles wieder bewusst, was diese Verwandten erlebt hatten.
Ich vergebe fünf von fünf Sternen.

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Veröffentlicht am 17.09.2025

Actionreich mit einigen Wendungen

Schwüre, die wir brechen
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Worum geht es in dem Buch?
Die Ermittler Svea Karhuu und Jon Nordh müssen sich um einen Mordfall in Malmö kümmern. Eine enthauptete Leiche, der ein Krokodilskopf angenäht wurde, wird in einem Boot gefunden. ...

Worum geht es in dem Buch?
Die Ermittler Svea Karhuu und Jon Nordh müssen sich um einen Mordfall in Malmö kümmern. Eine enthauptete Leiche, der ein Krokodilskopf angenäht wurde, wird in einem Boot gefunden.
Wenig später taucht eine zweite Leiche auf einer Insel auf – ebenfalls enthauptet, mit einem angenähten Tierkopf. Ihr Körper ist mit Hieroglyphen übersät.
Svea Karhuu und Jon Nordh ermitteln erst seit kurzem miteinander und müssen sich aneinander gewöhnen. Neben den furchtbaren Morden haben sie noch mit eigenen Problemen zu tun. Svea erhält immer wieder anonyme Drohbriefe. Jon ist gerade verwitwet, seine Frau Linda kam zusammen mit seinem ehemaligen Ermittlerkollegen Calle bei einem Autounfall ums Leben. Doch war es wirklich ein Unfall? Neben der Aufklärung der genannten Morde geht Jon Spuren nach, die den Tod von Linda und Calle aufklären könnten.
Plötzlich verschwindet eine 16-jährige Schülerin, offensichtlich entführt aus ihrem Elternhaus. Svea und Jon müssen sich beeilen, um Schlimmeres zu verhindern.

Meine Meinung zu diesem Buch:
Dieser Krimi ist der zweite Fall rund um die Ermittlungen des Teams Svea Karhuu und Jon Nordh. Ich habe den ersten Fall dieser Krimi-Reihe nicht gelesen, bin aber trotzdem in der Handlung gut mitgekommen.
Dieser Krimi ist sehr spannend und aus der auktorialen Perspektive (kein Ich-Erzähler) geschildert. Diese Spannung gefällt mir. Immer wieder gibt es gefährliche Situationen, in die Svea und Jon geraten. Man ist als Leser oft so ratlos wie das Ermittlerteam und seine Kollegen. Ermittlungen und interne Sitzungen, in denen über die weitere Vorgehensweise zur Lösung der Morde gesprochen wird, wechseln sich ab. Dabei gehen Svea und Jon oft auch getrennte Wege, die gefährlich werden können.
Der Leser wird in Atem gehalten durch viele Wendungen – und manche Tatsachen sind am Schluss andere, als noch einige Kapitel vorher. Einige Cliffhanger gibt es auch – offene Fragen und Punkte, die wohl in einer der nächsten Bücher dieser Krimi-Reihe aufgegriffen werden.
Mich hat das Buch sehr gut unterhalten, es war bis zum Schluss sehr spannend. Ich vergebe fünf Sterne sowie eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 05.09.2025

Leute in einer japanischen Buchhandlung

Die Abende in der Buchhandlung Morisaki
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Worum geht es in dem Buch?
Takako ist die Ich-Erzählerin. Immer wieder besucht sie ihren Onkel Morisaki Satoru und dessen Frau Momoko. Sie betreiben in Tokio – und zwar im Stadtteil Jinbocho – einen Antiquariats-Buchhandel. ...

Worum geht es in dem Buch?
Takako ist die Ich-Erzählerin. Immer wieder besucht sie ihren Onkel Morisaki Satoru und dessen Frau Momoko. Sie betreiben in Tokio – und zwar im Stadtteil Jinbocho – einen Antiquariats-Buchhandel. Diese Buchhandlung hat sich auf japanische Literatur der Frühmoderne spezialisiert.
Für Takako sind Bücher ein wichtiger Teil ihres Lebens. Sie lassen Takako eintauchen in andere Welten, sie trösten und heilen. Immer wieder hilft sie auch in der Buchhandlung ihres Onkels aus. Sogar auch, als ihre Verwandten in den Urlaub fahren.
Bücher helfen Takako auch, ihren Liebeskummer wegen ihres Freundes Wada-san zu verarbeiten.

Meine Meinung zu diesem Buch:
Man merkt als Leser: Die Atmosphäre zwischen Takako und den meisten Leuten, mit denen sie zu tun hat, ist herzlich und höflich.
Takako ist eine ruhige junge Frau. Sie kann den Herbst, die Natur, mit allen Sinnen genießen. Die Buchhandlung Morisaki ihres Onkels und ihrer Tante, die Umgebung und das Lesen von Büchern, hilft ihr, unerfreuliche Ereignisse in ihrem Leben besser zu verarbeiten. Zum Beispiel, als ein Arbeitskollege versucht, sie anzubaggern. Es gelingt ihr, ihn abzuschütteln.
Als europäischer Leser kennt man selten japanische Klassiker, wie „Idiotenzug“ von Uchida Hyakken oder „Ein glückliches Paar“ von Oda Sakunosuke. Manche dieser Bücher werden erwähnt, aber das stört nicht beim Lesen. Vielmehr weckt dieser Roman das Interesse am Lesen generell, die Handlung ist interessant und Takako und ihre Verwandten sind sympathisch.
Ich vergebe vier Sterne und eine Leseempfehlung.

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