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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.03.2026

Magisch

Das White Octopus Hotel
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Dieses Buch hat mich gefesselt und irgendwann nicht mehr losgelassen. Es beginnt mit Eve, die eigentlich keine anderen Menschen mag und sich von niemandem verstanden fühlt. Dass sie ein Tattoo hat, dass ...

Dieses Buch hat mich gefesselt und irgendwann nicht mehr losgelassen. Es beginnt mit Eve, die eigentlich keine anderen Menschen mag und sich von niemandem verstanden fühlt. Dass sie ein Tattoo hat, dass sich selbstständig bewegt und über ihren Körper wandert hilft dabei nicht gerade, normal auf andere zu wirken. Sie hat eine tragische Geschichte hinter sich, als sie noch ein Kind war starb ihre Schwester bei einem Unfall. Eve gibt sich selbst die Schuld daran.
Eines Tages bekommt sie Besuch von einem alten Mann, der – wie ihr Lieblingskomponist – Max heißt. Max stirbt direkt nach dem Besuch, bittet sie aber ins White Octopus Hotel zurück zu kehren. Das seltsame ist, dass Eve Max weder kennt noch jemals in diesem Hotel war. Eine kurze Recherche ergibt, dass es das Hotel zwar wirklich gab, es aber schon vor ihrer Geburt geschlossen wurde.
Aber ist das immer wiederkehrende Motiv des Oktopus nur ein Zufall? Eve hört Gerüchte über magische Gegenstände aus dem Hotel und sucht schließlich die Ruine auf. Von da an wird es Stück für Stück immer verwirrender, denn in diesem Hotel sind Zeitreisen möglich. Man kann also in einer Vergangenheit, an die man sich nicht erinnert, Dinge ändern, die in der Zukunft passieren. Da Menschen altern, aber in der Zeit zurück reisen können sind die Personen dabei irritierenderweise in der Vergangenheit manchmal älter als in der Gegenwart.
Parallel erfahren wir mehr über Max, dessen Jugend ebenfalls von einem harten Schicksal geprägt war. Er musste im Krieg kämpfen und hat viele Freunde im Schützengraben verloren. Auch er gibt sich an einigen Ereignissen die Schuld. Nicht zuletzt daran, dass er überlebt hat.
Es ist also nicht nur ein magisches Fantasy-Buch, sondern auch stellenweise eine traurige und erdrückende Geschichte. Insgesamt aber eine perfekte Mischung, die Autorin Alexandra Bell hat so plastisch und phantasievoll geschrieben, dass es einfach nur Spaß macht, Eve ins White Octopus Hotel zu begleiten.

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Veröffentlicht am 04.02.2026

Ein Buch wie ein Film

Verbrenn das Negativ
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Ich beginne mit den Punkten, die ich nicht so gut fand. Zum einen passte der Titel nicht ganz. "Verbrenn das Negativ" bezieht sich im Deutschen eigentlich nur auf ein Foto-Negativ. Gut, mit ein wenig Phantasie ...

Ich beginne mit den Punkten, die ich nicht so gut fand. Zum einen passte der Titel nicht ganz. "Verbrenn das Negativ" bezieht sich im Deutschen eigentlich nur auf ein Foto-Negativ. Gut, mit ein wenig Phantasie kann man die Nullkopie beim Film auch so nennen, obwohl es ein Positiv ist. Im Englischen ist das Wortspiel perfekt, als Lauras Psychiater ihr rät "Verbrenn das Negative, setz das Positive frei."
Außerdem hat mir das Cover auf Anhieb nicht gefallen. Mittlerweile denke ich, dass es ganz gut zu einem 90er-Jahre Horrorfilm passt. Außerdem ist die Haptik wirklich gut, das versöhnt mich ein wenig.

Aber zum Inhalt: Laura arbeitet für eine Zeitung, ihr Chef ist gleichzeitig ihr Ex-Freund. Und dieser schickt sie nach LA um über eine neue Serie zu berichten. Diese ist ein Remake des Horrorfilms "The Guesthouse". Der Film hat vor allem deshalb Kultstatus erreicht, weil es rund um die Beteiligten einige Todesfälle gab. Ein Lichttechniker stürzte vom Dach, eine Schauspielerin bekam Jahre nach dem Dreh einen Stromschlag usw. Zwischen den Kapiteln gibt es immer wieder besondere Seiten, die Internet-Artikel, Forenbeiträge, Interviews oder Auszüge aus dem Drehbuch darstellen.
Zurück zu Laura, sie hat nämlich ein Geheimnis, denn sie hat in diesem Horrorfilm mitgespielt. Natürlich war die damals noch ein Kind, aber es hat ihr Leben geprägt. So sehr, dass sie mit ihrer Familie umgezogen ist und sogar ihren Namen geändert hat. Sie ist sich trotzdem sicher, dass sie nicht zufällig ausgewählt wurde über die Serie zu berichten. Natürlich hat ihr Chef es herausbekommen und auch das ist im Nachhinein wenig mystisch. Diese unaufgeregte Art macht dieses Buch realistisch und dadurch wirklich spannend. Es ist so nah an der Wirklichkeit, dass die unfassbar verrückten Ereignisse mich wirklich schockiert haben und ich mit Laura mitgefiebert habe bis zum Schluss.

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Veröffentlicht am 03.02.2026

Dieser Thriller baut sich langsam auf

Minnesota
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Der Autor ist bekannt für skandinavische Krimis, dieser spielt nun in Minnesota. Trotzdem erkennt man typische Muster, die ein echter Pageturner braucht. Nesbo hat dabei ein Auge für Details, die erst ...

Der Autor ist bekannt für skandinavische Krimis, dieser spielt nun in Minnesota. Trotzdem erkennt man typische Muster, die ein echter Pageturner braucht. Nesbo hat dabei ein Auge für Details, die erst im Nachhinein Sinn ergeben.
Es geht ins kriminelle Milieu Minnesotas, die Opfer sind Waffenhändler oder Drogendealer. Von Anfang an erfahren wir viel über den Täter und begleiten ihn. Dem gegenüber steht der unsympathische Ermittler Bob, dessen Ehe gescheitert ist und der sich nicht immer korrekt verhält. Natürlich hat auch er eine Vorgeschichte, die wir nach und nach erfahren. Alles zusammen ergibt ein Buch, das man nicht nebenbei lesen oder hören kann. Es hat viel Tiefe und komplizierte Charaktere und eine Story, bei der erst ganz am Ende alle Stränge zusammenlaufen.
Das Hörbuch wird gelesen von David Nathan, einem meiner Lieblingssprecher, der seinen Job hervorragend macht.

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Veröffentlicht am 03.02.2026

Ein etwas anderes Gartenbuch

Mord im Nacktschnecken-Milieu
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Damit keine Missverständnisse aufkommen – es handelt sich um einen Gartenratgeber, der auf witzige Art und Weise bei der Schädlingsbekämpfung hilft, aber auch Sympathien für die kleinen Krabbeltiere weckt. ...

Damit keine Missverständnisse aufkommen – es handelt sich um einen Gartenratgeber, der auf witzige Art und Weise bei der Schädlingsbekämpfung hilft, aber auch Sympathien für die kleinen Krabbeltiere weckt. Wobei natürlich nicht immer Insekten die Schuldigen sind, auch Vögel oder Säugetiere geraten hier in den Fokus.
Es gibt viele kleine „Fälle“, am Anfang steht ein Tatort, z.B. beschädigte oder so abgeknipste Rosenknospen. War es ein Käfer oder am Ende sogar die Blaumeise? Vier Verdächtige werden vorgestellt und am Ende wird aufgelöst, dass der Erdbeerblütenstecher es auf die Fruchtknoten der Rose abgesehen hat. Ein kurzes Porträt des Schädlings erklärt uns auch, warum er sie dringend benötigt.
Dieses Buch ist reich bebildert und lässt sich lesen wie ein Roman. Die 20 kurzen Kapitel sind dabei immer gleich aufgebaut und trotzdem teilweise überraschend. Ich habe viele gelernt ohne, dass es langweilig wurde. n

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Veröffentlicht am 29.01.2026

Bunt und chaotisch

Willkommen in Gravity Falls - Dippers und Mabels Leitfaden zu Mysterien und endlosem Spaß
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Ich kannte Gravity Falls bisher nicht, denke aber das Buch ist auch gut als Einstieg in die Welt geeignet. Schon das Cover ist bunt, chaotisch, mit Glitzer und „Anmerkungen“ versehen.
Innen geht es mit ...

Ich kannte Gravity Falls bisher nicht, denke aber das Buch ist auch gut als Einstieg in die Welt geeignet. Schon das Cover ist bunt, chaotisch, mit Glitzer und „Anmerkungen“ versehen.
Innen geht es mit vollgestopften und bunten Seiten weiter. Viele Kinder mögen diesen lockeren Tagebuchstil und werden von den Zwillingen Dipper und Mabel Pines vollkommen abgeholt. Es werden auch andere Figuren vorgestellt und alles gut eingeführt, man muss also die anderen Bücher der Serie nicht gelesen haben.
Neben Geschichten gibt es Bastelanleitungen, Tipps und kleine Rätsel. Alles sehr kindgerecht, das Buch ist ab 8 Jahren empfohlen und ich denke das passt auch so. Auch etwas ältere Kinder werden hier noch ihren Spaß haben. Es gibt einige Seiten zum Ausfüllen oder sogar Ausschneiden.
Alles in allem ein verrücktes, chaotisches Buch in dem es wirklich viel zu entdecken gibt.

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