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Veröffentlicht am 08.09.2019

Wenn die Jägerin zur Gejagten wird

Brennende Narben
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Teil 3 aus der Reihe um "Die Krähe" wurde von mir sehnlich erwartet. Denn mit dem zweiten Teil Lautlose Schreie wurde klar, dass es mehr Geheimnisse um den Tod von Maras Mutter gibt, als man vorher gedacht ...

Teil 3 aus der Reihe um "Die Krähe" wurde von mir sehnlich erwartet. Denn mit dem zweiten Teil Lautlose Schreie wurde klar, dass es mehr Geheimnisse um den Tod von Maras Mutter gibt, als man vorher gedacht hat und ich habe mir mit diesem dritten Teil Antworten erhofft. Aber natürlich nicht nur das, auch einen spannenden neuen Fall habe ich mir mit "Brennende Narben"  von Leo Born Mara Billinsky 3 erhofft.

Dieser dritte Band wird eine schmerzliche Erfahrung für meine lieblings Ermittlerin und spannend ist der aktuelle Hauptstrang noch dazu...

In diesem dritten Teil haben wir es mit einer grausam getöteten Edelprostituierten zu tun und einem Bombenanschlag auf der Autobahn, bei der viele Menschen getötet werden - das aber sehr gezielt. Wie sich herausstellt, handelt es sich auch bei den Opfern um Prostituierte und deren "Sklaventreibern". Die komplette Mordkommission wird von diesen beiden Fällen in Atem gehalten.
Schnell wird klar, dass es einen Zusammenhang geben muss zwischen den beiden Fällen, aber als sich der Schleier beginnt zu lüften ist Mara Billinsky längst nicht mehr die Jägerin, sondern selbst Gejagte...  Parallel forscht sie weiterhin nach dem Mörder Ihrer Mutter, denn dieses Erlebnis hat sie als Kind verändert und es lässt sie einfach nicht los. Sie schlägt alle Warnungen in den Wind und lässt nicht locker - ob das eine weise Entscheidung war???

Positiv erwähnen möchte ich, dass in "Brennende Narben" das persönliche Schicksal in keiner Art und Weise mit dem Fall vermischt wird oder die Spannung eindämmt. Leo Born schafft es perfekt diese Dinge voneinander zu trennen, so wie es auch die Protagonistin handhabt.

Wer die Vorgänger kennt, der wird hier eine Entwicklung erkennen, die Mara Billinsky weicher erscheinen lässt. Allerdings ist in diesem Buch Ihr Partner Rosen der Charakter, der endlich zeigt, was wirklich in ihm steckt und für mich eine unglaubliche Entwicklung zeigt.

Leo Born "hetzt" uns als Leser auf Grund seines Stils und der Story durch die Geschichte und lässt uns kaum Atem holen. Wie immer überzeugt der Autor mit seiner angenehmen Schreibweise und seinem Erzählstil. Auf Grund der dichten Story und den unterschiedlichen Perspektiven wird die Spannung konstant aufrecht erhalten. Gut beschriebene Schauplätze und Protagonisten, die mit der nötigen "Liebe" erschaffen wurden runden hier das Gesamte ab.

Mein Fazit zu dem dritten Teil: Spannend von Anfang bis zum Ende, allerdings war mir die Abhandlung der Bösewichter zum Schluss dann etwas zu "hopplahopp".

Allerdings gibt es von mir für Brennende Narben von Leo Born Mara Billinksy 3 eine absolute Leseempfehlung und volle 5 Punkte.

Veröffentlicht am 14.04.2019

Mara Billinsky ist zurück

Lautlose Schreie
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Meinung & Fazit:

Mara Billinsky ist zurück.
Bereits mit dem ersten Teil Blinde Rache konnte mich Leo Born von seiner sehr unkonventionellen Ermittlerin überzeugen. Sie ist tätowiert, gepierct und bevorzugt ...

Meinung & Fazit:

Mara Billinsky ist zurück.
Bereits mit dem ersten Teil Blinde Rache konnte mich Leo Born von seiner sehr unkonventionellen Ermittlerin überzeugen. Sie ist tätowiert, gepierct und bevorzugt schwarze Klamotten. Auf Grund Ihrer Art und äußeren Erscheinung ist sie als Gesamtpaket eine provokante Person. Aber man sollte sich vom Äußeren nicht täuschen lassen, sie hat einen scharfen Verstand und beißt sie sich an einem Fall fest, dann setzt sie alles daran, dass sie diesen auch löst.

Bei diesem zweiten Band bekommen wir es mit einer Handlung zu tun, die erschreckend ist, emotional und einen auch auf einem gewissen Level persönlich anspricht:
Wie weit geht man, wenn man dringend eine Organspende benötigt, für sich oder für einen geliebten Menschen? Was ist ein Menschenleben wert?

Mara ist im Fall der toten Kinder zwar als Ermittlerin vor Ort, aber sie wird von diesem Fall schnell abgezogen. Ihr und Rosen wird die Ermittlung in der Ermordung eines Geschäftsmannes übertragen. Er wird erschlagen in einem Hotelzimmer aufgefunden, und ein Arzt soll ihn getötet haben. Was wie ein isolierter Vorfall erscheint, ist in Wirklichkeit nur Puzzleteil der kompletten Geschichte. Wir verfolgen unterschiedliche Handlungsstränge, die aber alle miteinander zu tun haben und sich immer mehr annähern, während man in dem Buch voranschreitet. Nach und nach kann man in den wirklichen tiefen und dunklen Schlund der Hölle blicken, der sich öffnet…

Mara, die im ersten Band gerade erst nach FFM zurück gekommen war, und dort keinerlei Anschluss im Präsidium hatte und von den Kollegen abwertend “Die Krähe” als Spitznamen erhalten hat, macht in diesem Teil einen großen Entwicklungschritt. Scheinbar ist sie endlich angekommen.
Auch bei ihrem Chef erlebt man eine echte 90 Grad Kehre, die mir sehr gut gefallen hat. Es hat Spaß gemacht zu erleben, wie die Veränderung dieser beiden Charaktere sich über das Buch entwickelt hat. Rosen, der Partner von Mara, könnte nicht konträrer zu ihr sein bzgl. seiner Klamotten und seiner Persönlichkeit. Gerne habe ich mir vorgestellt, wie das Gespann auf andere Menschen wirkt, wenn sie gemeinsam auftreten. Dann ist da noch der neue Staatsanwalt und da ich bin ich sehr neugierig, was die Geschichte ist, die da noch im Hintergrund lauert. Im Ganzen sind die Charakterzeichungen für mich gut gelungen.

Kurze Kapitel, unterschiedliche Sichtweisen und der flüssige Schreibstil tragen einen durch die Geschichte. Leo Born versteht es hervorragend, dass man die Schauplätze bildlich vor Augen hat. Auf Grund der letzten zwei Jahre Buchmesse in FFM und der Lage der beiden Unterkünfte, waren mit auch die Orte im Bahnhofsviertel nicht unbekannt, was mich persönlich noch mehr gefesselt hat.

Volle 5 von 5 Punkten für “Die Krähe” und ich warte jetzt mit großer Freude auf den dritten Teil. Eine klare Leseempfehlung für diesen Thriller.

Veröffentlicht am 14.09.2018

Böse und zynisch

Die Hungrigen und die Satten
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Inhalt und meine Meinung:

Ein Hörbuch großartig gelesen von Christoph Maria Herbst.
Der Sprecher schafft es, dass der doch sehr naiven Moderatorin, Frau Hackenbusch, auch die Blödheit aus der Stimme trieft. ...

Inhalt und meine Meinung:

Ein Hörbuch großartig gelesen von Christoph Maria Herbst.
Der Sprecher schafft es, dass der doch sehr naiven Moderatorin, Frau Hackenbusch, auch die Blödheit aus der Stimme trieft. Ich kann da nur immer wieder meinen Respekt aussprechen für die Leistung als Hörbuchsprecher.

Jetzt aber zur Story:
Die Serie „Engel im Elend“ fährt in DAS Flüchtlingscamp in Afrika. Warum? Geplantes Shooting einer Modekollektion mit Frauen aus dem Camp und natürlich Aufnahmen dort. Aber alles läuft irgendwie aus dem Ruder...
Auf einmal machen sich 150.000 Flüchtlinge zu Fuß auf den Weg nach Deutschland, vom Fernsehen begleitet und ein absoluter Kassenschlager für den Sender!
Die Werbeeinnahmen gehen durch die Decke, Sendezeiten zu absoluten Spitzenzeiten, Zuschauerquoten wie in den Siebzigern! Sensenbrinck kann sein Glück kaum fassen und schlägt alle Warnungen in den Wind, dass seine Sendung u.U. zur Katastrophe führen kann. Selbst die Politik in Deutschland wird nervös, denn klar ist, das erklärte Ziel der wandernden Flüchtlingen ist "das gelobte Land".

Die Situation in Deutschland spitzt sich mich heranrückendem Konvoi immer mehr zu. Der Rechtsruck ist unverkennbar und es gibt Demonstrationen im sechsstelligen Bereich gegen die Flüchtlinge.
Deutschland will die Länder dazu bewegen die Grenzen zu schließen und die Flüchtlinge unterwegs aufzuhalten, aber keine Nation macht da mit, keine Nation will als Mörder von Frauen und Kindern gelten...
Der Flüchtlingskonvoi wächst und wächst und wächst während er durch die Länder wandern, er kommt immer näher und in Deutschland stehen alle Kopf.
Die Politiker wollen einen Grenzzaun bauen mit Strom und ohne Öffnung, ein starkes Aufgebot von Polizei und Bundesgrenzschutz inkl. großem Waffenarsenal um Deutschland zu verteidigen...
Wie weit ist Deutschland gewillt zu gehen an diesem Punkt?

Was mir gefehlt hat:
Die Situationskomik aus dem Buch „Er ist wieder da“, die lauten Lacher, stattdessen ist mir das Lachen leider im Hals stecken geblieben.
Was mich gestört hat:
Das Hörbuch ist schon stark gekürzt, daher hatte ich manchmal den Eindruck es fehlt was  in der Geschichte und doch hat es sich gezogen für mich.
Mein Fazit:
Das Buch ist extrem zynisch und definitiv böse und alles andere als ein Wohlfühlbuch. Man erwischt sich dabei, dass man überlegt: Könnte das passieren? Was würdest Du machen, wenn es so kommen würde? Kann ein Land so etwas wirklich wollen? Was muss wirklich passieren, damit Menschen die Augen wirklich geöffnet werden?

Auch die Momente: Das hat er jetzt nicht wirklich getan, haben mich beim Hören überkommen.
Doch leider muss ich trotz der brisanten Thematik, dem zynischen Ton, dem Gedankenanstoß, dem Kloß im Hals zum Schluss sagen: Das war auf weiten Strecken leider nicht mein Hörbuch, was aber meiner ganz persönlichen Empfindung entspricht.

Veröffentlicht am 28.07.2018

Amüsante Liebeskomödie ohne schnulzig zu werden

Im Zweifel ist es Liebe
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Was passiert, wenn ein Thriller-Autor sich überlegt, dass er gerne etwas völlig anderes schreiben möchte? Er legt sich ein weibliches Pseudonym zu und schreibt einen Liebesroman!

Nachdem ich von diesem ...

Was passiert, wenn ein Thriller-Autor sich überlegt, dass er gerne etwas völlig anderes schreiben möchte? Er legt sich ein weibliches Pseudonym zu und schreibt einen Liebesroman!

Nachdem ich von diesem “Experiment” gehört habe war meine Neugier geweckt. Dank Juliette von “Recensio Online” bin ich darauf aufmerksam geworden und habe das Buch als Rezensionsexemplar erhalten. Ich Danke Dir herzlich.

Die Protagonisten Lena ist wild entschlossen Ihren Traummann zu finden und mit ihm glücklich in den Sonnenuntergang zu reiten. Alles Rationale scheint bei Ihr auszuschalten, denn sie tritt von einem Fettnapf in den Nächsten und stiftet Chaos, Verwirrungen und erzeugt damit unbeabsichtigte herrlich witzige Situationen. Man könnte Lena auch durchaus als Dramaqueen bezeichnen.

Auf der anderen Seite ist Till. Der “Schnucki” aus ihrem Stammcafé, den sie fast tötet zu beginn des Buches. Verständlicher Weise haben die beiden daher keinen wirklich guten Start und sind sich auch nicht gut gesonnen. Während Lena versucht mit Hilfe Ihres absolut unglaublich blöden, strategischen Plan zu verfolgen um den geeigneten Single zu treffen, läuft sie Till immer wieder über den Weg und Till will keine Frau, sondern einen Artikel für die Zeitung schreiben über Singles, Partnerbörsen und der Partnersuche im Allgemeinen.

Ihr merkt hier ist Spannung und Spaß vorprogrammiert…

Mit einem guten Gespür für Situationskomik, die manchmal schon an Slapstick erinnert, nimmt Leonie Wieck hier die Partnersuche aufs Korn. Mit Lena und Till hat sie/er Protagonisten erschaffen, die sympathisch sind, aber die man auch manchmal gerne schütteln möchte.

Was soll ich sagen: Ich habe laut und herzhaft gelacht während des Lesens! Ein Thriller-Autor kann auch eine absolut amüsante Liebeskomödie schreiben. Locker, leicht und flüssig geschrieben kann man sich gut in die Geschichte hineinfinden.

Ein luftig leichter Roman, der schnell gelesen war und aus dem ich meinem Mann immer wieder Passagen mit Lachtränen vorgelesen habe, wenn Lena wieder “eskaliert”.

Eine tolle Liebeskomödie, die grandios unterhält ohne schnulzig zu werden und daher eine klare Leseempfehlung von meiner Seite.

Veröffentlicht am 02.06.2018

Knackig, humorvoll und interessant

Feminist Fight Club
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Die Autorin führt in witzigen, kurzen Kapiteln und mit Illustrationen vor Augen, was man machen kann, um als Frau besser in der Arbeitswelt zurechtzukommen.

Es ist gut geschrieben, witzig und man kann ...

Die Autorin führt in witzigen, kurzen Kapiteln und mit Illustrationen vor Augen, was man machen kann, um als Frau besser in der Arbeitswelt zurechtzukommen.

Es ist gut geschrieben, witzig und man kann eigentlich auch überall hinspringen und sich die interessanten Themen herauspicken.

Warum gewinnen Männer durch Beförderungen häufig an Sympathien, während Frauen diese verlieren?

Warum lassen sich Frauen mehr gefallen als Männer?

Klar habe ich bei einigen Dingen die Augenbrauen hochgezogen und gedacht: HUMBUG, aber bei anderen Dingen hat mir das Buch aus der Seele gesprochen. Zum Beispiel das in Meetings gerne einige Herren ins Wort fallen, wenn ich Rede und die Tipps dazu fand ich nicht verkehrt.

Alles wird mit einem Augenzwinkern vermittelt und es macht einfach Spaß zu schmökern und bringt einen auch zum Nachdenken.

Warum ich mich für dieses Buch entschieden habe ist eigentlich ganz einfach: Gleichberechtigung ist leider immer noch ein Thema, dass auch in der heutigen Zeit noch nicht zu 100% umgesetzt ist. Frauen verdienen im Schnitt 21% weniger als Männer mit dem gleichen Job.

Warum müssen Frauen den Kaffee kochen und am Besten dem Chef noch bringen und wie komme ich erst gar nicht in diese Falle?

Wann sollte ich ggf. Emojis in der Geschäftskonversation einbauen und wann nicht?

Es findet sich auch ein “TABU-Wörterbuch” im Buch mit Begriffen, die wir nicht hören wollen und die Auflistung ist wirklich klasse.
Wen das interessiert, dabei Schmunzeln und evtl. den ein oder anderen Tipp mitnehmen möchte, der ist hier genau richtig.