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Veröffentlicht am 30.08.2022

Der Märchenkönig sorgt für hoheitlich hohe und rätselhafte Spannung

Der Märchenkönig
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Eigentlich wollte Tom Perlinger ja mit seiner Christl in der Münchner Residenz einen herrschaftlichen Empfang erleben und eine Ehrung für seinen Bruder in Empfang nehmen, als ihn wieder mal die dienstliche ...


Eigentlich wollte Tom Perlinger ja mit seiner Christl in der Münchner Residenz einen herrschaftlichen Empfang erleben und eine Ehrung für seinen Bruder in Empfang nehmen, als ihn wieder mal die dienstliche Pflicht abruft. Im Köglmühlbach, in unmittelbarer Nähe zur Staatskanzlei, wird ein Toter aufgefunden. Kurz darauf taucht auch vor dem Teehaus im Englischen Garten noch eine prominente Leiche auf, ein gewisser Louis von Schönfeld, genannt der Märchenkönig. Viel Arbeit für diese Nacht!

Dieser bayrische Regionalkrimi ist mittlerweile der vierte Band in Folge. Bei dem Titel „Der Märchenkönig“, denkt man als Leser natürlich automatisch an unseren legendären bayrischen König Ludwig II.
Von dessen legendenumwobenen Tod im Starnberger See, lässt sich Autorin Sabine Vöhringer in ihrem aktuellen Tom Perlinger-Fall auch inspirieren. Der bis heute ungeklärte Todesfall des unglücklichen Bayernkönigs zieht eine unverkennbare Parallele zum Tod zweier Männer vor der Staatskanzlei. Dieser Umstand hält Tom und sein Team ganz schön auf Trab, denn auch hier spielt die Ursache eine zentrale Rolle? Es stellt sich auch hier die verblüffende Frage: „Was ist denn nun eigentlich die Todesursache?“.
Der Leser kommt kaum zu Atem, so rasant gestaltet sich die Aufklärung dieser verworrenen, hoch spannenden Geschichte! Die Autorin versteht es hervorragend, ihre Leser dabei zu verblüffen und an der Nase herumzuführen. Der Spannungsbogen ist hoch angelegt, viele Fragen formulieren sich im Kopf, während man sich mit den Ermittlern durch die Münchner City kämpft. Besonders im Focus diesmal, die Gegend ums Platzl und die Residenz, daher präsentiert sich auch das Cover mit einem Blick vom Hofgarten auf die Theatinerkirche. Den inneren Umschlag ziert des Weiteren ein Stadtplan, der zudem zu einer Begehung vor Ort einlädt. Dazu kommen Tipps zu diversen Orten und Einkehr-Empfehlungen.

Mein Fazit:
Sehr gelungene Fortsetzung der Reihe, besonders grandios der Aufhänger mit unserem Märchenkönig, welch großartige Idee zu dieser gekonnt konstruierten Story. Besonders das Ende hat mich abgeholt, 1A gelöst, lässt mich der Krimi zufrieden zurück. Eine Menge München-Feeling inklusive spannender Momente macht Laune und bietet großartige Unterhaltung!
Nur der Tod vom echten „Kini“ in seinem Bleisarg, der wird wohl weiterhin ein ewiges Rätsel bleiben;)

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Veröffentlicht am 23.08.2022

Fesselndes Thriller-Debüt

Das siebte Mädchen
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Die selbst als Kind schwer traumatisierte Chloe Davis, ist heute eine erfolgreiche Therapeutin. Denn als Chloe 12 Jahre alt war, wurde ihr Vater völlig überraschend als Serienmörder überführt. Die mittlerweile ...

Die selbst als Kind schwer traumatisierte Chloe Davis, ist heute eine erfolgreiche Therapeutin. Denn als Chloe 12 Jahre alt war, wurde ihr Vater völlig überraschend als Serienmörder überführt. Die mittlerweile erfolgreiche Psychologin glaubt fest an ihre Selbsttherapie. Mit ihren Erfahrungen meint sie ihre Patienten besonders gut zu verstehen und ihnen gut Hilfe zu leisten. Doch als nach 20 Jahren plötzlich in ihrem nahen Umfeld wieder Mädchen verschwinden, muss Chloe wieder mit ihren Ängsten kämpfen. Können das wirklich noch Zufälle sein, oder gibt es eine Verbindung zu den Taten ihres Vaters?

„Das siebte Mädchen“, ist ein wirklich gelungenes Thriller-Debüt der jungen amerikanischen Autorin Stacy Willingham. Durch eine äußerst geschickt gestrickte Handlung, mit vielen Rückblicken, Überlegungen und Selbstzweifeln ihrer Hauptprotagonistin Chloe, weiß der Leser bald nicht mehr so recht, was er denn nun glauben soll? Immer mehr Verdächtigungen treten in den Focus, es ist wirklich herrlich verzwickt;). Durch all diese Spannungsmomente und verblüffenden Wendungen bleibt die Story fesselnd bis zum Ende. Die Abgründe der Figuren werden subtil freigelegt, dabei behält die entsprechende Person aber immer auch ihre menschlich sympathische Seite, was die Einschätzung verkompliziert. Die Geschichte ereignete sich in einer interessanten und mir unbekannten Ecke Amerikas, im Bundesstaat Louisiana. Darin in der Hauptrolle die ruhige Kleinstadt Breaux Bridge und Baton Rouge. Das Cover wirkt dabei so düster, wie man sich die Erinnerungen von Chloe vorstellt.

Mein Fazit:
Insgesamt ein sehr unterhaltsamer Thriller voller Überraschungsmomente, den man gar nicht aus der Hand legen möchte.
Man hat zwar schon so eine unterschwellige Ahnung, wird aber immer wieder auf eine andere Spur gelockt, so dass man sich in seiner Einschätzung nie ganz sicher sein kann. Diese Momente haben mich bis zuletzt fasziniert.

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Veröffentlicht am 06.08.2022

Fesselnder Thriller mit aktuellem Thema

Das Profil
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Ein unbekannter toter Mann, bis zum Hals im Sandkasten auf dem Spielplatz vergraben, kurz darauf eine brutal ermordete Influencerin im schicken Altbau. Sind es Einzeltaten oder stehen die beiden Fälle ...

Ein unbekannter toter Mann, bis zum Hals im Sandkasten auf dem Spielplatz vergraben, kurz darauf eine brutal ermordete Influencerin im schicken Altbau. Sind es Einzeltaten oder stehen die beiden Fälle in Verbindung? Die erfahrene Mordermittlerin Franka Erdmann, ihr neuen junger Assistent Alpay Eloglu und ihr Team vom Hamburger LKA stehen vor einem großen Rätsel. Der perfide Täter dagegen hat schon das Instagram-Profil seines nächsten Opfers im Visier.


„Das Profil“ von Autor ist ein rasanter Thriller über einen zutiefst gestörten Serienkiller. Die Idee zum Buch finde ich einfach grandios, stellt doch der Homo Digitalis von heute, in seinen diversen Social Media Profilen sein ganzes Leben wie auf einem Präsentierteller dar. Diese Umstände machen es dem Täter hier im Krimi recht einfach, seinen Opfern auf die Spur zu kommen. Für ihn ist das ganze eine spannende Herausforderung, eine Art Challenge oder Versteckspiel, das für ihn nicht einmal anstrengend ist. Seine Ortskenntnis hilft bei der Spurensuche, sowie bei der Tarnung, die so einfach wie genial ist. In Kenntnis der Vorlieben seiner Opfer, ist es geradezu kinderleicht für ihn, sich den Objekten seiner Begierde zu nähern. Auch das Schicksal und der Leidensweg des Täters sind dabei bewegend und berührend geschildert. Geschickt versteht es der Autor dabei, die Geschehnisse aneinander zu sortieren. Als Leser erfährt man alle Facetten, die Motivation und Kindheitstrauma des Täters, die Lebensweisen der Opfer, sowie die Fortschritte der Ermittlungen. Durch abrupte Handlungssprünge nimmt die Handlung immer flotter Fahrt auf und entlädt sich am Ende im finalen Showdown. Das Ermittlerteam des Hamburger LKA rund um Franka Erdmann ist wirklich sympathisch und vielfältig, die Vorgehensweise ihrer Arbeit wird dabei überraschend detailliert dargestellt, vielleicht teilweise etwas abschweifend.
Der Titel passt perfekt und auch das Cover kommt in Thriller konformer Manier des Weges, gefällt mir gut.

Mein Fazit:
Absolut packender Thriller mit einem brandaktuellen Thema. Erschreckend, wie einfach der Täter hier zum Zuge kommt. Sehr spannendes und unterhaltsames Serien-Debüt, gerne mehr davon!

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Veröffentlicht am 02.08.2022

Köstliche Sammlung norditalienischer Leckereien

La Tradizione
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Das Cover verkündet es, in diesem Kochbuch geht die Reise nach Italien, genauer gesagt in den Norden dieses Landes. Mit farbenfrohen Seiten und wunderschönen Fotos wird schon nach dem Aufschlagen und kurzem ...

Das Cover verkündet es, in diesem Kochbuch geht die Reise nach Italien, genauer gesagt in den Norden dieses Landes. Mit farbenfrohen Seiten und wunderschönen Fotos wird schon nach dem Aufschlagen und kurzem durchblättern die Sehnsucht in mir geweckt, nach bella Italia, Dolce Vita und gutem Essen;). Also eigentlich bekommt man bei den Fotos direkt Lust sich schnell ins Auto zu setzen und kurz über den Brenner düsen, doch auch zu Hause schmecken die Leckereien ganz schnell nachgekocht sicherlich wunderbar! Zu jedem Abschnitt gibt es eine kurze Einleitung, schöne Fotos und es werden spezielle Produkte, Spezialitäten, Restaurants, sowie Menschen aus der jeweiligen Region vorgestellt.



Im Kochbuch aus dem ZS Verlag „La Tradizione - Die Küche der Norditalienischen Hausfrauen“ hat Foodblogger Domenico Gentile, aus Kalabrien stammend, traditionelle Rezepte aus unterschiedlichen Regionen Norditaliens zusammengetragen. Einige sind wohlbekannt, ein paar schon etwas spezieller oder in überraschender Variante ausgeführt. Allesamt detailliert, aber verständlich kurz beschrieben. Die meisten der Zutaten sind gut zu bekommen, bis auf ein paar Ausnahmen, wie Saisonales ( Zucchiniblüten Kürbis, Spargel), Octopus-Tinte oder spezielle Käsesorten.

Besonders gut gefallen haben mir die ganzen einfachen Sachen, wie gratinierter Blumenkohl, panierter Fenchel, Kaspressknödel oder unterschiedliche Risotto.

Mein Fazit:

Ein wirklich wunderschönes Kochbuch, zur täglichen Inspiration, um ganz ohne Reisestress einen kulinarischen Ausflug in den Norden Italiens zu unternehmen;). Alle Rezepte die ich ausprobiert habe waren lecker und sind bei meiner Familie gut angekommen! Es gibt vom gleichen Autor auch einen Ausflug in die Regionen Süditaliens, sicherlich auch sehr spannend und köstlich!

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Veröffentlicht am 02.08.2022

Faszinierender Roman über das Klosterleben im Hochmittelalter

Matrix
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Nonne wider Willen

England 1158 - das hünenhafte Waisenkind Marie aus Frankreich, wird mit 17 von ihrer Halbschwester, der Königin Eleonore von Aquitanien in ein armseliges Kloster auf der Insel verbannt. ...

Nonne wider Willen

England 1158 - das hünenhafte Waisenkind Marie aus Frankreich, wird mit 17 von ihrer Halbschwester, der Königin Eleonore von Aquitanien in ein armseliges Kloster auf der Insel verbannt. Sie solle dort Priorin werden, da sie zu unansehnlich und mannhaft für eine Heirat wäre. Die freiheitsliebende Marie, die viel lieber als Ritter durch die Lande ziehen würde, muss sich nun dem Klosterleben unterordnen und dem Neid und Argwohn der Schwestern, den sie dem fremden Bastard der Krone anfangs entgegensetzen. Ganz allmählich aber findet die im Klosterleben gefangene Marie ihren ganz eigenen Glauben und erschafft ihre ganz eigene Rolle, die das Kloster bereichert, zu Wohlstand führt und mit ihren außergewöhnlichen feministischen Visionen einen ganz neuen Weg aufzeichnet.

Mit „Matrix“, ist der amerikanischen Autorin Lauren Groff ein ganz ungewöhnliches Buch gelungen. Es beschäftigt sich mit unterschiedlichen Frauenrollen im frühen Mittelalter, mit besonderem Focus auf das Klosterleben. Mit der ungewöhnlichen Protagonistin Marie, der sie das Klischee eines riesigen Mannweibes zuordnet, schafft sie eine ziemlich kontroverse Figur, die gleichzeitig feinfühlig, wehrhaft und ikonenhaft erscheint. Zuerst zutiefst zerrissen und unzufrieden, macht Marie aber das Beste aus ihrer zugewiesenen Rolle und zeigt ihrer geliebten Königin Eleonore alle ihre Facetten!
Der Roman beschreibt das Leben und die Moral im klassischen Mittelalter auf eine recht bildhafte und einfühlsame Weise. Der Schreibstil dabei ist eindrucksvoll und fesselt besonders durch seine ungewöhnliche Protagonistin. Als Inspiration für ihre Marie diente Groff sicherlich die sagenumwobene Dichterin „Marie de France“ aus dem 13. Jahrhundert, von deren Leben nicht viel bekannt ist, deren Novellen „Lais“ Liebe und Unterdrückung der Frauen zum Thema macht.
Das Cover ist eher unspektakulär und weist so gar nicht auf ein historisches Thema hin, doch soll wohl der goldene Strahlenkranz auf Maries Visionen-Inspirationen hindeuten.

Mein Fazit:
Ein faszinierender und ungewöhnlicher historischer Roman, mit einer fantastischen Protagonistin, die sehr modern und unkonventionell in ihren Ansichten anmutet. Sehr inspirierend inszeniert:).

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