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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.03.2026

Wenn aus einer Antagonistin eine Heldin wird

Prinzessin der tausend Diebe – Chosen
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Nachdem mich der erste Band schon begeistert hatte, habe ich mich sehr auf den zweiten Teil gefreut. Gleichzeitig war ich mir anfangs nicht ganz sicher, was mich erwarten würde. Rückblickend würde ich ...

Nachdem mich der erste Band schon begeistert hatte, habe ich mich sehr auf den zweiten Teil gefreut. Gleichzeitig war ich mir anfangs nicht ganz sicher, was mich erwarten würde. Rückblickend würde ich sogar empfehlen, das Buch ohne vorher den Klappentext zu lesen, weil man so noch überraschter in die Geschichte eintauchen kann.

Im ersten Band mochte ich Jia ehrlich gesagt noch nicht besonders. Umso beeindruckender fand ich, wie es der Autorin gelingt, ihren Charakter im zweiten Teil komplett neu aufzubauen. Man begleitet ihre Entwicklung Schritt für Schritt und lernt sie immer besser zu verstehen. Am Ende konnte ich gar nicht anders, als sie wirklich ins Herz zu schließen.

Die Geschichte führt uns in ein historisches Korea und verbindet diese Kulisse mit Fantasy und Mythologie. Gerade diese Mischung fand ich unglaublich spannend und besonders. Jia reist in die Vergangenheit, um ihre Schwester Sora zu retten. Dort lebt sie als Mann verkleidet an einer Akademie, weil Bildung zu dieser Zeit vor allem Männern vorbehalten war. Auf diesem Weg lernt sie nicht nur neue Menschen kennen, sondern auch sich selbst besser.

Besonders schön fand ich, wie ihr zuvor so hartes Herz langsam weicher wird. Freundschaft, Vertrauen und Liebe spielen eine große Rolle und werden sehr emotional dargestellt. Auch die Liebesgeschichte entwickelt sich auf eine Weise, die einen wirklich mitfühlen lässt.

Neben der emotionalen Geschichte gibt es auch spannende Kämpfe. Mit ihrem Mana, einer magischen Kraft, stellt sich Jia gefährlichen Kreaturen entgegen. Diese Szenen sind sehr lebendig beschrieben, sodass man beim Lesen das Gefühl hat, alles direkt vor Augen zu haben.

Was mich aber am meisten beeindruckt hat, ist die Tiefe der Geschichte. Viele Sätze wirken zunächst klein, bleiben aber lange im Kopf. Man merkt, dass hinter vielen Momenten mehr Bedeutung steckt.

Bis ungefähr zur Hälfte dachte ich noch, dass mir Band eins vielleicht ein kleines bisschen besser gefallen hat. Doch dann nimmt die Geschichte noch einmal richtig Fahrt auf und wird zu einer emotionalen Achterbahnfahrt.

Als ich das Buch beendet hatte, musste ich erst einmal kurz innehalten. Es ist eine Geschichte, die einen noch lange nach dem Lesen beschäftigt.

Der erste Band war eines meiner Jahreshighlights 2025. Und ich bin mir sicher, dass auch dieser zweite Teil zu meinen Highlights 2026 gehören wird.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Fantasy
Veröffentlicht am 14.02.2026

Träume verkaufen und sich selbst nicht verlieren

Selling Dreams
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Ich glaube, ich bin mit ziemlich hohen Erwartungen an das Buch rangegangen, vielleicht sogar ein bisschen zu hohen. New York, Luxusimmobilien, Konkurrenzkampf, Slow Burn … das klang einfach nach genau ...

Ich glaube, ich bin mit ziemlich hohen Erwartungen an das Buch rangegangen, vielleicht sogar ein bisschen zu hohen. New York, Luxusimmobilien, Konkurrenzkampf, Slow Burn … das klang einfach nach genau meinem Ding.

Marissa mochte ich wirklich gern. Sie ist ehrgeizig, arbeitet unfassbar hart und lässt sich von niemandem kleinmachen. Gerade in einer Branche, in der Männer oft bevorzugt werden, kämpft sie sich nach oben und das ohne sich selbst zu verlieren. Man merkt richtig, wie viel sie opfert. Freizeit, Datingleben, teilweise sogar ihre eigene Gesundheit. Das fand ich sehr authentisch.

Calder wirkt am Anfang wie der typische selbstbewusste Sunnyboy, charmant, erfolgreich, ein bisschen arrogant. Aber nach und nach bekommt man mit, dass da mehr hinter steckt. Seine Vergangenheit und die Panikattacken haben ihn geprägt. Besonders gut fand ich, dass hier auch gezeigt wird, dass Männer mit mentalen Problemen kämpfen und sich Hilfe holen dürfen. Das wird viel zu selten thematisiert.

Was ich wirklich mochte, war die Dynamik zwischen den beiden. Dieses Konkurrenzdenken, die Wortgefechte, dieses unterschwellige Knistern, das hatte schon was. Und ich fand es stark, dass Marissa trotz der Anziehung professionell geblieben ist und sich nicht einfach hat um den Finger wickeln lassen.

Aber und das ist mein persönlicher Knackpunkt, für mich war einiges zu ausführlich beschrieben. Gerade im Mittelteil hatte ich öfter das Gefühl, dass viel geredet oder erklärt wird, ohne dass die Handlung wirklich vorankommt. Ich mag Slow Burn wirklich gern, aber hier war es stellenweise sehr slow. Gleichzeitig wurden später ein paar Konflikte ziemlich schnell gelöst, die vorher lange aufgebaut wurden. Das fühlte sich für mich etwas unausgewogen an.

Trotzdem verstehe ich total, warum viele das Buch lieben. Die Atmosphäre ist stark, die Einblicke in die Welt der Luxusimmobilien machen Spaß und die Chemie zwischen Marissa und Calder stimmt definitiv. Manche Szenen, vor allem die emotionaleren, haben mich auch wirklich berührt.

Unterm Strich war es für mich kein absolutes Highlight, aber trotzdem ein gutes Buch. Vielleicht war ich einfach mit zu vielen Erwartungen gestartet. Neugierig auf Band 2 bin ich aber trotzdem, irgendwas an dieser Welt reizt mich nämlich weiterhin.

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  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 02.01.2026

Herzenswege in London

Two steps away - London Hearts 2
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Mit Two Steps Away geht die London-Hearts-Reihe endlich weiter – und dieses Mal steht Pippa im Mittelpunkt. Eine Protagonistin, die mir von Anfang an sympathisch war, weil sie nicht den einfachen Weg wählt. ...

Mit Two Steps Away geht die London-Hearts-Reihe endlich weiter – und dieses Mal steht Pippa im Mittelpunkt. Eine Protagonistin, die mir von Anfang an sympathisch war, weil sie nicht den einfachen Weg wählt. Als Tochter einer erfolgreichen Modefamilie könnte sie viele Abkürzungen nehmen, doch genau das lehnt sie ab. Sie möchte sich ihren Platz in der Modewelt selbst erarbeiten und nicht nur „die Wilson-Tochter“ sein. Dieser innere Konflikt zwischen familiären Erwartungen und dem Wunsch nach Eigenständigkeit zieht sich authentisch durch die gesamte Geschichte.

Pippa ist strukturiert, ehrgeizig und manchmal fast zu streng mit sich selbst – gerade das macht sie aber greifbar. Besonders gut gefallen hat mir, wie sie im Verlauf der Handlung lernt, für sich einzustehen und ihre eigenen Grenzen zu definieren. Ihre Entwicklung wirkt insgesamt glaubwürdig und passt gut zum Coming-of-Age-Aspekt der Geschichte.

Emotional kompliziert wird es, als Ben wieder in ihr Leben tritt. Er ist nicht nur ein alter Bekannter, sondern auch der Junge, dem sie einst ihr Herz geöffnet hat – und der sie damals zurückgewiesen hat. Dass sie nun ausgerechnet beruflich mit ihm konkurriert, sorgt für zusätzliche Spannung. Die Liebesgeschichte entwickelt sich eher ruhig und langsam, was grundsätzlich gut zur Geschichte passt. Allerdings wirkten manche Annäherungen auf mich etwas konstruiert und nicht immer ganz natürlich. Auch kamen die Gefühle zwischendurch etwas zu kurz, bevor sie gegen Ende sehr plötzlich intensiv wurden. Hier hätte ich mir insgesamt ein gleichmäßigeres Tempo gewünscht.

Ein echtes Highlight des Buches ist für mich erneut das Umfeld: die WG, der Zusammenhalt der Mädels, die Nebenfiguren und das Gefühl von Zuhause. Diese Gemeinschaft bringt viel Wärme in die Geschichte und sorgt für zahlreiche schöne, ruhige Momente. Auch das Mode-Setting fand ich erfrischend – es hebt die Geschichte angenehm von anderen Romance-Romanen ab.

Der Schreibstil ist leicht und flüssig, sodass man schnell durch die Seiten kommt und sich gut in das winterliche London fallen lassen kann. Allerdings sind mir einige Rechtschreib- und Grammatikfehler aufgefallen, die den Lesefluss stellenweise gestört haben. Auch gab es mir persönlich etwas zu viele Zufälle, die wichtige Wendungen ausgelöst haben, was manche Entwicklungen etwas erzwungen wirken ließ.

Trotz dieser Kritikpunkte hat mich Two Steps Away insgesamt gut unterhalten. Die Geschichte ist cozy, emotional und bietet starke Themen wie Selbstfindung, Freundschaft und den Mut, den eigenen Weg zu gehen. Band 1 hat mir zwar etwas besser gefallen, dennoch ist dieser zweite Teil eine gelungene Fortsetzung mit einer besonderen Atmosphäre.

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Veröffentlicht am 30.11.2025

Düstere Magie, Längen und erzwungene Funken

The Dagger and the Flame
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„The Dagger and the Flame“ entführt in ein düster-magisches Königreich, in dem Schattenmagie kostbar und gefährlich ist. Catherine Doyle schafft es, Fantome mit seinen verfeindeten Gilden – den Cloaks ...

„The Dagger and the Flame“ entführt in ein düster-magisches Königreich, in dem Schattenmagie kostbar und gefährlich ist. Catherine Doyle schafft es, Fantome mit seinen verfeindeten Gilden – den Cloaks und den Daggers – lebendig werden zu lassen, und die detailreichen Schauplätze, wie die Versini-Bibliothek oder Theos Garderobe, sind so bildhaft, dass man sich sofort mittendrin fühlt.

Doch so sehr ich die Welt und die Grundidee geliebt habe, es gab immer wieder Längen, die den Lesefluss stocken ließen. Manche Szenen zogen sich unnötig in die Länge, und zwischendurch hätte ich mir mehr Tempo gewünscht, gerade bei den zentralen Wendungen.

Die Dynamik zwischen Seraphine und Ransom ist das Herzstück der Geschichte – und gleichzeitig ihr Stolperstein. Die Autorin setzt auf das klassische „Enemies-to-Lovers“-Motiv, doch leider wirkte die Chemie in manchen Momenten fast erzwungen. Ihre Streitereien und „Papierflieger“-Auseinandersetzungen sind zwar unterhaltsam, aber manchmal habe ich das Gefühl gehabt, dass die Beziehung künstlich konstruiert wird, um Spannung zu erzeugen, statt dass sie organisch wächst.

Trotzdem kann ich nicht leugnen, dass ich emotional in die Geschichte eingetaucht bin. Seraphines Wut, ihre Verletzlichkeit und ihr Rachedurst sind sehr gut nachvollziehbar, und die kleinen, ruhigen Momente mit ihren Freunden oder ihrem Hund sorgen für echte Herzenswärme. Auch die überraschenden Wendungen haben mich immer wieder abgeholt, selbst wenn einige Entwicklungen vorhersehbar waren.

Der Schreibstil ist episch und stimmungsvoll, aber auch sehr detailverliebt – was sowohl ein Plus als auch ein Minus ist. Es gibt Passagen, die einen sofort in die Welt ziehen, und andere, bei denen ich mich gefragt habe, wann es endlich weitergeht.

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Veröffentlicht am 02.11.2025

Wenn Berührung zur Hoffnung wird

House of Ash and Shadow - Die goldene Stadt 1
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Schon nach den ersten Zeilen wusste ich: Dieses Buch wird mich nicht mehr loslassen. Leia Stone schreibt nicht einfach – sie erschafft. Ihre Worte fließen wie Magie durch die Seiten, berühren, schneiden, ...

Schon nach den ersten Zeilen wusste ich: Dieses Buch wird mich nicht mehr loslassen. Leia Stone schreibt nicht einfach – sie erschafft. Ihre Worte fließen wie Magie durch die Seiten, berühren, schneiden, heilen und hinterlassen etwas in einem, das noch lange nachhallt.

Fallon ist eine Heldin, wie man sie nicht alle Tage trifft. Verflucht, bei jeder Berührung unerträgliche Schmerzen zu spüren, lebt sie in einer Welt, in der Nähe ein Luxus ist, den sie nie erfahren durfte. Kein Händedruck. Keine Umarmung. Kein Trost. Und doch ist sie alles andere als zerbrochen – sie kämpft. Für ihren Vater, für Hoffnung, für ein kleines Stück Normalität.

Als sie in die sagenumwobene goldene Stadt reist, um einen Heiler zu finden, ahnt sie nicht, dass diese Reise ihr Schicksal für immer verändern wird. Denn als Ariyon sie versehentlich berührt – bleibt der Schmerz aus. Nur ein einziger Augenblick, aber er reicht, um alles in ihr ins Wanken zu bringen. Hoffnung flammt auf. Und damit beginnt ein Abenteuer voller Geheimnisse, Machtspiele und einer Magie, die ebenso wunderschön wie gefährlich ist.

Ich habe jede Seite verschlungen. Stones Schreibstil ist wie ein Sturm und eine sanfte Brise zugleich – poetisch, intensiv und emotional so greifbar, dass man fast vergisst, dass es sich um eine fiktive Welt handelt. Ihre Beschreibungen sind lebendig, ihre Dialoge authentisch, und durch die Ich-Perspektive erlebt man Fallons innere Zerrissenheit hautnah.

Fallon hat mich tief berührt. Sie ist stark, aber nicht unnahbar. Mutig, aber verletzlich. Ihr innerer Konflikt – zwischen dem Wunsch, endlich Nähe zuzulassen, und der Angst vor Schmerz – hat mich mehr als einmal zum Nachdenken gebracht. Wie sehr nehmen wir Berührung als selbstverständlich? Wie sehr definieren wir uns über Nähe?

Auch die Nebenfiguren sind wunderbar gezeichnet: loyal, witzig, vielschichtig – und mit einer Prise Chaos, die perfekt in diese magische Welt passt. Besonders liebgewonnen habe ich Fallons Raben Yanric (der mich mehrmals laut zum Lachen gebracht hat) und eine gewisse Figur mit einem charmant düsteren Sinn für Humor – wer das Buch gelesen hat, weiß, wen ich meine.

Das Worldbuilding ist grandios: Die goldene Stadt leuchtet nicht nur in ihrer Beschreibung, sondern auch als Symbol für Hoffnung und Gefahr zugleich. Magie, Intrigen, Geheimnisse – Leia Stone webt alles zu einem dichten Netz aus Spannung und Emotionen, das einen bis zur letzten Seite gefangen hält.

Und dann dieser Cliffhanger. Ich saß da, völlig atemlos, und wollte schreien: „Nein, das kann doch jetzt nicht vorbei sein!“ – und genau das ist der Moment, in dem ich wusste: Dieses Buch ist ein Highlight.

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