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Veröffentlicht am 02.01.2026

Herzenswege in London

Two steps away - London Hearts 2
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Mit Two Steps Away geht die London-Hearts-Reihe endlich weiter – und dieses Mal steht Pippa im Mittelpunkt. Eine Protagonistin, die mir von Anfang an sympathisch war, weil sie nicht den einfachen Weg wählt. ...

Mit Two Steps Away geht die London-Hearts-Reihe endlich weiter – und dieses Mal steht Pippa im Mittelpunkt. Eine Protagonistin, die mir von Anfang an sympathisch war, weil sie nicht den einfachen Weg wählt. Als Tochter einer erfolgreichen Modefamilie könnte sie viele Abkürzungen nehmen, doch genau das lehnt sie ab. Sie möchte sich ihren Platz in der Modewelt selbst erarbeiten und nicht nur „die Wilson-Tochter“ sein. Dieser innere Konflikt zwischen familiären Erwartungen und dem Wunsch nach Eigenständigkeit zieht sich authentisch durch die gesamte Geschichte.

Pippa ist strukturiert, ehrgeizig und manchmal fast zu streng mit sich selbst – gerade das macht sie aber greifbar. Besonders gut gefallen hat mir, wie sie im Verlauf der Handlung lernt, für sich einzustehen und ihre eigenen Grenzen zu definieren. Ihre Entwicklung wirkt insgesamt glaubwürdig und passt gut zum Coming-of-Age-Aspekt der Geschichte.

Emotional kompliziert wird es, als Ben wieder in ihr Leben tritt. Er ist nicht nur ein alter Bekannter, sondern auch der Junge, dem sie einst ihr Herz geöffnet hat – und der sie damals zurückgewiesen hat. Dass sie nun ausgerechnet beruflich mit ihm konkurriert, sorgt für zusätzliche Spannung. Die Liebesgeschichte entwickelt sich eher ruhig und langsam, was grundsätzlich gut zur Geschichte passt. Allerdings wirkten manche Annäherungen auf mich etwas konstruiert und nicht immer ganz natürlich. Auch kamen die Gefühle zwischendurch etwas zu kurz, bevor sie gegen Ende sehr plötzlich intensiv wurden. Hier hätte ich mir insgesamt ein gleichmäßigeres Tempo gewünscht.

Ein echtes Highlight des Buches ist für mich erneut das Umfeld: die WG, der Zusammenhalt der Mädels, die Nebenfiguren und das Gefühl von Zuhause. Diese Gemeinschaft bringt viel Wärme in die Geschichte und sorgt für zahlreiche schöne, ruhige Momente. Auch das Mode-Setting fand ich erfrischend – es hebt die Geschichte angenehm von anderen Romance-Romanen ab.

Der Schreibstil ist leicht und flüssig, sodass man schnell durch die Seiten kommt und sich gut in das winterliche London fallen lassen kann. Allerdings sind mir einige Rechtschreib- und Grammatikfehler aufgefallen, die den Lesefluss stellenweise gestört haben. Auch gab es mir persönlich etwas zu viele Zufälle, die wichtige Wendungen ausgelöst haben, was manche Entwicklungen etwas erzwungen wirken ließ.

Trotz dieser Kritikpunkte hat mich Two Steps Away insgesamt gut unterhalten. Die Geschichte ist cozy, emotional und bietet starke Themen wie Selbstfindung, Freundschaft und den Mut, den eigenen Weg zu gehen. Band 1 hat mir zwar etwas besser gefallen, dennoch ist dieser zweite Teil eine gelungene Fortsetzung mit einer besonderen Atmosphäre.

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Veröffentlicht am 30.11.2025

Düstere Magie, Längen und erzwungene Funken

The Dagger and the Flame
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„The Dagger and the Flame“ entführt in ein düster-magisches Königreich, in dem Schattenmagie kostbar und gefährlich ist. Catherine Doyle schafft es, Fantome mit seinen verfeindeten Gilden – den Cloaks ...

„The Dagger and the Flame“ entführt in ein düster-magisches Königreich, in dem Schattenmagie kostbar und gefährlich ist. Catherine Doyle schafft es, Fantome mit seinen verfeindeten Gilden – den Cloaks und den Daggers – lebendig werden zu lassen, und die detailreichen Schauplätze, wie die Versini-Bibliothek oder Theos Garderobe, sind so bildhaft, dass man sich sofort mittendrin fühlt.

Doch so sehr ich die Welt und die Grundidee geliebt habe, es gab immer wieder Längen, die den Lesefluss stocken ließen. Manche Szenen zogen sich unnötig in die Länge, und zwischendurch hätte ich mir mehr Tempo gewünscht, gerade bei den zentralen Wendungen.

Die Dynamik zwischen Seraphine und Ransom ist das Herzstück der Geschichte – und gleichzeitig ihr Stolperstein. Die Autorin setzt auf das klassische „Enemies-to-Lovers“-Motiv, doch leider wirkte die Chemie in manchen Momenten fast erzwungen. Ihre Streitereien und „Papierflieger“-Auseinandersetzungen sind zwar unterhaltsam, aber manchmal habe ich das Gefühl gehabt, dass die Beziehung künstlich konstruiert wird, um Spannung zu erzeugen, statt dass sie organisch wächst.

Trotzdem kann ich nicht leugnen, dass ich emotional in die Geschichte eingetaucht bin. Seraphines Wut, ihre Verletzlichkeit und ihr Rachedurst sind sehr gut nachvollziehbar, und die kleinen, ruhigen Momente mit ihren Freunden oder ihrem Hund sorgen für echte Herzenswärme. Auch die überraschenden Wendungen haben mich immer wieder abgeholt, selbst wenn einige Entwicklungen vorhersehbar waren.

Der Schreibstil ist episch und stimmungsvoll, aber auch sehr detailverliebt – was sowohl ein Plus als auch ein Minus ist. Es gibt Passagen, die einen sofort in die Welt ziehen, und andere, bei denen ich mich gefragt habe, wann es endlich weitergeht.

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Veröffentlicht am 02.11.2025

Wenn Berührung zur Hoffnung wird

House of Ash and Shadow - Die goldene Stadt 1
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Schon nach den ersten Zeilen wusste ich: Dieses Buch wird mich nicht mehr loslassen. Leia Stone schreibt nicht einfach – sie erschafft. Ihre Worte fließen wie Magie durch die Seiten, berühren, schneiden, ...

Schon nach den ersten Zeilen wusste ich: Dieses Buch wird mich nicht mehr loslassen. Leia Stone schreibt nicht einfach – sie erschafft. Ihre Worte fließen wie Magie durch die Seiten, berühren, schneiden, heilen und hinterlassen etwas in einem, das noch lange nachhallt.

Fallon ist eine Heldin, wie man sie nicht alle Tage trifft. Verflucht, bei jeder Berührung unerträgliche Schmerzen zu spüren, lebt sie in einer Welt, in der Nähe ein Luxus ist, den sie nie erfahren durfte. Kein Händedruck. Keine Umarmung. Kein Trost. Und doch ist sie alles andere als zerbrochen – sie kämpft. Für ihren Vater, für Hoffnung, für ein kleines Stück Normalität.

Als sie in die sagenumwobene goldene Stadt reist, um einen Heiler zu finden, ahnt sie nicht, dass diese Reise ihr Schicksal für immer verändern wird. Denn als Ariyon sie versehentlich berührt – bleibt der Schmerz aus. Nur ein einziger Augenblick, aber er reicht, um alles in ihr ins Wanken zu bringen. Hoffnung flammt auf. Und damit beginnt ein Abenteuer voller Geheimnisse, Machtspiele und einer Magie, die ebenso wunderschön wie gefährlich ist.

Ich habe jede Seite verschlungen. Stones Schreibstil ist wie ein Sturm und eine sanfte Brise zugleich – poetisch, intensiv und emotional so greifbar, dass man fast vergisst, dass es sich um eine fiktive Welt handelt. Ihre Beschreibungen sind lebendig, ihre Dialoge authentisch, und durch die Ich-Perspektive erlebt man Fallons innere Zerrissenheit hautnah.

Fallon hat mich tief berührt. Sie ist stark, aber nicht unnahbar. Mutig, aber verletzlich. Ihr innerer Konflikt – zwischen dem Wunsch, endlich Nähe zuzulassen, und der Angst vor Schmerz – hat mich mehr als einmal zum Nachdenken gebracht. Wie sehr nehmen wir Berührung als selbstverständlich? Wie sehr definieren wir uns über Nähe?

Auch die Nebenfiguren sind wunderbar gezeichnet: loyal, witzig, vielschichtig – und mit einer Prise Chaos, die perfekt in diese magische Welt passt. Besonders liebgewonnen habe ich Fallons Raben Yanric (der mich mehrmals laut zum Lachen gebracht hat) und eine gewisse Figur mit einem charmant düsteren Sinn für Humor – wer das Buch gelesen hat, weiß, wen ich meine.

Das Worldbuilding ist grandios: Die goldene Stadt leuchtet nicht nur in ihrer Beschreibung, sondern auch als Symbol für Hoffnung und Gefahr zugleich. Magie, Intrigen, Geheimnisse – Leia Stone webt alles zu einem dichten Netz aus Spannung und Emotionen, das einen bis zur letzten Seite gefangen hält.

Und dann dieser Cliffhanger. Ich saß da, völlig atemlos, und wollte schreien: „Nein, das kann doch jetzt nicht vorbei sein!“ – und genau das ist der Moment, in dem ich wusste: Dieses Buch ist ein Highlight.

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Veröffentlicht am 19.10.2025

Wenn Dunkelheit ein Versprechen trägt

Blackspell
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Blackspell war für mich eines dieser Bücher, bei denen man nach den ersten Seiten einfach weiß: Das wird einen nicht mehr loslassen. Ich bin völlig ohne Erwartungen hineingestolpert – und habe mich dann ...

Blackspell war für mich eines dieser Bücher, bei denen man nach den ersten Seiten einfach weiß: Das wird einen nicht mehr loslassen. Ich bin völlig ohne Erwartungen hineingestolpert – und habe mich dann Hals über Kopf in die düstere, geheimnisvolle Welt rund um Thunder Hall und die Wyndhouse Academy fallen lassen.

Eden ist eine Figur, die mich sofort gepackt hat. Ihre Gefühle sind so ehrlich und greifbar, dass ich mich oft dabei ertappt habe, wie ich innerlich mit ihr mitgegangen bin: dieser Knoten im Bauch, die Unsicherheit, die Wut, die Trauer. Sie ist nicht perfekt – und genau das macht sie so unglaublich nahbar.

Was mich aber besonders begeistert hat, ist die Stimmung, die sich wie ein leiser Nebel durch die ganze Geschichte zieht. Die Wälder, die alten Gemäuer, das Flüstern in der Nacht – ich konnte alles vor mir sehen, als wäre ich selbst dort gewesen. Das Buch hat diese besondere Art, Spannung nicht laut, sondern ganz leise und intensiv aufzubauen.

Und dann der Schreibstil: Er ist atmosphärisch, klar und gleichzeitig poetisch. Kein Wort wirkt überladen, aber trotzdem entsteht beim Lesen ein richtiges Kopfkino. Die Autorin versteht es, mit kleinen Details große Wirkung zu erzielen – manchmal reicht ein einziger Satz, um Gänsehaut auszulösen. Die Dialoge wirken natürlich, die inneren Gedanken echt. Es liest sich flüssig, ohne kitschig oder platt zu werden, und schafft dabei etwas, das viele Bücher nicht hinkriegen: Es fühlt sich an wie ein Geheimnis, das man nur gemeinsam mit Eden entdeckt.

Wolf ist ein Charakter, der mich ständig hin- und hergerissen hat – genau wie Eden. Diese Spannung zwischen Nähe und Gefahr ist so feinfühlig erzählt, dass man gar nicht anders kann, als mitzufiebern und mitzufühlen.

Als ich das Buch zugeschlagen habe, war da nicht einfach nur das Ende einer Geschichte – sondern dieses leise, intensive Nachhallen, das nur wirklich besondere Bücher hinterlassen.

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Veröffentlicht am 19.10.2025

Ein Herz zwischen Kaffeeduft und Herbstlaub

The Pumpkin Spice Latte Disaster
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Es gibt Bücher, die fühlen sich nicht einfach nur nach einer Geschichte an – sie werden zu einem Ort, zu einem Gefühl. The Pumpkin Spice Latte Desaster ist genau so ein Buch. Kyra Groh hat mit Lower Whilby ...

Es gibt Bücher, die fühlen sich nicht einfach nur nach einer Geschichte an – sie werden zu einem Ort, zu einem Gefühl. The Pumpkin Spice Latte Desaster ist genau so ein Buch. Kyra Groh hat mit Lower Whilby einen kleinen Kosmos geschaffen, der nach nassem Herbstlaub riecht, nach Kaffee und frisch gebackenem Brot, und in dem man sich sofort ein bisschen zuhause fühlt, selbst wenn man wie Jude eigentlich nur auf der Durchreise ist.

Jude kehrt zurück – widerwillig, mit einem Koffer voll unausgesprochener Dinge und dem Plan, möglichst schnell wieder zu verschwinden. Doch das Leben denkt nicht in Fluchtplänen. Und so trifft sie auf James: wortkarg, reserviert, jemand, der das Herz auf Stand-by gestellt hat. Was zwischen den beiden entsteht, ist kein sprühendes Liebesfeuerwerk. Es ist ein langsames Aufwärmen. Ein langsames, echtes Sich-Finden inmitten von Erinnerungen, Selbstzweifeln und einer kleinen Stadt, die alles mitbekommt – besonders, wenn man es verbergen will.

Was dieses Buch so besonders macht, ist sein Spagat zwischen Leichtigkeit und Tiefe. Es gibt viele RomComs, aber nur wenige, die es schaffen, ihre Figuren so feinfühlig und nahbar zu zeichnen, ohne ins Kitschige zu kippen. Jude ist nicht nur laut und lustig – sie ist auch verletzlich, manchmal überfordert von sich selbst, und gerade das macht sie so menschlich. James hingegen wirkt wie ein stilles Gewässer, doch darunter brodelt mehr, als er sich selbst eingestehen will. Die Dialoge zwischen den beiden sind wie Tanz und Schlagabtausch zugleich – voller Witz, aber nie oberflächlich.

Grohs Sprache ist zugänglich, warm und oft mit einem liebevollen Augenzwinkern versehen. Und doch gelingt es ihr, schwierige Themen wie Selbstwert, Herkunft und persönliche Freiheit nicht nur anzureißen, sondern zu durchdringen. Gerade James’ Geschichte, sein Ringen mit der eigenen Identität, hat mich tief bewegt.

Lower Whilby selbst ist fast schon ein lebendiger Charakter. Es sind nicht nur die Straßennamen oder die schrulligen Nebenfiguren wie Marjorie im Hairsalon, die diese Kulisse lebendig machen – es ist das Gefühl, dass hier Geschichten wachsen können. Dass etwas Gutes passieren darf. Dass man vielleicht sogar bleiben möchte.

Natürlich gibt es Momente, in denen man die Richtung der Handlung vorhersehen kann. Und ja, der Einstieg braucht ein paar Seiten, um den Rhythmus zu finden. Aber das ist wie mit einem Lieblingskaffee: Man muss ihn nicht überraschen – man muss ihn fühlen. Und The Pumpkin Spice Latte Desaster fühlt man. Warm. Herzlich. Und ein bisschen bittersüß.

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