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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.03.2025

Solider Fantasy-Roman mit großem Potenzial, das nicht ausgeschöpft wurde

Der Sternenstaubdieb
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⭐️⭐️⭐️,5


Ich war gespannt auf dieses Buch, da es von der nahöstlichen Mythologie inspiriert ist und von einer kuwaitischen Autorin stammt. Fantasy mit diesem Hintergrund findet man nicht oft, weshalb ...

⭐️⭐️⭐️,5


Ich war gespannt auf dieses Buch, da es von der nahöstlichen Mythologie inspiriert ist und von einer kuwaitischen Autorin stammt. Fantasy mit diesem Hintergrund findet man nicht oft, weshalb ich mich auf eine atmosphärische, spannende Geschichte gefreut habe. Leider blieb das Buch für mich insgesamt hinter seinen Möglichkeiten zurück.



Stärken des Buches:

• Die Welt und das Setting sind interessant. Die Atmosphäre erinnert stark an Tausendundeine Nacht, was mir gut gefallen hat. Besonders die Einbindung arabischer Folklore verleiht dem Buch einen besonderen Charme.

• Der Schreibstil ist bildhaft und ausführlich, was die märchenhafte Erzählweise unterstreicht.

• Es gab einige spannende Enthüllungen, besonders im letzten Drittel des Buches.



Schwächen des Buches:

• Der Einstieg war sehr zäh, und auch später gab es immer wieder Passagen, die sich endlos in die Länge zogen. Obwohl das Buch meist ein hohes Erzähltempo hat, fühlte ich mich oft gelangweilt.

• Die Charaktere bleiben insgesamt blass. Sie sind nicht unsympathisch, aber keiner von ihnen hat mich wirklich beeindruckt oder emotional berührt. Besonders Loulie und Mazen wirkten auf mich zu eindimensional.

• Die Magie ist sehr vage beschrieben, was für ein Fantasy-Buch frustrierend sein kann. Besonders das Thema Dschinn-Blut wirft viele Fragen auf, die nicht ausreichend beantwortet wurden.

• Emotionale Momente, die eigentlich große Wirkung haben sollten (z. B. Qadirs „Tod“ oder Loulies Rache), wurden viel zu hastig abgehandelt. Dadurch fehlte oft die nötige Tiefe.

• Das Buch spielt oft mit „scheinbaren Toden“, nur um Figuren dann doch wieder zurückzubringen. Das nimmt dem Ganzen einiges an Dramatik.

• Trotz vieler Wendungen blieb die Geschichte für mich nicht wirklich packend. Einige Entwicklungen kamen zu spät oder wirkten zu konstruiert.



Fazit: Das Buch hat eine interessante Grundidee und eine stimmungsvolle Welt, aber die Handlung zieht sich zu oft, während wichtige Entwicklungen überhastet abgehandelt werden. Die Charaktere bleiben größtenteils oberflächlich, und obwohl es einige starke Momente gibt, fehlt insgesamt die emotionale Tiefe. Als leichte Fantasy-Unterhaltung ist es okay, aber es hätte mit mehr Feinschliff und komplexeren Figuren deutlich besser sein können. Obwohl mir das letzte Drittel am besten gefallen hat und mit einem Cliffhanger geendet hat, weiß ich tatsächlich nicht ob ich das nächste Buch hole oder nicht. Auf der einen Seite möchte ich gerne wissen wie es weiter geht aber auf der anderen Seite war es auch nicht fassbar.

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Veröffentlicht am 08.03.2025

Herzklopfen in Blossomville - leider nicht für mich

Always Been You - Herzklopfen in Blossomville
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Einleitend möchte ich mich für die Chance bedanken, bei der Lesejury und dem Beheartbeat Verlag für das Rezensionsexemplar und der dazugehörigen Leserunde dabei gewesen zu sein. In diesem Hinblick hätte ...

Einleitend möchte ich mich für die Chance bedanken, bei der Lesejury und dem Beheartbeat Verlag für das Rezensionsexemplar und der dazugehörigen Leserunde dabei gewesen zu sein. In diesem Hinblick hätte ich gerne dem Buch mehr Sterne vergeben, nur leider war die Geschichte nicht mein „cup of tea“. Hier möchte ich betonen, dass Rezensionen immer subjektiv sind, und nur weil das Buch oder/und Protagonisten nicht meinen Geschmack getroffen haben, heißt das nicht, dass es nicht für andere Leserinnen funktionieren kann.

Manchmal verspricht ein Roman große Gefühle, doch wenn die Chemie zwischen den Protagonisten nicht stimmt, bleibt das Leseerlebnis enttäuschend. So erging es mir mit Always Been You – Herzklopfen in Blossomville.

Die Geschichte dreht sich um Liv und Grayson, zwei Figuren, die offenbar eine leidenschaftliche Verbindung haben sollen – nur bedauerlicherweise hat sich diese für mich als Leserin zu keinem Zeitpunkt entfaltet. Obwohl die beiden jeweils immer wieder über ihre Anziehung sprechen, blieb der Funke vollkommen aus. Ihre Gespräche wirken oft "erzwungen", ihre Emotionen unglaubwürdig. Ab Seite 150 wollte ich beide individuell einfach nur noch wachrütteln, weil es nicht mehr auszuhalten war.

Ein besonders frustrierender Aspekt ist, dass Liv und Grayson niemals die Chance nutzen, sich ernsthaft mit ihrer gemeinsamen Vergangenheit auseinanderzusetzen. Ihre verletzten Gefühle, die eigentlich der Schlüssel zur emotionalen Tiefe des Romans sein könnten, werden nicht wirklich besprochen. Es gab definitiv Momente im Buch, wo man es hätte einbauen können – da dachte ich mir, ahhhh, da kommt was, aber nein, wieder Sackgasse, und es wird sich wieder distanziert.

Stattdessen umkreisen sie sich in einem endlosen Hin und Her, einem regelrechten Beziehungstango, der sich über 200 Seiten zieht und den Geduldsfaden strapaziert. Hier hätte eine ehrliche, tiefgehende Konfrontation für echte Entwicklung sorgen können – stattdessen bleibt es bei unausgesprochenen Konflikten und vermeidbaren Missverständnissen. Ja, es kommt zu einer Konfrontation, aber meiner Meinung nach zum unpassendsten Moment und dann noch sehr verletzend. Meiner Meinung nach wurde es hier an der Stelle gesetzt, um den Bogen für den Schluss zu spannen.

Was den Roman letztendlich für mich gerettet hat, waren die Nebencharaktere Debbie und Henry. Ihre Geschichte wirkte lebendiger und authentischer als die der Hauptfiguren. Sie brachten Charme und Emotionen mit, die Liv und Grayson leider vermissen ließen. Oft hatte ich das Gefühl, dass die eigentliche Liebesgeschichte sich eher um sie hätte drehen sollen – dann wäre die Erzählung wohl überzeugender gewesen.

Fazit: Always Been You – Herzklopfen in Blossomville konnte mich persönlich nicht vollkommen überzeugen, was vor allem an der fehlenden Chemie zwischen den Hauptfiguren und dem für mich nicht ansprechenden Schreibstil lag. Dennoch hatte die Geschichte einige schöne Momente, insbesondere dank der Nebencharaktere Debbie und Henry, die mit Charme und Authentizität punkten konnten. Leser
innen, die gerne ruhigere Liebesgeschichten mit einem langsamen Beziehungsaufbau mögen, könnten hier dennoch auf ihre Kosten kommen.

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Veröffentlicht am 08.03.2025

4,5 Sterne - eines meiner Lieblingsbücher 2023

Geheimnisse des Nil, Band 1 - What the River Knows
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Dieses Buch gehört definitiv zu meinen besten Leseerlebnissen des Jahres (2023) – wenn nur der langsame Start nicht gewesen wäre! Die ersten 100 Seiten haben sich etwas gezogen, und ich musste mich regelrecht ...

Dieses Buch gehört definitiv zu meinen besten Leseerlebnissen des Jahres (2023) – wenn nur der langsame Start nicht gewesen wäre! Die ersten 100 Seiten haben sich etwas gezogen, und ich musste mich regelrecht zwingen, dranzubleiben. Doch sobald die Geschichte Fahrt aufnahm, hat sie meine Erwartungen übertroffen. Eine Goodreads-Nutzerin hat es perfekt beschrieben: Dieses Buch ist ein Liebesbrief an Ägypten.

Isabel Ibañez hat es geschafft, das Setting so lebendig zu gestalten, dass ich mich direkt ins Jahr 1884 versetzt fühlte. Die detailreiche Beschreibung der Orte, die Atmosphäre und die historischen Elemente haben mich vollkommen in die Geschichte eintauchen lassen. Besonders spannend fand ich die zahlreichen Wendungen – einige vorhersehbar, andere völlig überraschend oder sogar herzzerreißend.

Was ich ebenfalls sehr mochte: Die Autorin beleuchtet auch die dunkleren Seiten der ägyptischen Geschichte, darunter die Grabräuberei und wie andere Länder Ägyptens Schätze für ihren eigenen Vorteil ausnutzten. Das hat dem Buch noch mehr Tiefe verliehen.

✨ Vergleich mit Die Mumie:
Das Buch wurde als Empfehlung für Fans von Die Mumie vermarktet, und das ist absolut treffend! Es fängt die Romantik und das Abenteuer eines historischen Epos perfekt ein. Und das Geplänkel zwischen den Hauptfiguren? Chef’s Kiss!

💭 Meine Gedanken nach dem Lesen:
Gerade fertig gelesen – und während einige Momente mich an den Rand meines Sitzes gebracht haben, habe ich mich bei anderen gefragt: Wann wird endlich die Wahrheit enthüllt? Besonders geärgert hat mich Elviras Tod – meiner Meinung nach völlig unnötig. Hätte sie nicht einfach entführt bleiben können, um Inez genug Motivation zu geben?

Inez’ Onkel hätte definitiv mehr Charaktertiefe gebraucht. Mögen wir ihn? Ist er immer noch verdächtig? Ich hätte mir hier mehr Klarheit gewünscht. Die kurzen Kapitel aus Whits Perspektive waren anfangs unterhaltsam, aber die letzten – besonders das Epilog-Kapitel – haben mich völlig aus dem Konzept gebracht. Ich hatte das Gefühl, in eine Fortsetzung hineinmanipuliert worden zu sein, die es vielleicht gar nicht gebraucht hätte. Vielleicht hätte man einige der früheren Kapitel kürzen oder streichen können?

📌 Fazit:
Trotz einiger Kritikpunkte habe ich die Lektüre genossen. Es war eine aufregende Reise mit tollen Charakteren und einer fesselnden Handlung. Und obwohl ich mir nicht sicher bin, ob die Fortsetzung wirklich nötig ist – ich werde sie vielleicht doch lesen, einfach um endlich Antworten auf meine offenen Fragen zu bekommen!

(Übersetzung aus meiner Rezension 2023)

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Veröffentlicht am 08.03.2025

Dieses Buch nahm eine ganz andere Richtung als *What the River Knows*.

Geheimnisse des Nil, Band 2 - Where the Library Hides
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Ich habe dieses Buch auf Englisch gelesen, und kann daher bereits eine Rezension verfassen. Achtung enthält SPOILER!!!

Dieses Buch nahm eine völlig andere Richtung als What the River Knows, und ich kann ...

Ich habe dieses Buch auf Englisch gelesen, und kann daher bereits eine Rezension verfassen. Achtung enthält SPOILER!!!

Dieses Buch nahm eine völlig andere Richtung als What the River Knows, und ich kann immer noch nicht entscheiden, wie ich darüber fühle. Ich hatte so hohe Erwartungen – What the River Knows war ein großartiger Auftakt, ich liebe alles mit einem altägyptischen Flair, und ich habe mich sofort in diese Fortsetzung gestürzt. Und doch war ich innerhalb der ersten hundert Seiten enttäuscht – bis zu den letzten 100–150 Seiten, als endlich alles zusammenkam.

Dieses Buch schlug eine ganz andere Richtung ein als der erste Band. Während What the River Knows dieses mitreißende Abenteuergefühl hatte, lehnte sich dieser Band stärker an ein historisches Mysterium an – besonders mit Kleopatra und der verborgenen Bibliothek. Diesen Aspekt und die allgemeine Intrige mochte ich zwar, aber ich habe die ganze Zeit darauf gewartet, dass sich das Buch wieder wie der erste Band anfühlt. Und das tat es nie wirklich.

Nun zu dem einen Punkt, den ich wirklich geliebt habe: Whit und Inez. Ihr Schlagabtausch hat dieses Buch getragen. Ich dachte, ich würde Whit hassen, aber wow – er hat sich wirklich auf die beste Weise bewährt. Ihre Chemie, ihre Spannung, ihre Gespräche? Definitiv eines der Highlights. Aber natürlich gibt es ein ABER (siehe unten).

Aber Kapitel 25. Damit habe ich nicht gerechnet. Es hat mich zerstört. Ibañez versteht es, das Messer genau dann umzudrehen, wenn man es am wenigsten erwartet, sodass man eine Stelle immer wieder lesen muss, um sicherzugehen, dass man sie richtig verstanden hat.

SPOILER ab hier:

Lassen wir uns über die unverzeihliche Sache sprechen, die Whit früh im Buch getan hat. Er hat Inez buchstäblich geheiratet, die Ehe vollzogen – und dann all ihr Geld gestohlen, um die Schulden seiner Familie zu begleichen, damit seine Schwester nicht einen viel älteren Mann heiraten muss. Ich verstehe, dass er es gut gemeint hat, aber das rechtfertigt es nicht. Im Jahr 1885, wenn Inez ihn tatsächlich verlassen hätte – wie sie es hätte tun sollen – wäre sie mittellos, entehrt und vollkommen ruiniert gewesen. Und doch erzählt sie es niemandem, weil sie ihm natürlich vergeben wird. Ich persönlich könnte das niemals.

Dann gab es die eklatanten Kontinuitätsfehler und Widersprüche zum ersten Buch. Die Zeitleiste von Inez’ Leben und ihrer Eltern ergibt einfach keinen Sinn. Es fühlte sich an, als hätte die Autorin in letzter Minute Änderungen vorgenommen, um die Handlung voranzutreiben – auch wenn diese Änderungen direkt dem widersprachen, was wir bereits wussten.

Wie um alles in der Welt konnte Lourdes eine zweite Familie in London/Kairo haben, wenn sie ein halbes Jahr mit ihnen und das andere halbe Jahr in Argentinien verbrachte? Wie hat ihr Ehemann nicht bemerkt, dass sie mit einem anderen Kind schwanger war? Wie konnte sie nach London verschwinden, um dieses Kind großzuziehen, wenn sie gleichzeitig mit ihrem Mann in Ägypten war (selbst wenn er auf Expeditionen ging, die mindestens einen Monat Reisezeit in Anspruch genommen hätten)?

Und wie konnten Lourdes und Charles ständig zusammen sein, wenn er doch von ihrem Vater angestellt wurde? Hat niemand auf den Expeditionen ihn oder seine Tochter gesehen? Außerdem: Wie kann die andere Tochter 18 sein, wenn die Familie erst seit 17 Jahren nach Ägypten reist und die Affäre angeblich später passiert ist?!

Dazu kommt, dass wirklich jede einzelne Person in Inez’ Familie (plus ihr Ehemann) sie verrät. Wirklich jede. Wie hat sie nicht gelernt, nach dem fünften Verrat aufzuhören, Menschen zu vertrauen?

Ehrlich gesagt habe ich nur weitergelesen, weil ich dachte, dass die zweite-Tochter-Geschichte eine Lüge sein muss – sie ergab einfach keinen Sinn. Aber natürlich stellte sie sich als eine der wenigen Wendungen heraus, die tatsächlich wahr waren.

Trotz all dem mochte ich das Mysterium, das Setting und (einige) der Charaktere. Aber die vielen Betrügereien, Logiklöcher und historischen Ungenauigkeiten waren einfach nicht zu übersehen.

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Veröffentlicht am 16.02.2025

Anstatt meines Jahreshighlights ist es ein Jahres-WARUM

Deep End – Die unausweichliche Unanständigkeit von Liebe
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Bevor ich auf das Buch und meine Rezension eingehe, möchte ich ein paar Worte vorwegnehmen: Nachdem ich Ali Hazelwood persönlich bei einem Meet & Greet getroffen habe und das Buch indirekt vorgestellt ...

Bevor ich auf das Buch und meine Rezension eingehe, möchte ich ein paar Worte vorwegnehmen: Nachdem ich Ali Hazelwood persönlich bei einem Meet & Greet getroffen habe und das Buch indirekt vorgestellt wurde, war ich mir zu 100 % sicher, dass Deep End mein Jahreshighlight 2025 wird. Besonders, weil Ali selbst betonte, dass es sich um ein Herzensprojekt handelt und sich in eine andere Richtung entwickelt als ihre bisherigen Werke.

Scarlett ist keine einfache Protagonistin. Sie hat Schwächen – sie stellt sich selten für sich selbst ein und findet oft Ausreden für andere. Gleichzeitig ist sie aber unglaublich liebenswert und fürsorglich. Sie stellt ihre Bedürfnisse oft hinten an und ist für die Menschen da, die ihr am Herzen liegen. Besonders ihre Leidenschaft für das Wasserspringen wurde von der Autorin wunderbar dargestellt. Die Einblicke in das harte Training und die sportlichen Anforderungen fand ich faszinierend. Scarlett ist außerdem sehr intelligent, aber sie zweifelt viel zu oft an sich selbst. Ihre Traumata prägen sie, machen sie jedoch auch realistisch und greifbar.

Mit Lukas musste ich erst warm werden. Anfangs verstand ich seine Beweggründe und seine Art, sich nach außen zu geben, nicht wirklich. Doch im Laufe der Geschichte wurde klar, dass er einfach jemand ist, der sein Leben im Griff hat und genau weiß, was er will – und wie er es will. Er ist extrem talentiert, aber hat es nicht nötig, mit seinen unzähligen Goldmedaillen oder Titeln zu prahlen. Er schafft es, seine Liebe zum Sport und seine Beziehung in Einklang zu bringen.

Was ist meiner Meinung schiefgelaufen?

Tja… leider starre ich immer noch meine weiße Wand an und bin sprachlos – aber nicht im positiven Sinne. Statt meines Jahreshighlights wurde Deep End zu meinem „Jahres-WARUM?“. Ali hat eine solide Basis für eine großartige Story geschaffen, doch ab der Mitte wurde die Umsetzung schwach.

Überraschenderweise war das, was viele Leser gestört hat – die Menge an Smut – für mich überhaupt kein Problem. Es gibt definitiv Bücher, die deutlich expliziter sind. Tatsächlich mochte ich es hier, weil es sich mal anders angefühlt hat. Und dieses groß angekündigte BDSM-Element? War gar nicht so präsent, wie es anfangs durch die Listen angedeutet wurde.

Mein eigentliches Problem? Die letzten 30-40% des Buches.

In der ersten Hälfte war das „Andere-Frau“-Drama so subtil, dass ich dachte, wir wären sicher. Penelope (Lukas’ Ex und Scarletts Freundin) wirkte total entspannt in Bezug auf ihre Affäre – sie unterstützte sie sogar, weil sie wusste, dass sie ähnliche Vorlieben hatten. Also ging ich davon aus, dass sich die Geschichte nun auf die emotionale Entwicklung zwischen Lukas und Scarlett konzentrieren würde. Aber falsch gedacht.

Ich hatte bei Penelope von Anfang an ein ungutes Gefühl. Und tatsächlich: In den letzten 40 % wird sie extrem klammernd und egoistisch. Nachdem Theo mit ihr Schluss macht, will sie plötzlich Lukas zurück, als wäre er ihr Eigentum. Scarlett steckt zu diesem Zeitpunkt noch in einer unverbindlichen Affäre mit ihm und glaubt, kein Recht zu haben, sich dazu zu äußern. Dabei war die Geschichte an einem Punkt, an dem sie hätte wachsen können – wo Scarlett und Lukas ehrlich über ihre Gefühle hätten sprechen können, um die Beziehung auf eine tiefere Ebene zu heben. Doch stattdessen wurden immer wieder Hindernisse eingebaut, die Scarlett zum Zweifeln bringen und ihre Entwicklung ausbremsen.

Besonders ärgerlich: Penelope fängt an, Scarlett mit subtilen Kommentaren niederzumachen. Und dann das, was sie am Ende sagt? Ich war einfach nur wütend. Anfangs mochte ich sie wirklich, doch das hat das Fass zum Überkochen gebracht.

Ich hätte absolut kein Problem mit diesem „Andere-Frau“-Drama gehabt, wenn es früher in der Geschichte passiert wäre. Hätte man diesen Konflikt in der ersten Hälfte abgehakt, hätte die zweite Hälfte für die emotionale Bindung von Lukas und Scarlett genutzt werden können. Stattdessen bekommen wir ein überhastetes Ende und einen kurzen Epilog – und ich fühle mich um eine tiefere Beziehung der beiden betrogen. Ich wollte mehr von ihnen als Paar, ohne externe Störungen, doch genau das wurde mir verwehrt.

Das ist allerdings nur eine von mehreren fragwürdigen Entscheidungen in diesem Buch. Was sollte es mit dem Labor auf sich haben? Anfangs dachte ich, es sei ein interessanter Ort für Scarlett und Lukas, um sich abseits des Schwimmsports kennenzulernen. Aber nein – diese Möglichkeit wurde überhaupt nicht genutzt. Immerhin gab es ein paar nette Gastauftritte von Olive und Adam.

Auch die Struktur des Buches hat mich an einigen Stellen irritiert. Viele Kapitel – besonders Kapitel 8 – enden abrupt oder wirken zusammenhangslos. Ich wusste oft nicht, wohin Ali mit der Handlung wollte. Eine Zeit lang hatte ich sogar das Gefühl, als würde mir eine Seite im Buch fehlen. Erst ein kurzer Blick in die Buchhandlung meines Vertrauens hat mich beruhigt: Nein, das Buch ist tatsächlich so geschrieben.

Mein persönliches Lowlight?
Ganz klar die Szene, in der Penelope Scarlett mitteilt, dass sie Lukas zurückhaben möchte – und sie am Ende des Wettkampfs vor allen Leuten zur Rede stellt. Warum wurde das so inszeniert? Warum haben Lukas und Scarlett nicht einfach früher öffentlich gemacht, dass sie zusammen sind? Zudem habe ich mich lange gefragt, weshalb es alles so oberflächlich war, wenn Lukas von Anfang an mehr wollte. Wieso haben die beiden nicht miteinander geredet? Nicht geschrieben?

Fazit
Deep End folgt der klassischen Hazelwood-Formel: eine intelligente, aber sozial unbeholfene Protagonistin, ein charismatischer Love Interest und eine Slow-Burn-Romanze. Es ist ein solider, unterhaltsamer Roman mit typischer Hazelwood-Romantik – aber ohne große Überraschungen.

Obwohl das Setting frisch wirkt, bleibt die Handlung insgesamt vorhersehbar. Die Charaktere erinnern stark an Figuren aus Hazelwoods früheren Büchern – ein Wiedererkennungswert, der Fans gefallen könnte, aber auch etwas repetitiv wirken kann.

Das Buch war schnell und mitreißend – genau das, was ich mir erhofft hatte. Während ich die ersten 70 % absolut geliebt habe, mit Charakteren, für die ich mitgefiebert habe, und einer tollen Chemie zwischen ihnen, ließ meine Begeisterung in den letzten 30 % rapide nach. Die letzten Kapitel haben mich ziemlich frustriert, da sie nicht mit dem starken Anfang mithalten konnten. Am Ende wollte ich das Buch einfach nur noch beenden.

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