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Veröffentlicht am 06.10.2020

Spannender Young Adult-Agentenroman voller Überraschungen und Emotionen

Secret Academy
4

Bei der 19jährigen Alexis handelt es sich um kein gewöhnliches Londoner Mädchen, auch wenn sie auf den ersten Blick diesen Eindruck vermitteln möchte. Denn Alexis besitzt die perfekte Genzusammensetzung, ...

Bei der 19jährigen Alexis handelt es sich um kein gewöhnliches Londoner Mädchen, auch wenn sie auf den ersten Blick diesen Eindruck vermitteln möchte. Denn Alexis besitzt die perfekte Genzusammensetzung, welche es ihr ermöglicht, Agentin des Geheimdienstes MI20 zu werden. Mithilfe der Ausbildung und des speziellen Serums der Organisation entwickelt Alexis Fähigkeiten, die sie für besonders herausfordernde Aufgaben im Dienste ihres Landes qualifizieren. Doch zunächst muss sie ihre Agenten-Ausbildung an der „Secret Academy“ des MI20 erfolgreich abschließen – immer in Konkurrenz mit ihrem Partner und Kommilitonen Dean, denn zwischen den beiden hat sich ein ehrgeiziger, interner Wettkampf darum entwickelt, wer als Jahrgangsbester die Agentenausbildung abschließen wird. Doch all dies wird für Alexis zweitrangig, als Unbekannte ihre kleine Schwester Cassie entführen – und schier Unmögliches von ihr verlangen. Wer steckt hinter der Entführung? Hat Adam, der Neue an der Academy, etwas damit zu tun? Oder jemand, dem sie bislang blind vertraut hat? Alexis ist hin- und hergerissen zwischen ihren Emotionen, Schuldgefühlen und ihrem Misstrauen – wer ist der Verräter? Wem kann sie noch trauen? Und wird es ihr gelingen, ihre geliebte Schwester zu befreien?!

Um es kurz zusammenzufassen: Ich habe das Buch geliebt und es gehört definitiv zu meinen Highlights des Jahres! Die sympathische und talentierte Valentina Fast hat mit der „Secret Academy“-Dilogie eine meiner neuen Lieblingsgeschichten geschaffen! Das Gesamtkonzept, die Grundidee sowie das Setting in London ist absolut passend und einfallsreich: Valentina hat eine detailliert durchdachte Agentenwelt ins moderne London versetzt und diese mit einer Prise Fantasy versehen – was ein absolut stimmiges und überzeugendes Gesamtbild ergibt. Das System der MI20-Agenten, welche an einer geheimen Akademie ausgebildet werden, realistische wie gefährliche Aufträge ausführen müssen, aber trotzdem auch einen „normalen“ Schulalltag mit Freundschaften, Schwärmereien, Prüfungen, Schulfächern und Alltagsabläufen pflegen wurde sehr gut beschrieben. Der Leser lernt den Alltag in der Secret Academy in all seinen Details kennen und kann sich somit sehr leicht in die Welt der Nachwuchsagenten einfinden.

Valentina Fasts Schreibstil ist einfach nur wundervoll! Sie schafft es, mich als Leser komplett zu vereinnahmen und lässt mich geradezu durch die Seiten fliegen! Selten liest sich eine Geschichte so flüssig und leicht, schafft es dabei aber gleichzeitig große Emotionen und jede Menge Spannung zu erzeugen. Insbesondere ist es der Autorin ganz wunderbar gelungen, mich mit Alexis mitfühlen und -leiden zu lassen, ich konnte ihre Wut, Zerrissenheit und Enttäuschung richtiggehend mitfühlen. Aber auch einige prickelnde und jede Menge humorvolle Szenen mit aktuellen Anspielungen sind nicht ausgeblieben – Valentinas Schreibstil sorgt für ein wahres Lesevergnügen!

„Secret Academy – Verborgene Gefühle“ ist aus der Ich-Perspektive der Protagonistin Alexis geschrieben, welche der Leser mit all ihren Gefühlen und Gedanken intensiv kennenlernt. Sie ist sehr taff, selbstbewusst und wahnsinnig ehrgeizig. Hinter dieser professionellen, rationalen Fassade vergisst sie aber nie, wo sie herkommt und wacht liebevoll über ihre kleine Schwester, die ihr unendlich viel bedeutet. Auch ihr innerer Kampf und die Zerrissenheit zwischen der Liebe zu Cassie und ihrer Loyalität zur Academy ist sehr anschaulich dargestellt, ihre Zweifel und das Misstrauen gegenüber anderen spürbar. Alexis ist sehr authentisch dargestellt worden als eine starke, mutige „Kick-Ass“-Protagonistin, die mir sehr sympathisch ist! Ebenso gelungen ist ihr Kampfpartner Dean, der nach außen hin gerne machomäßig auftritt, aber ganz zahm wird wenn es um Alexis geht. Die beiden ergänzen sich super und geben ein tolles Team ab, auch wenn sie sich ihre Gefühle füreinander noch nicht wirklich eingestehen wollen. Insbesondere ihren internen Konkurrenzkampf, ihre Wortgefechte und ihre flirtenden Neckereien haben mich sehr unterhalten und auch in Aktion agierten sie sehr harmonisch miteinander. Die Luft zwischen den beiden hat regelrecht durch die Seiten geknistert und ihre gegenseitige Rivalität diese Spannung nur noch zusätzlich befeuert. Auch die Nebencharaktere wie der mysteriöse, rätselhafte Adam oder die kontrollierte, regeltreue Vivien wurden facettenreich ausgearbeitet, der Academy-Jahrgang an sich als bunte, verrückte aber liebenswerte loyale Clique dargestellt. Lediglich Cassie blieb noch etwas blass, was sich aber hoffentlich im zweiten Band ändern wird.

Auf diesen fiebere ich bereits heute heftig hin, denn das Buch endet mit sehr vielen offenen Fragen und einem Cliffhanger, den ich unbedingt aufgeklärt haben möchte! Gerade das Ende war so spannend und aufregend, dass ich das Buch unmöglich aus den Händen legen konnte. Die Ereignisse haben sich nur so überschlagen, aber auch während des Buches gab es schon jede Menge Action und überraschende Wendungen. Gerade die „Übungsaufträge“, die die Nachwuchsagenten erfüllen mussten, haben an vielen Stellen zwischendurch schon für Spannung gesorgt, wobei mir bei diesen auch die Vorbereitungen und die Ausrüstung mit superpraktischen, kreativen Gadgets gut gefallen haben. Insgesamt ist die Mischung aus Academy-Alltag, externen Aufträgen und Privatleben perfekt gelungen. Wir Leser wurden immer wieder zum Mitdenken und -rätseln animiert und konnten den kleinen Agenten in uns selbst wecken, indem an vielen Stellen die Möglichkeit für eigene Lösungsideen geboten wurde. Umso erstaunlicher, dass Alexis stets anders gehandelt hat und wir Leser dabei wunderbar der Entwicklung ihrer Spezialfähigkeit beiwohnen konnten.

Mein Fazit:
Valentina Fasts Einstieg in die „Secret Academy“-Dilogie ist mehr als gelungen und zählt definitiv zu meinen Buchhighlights des Jahres! In einem wahnsinnig mitreißenden Schreibstil wurden Spannung, Gefühle, Action, etwas Fantasy und sympathische Charaktere in einer perfekt konzipierten Agenten-Welt vereint, was zu einem wahren Lesevergnügen geführt hat. Ich bin absolut begeistert und kann es kaum erwarten, den zweiten Band zu lesen!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 01.06.2020

Gelungenes Plädoyer gegen Oberflächlichkeit und für mehr Selbstliebe

Marked Men: In seinen Armen
4

Die intelligente, hübsche Saint ist Krankenschwester aus Leidenschaft, für ihren Beruf gibt sie alles und verbringt jede Menge Zeit damit, sich für andere aufzuopfern. Ihr Privatleben bleibt deshalb auf ...

Die intelligente, hübsche Saint ist Krankenschwester aus Leidenschaft, für ihren Beruf gibt sie alles und verbringt jede Menge Zeit damit, sich für andere aufzuopfern. Ihr Privatleben bleibt deshalb auf der Strecke, was ihr jedoch nicht unrecht ist: In der Vergangenheit wurde sie oft enttäuscht, angefangen mit einer schlimmen Mobbing-Erfahrung in der Highschool. Damals war sie noch ein pummeliger Teenager, der heimlich in den Bad Boy der Schule, Nash Donovan, verliebt war und von ihm schrecklich verletzt wurde. Seitdem war es ihr nicht mehr möglich, eine normale Beziehung zu führen. Als Nash eines Tages unvorhergesehen aufgrund eines Krankheitsfalles in der Familie in der Notaufnahme auftaucht wird Saint mit der Vergangenheit konfrontiert – Nash ist inzwischen ein volltätowierter, gutaussehender Mann geworden und übt eine wahnsinnige Anziehungskraft auf Saint auf. Diese beruht auf Gegenseitigkeit und so reißen bei Saint alte Wunden auf. So sehr sich Nash bemüht, die Fehler der Vergangenheit ungeschehen zu machen, kann Saint nicht über ihren Schatten springen. Hat ihre Beziehung eine Chance?

„Marked Men – In seinen Armen“ ist der vierte Band der erfolgreichen „Marked Men“-Reihe der amerikanischen Autorin Jay Crownover. Auch ohne die Vorgängerbände gekannt zu haben ist ein Einstieg problemlos möglich, vielmehr machen die Anspielungen und die Nebenfiguren im Buch große Lust darauf, sowohl die Vorgänger- als auch Nachfolgebände zu lesen.

Bereits bevor die eigentliche Geschichte beginnt, hat die Autorin meine Sympathie gewonnen: Das Buch startet mit einer wunderschönen Widmung an den Leser und einer Einleitung mit leidenschaftlichem Plädoyer für mehr Selbstliebe. Jay Crownover scheint sich viele Gedanken um ihren Leser zu machen und möchte ihn/sie darin bestärken so zu sein, wie er/sie ist und sich nicht von anderen verändern zu lassen. Passend hierzu auch die folgenden Zitate berühmter Menschen, die diese Grundeinstellung bestärken sollen. Mir wurde dadurch definitiv das Gefühl vermittelt, dass ihr ihre Leser als Menschen sehr am Herzen liegen und sie ihren Einfluss für eine wichtige Message nutzen möchte – das hat mich sehr berührt.

Die Story selbst beginnt mit einem Prolog aus der Vergangenheit aus Sicht von Saint, bereits hier wird deutlich, wie schlimm die Highschool-Jahre für das sensible Mädchen gewesen sein mussten. Im Folgenden wird kapitelweise aus den beiden Perspektiven der Protagonisten erzählt, der Leser lernt somit beide mit all ihren Emotionen, Gedanken und Hintergründen sehr gut kennen. Das Buch endet mit einer Playlist, die absolut passend zu den Charakteren ist, die der Leser im Geschehen kennenlernt.

Saint ist trotz ihrer traurigen Vergangenheit als erwachsene Frau eine wunderbare, intelligente und empathische Persönlichkeit. Sie ist aus selbstlosen Gründen Krankenschwester geworden und opfert sich für andere auf. Dennoch plagen sie außerhalb des Berufes große Selbstzweifel und gerade im Umgang mit Männern verfügt sie über nur wenig Selbstbewusstsein. Teilweise ist ihr Verhalten deshalb etwas irrational und nicht nachvollziehbar – selbst wenn man ihre Vorgeschichte kennt. Nash hingegen ist ein grundehrlicher und sehr selbstreflektierter Mann, dessen Abbildung auf dem Cover sehr gelungen ist und zur Tattoo-Beschreibung im Buch passt. Saint behandelt er immer mit Respekt, er steht zu seinen Fehlern der Vergangenheit und versucht in der Gegenwart ein besserer Mensch zu sein. Sein Charakter, seine Loyalität zu seinen Freunden und die Liebe zu Phil haben mich beeindruckt, er ist das ideale Beispiel dafür, dass man vom Äußeren eines Menschen nicht auf sein Inneres schließen sollte. Auch Nashs Freunde sind alle eigen und speziell, aber durchweg sympathisch und authentisch-facettenreich dargestellt. Insofern hat mir sehr gut gefallen, dass das Buch versucht mit gängigen Klischees über tätowierte, gepiercte, durchtrainierte Männer aufzuräumen – nicht jeder ist automatisch ein krimineller, herzloser „Bad Boy“.

Insgesamt ist „Marked Man – In seinen Armen“ eine aufwühlende Geschichte voller Emotionen: Wut, Hass, Selbstzweifel, Enttäuschung, Trauer aber auch Liebe, Loyalität, Ehrlichkeit und Hoffnung auf ein Happy End sind absolut nachvollziehbar dargestellt, der Leser fühlt und leidet jede dieser Emotionen mit den Protagonisten mit. Die Geschichte war lebensnah und nicht überzogen, auch explizite Szenen wurden gut ins Geschehen eingearbeitet und wirkten an keiner Stelle obszön oder unangebracht. Der Tiefgang des Buches hat mich sehr überrascht, da ich das aufgrund des Klappentextes nicht erwartet hatte – wirklich super!

  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Erotik
Veröffentlicht am 31.01.2020

Berührend, humorvoll und einfach nur wunderbar

Das Glück ist zum Greifen da
4

Ana ist ein herzensguter Mensch – eine liebevolle alleinerziehende Mutter für ihre musikbegabten Zwillinge Vally und Olly, eine gute Nachbarin in ihrem bunt gemischten Haus in Köln, eine treue Freundin ...

Ana ist ein herzensguter Mensch – eine liebevolle alleinerziehende Mutter für ihre musikbegabten Zwillinge Vally und Olly, eine gute Nachbarin in ihrem bunt gemischten Haus in Köln, eine treue Freundin für die sich ständig im Date-Modus befindende Ella und der organisierte Ruhepol für den chaotischen Musikprofessor Peter, der mit den Zwillingen ein Kindermusical aufführen möchte. Doch Ana ist auch Serbin mit begrenztem Aufenthaltsstatus und nur für den Zweck ihres Grafikstudiums in Deutschland geduldet. Der Ausreisetermin rückt näher und Ana findet einfach keinen Job und auch der Vater ihrer Kinder, ein umtriebiger Hornist, ist wie vom Erdboden verschwunden. Noch dazu möchte der ehrgeizige Herr Schmidtke von der Ausländerbehörde den nächsten Karriereschritt gehen, indem er möglichst viele Ausländer des Landes verweist – und Ana steht ganz oben auf seiner Liste. Wird es ihr gelingen, trotz aller Widrigkeiten bei den Menschen, die sie liebt in Köln, der Stadt die sie liebt und Heimat nennt bleiben können?

„Das Glück ist zum Greifen da“ ist ein ganz besonderes Buch. Zum einen behandelt es eine Vielzahl ernster gesellschaftlicher Themen und ist mitten aus dem Alltag gegriffen: Die Zustände auf dem Ausländeramt, die Angst vor Ausweisung, Integration, Nachbarschaftshilfe, die (virtuelle) Suche nach der großen Liebe, Existenzangst, Helikoptereltern, der angespannte Immobilienmarkt in Deutschland, menschliche Zurückweisung, Jobmangel, sowie Tod und Trauer. Jedoch sind all diese traurigen Themen mit einer Leichtigkeit und einem unterschwelligen Humor aufbereitet, dass der Leser fröhlich und voller positiver Gedanken durch das Buch geführt wird und kein einziges Mal das deprimierende Gefühl der Schwere verspürt. Beispielsweise ist die überspitzte Darstellung von Helikoptereltern und deren Boykott durch trotzige Kinder einfach nur zu köstlich und auch das Verhalten und die Sprüche der Kinder haben mir riesen Lesespaß bereitet. Auch ist es eine Homage an die Stadt Köln, welche in all ihren Facetten – vom Karneval über die wunderschöne Altstadt und ihre Vororte – wunderbar authentisch beschrieben wurde.

Sowieso werden ganz viele große Emotionen beim Lesen geweckt, vom laut Loslachen bis Weinen vor Rührung oder Mitleid. Denn was die Geschichte vor allem besonders macht sind ihre wunderbar konstruierten, facettenreichen Protagonisten. Ana wird als lebensfroher Mittelpunkt vieler kleiner Nebengeschichten inszeniert, die aber nicht vom eigentlichen Geschehen ablenken und immer wieder auf sie zurück referenzieren. Der Leser merkt, dass es der Autorin Sylvia Deloy sehr am Herzen gelegen hat, jeder Figur eine individuelle Persönlichkeit einzuhauchen – und dies ist ihr auch absolut gelungen. Man muss Ana, ihre Zwillinge, ihre beste Freundin Ella und viele andere Figuren einfach lieben, sie wurden während des Lesens richtig zur eigenen Familie, mit der man gelacht, gelitten und mitgefiebert hat.

Des Weiteren ist der Schreibstil ganz wundervoll, er liest sich sehr flüssig, so dass die Seiten beim Lesen nur so dahin fliegen, man die Welt um sich herum vergisst und einfach nicht aufhören mag.

Fazit:

Das Buch zeigt, wie wichtig es ist eine Heimat zu haben, unabhängig davon, ob dies ein Ort, ein Mensch oder ein Gefühl ist. Es war ein großes Vergnügen diese locker-leichte und dabei doch so tiefgründige Geschichte zu lesen – eine wahre Herzensgeschichte mit wunderbar liebevoll konstruierten Figuren, die den Leser zu verschiedensten Emotionen hinreißen. Des Weiteren ist es ein Plädoyer für Optimismus, Hilfsbereitschaft und Zwischenmenschlichkeit und somit ein Buch, dass man zu einhundert Prozent weiterempfehlen kann.

  • Cover
  • Erzähltstil
  • Charaktere
  • Geschichte
Veröffentlicht am 17.09.2020

Grandioser Auftakt der neuen Hunters-Reihe – LOVE IT!

Midnight Chronicles - Schattenblick
3

Die freie Huntress Roxy steht vor einer schier unmöglichen Aufgabe: Durch die Verkettung unglücklicher Umstände hat sie unwissentlich 449 Seelen aus der Unterwelt befreit und von einem Todesboten ebenso ...

Die freie Huntress Roxy steht vor einer schier unmöglichen Aufgabe: Durch die Verkettung unglücklicher Umstände hat sie unwissentlich 449 Seelen aus der Unterwelt befreit und von einem Todesboten ebenso viele Tage erhalten, diese zurückzuschicken – andernfalls wird sie selbst in die Unterwelt hinabgezogen. Bei einer dieser Missionen rettet sie dem attraktiven Shaw das Leben, welcher von einem bösartigen Geist besessen war. Doch nach dem Erwachen erinnert sich Shaw an nichts mehr, sein Gedächtnis ist komplett gelöscht. Roxy wird zu seiner Aufsicht abbestellt. Dies passt der jungen Huntress überhaupt nicht, da sie ihre sowieso schon viel zu knappe Zeit lieber in die Jagd nach den entflohenen Seelen investieren möchte. Doch Shaws Gesellschaft wird ihr durch humorvolle Schlagabtausche und die geteilte Leidenschaft für Fast Food immer angenehmer, obwohl sie das zunehmende Kribbeln in ihrem Magen gerne auf den Hunger schieben würde…

„Midnight Chronicles – Schattenblick“ ist der erste von insgesamt sechs Bänden der neuen „Midnight Chronicles“-Reihe rund um die Hunter Londons des Erfolgsduos Laura Kneidl und Bianca Iosivoni. Letztere hat das Auftaktbuch geschrieben und wird in den Bänden 3 und 5 die begonnene Geschichte um Roxy und Shaw weiterführen. Die Autorinnen ordnen ihre Reihe dem Genre "Romantasy" zu, einer Mischung aus Romance (v.a. New Adult) und Fantasy. Letzteres mag ich eigentlich eher weniger und umso mehr spricht es für das Buch und die darin erschaffene Welt, dass ich totaler Fan geworden bin und dem Erscheinen der nächsten Bände entgegenfiebere.

Aber zunächst zur Optik: Ich liebe die Glitzerschrift auf dem Cover, sie bildet einen tollen Kontrast zu dem eher blassen, neblig-düstern wirkenden Hintergrund. Bereits dieses Cover wirkt mystisch und magisch. Meiner Ausgabe lagen des Weiteren die Character Cards von Roxy und Shaw bei, die ebenso hochwertig und kunstvoll gestaltet sind. Im hinteren Teil findet sich im gleichen Stil die Illustration einer Szene des Buches wieder. Auf diese folgt ein sehr hilfreiches Glossar mit den verschiedenen Arten von Huntern inkl. Erläuterungen und Personeneinordnung.

Bianca Iosivonis Schreibstil ist gewohnt fantastisch: Er verleitet zum Träumen, nimmt mich emotional mit, bringt mich zum Lachen und lässt mein Adrenalin vor Spannung in die Höhe schießen. Die detaillierten Beschreibungen machen jede noch so fiktive Kleinigkeit lebendig, ich konnte mir sowohl erfundene, als auch reale Details der Welt der Hunter bildlich vorstellen. Bianca Iosivoni versteht es perfekt, kleine liebevolle Zusatzinformationen einzustreuen, welche den Leser verwirren, aber auch Zusammenhänge verstehen lassen. Das Buch liest sich flüssig und somit fliegen die Seiten nur so dahin. Außerdem LIEBE ich den Humor der Autorin!

London als Setting der Geschichte passt atmosphärisch sehr gut, da es eine moderne, aber auch geheimnisvolle Großstadt ist. Die Vermischung unserer Lebensrealität mit der fiktiven Welt der Hunter ist absolut gelungen und insbesondere der Einbezug aktueller Ereignisse ließ mich schmunzeln. Die Informationen zur alternativen Welt wurden passend und unaufdringlich eingearbeitet, Bianca Iosivoni hat es geschafft, häppchenweise genügend Informationen zu liefern, so dass man als Leser gut in diese Welt eingeführt wird, ohne dass es langwieriger Erklärungen bedarf.

Der Plot der Geschichte an sich ist genial und detailliert durchdacht. Man spürt in jeder Zeile, dass die Autorinnen mit viel Herzblut und Kreativität am Werk waren, ihre Ideen und die geschaffene Welt sind absolut beeindruckend. Die Geschichte selbst wird sowohl aus Roxys, als auch aus Shaws Perspektive erzählt. Das hat mir sehr gut gefallen, da wir Leser sowohl die Gedanken von Roxy erfahren, als auch Shaws Unsicherheit nach dem Erwachen und seine Gefühle verstehen lernen. Aufgrund ihrer unterschiedlichen Charaktere sind die jeweiligen Kapitel stilistisch angepasst. Besonders gut hat mir gefallen, dass der Leser gemeinsam mit Shaw in die Welt der Hunter eingeführt wird, da auch er diese erst kennenlernt.
Der Einstieg in das Buch erfolgt sehr schnell, der Leser ist direkt mitten im Geschehen und begreift erst langsam, dass Roxy kein „normales“ Mädchen ist. Im weiteren Verlauf lernt man sie und ihre Welt nicht nur kennen, sondern erfährt auch Teile aus ihrer Vergangenheit und Familiengeschichte. So laufen mehrere Handlungsstränge parallel zueinander, das Bild setzt sich erst langsam und noch nicht an allen Stellen zusammen. Insgesamt herrscht ein hohes Tempo und eine permanente Spannung vor, es gibt zahlreiche Wendungen und Überraschungen, die mich begeistern konnten. Die Spannungskurve gipfelt in einem fulminanten Showdown in Form eines Kampfes, der für meinen Geschmack sogar noch hätte weiter ausgebaut werden können. Zwischen diesen actionreichen Szenen finden sich kleine, emotionale Momente der Verletzlichkeit der Protagonisten. Mir hat gut gefallen, dass die Liebesgeschichte zwischen Roxy und Shaw nicht im Mittelpunkt stand, ihr aber trotzdem eine sehr wichtige Rolle zukommt. Fast keiner der Handlungsstränge wurde bisher vollständig aufgeklärt, vielmehr aber schon der Protagonist des zweiten Bandes als Teil der Hunter-Clique rund um Roxy eingeführt – so freut man sich umso mehr auf die Folgebände und ist neugierig, wie sich die vielen offenen Punkte wohl klären werden. Momentan ist noch alles möglich und kein Ausgang eindeutig absehbar. Trotzdem hat Bianca Iosivoni den Cliffhanger am Ende des Buches nicht zu fies gestaltet, der Plot für diesen ersten Abschnitt der Gesamtgeschichte wirkt gut abgerundet.

Zu den Protagonisten: Roxy und Shaw sind mir direkt ans Herz gewachsen, sie sind beide in ihren individuellen Facetten, Ecken und Kanten einmalig, authentisch und liebenswert. Die Anziehungskraft zwischen den beiden ist spürbar, auch wenn sie sich einander nur langsam öffnen. Diese Szenen sind deshalb auch umso schöner und kostbarer. Aber auch ihren sarkastischen, humorvollen Schlagabtausch habe ich sehr genossen, sie teilen denselben Humor und ihre Dialoge sind häufig zum Totlachen!
Roxy ist eine starke, taffe junge Frau. Ich liebe ihre direkte, selbstbewusste Art und dass Aufgeben für sie keine Option ist. Sie liebt Essen, ist ein Sportmuffel und stellt sich ihren Ängsten. Sie ist geheimnisvoll und verbirgt ihre besondere Gabe. Außerdem versucht sie kühl und unnahbar zu wirken, um sich zu schützen. Es hat mir viel Spaß, gemeinsam mit Roxy auf „Einsätze“ zu gehen und böse Wesen zu beseitigen, sie ist eine absolute Identifikationsfigur. Ihre Gefühle zu Shaw entwickeln sich langsam und sie möchte sich diese noch nicht wirklich eingestehen.
Ebenso ergeht es Shaw, obwohl er etwas offensichtlicher an Roxy interessiert ist. Shaw ist ein rätselhafter, mysteriöser Charakter. Seine Vergangenheit liegt aufgrund des Gedächtnisverlustes völlig im Dunkeln, was ihn natürlich sehr beschäftigt. Trotzdem ist er witzig, aufrichtig und loyal und somit der perfekte Gegenpart zu Roxy.
Genial sind auch die individuell ausgearbeiteten Nebencharaktere. Sowohl Kevin der Todesbote, als auch Finn, Maxwell und die anderen Hunter haben jeder eigene Persönlichkeiten und Eigenheiten. Diese Figuren in all ihrer Diversität machen ebenfalls einen wichtigen Teil der Geschichte aus. Auch durften wir bereits Warden Prinslo kennen und schätzen lernen, der im zweiten Band die entscheidenden Rolle spielen wird.

Fazit:
„Midnight Chronicles – Schattenblick“ ist ganz unerwartet zu meinem persönlichen Highlight des Jahres geworden und lässt mich meine Abneigung gegen Fantasy-Literatur nochmals gründlich überdenken. Das Buch ist ein grandioser Pageturner, der spannend, emotional, traurig und schön gleichzeitig ist. Ein mehr als gelungener Auftakt dieser wunderbaren New Adult-Fantasy Reihe, dessen Fortsetzung ich voller Vorfreude heute schon erwarte!

  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Fantasy
Veröffentlicht am 15.08.2020

Spannung und Lovestory vor atemberaubender Naturkulisse

Dangerous Hearts – Mit dir gegen jede Gefahr
3

Nikki hat eine enttäuschende Beziehung hinter sich und kehrt ihrem Heimatort den Rücken. Um zur Ruhe zu kommen jobbt sie über den Sommer im Besucherzentrum des Glacier National Parks in Montana und genießt ...

Nikki hat eine enttäuschende Beziehung hinter sich und kehrt ihrem Heimatort den Rücken. Um zur Ruhe zu kommen jobbt sie über den Sommer im Besucherzentrum des Glacier National Parks in Montana und genießt die wunderschöne Natur um sich herum. Eines Tages ergänzt ein neuer Ranger das Team und erweckt sofort Nikkis Aufmerksamkeit: Jared sieht gut aus, ist ein echter Naturbursche, hat aber auch eine verletzliche Seite – denn auch er lässt eine traurige Vergangenheit hinter sich. Viel Zeit, um sich näher zu kommen bleibt den beiden aber nicht, denn plötzlich treiben grausame Wilderer ihr Unwesen im Nationalpark. Auf deren Spur wird Jared beinahe angeschossen und allen im Team ist klar: Gefährliche Machenschaften werden im Park getrieben. Wird es den Rangern gelingen, diese aufzudecken?

„Dangerous Hearts – Mit dir gegen jede Gefahr“ ist der zweite Teil der „Dangerous Hearts“-Reihe der Autorin Romina Gold, der aber komplett unabhängig von Teil 1 lesbar und verständlich ist. Das Cover wirkt direkt ansprechend, nicht nur durch das abgebildete Paar, das meiner Vorstellung von Nikki und Jared sehr nahe kommt, sondern vor allem durch die wunderschöne Naturlandschaft, die durch den stürmischen Fluss am unteren Ende etwas bedrohlich wirkt. Hier wird bereits sehr gut die Grundstimmung und die beiden Handlungsstränge des Buches eingefangen: Zum einen Teil besteht es aus der Liebesgeschichte zwischen den beiden Protagonisten, zum anderen aus der fast schon kriminalistisch anmutenden Jagd nach den Wilderern. Beide Handlungsstränge wurden so perfekt ineinander integriert, dass keiner zu kurz kam und sich beide vielmehr sehr gut ergänzt haben.

Insgesamt war der Roman sehr atmosphärisch, das Setting im Glacier Nationalpark toll und außergewöhnlich gewählt. Da ich selbst schon einige Nationalparks in USA besucht habe, empfand ich die Atmosphäre, Darstellung der Ranger und deren Engagement für Tiere und Natur als sehr authentisch, konnte mir die beschriebenen Naturlandschaften sehr gut vorstellen und habe jede Leseminute genossen. Mir hat sehr gut an diesem Buch gefallen, dass der Leser nicht nur die Protagonisten, sondern auch die Strukturen und Werte des National Park Service (NPS), die wichtige Arbeit der Ranger und die wunderbare Landschaft dieses bezaubernden Fleckchens Erde kennengelernt hat. Ich finde den NPS eine tolle und wichtige Institution und dementsprechend freut es mich sehr, dass wir im Buch so viel über ihre Lebens- und Arbeitsweise und die konkreten Aufgaben auf der Gradwanderung zwischen Natur-/Tierschutz und Tourismus mitbekommen. Toll, dass so lebensnah über so ein wichtiges Thema geschrieben wird!

Sowieso haben mir Ausdrucksweise und Schreibstil der Autorin sehr gut gefallen. Es gab zahlreiche humorvolle Momente, dann wieder liebevoll-zärtliche Szenen zwischen den Protagonisten sowie spannende Szenen, in denen ich die Luft angehalten habe. Die einzelnen Kapitel sind entweder aus Nikkis oder aus Jareds Sicht geschrieben, wobei letzterer größere Anteile hatte, was mir aber gut gefiel, da er viel im Nationalpark unterwegs ist und man als Leser so die Arbeit der Ranger hautnah miterlebt. Mit den Protagonisten auf die Jagd nach den Wilderern zu gehen hat die Spannung in die Höhe getrieben, gleichzeitig verfolgt man die Entwicklung der Gefühle zwischen den beiden. Hier muss ich leider kritisieren, dass mir das etwas zu schnell ging. Beide haben gerade erst große Enttäuschungen hinter sich, die noch nicht verarbeitet wurden, öffnen sich aber gleichzeitig extrem schnell jemand Fremden und gehen eine Beziehung ein. Das hat für mich nicht wirklich zusammengepasst. Ich hätte mir auch eine etwas emotionalere Beschreibung der Gefühle der beiden füreinander gewünscht. Das gemeinsame Engagement für den Naturschutz hat die beiden zusammengeschweißt und so hat man als Leser permanent mitgerätselt und zahlreiche Verdächtigungen darüber angestellt, wer in die kriminellen Geschehnisse rund um den Glacier NP verwickelt sein könnte. Der Showdown am Ende hat mich überrascht, da nichts so war, wie es zunächst schien – ein absoluter Mega-Twist, den ich niemals hätte kommen sehen! Eine bittersüße Auflösung der Geschichte, aber ein Happy End für Jared und Nikki, die im wunderschönen Epilog in ihre gemeinsame Zukunft starten.

An den Charakteren hat mir insbesondere deren Einstellung gut gefallen. Jared ist ein absoluter Traummann, er ist sensibel, mutig und absolut integer. Nikki hingegen ist etwas blass geblieben, hat sich teilweise widersprochen und erschien mir in vielen Punkten etwas zu naiv. Super fand ich die Park Crew und den starken Zusammenhalt dieses fast ausnahmslos sympathischen Teams.

Mein Fazit: Ein Buch, in dem Spannung und Liebe gut ausgeglichen sind und in einem wunderschönen Setting spielt, das sofort Lust auf die nächste USA-Reise macht!

  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl