Ein Hörbuch voller Herz, das wunderschöne, intime Augenblicke schenkt, aber auch Geduld verlangt.
Die Bibliothek meines GroßvatersDie Bibliothek meines Grossvaters“ ist ein Hörbuch, das mich zwiegespalten zurückgelassen hat. Auf der einen Seite berührt die Beziehung zwischen Kaede und ihrem Grossvater tief. Ihre gemeinsamen Momente ...
Die Bibliothek meines Grossvaters“ ist ein Hörbuch, das mich zwiegespalten zurückgelassen hat. Auf der einen Seite berührt die Beziehung zwischen Kaede und ihrem Grossvater tief. Ihre gemeinsamen Momente voller Erinnerung, Verlust und leiser Hoffnung tragen eine Wärme in sich, die man nicht so schnell vergisst. Gerade die Szenen, in denen Kaede versucht, ihren Grossvater trotz seiner Demenz wieder in die Welt der Bücher zurückzuholen, treffen einen mitten ins Herz.
Doch gleichzeitig bleibt genau dieser emotionale Kern oft von einer sehr gemächlichen Erzählweise überlagert. Das Hörbuch baut eine melancholische, poetische Stimmung auf, aber die Handlung wirkt häufig zu langsam, fast so, als würde sie sich im Kreis drehen. Die Spannung, die sich hinter den mysteriösen Zeitungsausschnitten verbirgt, flackert zwar immer wieder auf – aber sie entfaltet sich nie so kraftvoll, wie man es sich wünschen würde.
Auch der später auftauchende bedrohliche „Schatten“ lässt einen emotional eher ratlos zurück. Zwar soll er Gefahr und Dringlichkeit in die Geschichte bringen, doch seine Einführung kommt spät und wirkt erzählerisch etwas erzwungen. Man spürt, dass viel Gefühl in dieser Geschichte steckt, aber nicht alle Fäden greifen sauber ineinander.