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Veröffentlicht am 11.06.2020

Macht, Intrigen, Habgier und Brutalität – doch am Ende hat immer jemand ein schlechtes Gewissen

Sühne
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Als der todkranke Pharmaunternehmer Frank Linden seine grausame Vergangenheit an die Öffentlichkeit bringen möchte, wird er tot aufgefunden. Zunächst geht man von einem Selbstmord aus, doch nachdem auch ...

Als der todkranke Pharmaunternehmer Frank Linden seine grausame Vergangenheit an die Öffentlichkeit bringen möchte, wird er tot aufgefunden. Zunächst geht man von einem Selbstmord aus, doch nachdem auch noch der von ihm angeheuerte Journalist Simon Hallberg tot aufgefunden wird, ist schnell klar, dass viel mehr dahinter steckt.
Kurz vor seinem Tod schafft Simon es noch, unentdeckt ein paar kurze Nachrichten und ein Bild an seinen Freund Michael Sander zu schicken, der alles dafür tun möchte um herauszufinden, was seinem Freund passiert ist.
Doch während seine Frau, die Kommisarin Lene Jensen, auf den Fall angesetzt wird, versucht Michael das Problem auf eigene Faust zu lösen und merkt nicht, dass er sich bereits in tödlicher Gefahr befindet.

Meine Meinung:
Für mich war es das erste Buch von dem Autor Steffen Jacobsen.
Obwohl es bereits der fünfte Fall von Lene Jensen und Michael Sander ist, muss man die vorherigen Bücher nicht gelesen haben, um in dieses Buch reinzufinden. Der ganze Fall ist in sich abgeschlossen und auch die Figuren hat der Autor mir so nahe gebracht, dass es genauso gut sein erstes Buch gewesen sein könnte.
Der Schreibstil hat mich von Beginn an gefangen genommen. Man wird nicht nur sofort in die Geschichte hineingezogen, man kann das Buch aufgrund des rasanten Erzählstils auch kaum aus der Hand legen. Die kurzen Kapitel und schnellen Perspektivwechsel halten das Tempo durchgehend hoch.
Viele Bücher, die sich mit der Industrie, Politik, großen Konzernen, Macht, Intrigen etc. beschäftigen, haben oft langatmige Passagen mit Infos, die einen Thriller sehr schnell ausbremsen können. Steffen Jacobsen hat es geschafft genau das zu vermeiden. Man bekam alle Hintergrundinfos kurz und knackig und konnte sich so, viel mehr der eigentlichen und spannenden Story widmen, die im Übrigen äußerst gut und nachvollziehbar erarbeitet wurde.
Die Mischung aus gut herausgearbeiteten Charakteren, Gefühlen und Alltagsproblemen, sowie wohldosierten Actionszenen, aber auch einen gewissen Grad roher Brutalität, war für mich perfekt aufeinander abgestimmt.
Einziger Kritikpunkt für mich ist das Cover. Ich finde es an sich zwar hübsch, aber zum einen ist es eben ein 0815-Thrillercover und zum anderen, passt es im Nachhinein nicht wirklich zum Buch. Da hätte man bestimmt etwas anderes finden können, wie zum Beispiel die Marmorkuppel, die im Buch erwähnt wird oder irgendetwas, was zur Pharmaindustrie passt.
Da ich von diesem Buch absolut begeistert bin, werde ich mir bei Gelegenheit auch die ersten 4 Bände besorgen.

Fazit:
Wer rasante Thriller liebt und auch vor einigen grausamen Szenen nicht zurückschreckt, ist mit diesem Buch sehr gut beraten. Von mir gibt es auf jeden Fall eine klare Leseempfehlung.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.12.2019

Wenn deine Haarfarbe plötzlich zu deinem Schicksal wird

Lovely Curse, Band 1: Erbin der Finsternis
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Als die 16-jährige Aria ihre Eltern durch einen tragischen Autounfall verliert, muss sie sich von ihrer Heimat New York verabschieden, um in die texanische Einöde, auf die Ranch ihrer Tante zu ziehen. ...

Als die 16-jährige Aria ihre Eltern durch einen tragischen Autounfall verliert, muss sie sich von ihrer Heimat New York verabschieden, um in die texanische Einöde, auf die Ranch ihrer Tante zu ziehen.
Dort hat sie nicht nur mit dem fehlenden Empfang in der Provinz und ihrer eigenen Eingewöhnung zu kämpfen, sondern muss in der Schule auch noch feststellen, dass sie gar nicht so willkommen ist, wie ihr immer gesagt wird. Die selbsternannte Schulkönigin und Oberzicke Noemi macht ihr vom ersten Tag an das Leben zur Hölle. Zum Glück gibt es da noch den charmanten Simon, der von Beginn an von Aria angetan ist. Doch auch der Bad Boy Dean scheint an ihr interessiert und sie kann nicht leugnen, dass auch er eine gewisse Faszination ausstrahlt.
Als sie dann eines Morgens mit schneeweißen Haaren aufwacht, ahnt Aria noch nicht, was ihr noch alles bevorsteht.

Meine Meinung:
Die Rezension fällt mir ziemlich schwer, da ich das Buch für mich nicht richtig einordnen kann. Da ist zum einen das tolle Cover und die vielversprechende Story. Nachdem ich die Leseprobe gelesen hatte, musste ich das Buch unbedingt haben und war unglaublich gespannt wie es weitergeht, da mich sowohl die Story, als auch der Schreibstil sofort neugierig gemacht haben.
Das Buch ließ sich einfach und schnell lesen, aber dennoch gab es für mich einige Störfaktoren. An manchen Stellen des Buches wirkte die Geschichte für mich unnötig in die Länge gezogen, während es dann wiederum Passagen gab, die übereilt beendet wurden und wo ich mir deutlich mehr Informationen zum Geschehen gewünscht hätte. Einiges war mir leider auch zu vorhersehbar.
Die Protagonistin war mir sofort sympathisch und ich konnte ihr Handeln, auch wenn ich es nicht zwangsläufig immer richtig fand, nachvollziehen. Vor allem, weil quasi über Nacht ihr komplettes Leben auf den Kopf gestellt wurde und immer wieder etwas neues dazu kommt.
Auch die beiden Jungs Simon und Dean fand ich gut dargestellt.
Andere Charaktere waren allerdings zu oberflächlich gezeichnet und zu schlecht ausgearbeitet. Es wurde hier und da mal was angedeutet, aber nie so richtig zu Ende geführt. Es bleiben zu mehreren Personen einfach zu viele Fragen offen und manches was passiert ist nicht unbedingt stimmig mit dem, wie sie vorher dargestellt wurden. Zum Beispiel die „Erklärung“ zu Tammy war, auch wenn es recht vorhersehbar war, unfassbar enttäuschend.
Natürlich bezieht sich meine Meinung jetzt eben nur auf den ersten Band und mir ist durchaus bewusst, dass sich einiges dann wohl in Band 2 noch aufklären wird, aber dennoch hat es mich im ersten Teil ziemlich gestört. Dazu gehört auch das Ende. Es wirkt einfach nur so, als würde man es als großen Cliffhanger mit unfassbar vielen Fragen stehen lassen wollen und das fand ich unschön gelöst.
Ich bin gespannt auf Band 2, aber mittlerweile definitiv auch skeptisch, ob der Zweiteiler als Ganzes halten kann, was er verspricht.

Fazit:
Gute Story, mit sehr viel Potenzial und gutem Schreibstil. Zu viele offene Fragen und unlogische Situationen bzw. Handlungen. Band 1 ist für sich allein eher mittelmäßig, könnte aber durch einen guten zweiten Band noch aufgewertet werden.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.11.2019

Es wird Zeit mit allem aufzuräumen

Es wird Zeit
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Judith ist fast 50 und ausgerechnet jetzt, droht ihr ihr Leben zu entgleiten.
Mit jeder Menge Wehmut und der Urne ihrer Mutter im Gepäck, kehrt sie nach 20 Jahren in ihre alte Heimat zurück. Zu einer ...

Judith ist fast 50 und ausgerechnet jetzt, droht ihr ihr Leben zu entgleiten.
Mit jeder Menge Wehmut und der Urne ihrer Mutter im Gepäck, kehrt sie nach 20 Jahren in ihre alte Heimat zurück. Zu einer gescheiterten Urnenbeisetzung mischen sich dann noch jede Menge Selbstzweifel und Menschen aus ihrer Vergangenheit, die ihr Leben vollends aus der Bahn werfen. Der perfekte Zeitpunkt für Judith sich all den Fragen und Ängsten ihres Lebens zu stellen. Mit typischen Was-wäre-wenn-Gedanken, begibt sie sich auf die Reise zu sich selbst.

Meine Meinung:
Ich habe fast alle Bücher von Ildikó von Kürthy gelesen und war jedes Mal begeistert. Auch wenn der Humor natürlich fast immer oberflächliche Klischees bediente, war das für mich in Ordnung. Eine leichte Lektüre, bei der man immer schmunzeln musste und sich auch das ein oder andere Mal wiedererkannt hat. Auch die Charaktere mochte ich immer wirklich gern.
Umso mehr habe ich mich auf „Es wird Zeit“ gefreut, da schon die Leseprobe darauf hindeutete, dass neben dem Humor, dieses Mal auch ernste Themen zur Sprache kommen.
Die Charaktere sind im Grunde genommen gleich geblieben, was hier positiv gemeint ist, denn irgendwie hat es sich angefühlt, alte Bekannte wiederzutreffen. Den Schreibstil selbst, konnte man direkt wiedererkennen und auch altbekannte Sprüche über Fettpölsterchen, Cellulite, Diäten und Funktionsunterwäsche kamen nicht zu kurz. Zu den ernsten Themen hatte die Autorin ebenfalls einige witzige Sprüche auf Lager, was an sich eine angenehme Atmosphäre zwischen Traurigkeit und Humor aufgebaut hat.
Allerdings muss ich zugeben, dass es das erste Buch ist, wo mich auch viele Dinge gestört haben. Zum einen gab es Passagen, die so nichtssagend waren, dass es fast langweilig und unnötig gestreckt wirkte. Auch einige Witze verursachten ein unangenehmes Lesegefühl, als wollte die Autorin auf Biegen und Brechen noch mehr oberflächliche „Witze“ unterbringen wollen. Ich weiß nicht genau woran es lag, aber einiges wirkte beim Lesen nicht unbedingt stimmig und hat damit leider auch das Lesevergnügen etwas gestört.

Fazit:
Meiner Meinung nach leider eines der schlechteren Bücher der Autorin, was mich ein wenig enttäuscht zurücklässt. Dennoch kann ich die Werke der Autorin definitiv empfehlen.

Veröffentlicht am 04.09.2019

Erst auf den zweiten Blick perfekt

Perfekt für dich
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Kim ist 13 und schwärmt für Danny. Der ist nicht nur älter und sieht umwerfend aus, sondern ist auch noch ein absolutes Mathegenie. Da Kim dringend Nachhilfe benötigt und ihre Eltern in den Ferien weg ...

Kim ist 13 und schwärmt für Danny. Der ist nicht nur älter und sieht umwerfend aus, sondern ist auch noch ein absolutes Mathegenie. Da Kim dringend Nachhilfe benötigt und ihre Eltern in den Ferien weg sind, steht ihr Plan schnell fest. Sie engagiert Danny als Nachhilfelehrer und hat auch schon eine Vorstellung davon, wie sie ihm näher kommen kann. Den Plan hat sie jedoch ohne ihre Eltern gemacht, denn diese engagieren kurzerhand die zuverlässige Mila und drohen Kim damit, ihr heißgeliebtes Fussballcamp zu streichen, falls es zu Problemen kommen sollte. Ganz so leicht gibt Kim jedoch nicht auf und hat aufgrund dessen, in ihren Ferien, mit einigen unerwarteten Problemen zu kämpfen.

Meine Meinung:
Das Cover sieht toll aus und passt perfekt zu einem Buch für Teenager. Der Schreibstil ist einfach gehalten und ist meiner Meinung nach sowohl perfekt für Teenager, als auch Erwachsene geeignet.
Die Charaktere sind super ausgearbeitet und agieren absolut realitätsnah, wodurch man sich unglaublich gut in sie hineinversetzen kann. Junge Leser können sich mit vielen Dingen des Buches identifizieren und auch wir Erwachsene haben unsere früheren Teenager-Ichs in Kim wiedererkannt.
Der Witz kommt ebenso wenig zu kurz, wie die ernsten Themen und Werte, die mehr oder weniger nebenbei vermittelt werden.
Das Buch lässt sich sehr schnell lesen und war für mich eine tolle Sommerlektüre.

Fazit:
Tolles Jugendbuch, welches, mit jeder Menge Witz, tolle Werte vermittelt.
Klare Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 02.09.2019

Schlag neue Wege ein, wenn das Leben sich gegen dich stellt

Inselküsse
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Marie lebt mit ihren 3 Kindern in einer Wohnung, eines renovierungsbedürftigen Hauses, in Berlin. Ihre Leidenschaft, die Töpferei, wirft schon länger nicht genug Geld ab und auch die Miete soll nach einigen ...

Marie lebt mit ihren 3 Kindern in einer Wohnung, eines renovierungsbedürftigen Hauses, in Berlin. Ihre Leidenschaft, die Töpferei, wirft schon länger nicht genug Geld ab und auch die Miete soll nach einigen Renovierungsarbeiten in horrende Höhen schießen. Als Marie genau zu diesem Zeitpunkt einen großen Auftrag erhält, scheint das Leben es endlich mal gut zu meinen. Doch noch am gleichen Tag liegt ihre Töpferwerkstatt wortwörtlich in Schutt und Asche und ihr wird bewusst, dass sie den Auftrag wohl schweren Herzens absagen muss. Wäre da nicht Ruth, ihre rüstige Nachbarin, die gar nicht daran denkt, einfach aufzugeben. Sie besitzt ein Haus auf Rügen und würde gern mit Marie und ihren Kindern dort hin ziehen. Doch diese ist hin und her gerissen. Ist sie wirklich bereit ihr ganzes Leben hinter sich zu lassen, um in die Abgeschiedenheit Rügens, in ein ebenfalls renovierungsbedürftiges Haus zu ziehen? Ist die Idee ihrer Nachbarin umsetzbar, oder schlichtweg durchgeknallt? Und was sagen eigentlich ihre Kinder dazu?

Meine Meinung:
Mein erster Eindruck, als ich das Cover, samt der Aufschrift Ostseeroman, gesehen habe, war eher negativ, da ich davon ausgegangen bin, mich erwartet ein altbackener Liebesroman, wie man ihn aus Groschenheften kennt. Das hat aber wiederum dazu geführt, dass ich absolut positiv überrascht war nach der Leseprobe und mir aufgrund dieses Einblicks den Roman gekauft habe.
Die Charaktere haben mir grundsätzlich gut gefallen, auch wenn ich von der ein oder anderen Entscheidung durchaus genervt war. Dennoch fand ich es durchgehend passend, da Menschen nun mal nicht perfekt sind. Als Außenstehender kann man schnell sagen, was wie richtig wäre, aber wenn man mitten in der Situation hängt, hätte man einige Fehler eventuell auch gemacht. Für mich war die Geschichte durchgehend stimmig. Natürlich teils vorhersehbar und auch kitschig, aber das haben die meisten Liebesromane so an sich. Das weiß ich im Grunde vorher schon und bin darauf eingestellt, wenn ich Liebesromane lese. Dafür kann ich diese gut nebenbei lesen und fühle mich damit wohl, ohne dauerhaft über das Buch nachdenken zu müssen. Der Schreibstil war unerwartet modern, einfach gehalten und durchgehend unterhaltsam. Die Schönheit von Rügen bzw. allgemein der Ostsee wurde gut rüber gebracht, ohne zu aufdringlich zu wirken.


Fazit:
Ein absolut lesenswerter Liebesroman. Auch wenn es durchaus einige kitschige Situationen gibt, überwiegen der Witz und die Wohlfühlmomente.