Wow! Echt spannend!
Lauf, Jane, lauf!Lauf, Jane, Lauf!" von Joy Fielding handelt von Jane, welche unter einer Amnesie leidet. Sie findet sich mitten in Boston wieder. Blutbefleckt, die Taschen voller Geld und ohne Erinnerung. Sie weiß wo ...
Lauf, Jane, Lauf!" von Joy Fielding handelt von Jane, welche unter einer Amnesie leidet. Sie findet sich mitten in Boston wieder. Blutbefleckt, die Taschen voller Geld und ohne Erinnerung. Sie weiß wo sie ist, erkennt die Straßen und weiß welcher Tag ist. Die Frau, die ihr im Spiegel entgegenblickt erkennt sie jedoch nicht. Wer ist der Mann, den man ihr als Ehemann vorstellt? Was sind das für Medikamente, die ihr helfen sollen? Und warum fühlt sie sich plötzlich als Gefangene im eigenen Haus? Sind das alles Hirngespinste einer Geisteskranken? In Jane wächst der Verdacht, dass sie einem teuflischen Plan ausgeliefert ist. Verzweifelt kämpft sie um ihr Gedächtnis
Meine Gedanken:
Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Bereits ab der ersten Seite war ich voll im Geschehen drin und konnte mich sehr gut in Jane hineinversetzen. Das Buch ist aus der Sicht von Jane geschrieben, das hat den Vorteil, dass man als Leser immer nur genauso viel weiß, wie Jane zu diesem Augenblick. Das macht das Lesevergnügen sehr authentisch und lädt dazu ein, selbst zu rätseln, was am 18. Juni 1990 passiert ist – was so schlimm war, dass Jane sich ins Vergessen geflüchtet hat.
Mich hat das Buch auch wegen seinem Hauptthema, der hysterischen Amnesie sehr interessiert. Erst letztes Semester habe ich im Ramen meines Psychologiestudiums einiges über Amnesien gelernt und das jetzt in einem Buch in Romanform zu lesen fand ich sehr interessant. Ich habe einige Erklärungen und Anzeichen der Krankheit gekannt, wodurch die Geschichte von Jane für mich sehr realistisch geworden ist.
Was mir an dem Buch ein bisschen gefehlt hat, war ein entscheidender Wendepunkt. Obwohl die ganze Geschichte sehr spannend geschrieben war und ich das Buch fast gar nicht aus der Hand legen konnte, war ich zu keinem Zeitpunkt richtig geschockt, oder habe mich über die Entwicklungen gewundert. Das ist eigentlich etwas, was ich von einem richtigen Thriller erwarte. Das ist jedoch nur meine persönliche Meinung, in den meisten anderen Rezensionen, die ich zu dem Buch gelesen habe, wurden gerade die unerwarteten Wendungen gelobt. Ich weiß nicht, woran es genau liegt, aber ich hatte eher das Gefühl, dass die Wendungen, die die Geschichte vollzogen hat, naheliegen waren. Trotzdem hat der Schreibstil von Joy Fielding dafür gesorgt, dass die Spannung erhalten blieb und ich unbedingt wissen wollte, wie das Buch endet.
Mit Jane und Michael hat Joy Fielding zwei sehr Facettenreiche Protagonisten entworfen. Vor allem Jane lernt man im Laufe des Buches sehr gut kennen und lieben. Auch wenn ich das ein oder andere mal tatsächlich an ihrem Verstand gezweifelt habe (sie selbst überlegt schließlich auch nicht ohne Grund, ob sie eventuell verrückt geworden ist), lässt Joy Fielding durchblicken, was für eine intelligente und zielstrebige junge Frau die eigentliche Jane vor den Geschehnissen des 18. Juni war. Michael lernt man aufgrund der Erzählperspektive nur durch die Erfahrungen, die Jane mit ihm macht, kennen. Aber auch hierbei wird deutlich, dass er nicht nur der sich sorgende Ehemann ist, sondern Seiten hat, die Jane verborgen bleiben sollen.
Obwohl meine Ausgabe des Buches noch von 1992 und damit in alter Rechtschreibung verfasst ist, war das Lesen sehr angenehm. Ich hatte mich bereits nach wenigen Seiten an die ungewohnte Rechtschreibung (daß, …) gewöhnt und konnte mich so voll auf den Inhalt konzentrieren.
Im Allgemeinen bin ich ein großer Fan des Schreibstils von Joy Fielding. Sie hat es bisher noch mit jedem ihrer Bücher geschafft, mich komplett zu fesseln und mitten in das Geschehen zu katapultieren.
Alles in allem hat Joy Fielding eine sehr spannende Geschichte geschaffen, die durch eine sympathische Protagonistin und viele Zweifel geprägt ist. Ich hatte beim Lesen sehr viel Spaß und werde das Buch definitiv auch Freunden und Bekannten weiterempfehlen.