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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.08.2020

Dytopisches Jugendbuch mit Thrillerfeeling!

Gelöscht
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„[…] ich weiß nicht, wer sie sind. Ich weiß nicht, wo zu Hause ist. Ich weiß gar nichts.“ (S. 7)

Kyla wurde geslatet. Ihre Erinnerungen wurden gelöscht. Sie weiß nicht, wer ihre Eltern sind, woher sie ...

„[…] ich weiß nicht, wer sie sind. Ich weiß nicht, wo zu Hause ist. Ich weiß gar nichts.“ (S. 7)

Kyla wurde geslatet. Ihre Erinnerungen wurden gelöscht. Sie weiß nicht, wer ihre Eltern sind, woher sie kommt, wer sie vorher war… Alles, was sie weiß, ist dass sie gleich ihre neue Familie, ihre neue Mum und ihren neuen Dad, kennen lernen soll. Seit sie vor 9 Monaten im Krankenhaus aufgewacht ist, musste sie alles erneut lernen – essen, laufen, lesen. Und obwohl alle Erinnerungen an ihr früheres Leben ausgelöscht wurden, wird sie von schrecklichen Alpträumen geplagt. Kurz darauf verschwinden Schüler an Kylas Schule und die Gefahr der Terroristen, die gegen das Slating und die Regierung arbeiten, zieht immer engere Kreise…

Wow, ein super spannendes und packendes Buch! Ich hatte bisher noch nichts darüber gesehen und es aufgrund des Covers und der interessanten Story ausgewählt. Das war eine sehr gute Entscheidung, die erste Hälfte habe ich fast inhaliert, weil es so spannend war. Die Stimmung im Buch ist von Anfang an düster, dystopisch und bedrohlich. Man fiebert mit Kyla mit und möchte gerne wissen, was vor dem Slating mit ihr passiert ist.
Die Einführung in die Welt und die Erklärung, was Slating genau ist, bekommt man eher häppchenweise, dennoch hat man das Gefühl, dass die Ereignisse Schlag auf Schlag passieren. Kyla hat durch das Slating eine Unbeholfenheit, die die Story humorvoll auflockert. Der Schreibstil ist flüssig und da zu Beginn alles in sehr kurzer Zeit abläuft, ist es schwer, nicht weiterzulesen. Im weiteren Verlauf verliert sich die Spannung etwas, die Charakterentwicklung und Beziehungen stehen im Vordergrund. Die Rückblicke und Erinnerungsfetzen von Kyla geben immer wieder kleine Hinweise auf die „frühere“ Kyla.

Die Wendung und das Ende sind unvorhergesehen und es bleiben sehr viele offene Fragen, die hoffentlich im nächsten Band beantwortet werden! Ich muss gestehen, dass ich die Informationen am Ende etwas schwammig fand und sie nicht genau in den Kontext einordnen konnte. Ich hatte nicht das Gefühl, dass die Fragen aufgelöst wurden und hoffe, dass im zweiten Band noch etwas mehr Details zu Kylas Vorgeschichte hinzugefügt werden.

Werden den nächsten Band beim nächsten Besuch in der Bücherei auf jeden Fall direkt einpacken!
Ich kann das Buch allen empfehlen, die gern dunkle und dystopische Bücher lesen und denen ein bisschen Offenheit am Ende eines Buches nicht zu sehr stört (Achtung: Cliffhanger 😉 )!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.08.2020

Wie weit würde ich gehen, um alles zu bekommen, dass ich mir erträume?

NERVE - Das Spiel ist aus, wenn wir es sagen
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Eigentlich wollte Vee nie an den Challenges des neuen Online-Games „Nerve“ teilnehmen. Sie verfolgt – wie alle anderen – die Übertragungen der Spielerinnen aus dem ganzen Land auf ihrem Handy und sieht ...

Eigentlich wollte Vee nie an den Challenges des neuen Online-Games „Nerve“ teilnehmen. Sie verfolgt – wie alle anderen – die Übertragungen der Spielerinnen aus dem ganzen Land auf ihrem Handy und sieht zu, wie sich Jungen und Mädchen auf hohe Gebäude wagen, Streit auf offener Straße beginnen oder auf andere Art provozieren, je nach dem, was ihre Aufgaben von ihnen verlangt. Die Beobachterinnen stimmen ab, wer in die nächste Runde kommt und damit immer größere Sachpreise und Geldgewinne erhält. Bald reicht ihr das Zuschauen nicht mehr und Vee meldet sich an. Erst macht es Spaß – der Nervenkitzel, das Adrenalin, die Euphorie nach einer erfüllten Aufgabe. Doch schnell muss sie merken, dass das Spiel gefährlicher ist als es auf dem Bildschirm wirkt, gleichzeitig locken immer größere Preise, von den Vee nur träumen kann. Wie weit wird Vee gehen, um das Spiel zu gewinnen?
Ich habe den Film vor einigen Jahren schon gesehen und war begeistert als ich herausgefunden habe, dass es eine Buchvorlage gibt. Wie buchtreu die Verfilmung allerdings ist, kann ich nicht genau beurteilen, viele Szenen habe ich „vermisst“, an andere konnte ich mich beim Lesen nicht erinnern. Ideen um die Gefahren von Social Media oder Online Anonymität interessieren mich zurzeit sowieso und daher fand ich die Story auch sehr zeitgemäß und spannend.

Vee fand ich einerseits eine sehr sympathische Protagonistin, anderseits konnte ich einige ihrer Entscheidungen nicht ganz nachvollziehen. Sie wird als introvertiert und verantwortungsbewusst beschrieben, handelt dann aber oft unüberlegt. Sie lässt sich mMn viel zu schnell von „banalen“ Gewinnen zu ziemlich heftigen Aufgaben überreden und mir war nicht klar, welche positiven Effekte sie sich überhaupt von der Teilnahme verspricht. Mich hat total gestört, dass die Spieler*innen ihre Preise und Gewinne nie direkt zugestellt oder erhalten haben, d.h. sie haben alle Aufgaben nur im Vertrauen auf die Gewinnzustellung im Nachhinein erfüllt. Ich hätte für mich handfestere Beweise verlangt, bevor ich überhaupt weitere Challenges in Erwägung gezogen hätte, als mich mit einer kurzen Nachricht mit Versprechungen zufrieden zu geben.

Die Geschichte ist super spannend aufgebaut, die Ereignisse passieren Schlag auf Schlag, dass es unglaublich schwerfällt, das Buch aus der Hand zu legen. Von Beginn an spürt man eine bedrohliche Stimmung und man wartet nur auf den großen „Knall“. Das Ende ist dann allerdings relativ knapp und es gibt nur einen ziemlich kurzen Ausblick, was ich sehr schade fand und mich auch nur zum Teil zufrieden gestellt hat. Einige Fragen und Geschehnisse bleiben unbeantwortet.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.07.2020

Gut durchdachtes, aber leider vorhersehbares Ende!

Secret Game. Brichst du die Regeln, brech ich dein Herz
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Ivory beginnt ihr letztes Jahr an der Highschool. Dank eines Stipendiums besucht sie die Privatschule St. Mitchell – zusammen mit der Elite der New Yorker Upper East Side. Den Sommer hat sie mit ihrem ...

Ivory beginnt ihr letztes Jahr an der Highschool. Dank eines Stipendiums besucht sie die Privatschule St. Mitchell – zusammen mit der Elite der New Yorker Upper East Side. Den Sommer hat sie mit ihrem Mitschüler Heath verbracht und könnte glücklicher nicht sein. Doch zu Beginn des neuen Schuljahres muss sie feststellen, dass an der Schule ein gefährliches Spiel veranstaltet wird. Scheinbar alle Schüler/innen nehmen Teil an einem Wettkampf um die Spielleitung im nächsten Schuljahr, denn die hat größere Macht als man mit Geld kaufen kann – die Spielleitung erfährt alle Geheimnisse der Spieler/innen, selbst die der Ehemaligen! Auch Ivory soll am Spiel teilnehmen und findet sich schon bald wieder in einer glamourösen Welt, in der Intrigen, wilde Partys und düstere Geheimnisse an der Tagesordnung stehen.

Um das Buch und sein Cover konnte man auf Bookstagram ja gar nicht herum kommen, aber leider kann ich mich dem Hype nicht ganz anschließen.
Der Plot klang sehr vielversprechend und auch das Setting fand ich als altes Gossip-Girl-Fangirl interessant. Von Anfang an besteht eine bedrohliche Stimmung und vor allem durch die wechselnden Perspektiven wird die Spannung hoch gehalten. Man fiebert von Beginn an mit und möchte herausfinden, wer die diesjährige Spielleitung ist!

Leider verliert sich die Spannung mMn stark und immer stärker treten Sticheleien, Teenie-Party und Eifersuchtsanfälle im Vordergrund. Die Protagonistin reagiert oft naiv und lässt sich viel zu einfach manipulieren. Zum Teil trifft sie mMn unkluge Entscheidungen und wundert sich dann über die Konsequenzen. Ich hätte mir mehr Tiefe gewünscht und etwas mehr über ihre Vorgeschichte, die sie scheinbar stark geprägt hat, erfahren. Auch ihre beste Freundin Kelly fand ich sehr anstrengend und konnte die Freundschaft und Verbundenheit zwischen den beiden nicht ganz nachvollziehen.

Bereits nach knapp der Hälfte war mir klar, wer die Spielleitung ist und trotz einiger Wendungen war der Ausgang für mich vorhersehbar, weshalb das Ende deutlich weniger überraschen oder spannend war. Vielleicht wurde ich auch etwas missgeführt durch die Einordnung des Buches als „Jugendthriller“ in meiner Bücherei, dadurch hatte ich wahrscheinlich eine andere Haltung zu dem Buch aufgebaut.

Stefanie Hasses Schreibstil ist aber sehr anschaulich, authentisch und vor allem einfühlend, weshalb ich das Buch trotzdem bis zur letzten Seite gerne gelesen habe und mir auch Pretty Dead besorgen möchte.
Wer sich Spannung und Drama im Stil von Gossip Girl und Elité wünscht, wird sicher mit diesem Buch glücklich werden!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.07.2020

Viva la Vulvalution!

Periode ist politisch
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Franka Frei räumt auf – mit Alltagsweisheiten, Halbwahrheiten, Vorurteilen und vor allem mit Menschen. Menschen aus Medizin, Philosophie, Religion oder jeder anderen Disziplin, die beim Thema Menstruation ...

Franka Frei räumt auf – mit Alltagsweisheiten, Halbwahrheiten, Vorurteilen und vor allem mit Menschen. Menschen aus Medizin, Philosophie, Religion oder jeder anderen Disziplin, die beim Thema Menstruation mitredet! Franka Frei verleiht goldene Erdbeeren an alle, die das Tabu um das Thema begründet haben oder dieses bis heute aufrecht halten und dies betrifft meist – wen wundert’s – Männer.

„Die Scham über den eigenen Körper und das Tabu bieten den perfekten Boden für Mythen und Märchen. Das kann gefährlich werden.“ (S. 62)

Mit Charme, Witz aber auch mit der richtigen Portion Ernsthaftigkeit und Feingefühl wird das geballte Wissen der letzten Generationen zum Thema zusammengetragen und per Rundumschlag mit allen falschen Fakten, wissenschaftlich überholten oder kuriosen Theorien und Traditionen aufgeräumt.

Die Autorin hat trotz spöttischen Untertons einen durchaus reflektierten Umgang mit kulturellen und religiösen Ansichten. Gleichzeitig wird einem die Globalität des Tabus deutlich bewusst, denn Menstruation trifft Frauen jeglicher Nationalität oder Herkunft.

„Was haben eine Studentin aus Bangladesch, die dänische Kronprinzessin, eine liberianische Politikerin, die Chefin eines US-amerikanischen Riesenkonzerns und die Wurstfachverkäuferin aus Haspel an der Wupper gemeinsam? Die Antwort ist natürlich: Sie menstruieren. Zumindest potenziell, denn sie gehören zu jenem Teil der Weltbevölkerung, der einen Zyklus hat.“ (S. 53)

Durch den mahnenden Unterton mag man sich auf die Füße getreten fühlen, aber dadurch wird einem vor Augen geführt, wie gehemmt man mit dem Thema umgeht (selbst im Denken!) und kann versuchen, das Tabu für sich selbst zu überwinden. Das Buch macht Mut, außerhalb des Komfortbereichs zu denken (Think outside the box!) und regt an, gesellschaftliche Wertvorstellungen zu reflektieren.

Einige Abschweifungen gegen Ende des Buches zeigen die Komplexität und Verstricktheit des Tabus auf und mit welchem Umfang und Intensität hier recherchiert wurde.
Entgegen der ersten Seite im Buch kann ich es auch ausdrücklich allen nicht-menstruierenden Menschen empfehlen!

Wer sich nicht gerne belehren lässt oder eigene Wertvorstellungen nicht gerne kritisiert sieht, sollte lieber die Finger von diesem Buch lassen, denn hier wird jede
r in die Verantwortung genommen!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.07.2020

Dunkel und dystopisch!

Die Perfekten
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Rain ist ein Ghost, ein Mensch, der unterm System lebt und eigentlich nicht existieren sollte. Die Menschen werden nach genetischem Material bewerten – Wer Glück hat eine G1 zu sein hat Zugang zu besserer ...

Rain ist ein Ghost, ein Mensch, der unterm System lebt und eigentlich nicht existieren sollte. Die Menschen werden nach genetischem Material bewerten – Wer Glück hat eine G1 zu sein hat Zugang zu besserer Schulbildung, Lebensmitteln und eine sichere Arbeitsstelle. Das Land wird regiert von den Gesegneten, perfekte Menschen, die in einer Stadt wohnen, deren Straßen angeblich aus Gold gebaut wurden. Rain hat bei ihrer Geburt keinen Code erhalten und lebt deshalb mit ihrer Mutter Storm auf der Flucht vor dem System.
Gleichzeitig begleitet uns in der Geschichte Lark, ein G1 und Anwärter für die Sentinal, die Polizei. Er wohn im Industriebezirk Grey und würde für seine Familie alles geben. Schon bald treffen die beiden sehr unterschiedlichen Personen aufeinander…

Carolin Brinkmann entwirft eine dystopische Welt im Stil einer Klassengesellschaft, die von Ausbeutung, struktureller Diskriminierung und Angst vor dem System geprägt ist. Die Welt erinnert an eine Mischung aus Panem und das Worldbuilding von Legend. Auch in der Story sind einige Ähnlichkeiten (Rebellin auf der Flucht vs. Anwärterin der Polizeigarde mit Zugang zur luxuriösen Welt) zu finden. Das World-Building finde ich alles in allem sehr gelungen!

Die Geschichte ist super spannend und zieht einen von Anfang an in ihren Bann. Bis zum Ende gibt es einige unvorhergesehene Wendungen und actionreiche Passagen wechseln sich mit dem Einblick in das Alltagsleben der Protagonist*innen ab.

Ich mag kämpferische, mutige Protagonistinnen mit starkem Charakter, die aber nicht als unfehlbar dargestellt werden & das habe ich in Rain definitiv gefunden. Sie ist nicht nur die Rebellin, sondern tritt selbstkritisch auf. Ihre Charakterentwicklung fand ich bemerkenswert und trotz Tragik und Verrat, besinnt sich Rain am Schluss auf ihre Courage, was ich als passendes Ende empfinde. Die Beziehung zwischen den beiden finde ich etwas schwammig – es wird nicht ganz klar, ob die beiden freundschaftliche oder doch innigere Gefühle füreinander entwickeln.

Ich war sehr gespannt auf den zweiten Band und den weiteren Verlauf der Geschichte und habe daher beim nächsten Buchschnäppchen sofort zugeschlagen. Der zweite Band konnte meine Erwartungen leider nicht erfüllen und hat mir mehr Fragen aufgeworfen als beantwortet. Schreibt mir doch in die Kommentare, ob ihr Interesse an einer ausführlichen Rezension hättet!

  • Cover
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  • Handlung
  • Charaktere