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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.11.2019

Bewegend

Wann wird diese Hölle enden?
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Wenn es um Tagebücher aus der NS-Zeit geht, ist das Tagebuch der Anne Frank vielen ein Begriff. Doch auch das Tagebuch der Mary Berg sollte in dem selben Atemzug genannt werden. Mary Berg erzählt über ...

Wenn es um Tagebücher aus der NS-Zeit geht, ist das Tagebuch der Anne Frank vielen ein Begriff. Doch auch das Tagebuch der Mary Berg sollte in dem selben Atemzug genannt werden. Mary Berg erzählt über ihre Zeit im Warschauer Ghetto. Sie selbst ist Jüdin und erlebt am eigenen Leib die unmenschlichen Bedingungen im Warschauer Ghetto. Jedoch darf man beim Lesen nicht außer Acht lassen, dass Mary und ihre Familie zur Oberschicht gehören. Sie genießt einige Privilegien und viele andere haben es noch schwerer. Nichtsdestotrotz sind ihre Beschreibungen grausam und ich musste während dem Lesen viele Pausen einlegen, um das Gelesene zu verarbeiten.

Das Tagebuch wurde in eine moderne deutsche Sprache übersetzt und lässt sich dadurch gut lesen. Der Schreibstil ist authentisch und die Worte und beschriebenen Gefühle sehr eindringlich. Man sollte sich im Klaren sein, dass es sich um ein Tagebuch und keinen Roman handelt. Dadurch hat die Erzählung auch zeitliche Lücken und keinen typischen Romanverlauf.

Insgesamt ein sehr bedrückendes, erschütterndes und zugleich wichtiges Zeitzeugendokument, welches in Schulen zur Pflichtlektüre gehören sollte. #gegendasvergessen

Veröffentlicht am 19.10.2019

Einblick in das Leben der Unterschicht

Menschen neben dem Leben
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In dem Roman „Menschen neben dem Leben“ von Ulrich Alexander Boschwitz geht es um verschiedene Personen, die zur Unterschicht im Berlin der 20er Jahre gehören. Es wird das Leben von Obdachlosen, Blinden, ...

In dem Roman „Menschen neben dem Leben“ von Ulrich Alexander Boschwitz geht es um verschiedene Personen, die zur Unterschicht im Berlin der 20er Jahre gehören. Es wird das Leben von Obdachlosen, Blinden, Prostituierten sowie mehreren Arbeitslosen beschrieben, die sich ihr Lebensunterhalt hart verdienen müssen, unter anderem mit Betteln. Andere ziehen den illegalen Weg mittels Einbruch oder Raub in Betracht. Einige haben noch Hoffnung aus ihrer prekären Situation herauszukommen, wieder andere haben sich mit ihrer desolaten Lage abgefunden und versuchen nur noch Tag für Tag zu überleben.

Die Hoffnungslosigkeit ist regelrecht greifbar und man merkt, das das Buch von einem Zeitzeugen geschrieben wurde. Wie bereits in „Der Reisende“ ist Boschwitz‘ Schreibstil auch hier wieder grandios und einzigartig. Auch wenn die Geschichte nicht ganz an den „Reisenden“ herankommt, so ist es doch ein überaus gelungener und lesenswerter Roman, der das Zeitgeschehen perfekt mit den entsprechenden Emotionen schildert. Boschwitz gehört für mich nicht nur zu den Besten Schriftstellern seinerzeit, sondern vor allem auch heute noch.

Veröffentlicht am 12.10.2019

Nervige Protagonistin

Never Too Close
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In dem Buch „Never Too Close“ geht es um Violette und Loan, die beste Freunde sind. Sie wohnen nicht nur zusammen in einer WG, sondern teilen sich auch regelmäßig ein Bett zusammen. Natürlich nur alles ...

In dem Buch „Never Too Close“ geht es um Violette und Loan, die beste Freunde sind. Sie wohnen nicht nur zusammen in einer WG, sondern teilen sich auch regelmäßig ein Bett zusammen. Natürlich nur alles rein platonisch — zumindest vorerst. Den Rest kann man sich bereits denken und es kommt wie es kommen muss, die beiden kommen sich näher und schlafen miteinander. Doch es gibt ein Problem, denn Violette hat einen festen Freund, Clement.

Und da fängt auch schon die Dreiecksgeschichte an. Also wer kein Fan von Dreiecksbeziehungen ist, der sollte nicht zu diesem Buch greifen. Dieser Aspekt hat mir das Buch auch versaut. Hinzukommt noch die weibliche Hauptprotagonistin, Violette. Sie ist laut, quirlig, tollpatschig, redet viel und wirkt reichlich naiv und kindisch. Zudem ist sie sehr sprunghaft und ich fand sie einfach nur anstrengend. Dafür hat mir der männliche Hauptprotagonist, Loan, umso besser gefallen und konnte einiges wieder wett machen. Er ist kein typischer Bad Boy, was ich sehr erfrischend fand. Die meiste ist er mürrisch, aber nichtsdestotrotz auch sehr fürsorglich, aufmerksam und hat einen starken Beschützerinstinkt. Insgesamt der perfekte Boyfriend.

Moncomble hat einen sehr flüssigen und angenehm zu lesenden Schreibstil. Auch die Erotikszenen wurden schön beschrieben und man konnte das Kinstern deutlich spüren. Zum Ende hin wird das Buch nochmal sehr kitschig und für mich einfach zu viel des Guten. Man bemerkt den französischen Stil, der sich auch im Erzählstil wiederspiegelt. Auch der Humor kommt in diesem Buch nicht zu kurz.

Für mich insgesamt ein durchschnittliches und leider auch vorhersehbares New Adult Buch mit einem sehr schönen Schreibstil, jedoch nerviger Protagonistin.

Veröffentlicht am 27.09.2019

Charakterbeschreibungen stehen im Vordergrund

Neun Fremde
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Neun Fremde begegnen sich in einem Luxus Wellnes Resort, dem Tranquillium House. Dort möchten sie ein 10-tätiges Cleansing von Körper und Geist durchlaufen. Doch letztendlich läuft das Cleansig anders ...

Neun Fremde begegnen sich in einem Luxus Wellnes Resort, dem Tranquillium House. Dort möchten sie ein 10-tätiges Cleansing von Körper und Geist durchlaufen. Doch letztendlich läuft das Cleansig anders als erwartet und auf einmal ist nichts mehr wie es scheint.

Jedes Kapitel wird aus einer anderen Perspektive erzählt. So erfährt man schnelle, dass jede Person ihre eigenen Beweggründe hatte, um ins Tranquillium House einzuchecken. Man erfährt über die Probleme der Person, aber auch über ihre Geheimen Wünsche und Sehnsüchte. Moriarty setzt besonders die verschiedenen Charaktere und deren Charakterbeschreibungen in den Vordergrund. Auch die Beziehungen zwischen den einzelnen Personen werden beleuchtet. Im Laufe der Zeit bilden sich Freundschaften und Allianzen. Der Schreibstil Moriartys ist flüssig und wie gewohnt angenehm zu lesen. Es wird Spannung aufgebaut und stellenweise konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Teilweise kam es jedoch auch zu Längen und das Ende wirkt etwas zu konstruiert.

Insgesamt ein schönes kurzweiliges Lesevergnügen, das leider nicht an „Big Little Lies“ herankommt.

Veröffentlicht am 27.08.2019

Verstehe den Hype nicht

Gespräche mit Freunden
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Ein sehr gehyptes Buch. Es wurde sogar als provokant beschrieben. Dem kann ich überhaupt nicht zustimmen. Es ist weder provokant noch besonders skandalös. Eine Alltagsgeschichte. Ich würde es nicht unbedingt ...

Ein sehr gehyptes Buch. Es wurde sogar als provokant beschrieben. Dem kann ich überhaupt nicht zustimmen. Es ist weder provokant noch besonders skandalös. Eine Alltagsgeschichte. Ich würde es nicht unbedingt als verschwendete Lesezeit bezeichnen, jedoch muss ich es auch nicht nochmal lesen.

Insgesamt ist die Geschichte sehr ruhig und es passiert nicht allzuviel. Der Schreibstil ist ungewöhnlich und durchaus poetisch. Die Charaktere sind stark ausgearbeitet und die Beziehungen werden tiefgreifend analysiert.

Zusammenfassend ist die Geschichte sehr ermüdend und steht im Einklang mit dem nichtssagenden Cover. Auch das einige das Buch nicht aus der Hand legen konnten, ist für mich unverständlich. Das Beste an dem Buch ist der Schreibstil, der eine eher langweilige Story schön umschreibt.