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Veröffentlicht am 08.11.2019

Sprachlich schwach - Gestalterisch ein Highlight

Illuminae. Die Illuminae Akten_01
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Das Lesen von Illuminae von Jay Kristoff und Amy Kaufman ist alleine wegen der Aufmachung des Buches schon ein ganz besonderes Erlebnis.

Zur Story selbst kann ich eigentlich gar nicht mehr sagen, als ...

Das Lesen von Illuminae von Jay Kristoff und Amy Kaufman ist alleine wegen der Aufmachung des Buches schon ein ganz besonderes Erlebnis.

Zur Story selbst kann ich eigentlich gar nicht mehr sagen, als der Klappentext schon verrät, ohne zu spoilern. Die Geschehnisse spielen sich genau so ab, wobei sich der Ernst der Lage natürlich zunehmends steigert, bis hin zum aussichtlos wirkenden Ende.
Was dieses Buch für mich so gelungen macht, ist ganz klar die Gestaltung. Man bekommt hier keinen klassischen Fließtext, sondern eben passend zum Titel eine Aktensammlung. Diese setzt sich aus den unterschiedlichsten Dokumenten zusammen, bei denen von Verhören, über Tagebucheinträge und Mailverläufe bis hin zu Protokollen und Gutachten nahezu alles vertreten ist. Es handelt sich dabei um Dokumente und Daten, die die Illuminae-Gruppe für Ihren Auftraggeber gesammelt hat. Deswegen finden sich immer wieder auch Anmerkungen dieser Gruppen am Rand der Dokumente. Alleine durch diese Aufmachung kam für mich beim Lesen zu keinem Zeitpunkt Langeweile auf. Man weiß nie was einen auf der nächsten Seite erwartet und obwohl sich die Formate natürlich irgendwann wiederholen, gab es doch immer wieder etwas Neues, vor allem wenn es auf das Ende zugeht. Es gibt dadurch auch für den Inhalt etwas unnötige Seiten, die mehr dem Zweck dienen das Buch noch mehr zu etwas besonderem zu machen. Zum Beispiel steht dann auf einer Seite mal nur ein Wort oder es gibt nur eine Abbildung. Mich hat das aber nicht gestört, denn bei so einem Buch erwarte ich keine inhaltlich prall gefüllten Seiten. Es ist nun mal eine besondere Art der Gestaltung und wenn ich reinen Text will, kann ich ein normales Buch lesen.
Auch der Verlauf der Geschichte an sich hat mir gefallen. Sicherlich wäre sie als normales Buch nicht sonderlich spannend, beziehungsweise etwas langatmig. Auch hier trägt die Gestaltung also viel zum positiven Eindruck bei. Man bekommt so nämlich Stück für Stück Informationen aus unterschiedlichsten Quellen und muss sich vieles selbst zusammenreimen. Dabei bleibt lange offen wie alles ausgehen wird und es gibt auch einige Rückschläge.
Was mir jedoch weniger gut gefallen hat ist der sprachliche Stil. Dass die über beide Ohren verliebten Teenager in ihren Chats nicht gerade auf Rechtschreibung und gewählte Ausdrucksweise achten, ist noch verständlich. Dass dieser Slang aber von jedem, einschließlich der offiziell handelnden Illuminae-Gruppe genutzt wird, war dann doch etwas anstrengend. Wenn wirklich jeder mit Schimpfwörtern und pseudo-witzigen Beleidigungen um sich wirft, ist das doch mehr als etwas zu viel des Guten.
Außerdem muss man, wenn man wie ich Liebes-Gesülze gar nicht leiden kann, ab und zu sehr starke Nerven beweisen, denn Katy und Ezra gehen gerne mal in die Vollen, wenn es um ihre Liebesbekundungen geht.
Abschließend kann ich sagen, dass mir dieses Buch durchaus gut gefallen hat. Trotz der 600 Seiten liest es sich durch die wechselnden Formate und teilweise wenig beschriebenen Seiten sehr zügig. Außerdem war das Ende mit einer unvorhersehbaren Enthüllung einfach nur genial! Man muss aber ganz klar sagen, dass es vor allem die Aufmachung ist, die diesen positiven Eindruck hervorruft. Für mich war das Lesen dadurch einfach ein pures Erlebnis, das ich so noch nicht hatte. Auch die Story selbst ist an sich interessant, an der sprachlichen Umsetzung hadert es aber etwas. Wer also eine durch und durch spannende Geschichte erwartet, wird vermutlich enttäuscht sein. Wer sich jedoch einfach mal auf etwas Neues einlassen will, der wird Spaß an diesem Buch haben. Ich werde auf jeden Fall auch den zweien Teil lesen.

Veröffentlicht am 08.11.2019

Solider Thriller

Böses Kind
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Böses Kind von Martin Krist ist der Auftakt seiner Reihe um den Ermittler Henry Frei, mit dem er einen sehr sympathischen und sehr speziellen Charakter geschaffen hat.

Das Buch beginnt mit einem Prolog ...

Böses Kind von Martin Krist ist der Auftakt seiner Reihe um den Ermittler Henry Frei, mit dem er einen sehr sympathischen und sehr speziellen Charakter geschaffen hat.

Das Buch beginnt mit einem Prolog in dem sich eine Frau in Gefangenschaft befindet. Viel mehr erfährt man aber nicht und so stellt sich natürlich sogleich die Frage, ob es sich um die verschwundene Jacqueline handelt.
Gleich darauf lernen wir dann im ersten Kapitel die im Klappentext angesprochene, alleinerziehende Suse kennen. Schnell wird klar, dass sie mit einem Baby, einem Kleinkind und einem pubertierenden Teenager zusätzlich zu ihrem Job und dem Haushalt heillos überfordert ist.
Im zweiten Kapitel treffen wir auf Henry Frei und seine Kollegin Louisa Albers. Beide waren mir sofort sympathisch. Frei hat ein paar komische Macken (zum Beispiel muss er Sachen immer perfekt ordnen) und Albers geht mit einer ganz eigenen lockeren Art damit um. Man merkt sofort, dass sie ein eingespieltes Team sind, was ich bei Ermittlerduos immer besonders mag.
Im Verlauf des Buches wechseln sich diese drei Erzählstränge dann ab, wodurch die Spannung stets hoch bleibt. So bekommt man nämlich immer hier und da ein paar Informationen, die sich Stück für Stück zu einem Gesamtbild zusammensetzen.
Interessanterweise taucht die im Klappentext erwähnte Leiche dabei erst nach circa 100 Seiten auf, was bei einem Buch mit nur 320 Seiten relativ spät ist. Krist schafft es aber durch seinen Erzählstil, dass bis dahin trotzdem keine Langweile aufkommt und umso rasanter wird es ab dem Zeitpunkt des Leichenfundes dann natürlich.
Dabei legt er mir einem seiner Erzählstränge gelungen eine falsche Fährte. Als diese gegen Ende dann aufgedeckt wird, lässt sie einen das bis dahin gelesene plötzlich in einem ganz anderen Licht sehen und die Puzzleteile fallen wie von selbst an ihren Platz.
So gut mir das Buch insgesamt auch gefallen hat, das Ende fand ich trotz der Wendung leider etwas enttäuschend. Der Täter war einfach zu offensichtlich, hier hat es sich der Autor sehr leicht gemacht und den naheliegendsten Verdächtigen genommen. Nach der geschickt konstruierten Wendung, hätte ich hier auch bei der Täterwahl etwas mehr Rafinesse erwartet. Da das Buch insgesamt aber dennoch sehr spannend war, kann ich es durchaus empfehlen. Es ist ein packender, knackig-kurzer Thriller, der mit Schockmomenten zu unterhalten weiß.

Veröffentlicht am 08.11.2019

Tolles Extra für Fans

Hogwarts-Schulbücher: Quidditch im Wandel der Zeiten
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Quidditch im Wandel der Zeiten ist ein weiteres der drei Hogwarts-Schulbücher.
Es finden sich liebevolle Details darin. So ist es aufgemacht wie ein Buch aus der Schulbibliothek von Hogwarts und beinhaltet ...

Quidditch im Wandel der Zeiten ist ein weiteres der drei Hogwarts-Schulbücher.
Es finden sich liebevolle Details darin. So ist es aufgemacht wie ein Buch aus der Schulbibliothek von Hogwarts und beinhaltet auf der ersten Seite eine Ausleihliste mit bekannten Namen aus den Harry Potter Büchern. Und auch in dem Buch finden sich immer mal wieder kleine Zeichnungen zu den Gegenständen und Utensilien aus dem Quidditch.
Abgerundet wird dieser Ausflug in die Welt von Harry Potter durch eine detaillierte Ausarbeitung der Geschichte des beliebtesten Sports der Zauberer.
Es wird geschildert wie Quidditch in seiner ursprünglichen Form entstand und wie es zu dem wurde was es heute ist. Es werden die verschiedenen Regeln erklärt und die wichtigsten Mannschaften vorgestellt.
Dieses Buch ist ein ganz klares Muss für alle Fans von Harry Potter, liefert es doch eine liebevoll ausgearbeitete Ergänzung zu bereits Bekanntem.

Veröffentlicht am 08.11.2019

High-Fantasy die begeistert

Der Name des Windes
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Der Name des Windes von Patrick Rothfuss ist der erste Teil der Königsmörder-Trilogie und liefert High-Fantasy vom Feinsten.

Lange lag dieses Buch in meinem Regal, nachdem es mir ein guter Freund ausgeliehen ...

Der Name des Windes von Patrick Rothfuss ist der erste Teil der Königsmörder-Trilogie und liefert High-Fantasy vom Feinsten.

Lange lag dieses Buch in meinem Regal, nachdem es mir ein guter Freund ausgeliehen hatte. Es klang zwar interessant, aber so richtig Lust hatte ich nicht darauf. Dann habe ich in letzter Zeit angefangen immer mehr Fantasy zu lesen und wurde dadurch auch immer neugieriger auf dieses Buch. Nun bin ich froh diesen ersten Ausflug in das High-Fantasy-Genre gewagt zu haben und habe bei besagtem Freund auch gleich den zweiten Teil ausgeliehen.
Was mir besonders gefällt, ist die Ezählweise, denn der Protagonist Kvothe erzählt uns seine Geschichte selbst. Zunächst befinden wir uns in der Gegenwart, in der er als Wirt unter anderem Namen tätig ist. Als ihn dann ein Geschichtenschreiber aufsucht und nach seiner Geschichte fragt, lässt er sich letztendlich darauf ein sie ihm zu erzählen und genau diese Erzählungen sind es, die wir als Leser dann begleiten.
Dabei erfahren wir von dem Überfall auf seine Truppe, als Kvothe noch ein Kind war und hören erstmals mehr über die geheimnisvollen Chandrian. Wir begleiten ihn in seiner Zeit als Straßenjunge bis hin zur Universität der hohen Magie, wo schnell klar wird, dass er etwas ganz Besonderes sein muss, lernt er doch so schnell wie kein anderer. Dabei ist er stets davon angetrieben mehr über die Chandrian zu erfahren, die damals seine Eltern und seine Truppe getötet haben.
Der Name des Windes ist mit seinen fast 900 Seiten wahrlich kein Buch für zwischendurch. Nicht nur wegen der Länge, sondern auch wegen der Geschichte. Sie lebt davon, dass man sich Zeit dafür nimmt und gänzlich in ihr abtaucht. Tut man dies, so bekommt mein ein bildgewaltiges Leseerlebnis geliefert, das einen regelrecht in seinen Bann zieht. Dabei passiert oft gar nicht so viel und dennoch will man immer weiter lesen. Man will die Geheimnisse um die Chandrian und auch um Kvothe selbst lüften und immer stellt sich die Frage wie er an den Punkt der Gegenwart kam, an dem er sich als Wirt versteckt.
Patrick Rothfuss hat eine Geschichte geschaffen, die schlichtweg begeistert und bei der man gar nicht recht in Worte fassen kann, warum dies so ist. Dem Buch und seinem Protagonisten wohnt eine ganz eigene Magie inne, von der man unbedingt mehr haben will.

Veröffentlicht am 08.11.2019

Keine gelungene Fortsetzung

Rapunzel, mein
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Sehnsüchtig habe ich auf Lars Schütz‘ Fortsetzung zu „Der Alphabetmörder“ gewartet, war es doch ein klares Highlight für mich. Leider kann der Autor in „Rapunzel, mein“ dieses Level nicht halten und enttäuscht ...

Sehnsüchtig habe ich auf Lars Schütz‘ Fortsetzung zu „Der Alphabetmörder“ gewartet, war es doch ein klares Highlight für mich. Leider kann der Autor in „Rapunzel, mein“ dieses Level nicht halten und enttäuscht mich mit einer einfallslosen Gestaltung seiner Story.

Das Buch beginnt mit einer Szene die vor 20 Jahren spielt und beschreibt wie Rabea und ihre Schwester von ihrem Fenster aus eine Hexe beobachten. Sofort stellte sich mir die Frage welchen Zusammenhang dies mit dem Rest des Buches hat. Denn dass ein Zusammenhang besteht, ist alleine anhand des Klappentextes schon klar.
Im Folgenden beginnt dann die eigentlich Story und man steigt direkt voll in das Geschehen ein. In Kapitel eins werden ein Clan-Oberhaupt und ein Gang-Boss damit beauftragt einen baldigen Mörder zu töten. In Kapitel zwei begleiten wir dann eben diesen Mörder, den Rapunzel-Mörder, bei seiner Tat. Es geht also vor allem zu Beginn sehr schnell, wobei dem Leser Datums- und Ortsangaben über den Kapiteln dabei helfen sich zu orientieren.
Daraufhin tritt dann Rabea Wyler das erste Mal auf. Sie hat den Posten von Jan Grall übernommen, der aufgrund der Geschehnisse aus Teil eins suspendiert wurde und noch während den laufenden internen Ermittlungen gekündigt hat. Als sie von dem Rapunzelmord erfährt, macht sie sich direkt auf den Weg. Und da kommt mein erstes Problem: Rabea wird nicht offiziell zu dem Mord hinzugerufen, sie begibt sich auf eigene Faust an den Tatort und begeht dabei einige Gesetzesverstöße, die ich wegen Spoilern nicht näher erläutern will.
Das geht dann auch alles genauso weiter. Mithilfe von Jans Ziehtochter Miri und deren Freund David überredet Rabea ihn ihr zu helfen. Eigentlich wollte er die Fallanalyse an den Nagel hängen, aber natürlich macht er dann doch eine Ausnahme und nachdem er erst einmal Blut geleckt hat, stellt er mit Begeisterung Nachforschungen in Rabeas Heimatort in der Schweiz an.
Natürlich kommt es, wie es kommen muss… am Ende begibt sich Rabea mehrmals in größte Gefahr, man kann sogar sagen in Lebensgefahr, und weil das noch nicht reicht, wird auch Jan am Ende noch schwer verletzt. Wieso ich das alles mit einem so negativen Unterton schreibe? Nun, weil ich das alles schon aus Teil eins kenne. Auch dort hielten die beiden sich nicht an die Regeln, gingen auf eigene Faust vor und – Überraschung – brachten sich in Lebensgefahr. Genau das gleiche Schema in der Fortsetzung dann wieder anzuwenden, finde ich doch sehr einfallslos.
Und das ist wirklich schade, denn der Fall selbst und dessen Verwicklung in Rabeas Vergangenheit, sind absolut genial. Der Autor erzählt viele Stränge parallel, baut Spannung auf und regt zum Nachdenken an. So habe ich trotz dem oben erwähnten Punkt mitgefiebert und –gerätselt. Bis es langsam auf die Auflösung zuging. Beziehungsweise, nein, eigentlich war die noch ein ganzes Stück hin. Trotzdem war mir mit dem Auftreten einer bestimmten Person sofort klar wie sich alles entwickeln wird. Ich persönlich fand die Hinweise doch sehr eindeutig und so war dann im letzten Drittel auch noch die Spannung weg, die für mich das einzig Positive an dem Buch war.
Ihr merkt vielleicht schon, wirklich begeistert bin ich nicht. Das Thriller-Debüt von Lars Schütz und gleichzeitiger Auftakt der Reihe, „Der Alphabetmörder“, war für mich ein Jahreshighlight und hat es sogar unter meine drei Bücher geschafft, die ich für die Gestaltung eines Buchempfehlungstisches bei Dussmann auswählen durfte. Nun könnte man vielleicht meinen, dass meine Erwartungen an Teil zwei dadurch einfach zu hoch waren, das glaube ich aber nicht.
Denn der Grund dafür, dass mir dieses Buch nicht gefallen hat, sind die extremen Parallelen zu Teil eins und das sehr überspitzte Ende. Nachdem Rabea in Gefahr schwebte, muss auch noch Jan gefährdet werden, inklusive Verfolgungsjagd bis auf einen anderen Kontinent. Und das Schlimmste ist für mich dabei, dass sie immer wieder auch andere Personen gefährden, jedoch nie Konsequenzen folgen.
Mir war das ganze Buch einfach zu viel und zu konstruiert, ohne dass wirklich etwas dahinter steckte, worunter der in der Grundidee gute Fall ebenfalls stark gelitten hat. Schade, denn in Teil eins hat Schütz bewiesen, dass er es eindeutig besser kann.