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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.06.2025

Ein Auftakt mit Luft nach oben

Where I Left My Heart
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💬 “Ständig schleichen wir umeinander herum und versuchen, alles beim Alten zu belassen. Dabei ist es seit Monaten anders.”

💬 “Trotzdem sprechen weder er noch ich es aus, und mit einem Mal begreife ich, ...

💬 “Ständig schleichen wir umeinander herum und versuchen, alles beim Alten zu belassen. Dabei ist es seit Monaten anders.”

💬 “Trotzdem sprechen weder er noch ich es aus, und mit einem Mal begreife ich, weshalb in Filmen und Büchern so oft geschwiegen wird. Mein ‘Redet doch endlich miteinander’ verpufft in der Realität, da ich es nachvollziehen kann.”

Diese beiden Zitate aus “Where I Left My Heart” beschreiben das Buch optimal. Nur leider kann ich - anders als es die Protagonistin Juna es beschreibt - das umeinander Herumschleichen und die fehlende Kommunikation zwischen ihr und dem Protagonisten Link nicht nachvollziehen. Viel zu lang war mir unklar, worin das Problem in den Gefühlen zwischen ihnen besteht. Natürlich kann man bei Friends to Lovers eine Freundschaft verlieren, aber sonst? 🫣

Gegen Ende wurden mir die Ängste zwar deutlicher, zogen sich für meinen Geschmack aber zu einnehmend durch die Geschichte. Dadurch ist der Funke beim Lesen leider nicht auf mich übergesprungen, obwohl ich wirklich viel an der Geschichte mochte! 🥺

Allem voran fand ich die Idee mit dem Museum of Broken Hearts genial. Ich meine: ein Ausstellungsort für all die Erinnerungsstücke von Herzschmerz, die jeweils zum Kapitelbeginn beschrieben werden - wie großartig kann eine Idee sein?! 😍

Das hat mir ebenso gut gefallen wie Junas Beruf als Songwriterin und die Greifbarkeit ihrer Gefühle. Die Own Voice Story über Skoliose hat mich tief berührt 🫂✨️

Link hingegen ist etwas blass geblieben. Ich hätte gern mehr über ihn, seine Gedanken und Familienverhältnisse erfahren. Insgesamt fand ich den Auftaktband der Reihe also ganz gut, er hat für mich aber ein paar Schwächen. Diese liegen vor allem in den Längen, die durch fehlende Kommunikation entstanden sind und stattdessen für die weitere Ausarbeitung des Protagonisten hätten genutzt werden können 🙈

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Veröffentlicht am 16.06.2025

Ein Roman voll Liebe, Schmerz und wichtigen Themen

Die Frauen im gelben Haus
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„Die Frauen im gelben Haus“ zeigt, warum es gut ist, hin und wieder aus der eigenen Komfortzone auszubrechen und ein neues Genre auszuprobieren. Historische Romane wie dieser zählen nämlich nicht zu meinen ...

„Die Frauen im gelben Haus“ zeigt, warum es gut ist, hin und wieder aus der eigenen Komfortzone auszubrechen und ein neues Genre auszuprobieren. Historische Romane wie dieser zählen nämlich nicht zu meinen alltäglichen Reads, doch als ich gelesen habe, dass Josephine Katharina Groß darin generationenübergreifenden Rassismus thematisiert, musste ich einfach dazu greifen – und ich habe es keine Sekunde bereut. In dem Buch lernen wir die Geschichte dreier Frauen aus verschiedenen Generationen einer Familie kennen: Anna, Belle und Amelie. Alle drei haben Erfahrungen mit Rassismus machen müssen, obwohl zwischen ihnen mehrere Jahrzehnte liegen. Ihr Weg war nicht nur steinig – er erschien mir wie ein unmöglicher Hindernisparcours voller Leid, verursacht durch Diskriminierung und Hass. Damit war die Lektüre definitiv keine leichte. Ob die Überwindung des Parcours wirklich unmöglich war, werde ich natürlich nicht verraten. Denn gerade weil das Leseerlebnis ein so schmerzvolles war, ist es ein eindrückliches und wichtiges, das ich nur empfehlen kann! Zu den wichtigen Themen gesellen sich authentische Charaktere, großartige Umgebungsbeschreibungen und wunderschöne Illustrationen, die das Buch perfekt abrunden. Insgesamt ist “Die Frauen im gelben Haus” also ein Kunstwerk voller Liebe, Schönheit und Schmerz, von dem man viel lernen kann, das man aber in einer guten mentalen Verfassung lesen sollte.

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Veröffentlicht am 13.05.2025

Eine cozy Small Town Romance mit wichtigen Themen

Unpredictable
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Unpredicatable entführt seine Leser:innen in die idyllische Kleinstadt Yellow Creek, was für die Protagonistin Olivia allerdings sehr überraschend kommt - oder wie der Titel sagt: unvorhersehbar. Das bildet ...

Unpredicatable entführt seine Leser:innen in die idyllische Kleinstadt Yellow Creek, was für die Protagonistin Olivia allerdings sehr überraschend kommt - oder wie der Titel sagt: unvorhersehbar. Das bildet einen starken Kontrast zu New York City, wo sie eigentlich hinziehen wollte. Doch ich muss sagen: Als Setting der Geschichte hat mir Yellow Creek deutlich besser gefallen! Hier lernt Olivia viel über Vorurteile, aber leider auch darüber, was es heißt, sich als Frau in einer männerdominierten Branche durchzusetzen. Die ernsteren Themen des Buchs haben mir dabei genauso gut gefallen wie die verträumten und aufregenden Szenen. Ich mochte die Chemie zwischen den Protagonist:innen trotz all der Hinderungsgründe für ihre Beziehung extrem gern! Auch die Nebencharaktere haben mich mit ihrer Individualität und Lebendigkeit total begeistert. Lediglich eine Kleinigkeit hätte für meinen persönlichen Geschmack optimiert werden können: In der zweiten Hälfte fehlte mir teilweise die Kommunikation zwischen den Protas, durch die viele Konflikte sicherlich schneller hätten gelöst werden können. Dieser Punkt ändert aber nichts daran, dass sich hinter dem schönen Cover dieser Small Town Romance eine wundervolle Geschichte über Selbstfindung, Feminismus, Freundschaft und natürlich Liebe verbirgt, die ich vor allem für verschneite Wintertage empfehlen kann!

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Veröffentlicht am 17.12.2024

Fünffache Weihnachtsgefühle

Feels like Christmas
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Fünf Kurzgeschichten, fünf Buchuniversen, fünfmal Weihnachtsgefühle - "Feels Like Christmas" vereint bekannte Charaktere des Verlags Loewe Intense mit der schönsten Zeit des Jahres. Dabei sind die Geschichten ...

Fünf Kurzgeschichten, fünf Buchuniversen, fünfmal Weihnachtsgefühle - "Feels Like Christmas" vereint bekannte Charaktere des Verlags Loewe Intense mit der schönsten Zeit des Jahres. Dabei sind die Geschichten wie ein beruhigender Kerzenschein in einer Zeit, die für Besinnlichkeit steht und doch von Vorweihnachtsstress, einem Run auf Geschenke sowie unzähligen Terminen überschattet wird. Das Abtauchen zwischen die Seiten hat mich in dem genau richtigen Moment erreicht, in dem ich diese Entschleunigung brauchte. Dabei kannte ich drei der fünf Welten bereits aus den zugehörigen Reihen: die Alles-, Jetzt- und Vielleicht-Trilogien. Diese mochte ich natürlich besonders gern, da ich bereits eine Bindung zu den Charakteren hatte. Doch auch die Kurzgeschichten von Marina Neumeier und Alexandra Flint konnten mich begeistern und haben mich auf wenigen Seiten in eine winterliche Parallelwelt entführt. Falls ihr euch jedoch nicht spoilern lassen wollt, welche Pärchen wie zusammenkommen, solltet ihr erst die anderen Bücher der Autorinnen lesen. An dieser Stelle hätte ich mir eine Spoilerwarnung gewünscht. Die Autorinnen schaffen es aber nicht nur innerhalb ganzer Romane, sondern auch in geringem Seitenumfang große Gefühle in die Herzen ihrer Leser:innen zu schreiben. Dabei könnten die Geschichten unterschiedlicher nicht sein: von Buchfortsetzungen an Weihnachten über Ausschnitte aus einer neuen Perspektive bis hin zu Nebencharakteren, die zu Protagonist:innen werden war alles dabei - und ich habe jede davon geliebt.

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Veröffentlicht am 12.12.2024

Literarisch großartige Authentizität

Jetzt sind wir echt (Jetzt-Trilogie, Band 1)
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Dieses Buch ist eins von der Sorte, nach deren Ende man in die Leere der Luft starrt, mit überquillendem Herzen und stockendem Atem, der keinen klaren Gedanken zulässt. Eins von denen, welche dich in Endlosschleife ...

Dieses Buch ist eins von der Sorte, nach deren Ende man in die Leere der Luft starrt, mit überquillendem Herzen und stockendem Atem, der keinen klaren Gedanken zulässt. Eins von denen, welche dich in Endlosschleife ihre Buchplaylist durchhören, fühlen und dich wünschen lassen, du müsstest das eigene kleine Universum, das zwischen den einzelnen Seiten pulsiert, nie verlassen. Denn dieses Buch ist - wie der Titel schon sagt - einfach echt. Müsste ich es mit drei Worten beschreiben, wären diese: poetisch, feministisch, relatable. Gabriella Santos de Lima hat einen unvergleichlich schönen Schreibstil, der mich gefühlte tausend Zitate markieren und immer wieder durchlesen ließ. Dabei verpackt sie ernste Themen so, dass sie schmerzhaft und heilend zugleich sind. So wie es auch Lucy und Gregor sind, in ihrem eigenen kleinen Universum voller Authentizität, nackter Wahrheiten und
realistischer Selbstentwicklung. Ich kann es kaum erwarten, sie in den Folgebänden auf ihrer weiteren Reise begleiten zu dürfen, denn dieses Buch war nicht nur eine positive Überraschung für mich - es war ein Highlight!

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