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Veröffentlicht am 11.08.2021

Geschichte – einfach spannend

Revolution der Träume
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„Revolution der Träume“ ist der spannende Folgeband zu „Schatten der Welt“. Ich kannte den ersten Band leider nicht, bin aber gut in die Geschichte reingekommen. Andreas Izquierdo versetzt den Leser in ...

„Revolution der Träume“ ist der spannende Folgeband zu „Schatten der Welt“. Ich kannte den ersten Band leider nicht, bin aber gut in die Geschichte reingekommen. Andreas Izquierdo versetzt den Leser in das Berlin der Nachkriegszeit des 1. Weltkriegs. Eine Zeit des Umbruchs, des Wandels und der Revolution. Der Autor versteht es vorzüglich Historie und Fiktion in eine spannende Geschichte zu verweben.

Berlin Ende des Jahres 1918: Der Krieg ist vorbei, der Kaiser abgedankt, noch beherrschen Unruhen und Revolution den Alltag der Menschen. Die Menschen leiden Hunger. Die drei Freunde Isi, Artur und Carl treffen in der Hauptstadt wieder aufeinander. Carl möchte hier seinen Traum, ein berühmter Kameramann zu werden, verwirklichen. Artur hat den Krieg überlebt, trägt eine halbseitige Maske, sein Gesicht wurde übelst zugerichtet. Und die verrückte, wagemutige und kämpferische Isi ist zur Revolutionärin geworden. Artur schafft es durch ein Husarenstück an viel Geld zu kommen und fasst schnell Fuß in der neuen Kneipenszene der Stadt. Und Carl gelingt es tatsächlich bei der UFA einen Job zu ergattern.

Die Geschichte wird aus Carls Perspektive erzählt. Carl Friedländer, der Schneidersohn aus Thorn, macht es dem Leser leicht, ihm zu mögen. Isi und Artur sind vom Charakter her etwas sperriger. Aber auch die beide haben Seiten an sich, die mir sehr sympathisch sind. Der Autor hat seine Protagonisten sehr gut gezeichnet. Es sind kraftvolle Romanfiguren entstanden, denen man gerne folgen mag. Sie könnten gegensätzlicher nicht sein, aber gerade dadurch ergänzen sie sich perfekt. Der Schreibstil ist fesselnd, man mag das Buch kaum aus der Hand legen. Ich habe noch nie so spannend Geschichte vermittelt bekommen. So dass ich sogar Lust bekam, das Thema durch Google-Recherche zu vertiefen. Neben politischen Themen, blickt der Leser auch in das Unterwelt-Milieu. Gänzlich unbekannt waren mir die Ringvereine, die in den goldenen 20iger Jahren das organisierte Verbrechen Berlins kontrollierten. Ich las vom berühmten Regisseur Ernst Lubitsch und seinen sensationellen Filmerfolgen im Berlin der Nachkriegszeit, der dann später in Hollywood eine Weltkarriere startete. Der Ufa-Filmpalast war zu der Zeit das größte Kino Deutschlands. Der Zuschauerraum fasste 1740 Sitzplätze. Und noch ein Begriff begegnete mir: Trockenwohnen. Menschen bezogen neuerbaute Wohnungen, deren Wände noch nicht ausgetrocknet waren, als eine Alternative zur Obdachlosigkeit.

Es gab tolle Wendungen und Sätze, die mich immer wieder begeisterten. Z.B. „Wer in einem Becken voller Haifische schwimmt, wird besser selbst einer. Und kein Goldfisch“. Und auch Poesie blitzte an verschiedenen Stellen auf. Z.B. „Artur, eingesperrt in seinen Erinnerungen an seine Frau und sein Kind. Die er begraben und zurückgelassen hatte und jede Sekunde in seinem Herzen trug.“ Mit solchen Sätzen gewinnt man mich.

Fazit: Ein Buch, dass ich jedem aus vollen Herzen empfehlen kann, der an deutscher Vergangenheit und spannende Geschichten interessiert ist. Andreas Izquierdo ist ein Name, den man sich merken muss.

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Veröffentlicht am 02.08.2021

Wie Sterne am Himmel

Alles, was du mir versprichst
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Amelie und ihr kleiner Bruder Ben sind auf der Flucht vor Ehans Kumpel. Sie ist krank vor Angst. Denn eventuell läuft sogar ein internationaler Haftbefehl gegen sie. Irgendwo in Spanien macht ihr Auto ...

Amelie und ihr kleiner Bruder Ben sind auf der Flucht vor Ehans Kumpel. Sie ist krank vor Angst. Denn eventuell läuft sogar ein internationaler Haftbefehl gegen sie. Irgendwo in Spanien macht ihr Auto schlapp. Der charmante Tierarzt Ramon Álvarez bietet den beiden seine Hilfe an. Er nimmt sie mit auf die Hacienda der Familie, denn wie es der Zufall will, ist Linda, die Amelie angeblich besuchen will, seine Schwägerin. Dort wird sie freundlich aufgenommen. Linda spielt mit und verrät nicht, dass sie beide sich eigentlich nur flüchtig kennen.

Erwähnen muss ich vielleicht noch, ich kenne die vorherigen Bände nicht, bin aber gut in die Geschichte reingekommen. Ich hatte zwar einige Fragezeichen, aber die haben sich nach und nach geklärt.

Die Protagonisten sind sehr liebevoll gezeichnet. Vor allem in Ramon konnte ich mich glatt verlieben. Er besitzt so viel Herz und sieht zudem phantastisch aus, er schließt nicht nur Amelie in sein Herz, auch für Ben ist darin Platz. Und Amelie ist eine mutige Frau, die alles daransetzt ihren Bruder zu beschützen. Überhaupt die ganze Familie Álvarez ist großzügig und überaus gastfreundlich.

Nora Welling schreibt richtig, richtig gefühlvoll, ich spürte das Knistern und fühlt mit, ich war als Leser mitten im Geschehen.

Fazit: Ich vergebe 3 Sterne für einen leicht lesbaren, romantischen Schmöker für gemütliche Sommerabende.

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Veröffentlicht am 30.07.2021

Die Kindheit ist eine Insel

Der Panzer des Hummers
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Die Geschwister der Familie Gabel haben sich nach dem Tod der Mutter auseinandergelebt. Ea, die Älteste der Geschwister, lebt in San Francisco. Sie ist verheiratet und macht sich ernsthafte Sorgen um Coco, ...

Die Geschwister der Familie Gabel haben sich nach dem Tod der Mutter auseinandergelebt. Ea, die Älteste der Geschwister, lebt in San Francisco. Sie ist verheiratet und macht sich ernsthafte Sorgen um Coco, die Tochter ihres Mannes. Ihr scheint der Verlust der Mutter besonders zu schaffen zu machen, denn Ea versucht Kontakt mit der Verstorbenen über eine Hellseherin aufzunehmen. Sidsel, die Mittlere der Geschwister, ist Restauratorin in einem Kopenhagener Museum. Als alleinerziehende Mutter einer kleinen Tochter steht sie ständig unter Druck. Niels, der jüngste der Geschwister, lebt ebenfalls in Kopenhagen. Er entzieht sich allen Zwängen des Lebens und bestreitet seinen Lebensunterhalt als Plakatierer. Dennoch springt er für die Betreuung seiner kleinen Nichte ein, als Sidsel überraschend beruflich nach London reisen muss.


Ich tue mir richtig schwer, diesem Roman gerecht zu werden. Ich mag den Schreibstil der Autorin und viele Wendungen begeistern mich. Da gibt es Sätze wie: „Die Kindheit ist eine Insel, die im Meer versinkt.“ Oder herrliche Charakterbeschreibungen wie: „Mr Pistilli, der hinter seiner zuvorkommenden Fassade, wie sich schnell herausstellte, einen dubiosen und unberechenbaren Charakter verbirgt.“ Trotzdem kam ich nicht in die Geschichte. Das passiert mir selten mit einem Buch aus dem Diogenes-Verlag. Für mich ist der Verlag ein Garant für gute Literatur. Sicherlich zählt auch „Der Panzer des Hummers“ dazu. Die Geschmäcker sind bekanntlich verschieden. Bei mir trifft dieser Roman jedoch nicht den Nerv.


Das Personenregister zu Anfang des Romans empfand ich als ungemein hilfreich. So konnte ich die einzelnen Protagonisten gut zuordnen.


Fazit: Kein Roman, den man einfach so weg lesen kann. Jemand mit mehr Geduld wie ich findet sicherlich mehr Freude daran.

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Veröffentlicht am 30.07.2021

Dauerstress und Wohnungsnot

Familie ist, wenn man trotzdem lacht
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Familie Ruttmann bewohnte eine drei Zimmer-Wohnung. Das ging in Ordnung, solange die Familie aus drei Personen bestand. Doch nachdem Kind Nr. 2 geboren wurde, ist der Wohnraum leider knapp geworden. Eine ...

Familie Ruttmann bewohnte eine drei Zimmer-Wohnung. Das ging in Ordnung, solange die Familie aus drei Personen bestand. Doch nachdem Kind Nr. 2 geboren wurde, ist der Wohnraum leider knapp geworden. Eine neue Wohnung muss her. Steffi, Arnos Ehefrau, macht sich auf die Suche. Doch die Mieten sind in den letzten Jahren in astronomische Höhen gestiegen. Steffi ist am Verzweifeln und leider ist sie auch ein bisschen blauäugig, und lässt ich von einem betrügerischen Makler über den Tisch hat ziehen. Gott sei Dank hilft ihr ihre beste Freundin Helen aus der Klemme. Und dann gibt es auch noch Flora, eine alleinstehende ältere Dame, die in einer idyllischen Stadtvilla lebt, der aber die Kosten der Instandhaltung ihres Hauses über den Kopf wachsen. Die Lösung für Steffi und ihre Familie aber auch für Flora scheint zum Greifen nahe.

Wiebke Busch schreibt zum Teil sehr humorvoll, das macht diesen Roman leicht und flüssig zu lesen. Die Frauen dieser Geschichte sind jede für sich total sympathisch. Meine persönliche Favoritin in dieser Erzählung ist Helen. Sie ist quirlig und einfallsreich. Mich fasziniert die Freundschaft zwischen Steffi und Helen, die sich aus einer Kinderfreundschaft entwickelte. Eine Freundschaft, die noch im Erwachsenenleben beneidenswert intensiv und lebendig ist. Wer möchte nicht auch so eine tolle Freundin? Und da ist noch Flora. Die dritte weibliche Person in der Geschichte ist eine bemerkenswert clevere Frau. Ich mag sie. Sie lässt sich vom Makler nicht vollquasseln. Sie weiß was sie will. Arno, Steffis Mann, erleben wir nur am Rande. Er ist dauergestresst vom Job und eigentlich kaum für die Familie ansprechbar.

Die Themen dieses Romans beinhalten neben der Miet- und Wohnungsproblematik auch, Freundschaft, Leben im Alter, Familienalltag, wie schaffe ich den Spagat Kinder, Beruf und Familie unter einen Hut, zu bringen und nicht zuletzt wie gestalte ich mein Leben. Wir erfahren von der Hausbesetzerszene in den 80iger Jahren, die aus der Wohnungsnot und der Entmietung der Altbauten entstand. Wohnraum war schon damals rar und kaum bezahlbar.

Fazit.: Ein leicht lesbarer, humorvoller Roman mit ernsten Themen, aber flott weg zu lesen.


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Veröffentlicht am 27.07.2021

Erfolgreich auf Social-Media

Erfolgreich Influencer werden
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Der Traum vieler junger Menschen ist es als Influencer reich und berühmt zu werden. Influencer sind die Stars der neuen Generation. Sie reisen um die Welt sind auf tollen Veranstaltungen und an interessanten ...



Der Traum vieler junger Menschen ist es als Influencer reich und berühmt zu werden. Influencer sind die Stars der neuen Generation. Sie reisen um die Welt sind auf tollen Veranstaltungen und an interessanten Orten anzutreffen. Dabei wird übersehen, dass der Weg in diese schillernde Welt der Influencer alles andere als leicht ist. Niemand sieht, was für Arbeit hinter so einem Account wirklich steckt. Influencer vermitteln den Eindruck alles sei easy, alles leicht und macht extrem viel Spaß. So ist es nicht. Ein erfolgreicher Influencer zu sein, bedeutet viel Arbeit, Know-How und große Leidenschaft. Hier geht es nicht um ein bisschen posten auf Instagram und Co. Es ist ein beinharter Job.

Niklas Hartmann gibt in seinem Ratgeber Starthilfe in ein aussichtsreiches Influencer-Leben. Er ist seit 7 Jahren Influencer-Berater und zeigt, wie man Schritt für Schritt vorgehen muss, um auf Instagram, TikTok und Co. erfolgreich zu sein. Er hat Strategien entwickelt, die er an interessierte Leser/innen weitergibt.

Der Ratgeber ist gut strukturiert aufgebaut. Man sollte sich vor allem überlegen: Auf welchem Gebiet will ich tätig sein? Wen will ich erreichen? Welche Hobbies sind mir wichtig? Was sind meine Themen? Nun wenn ich eine große Leidenschaft für ein Bereich besitze, kann ich auch erfolgreich sein. Mein Account muss aus der Masse herausstechen. Sinnvoll ist es auch, sich bei anderen Influencern umzusehen, wie manchen sie es. Was ist deren Geheimnis?

Niklas Hartmann gibt zukünftigen Influencern einen umfangreichen Ratgeber mit tollen Praxistipps an die Hand. Damit kann man loslegen. Voraussetzung ist natürlich, man muss es 100 % wollen. Er rät dazu, eigene Strategien zu entwickeln und gibt Tipps, wie die Reichweichweite der Post vergrößert werden kann. Wie man die ersten 10.000 Follower erreicht. Und wie man damit tatsächlich Geld verdienen kann. Wie man Unternehmen und Werbepartner für sich gewinnen kann.

Fazit: Mich hat der Autor zurück auf den Boden geholt. So hatte ich mir ein Influencer-Leben nicht vorgestellt. Aber wenn du es wirklich willst, dann setzte deinen Plan in die Praxis um. Mit diesem umfangreichen Ratgeber kommst du auf jeden Fall dem Traum vom Influencer-Leben ein Stückchen näher.

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