Profilbild von buecher_schnecke

buecher_schnecke

aktives Lesejury-Mitglied
offline

buecher_schnecke ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit buecher_schnecke über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.04.2026

Alte Liebe in der Sackgasse

You and Me - Die zweite erste Liebe
0

Adam und Jules sind seit einer gefühlten Ewigkeit verheiratet. Kleinstadtidyll. Kleines, altes Haus, nicht abbezahlte Hypothek, zwei Kinder, Hund. Unzufriedenheit und Streit bestimmen das Geschehen. Sie ...

Adam und Jules sind seit einer gefühlten Ewigkeit verheiratet. Kleinstadtidyll. Kleines, altes Haus, nicht abbezahlte Hypothek, zwei Kinder, Hund. Unzufriedenheit und Streit bestimmen das Geschehen. Sie stecken in ihrer Beziehung fest, bis Adam entdeckt, dass er mit Hilfe von Mixtapes in die Vergangenheit reisen kann. Diese Mixtapes hatten in ihrer Jugend eine große Bedeutung. Die beiden reisen abwechselnd im Zeitgeschehen hin und her, verändern die Vergangenheit. Aber können sie damit auch ihre Beziehung in der Gegenwart retten?

Die Idee, mit Hilfe von Musiktapes in die Vergangenheit zu reisen, finde ich interessant. So manches Mal, wenn ich einen Song aus meiner „Sturm-und-Drang-Zeit“ höre, fühle ich mich in diese Zeit zurückversetzt und schwelge in Erinnerungen. Ich würde aber niemals auf die Idee kommen, diese Vergangenheit verändern zu wollen, denn nur weil die Ereignisse so gelaufen sind, wie sie sind, bin ich so, wie ich bin, und damit auch mein persönliches Umfeld.

Adam und Jules versuchen durch anfangs kleinere, später größere Eingriffe, die Geschehnisse zu beeinflussen, mit entsprechendem, nicht immer positivem Ergebnis. Ich hatte erwartet, dass die beiden sich durch diese Zeitreisen wieder annähern, dieses gelingt leider nur bedingt. Zu viele Geschehnisse in der Gegenwart beeinflussen die beiden.

Zwischenzeitlich hatte ich während des Lesens das Gefühl, dass das Autorenpaar aus diesem Roman eine Paartherapie entwickelt hat. Die Texte und Handlungen wirkten auf mich teilweise sehr persönlich, fast wie aus dem eigenen Leben gegriffen.

Dieser Roman ist für mich ein solides Drei-Sterne-Buch. Die Grundidee, mit Hilfe von Reisen in die Vergangenheit einen anderen Zugang zur Gegenwart zu finden, finde ich spannend, die Umsetzung ist meiner Meinung nach nicht ganz so gelungen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.02.2026

Neustart in Amsterdam

Der schwimmende Blumenladen von Amsterdam
0

Eine neue Romantic Escapes Reihe, einfach zum Träumen.
Annabel French entführt ihre Leser*innen in die schönsten Städte Europas, in denen ihre Protagonistinnen einen Neuanfang wagen.
Der erste Band dieser ...

Eine neue Romantic Escapes Reihe, einfach zum Träumen.
Annabel French entführt ihre Leser*innen in die schönsten Städte Europas, in denen ihre Protagonistinnen einen Neuanfang wagen.
Der erste Band dieser Wohlfühlserie spielt in Amsterdam, der Stadt der Tulpen.
Rosie möchte ihr Leben verändern. Sie zieht von London nach Amsterdam, um sich ihren Traum von einem Blumenladen auf dem legendären Bloemenmarkt zu erfüllen. Natürlich darf die Liebe nicht zu kurz kommen, Verwicklungen und Missverständisse sind vorprogrammiert.
Dieser Roman ist leichte Kost, ideal für lange, dunkle Winterabende. Aber genau so sehr macht er Lust auf den bevorstehenden Frühling, der hoffentlich nicht mehr allzu lange auf sich warten lässt. Der Text ist leicht und flüssig lesbar. Rosie lässt sich nicht so schnell unterkriegen: sie versucht aus vielen Dingen noch ein positives Fazit zu ziehen und sie bringt sich in ein soziales Gefüge aus neuen Freundschaften sehr gut ein. Eine Protagonistin, die man einfach gern haben muss. Zwischenzeitlich wurde es mir fast ein bisschen zu viel der Verwicklungen und Missverständnissen, aber das Ende des Romanes hat mich wieder versöhnt.
Ich bin auf die weiteren Bücher diese romantischen Wohlfühlserie gespannt und freue mich auf deren Erscheinen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.01.2026

Verbrechen im eigenen Garten

Mord im Nacktschnecken-Milieu
0

Die Diplom-Biologin Elke Schwarzer hat in ihrem Buch zwanzig Kriminalfälle aus den heimischen Gärten zusammengetragen. Dieses Sachbuch besticht durch seine hochwertige Aufmachung und die anschauliche Vermittlung ...

Die Diplom-Biologin Elke Schwarzer hat in ihrem Buch zwanzig Kriminalfälle aus den heimischen Gärten zusammengetragen. Dieses Sachbuch besticht durch seine hochwertige Aufmachung und die anschauliche Vermittlung biologischer Fakten. Liebevoll bebildert beschreibt die Autorin Mord und Vandalismus in unseren Gärten.
Alle Fälle sind gleich aufgebaut: Tatort, Indizien, Zeugen, Verdächtige, Täterbeschreibung, Täter und Motiv. Schon kann der Krimiliebhaber rätseln, wer diese frevelige Tat begangen hat. Die Darstellung im Buch ist dabei absolut gelungen.
Einige der vorgestellten Fälle kenne ich aus meinem eigenen Garten, auch wenn sich mir die jeweiligen Verdächtigen nicht immer gezeigt haben. Manche der beschriebenen Insekten waren mir zuvor gar nicht bekannt, durch die Erklärungen sind mir jedoch einige Vorkommnisse in den Beeten wesentlich klarer geworden.
Die spannenden Beziehungen zwischen Flora und Fauna werden sprachlich und optisch sehr gut in Szene gesetzt und interessant miteinander verwoben.
Ich hatte sehr viel Spaß und Freude beim Lesen dieser Sammlung an Naturkrimis und empfehle dieses Buch allen Gartenliebhabern weiter.
Von mir gibt es fünf Sterne!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.12.2025

Die Macht der Erinnerung

Das Buch der verlorenen Stunden
0

In der Reichskristallnacht wird das jüdische Mädchen Lisavet von ihrem Vater, einem berühmten Uhrmacher, in einer riesigen Bibliothek versteckt. Lisavet wird schnell klar, dass es sich um eine besondere ...

In der Reichskristallnacht wird das jüdische Mädchen Lisavet von ihrem Vater, einem berühmten Uhrmacher, in einer riesigen Bibliothek versteckt. Lisavet wird schnell klar, dass es sich um eine besondere Bibliothek handelt. Sie existiert unabhängig von Raum und Zeit. Die Regale sind voller Bücher in denen die Erinnerungen aller Menschen gespeichert sind. In diesem "Zeitraum" begegnet Lisavet der Erinnerungsgestalt Azrael und den Zeithütern, die im Auftrag der Regierungen unbequeme Erinnerungen löschen. Lisavet setzt alles daran, das zu verhindern. Der zweite Handlungsstrang führt ins Jahr 1965 zu Amelia, die um ihren ermordeten Onkel trauert. Durch die Agentin Moira entdeckt sie eine Seite an ihm, die sie nie gekannt hat und die ihr Bild von Vergangenheit und Wahrheit ins Wanken bringt.
Die Autorin verwebt magische Momente mit historischen Ereignissen und Bezügen zur aktuellen Weltlage. Besonders Lisavets Entwicklung hat mir gefallen. Aus dem verängstigten Mädchen wird eine junge Frau, die ihren eigenen Weg findet. Dass es zu Verwicklungen zwischen Zeitraum und Gegenwart kommen muss, ahnt man jedoch früh. Auch die zarte Verbindung zwischen ihr und dem Zeithüter Ernest ist schnell abzusehen. Dadurch wirkte die Geschichte für mich stellenweise etwas vorhersehbar und an manchen Punkten langatmig. Man merkt, dass das Buch von anderen Geschichten inspiriert ist, sodass große Überraschungen weitgehend ausbleiben.
Sehr interessant fand ich die Frage, wie Erinnerungen entstehen, bewahrt oder verändert werden. Hierzu ein Zitat (S. 270): „Churchill hat gesagt, Geschichte würde von den Siegern geschrieben.“ Welche Erinnerungen dürfen bleiben? Welche werden gelöscht? Und wer entscheidet darüber?
Trotz kleiner Schwächen ist die Thematik spannend umgesetzt und hat mich gedanklich noch eine Weile begleitet. Von mir gibt es für dieses Debüt solide vier Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.11.2025

Unruhige Zeiten

Das Antiquariat am alten Friedhof
0

Eine Gruppe von jungen Leuten wird 1930 in Leipzig teils aus Langeweile, teils aus Abenteuerlust zu Bücherdieben. Sie lieben den Nervenkitzel und die Gefahr. Doch dann legen sie sich mit einem mächtigen, ...

Eine Gruppe von jungen Leuten wird 1930 in Leipzig teils aus Langeweile, teils aus Abenteuerlust zu Bücherdieben. Sie lieben den Nervenkitzel und die Gefahr. Doch dann legen sie sich mit einem mächtigen, tödlichen Gegner an... 15 Jahre später, im Nachkriegsdeutschland von 1945, muss sich Felix seiner Vergangenheit stellen. Sind seine Freunde von damals noch am Leben?

Kai Meyer versteht es, wie auch in seinen anderen Romanen um das Graphische Viertel, die Leser in seinen Bann zu ziehen. Wie auch in den anderen Büchern geht es wieder um Freundschaft, Vertrauen, Verrat und natürlich um Bücher. Und trotzdem oder gerade deswegen lese ich seine Geschichten sehr gerne. Obwohl die Romane in sich abgeschlossen sind, lässt Meyer auch hier wieder den einen oder anderen Protagonisten aus den anderen Bänden auftauchen. Geniale Idee! Der Leser begleitet das Graphische Viertel von seiner Blütezeit bis zur fast völligen Zerstörung im Zweiten Weltkrieg. Diesen eindrucksvollen Ort hätte ich gerne besucht.

"Das Antiquariat am alten Friedhof" mit seinen gut 500 Seiten habe ich in kürzester Zeit durchgelesen und vergebe fünf Sterne für dieses tolle Buch.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere