Langatmig und schwerfällig
Delicate Dream
Enthält einen kleinen spoiler
Ich hatte mich wirklich auf „Delicate Dream“ gefreut, besonders weil das Cover und der blumige Farbschnitt so hübsch sind. Auch wenn Second Chance nicht unbedingt mein Lieblingstrope ...
Enthält einen kleinen spoiler
Ich hatte mich wirklich auf „Delicate Dream“ gefreut, besonders weil das Cover und der blumige Farbschnitt so hübsch sind. Auch wenn Second Chance nicht unbedingt mein Lieblingstrope ist, habe ich immer noch Hoffnung, dass es mich packt. Leider war dieses Buch für mich insgesamt eher eine Enttäuschung.
Der poetische Schreibstil hat mich anfangs zwar fasziniert, aber irgendwann war er mir einfach zu schwerfällig und ausschweifend. Es gibt so viele kleine Details und teils seitenlange Monologe, die für mich zu keinem wirklichen Fortschritt in der Geschichte geführt haben. Die Dynamik in der Geschichte hat gefehlt und das hat den Lesefluss deutlich gebremst.
Odell, sowohl als Protagonist als auch als Love Interest, war für mich einfach unmöglich. Kalt, hartherzig und viel zu stark an seinem Vater orientiert, der alles andere als ein Vorbild war. Er reflektiert kaum sein Verhalten und zeigt selten Emotionen – so richtig sympathisch war er mir überhaupt nicht. SPOILER: Der Grund für die Trennung damals war einfach nur schlechtes Verhalten seinerseits und ging für mich gar nicht. Und dann wiederholt sich das Verhalten noch einmal in der Gegenwart – ich war kurz davor auszurasten!
Auch die kalte Haltung ihm gegenüber seinen Geschwistern war nicht besser, obwohl ich diese auch nicht besonders mochte. Seine Entwicklung kam erst auf den letzten 50 Seiten, was für mich einfach zu spät war, um noch eine Verbindung zu ihm aufzubauen.
Emmeline hingegen war ein Lichtblick. Sie ist eine Süßmaus und das absolute Gegenteil von Odell. Ich habe ihre Affinität zu Düften und ihre Rituale mit den Duftsäckchen als Erinnerung sehr gemocht. Die Idee, dass die beiden zusammen ein Parfüm für Odells Firma entwickeln und dafür zu verschiedenen Orten reisen, um die Duftnoten zu extrahieren, war wirklich schön und hat mir Spaß gemacht. Es war interessant, viele verschiedene Settings zu erleben, auch wenn ich mir gewünscht hätte, dass man noch mehr über den Prozess der Parfümherstellung erfährt – das Thema war spannend, aber leider für mich nicht tiefgehend genug behandelt.
Die Lovestory zwischen den beiden war leider viel zu langsam und langatmig. Besonders, da ich Odell nicht mochte, konnte ich die Beziehung absolut nicht nachfühlen. Und dann gibt es auch noch einen Third Act Breakup, was für mich einfach nur unnötig und nervig war – das ist ein Plot, den ich wirklich nicht mag.
Fazit: „Delicate Dream“ hatte viel Potenzial, aber der Schreibstil und die Charaktere haben mich leider enttäuscht. Wer sich für Parfümherstellung und poetische Schreibweisen interessiert, könnte hier trotzdem etwas finden, aber ich persönlich hätte mir mehr Tiefe und weniger langatmige Szenen gewünscht.