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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.08.2018

In charmanter Weise durch grausame Zeiten

Der Horror der frühen Medizin
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Erster Satz

Hunderte von Männern strömten am 21. Dezember 1846 in den Operationssaal des University College Hospital, wo sich der berühmte Chirurg Londons anschickte, sein Publikum mit einer Oberschenkelamputation ...

Erster Satz

Hunderte von Männern strömten am 21. Dezember 1846 in den Operationssaal des University College Hospital, wo sich der berühmte Chirurg Londons anschickte, sein Publikum mit einer Oberschenkelamputation zu fesseln.

Meinung

Grausig und unhygienisch ist der Operationssaal zu den Zeiten, als der junge Lister seinem Studium als Chirurg nachgeht. Die Krankenhäuser sind verseucht von Krankheit und Tod, nur wenige Patienten überleben einen Aufenthalt dort. Noch weiß der Student nicht, dass seine Entdeckungen vielen das Leben retten wird und den Beruf des Chirurgen von Grund auf ändern wird.

Ein personaler Erzähler bringt dem Leser das Leben Joseph Listers näher und holt dabei auch mal weiter aus. Auch andere medizinisch wichtige Errungenschaften der damaligen Zeit werden aufgegriffen. Die Autorin hat viele verschiedene Informationen eingeholt und schreibt in flüssiger und charmanter Art über die eher grausigen Zeiten. Dabei sind komplexere Themen gut zu verstehen und wecken Interesse.
Das Leben des eher unbekannten Chirurgen Joseph Lister steckt voller Rückschlägen und Enttäuschungen. Oftmals muss er mit beruflichen Absagen kämpfen und mit der Sturheit der alteingesessenen Chirurgen Großbritanniens, die immer wieder Skepsis an seinen Theorien hegen. Durch seine Beharrlichkeit ließ er sich jedoch nie unterkriegen, ging seinen Weg und änderte mit seinen Erkenntnissen nicht nur seinen Beruf, sondern auch die Sterblichkeitsrate in Krankenhäusern des 19. Jahrhunderts zum Besseren.

Fazit

Lindsey Fitzharris hat eine interessante, leichte und selbst für Laien verständliche medizinische Biografie über einen eher unbekannten Chirurgen im 19. Jahrhundert geschrieben. Besonders die doch eher nebensächlichen kleinen Fakten haben mir gut gefallen. 4 Sterne

Veröffentlicht am 06.08.2018

Schöne Charaktere, aber wenig Zeit zum durchatmen

Das Geheimnis der Papiermacherin
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Erster Satz

Blut färbte den frisch gepressten Bogen Papier rosa.

Meinung

Seit ihre Mutter starb und ihr Vater dem Alkohol und dem Glücksspiel verfallen ist, übernimmt Anna Verantwortung für die Geschäfte ...

Erster Satz

Blut färbte den frisch gepressten Bogen Papier rosa.

Meinung

Seit ihre Mutter starb und ihr Vater dem Alkohol und dem Glücksspiel verfallen ist, übernimmt Anna Verantwortung für die Geschäfte in der familiären Papiermühle. Doch während im Umland Krieg herrscht und Flüchtlinge die Stadt Nürnberg überrennen, laufen die Geschäfte schlecht. Anna und ihre Freunde hecken einen nicht ganz legalen Plan aus, um an Lumpen für das Papier zu kommen. Allerdings läuft nicht alles glatt und sie legen sich ungewollt mit dem Nürnberger Untergrundboss an. Und dann ist da auch noch dieser charmante Söldner, der ihr immer wieder aus der Klemme hilft und eindeutig mehr zu wissen scheint, als er zugeben will.

Abwechselnd und durch einen personalem Erzähler geführt, folgt der Leser Anna und Johann, dem Söldner. Der Schreibstil war angenehm und die Geschichte ließ sich flüssig lesen.
Die Handlung des Buches lag ganz klar bei Anna, der Papiermühle und dessen Geschäft. Doch auch kleine Flirts und Witzeleien kamen nicht zu kurz.

Charaktere

Anna war taff und schreckte auch nicht vor Verbotenem zurück, um ihre Mühle zu retten. Ihr Geschäft war ihr Ein und Alles, dass mussten auch andere schnell erkennen. Bei Unternehmungen stellte sie sich nicht schusselig an und vor allem war sie gerissen und ließ sich nicht so schnell an der Nase herum führen. Sie war eine sympathische und kraftvolle Protagonistin.

Der ehemalige Söldner Johann kehrte mit einer Verletzung zu seinem Brüder zurück und erledigte einen eher ungewollten Auftrag für ihn, bevor er Anna und ihren Freunden über den Weg lief. Mit der Hoffnung seinen Bruder von dessen Machenschaften abzuhalten, wurde er teil seines „Geschäftes“. Er ließ sich nicht beirren und versuchte alles friedlich zu regeln, zudem sah er sehr lange über die Fehler seines Bruders hinweg. Er wollte einfach nicht loslassen.

Annas Freunde, die Lumpensammlergeschwister Marie und Paul, ihr Mitarbeiter Jackel und der Schmuggler Matthias waren trotz einiger Fehler loyal und liebevoll. Ihr Herz saß definitiv am rechten Platz, obwohl sie als niedere Geborene gewiss kein leichtes Leben hatten. Besonders der Schmuggler Matthias mit seinem vorlauten Mund wuchs mir schnell ans Herz.

Fazit

Obwohl mir Charaktere und Geschichte gut gefielen, muss ich sagen, dass Anna und ihre Freunde von einem Problem ins nächste schlitterten. Es gab wenig Luft zum durchatmen. 4 Sterne

Veröffentlicht am 30.07.2018

Spannend geht‘s weiter

Die Bestimmung - Tödliche Wahrheit
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Die Bestimmung - Tödliche Wahrheit ist der zweite Band der Reihe „Die Bestimmung“, weswegen Spoiler vorhanden sein könnten.

Erster Satz

Als ich aufwache, liegt mir sein Name auf der Zunge.

Meinung

Die ...

Die Bestimmung - Tödliche Wahrheit ist der zweite Band der Reihe „Die Bestimmung“, weswegen Spoiler vorhanden sein könnten.

Erster Satz

Als ich aufwache, liegt mir sein Name auf der Zunge.

Meinung

Die Fraktion der Altruans und der Ferox gibt es nicht mehr. Viele sind gestorben, während der Rest in zwei Lager gespalten ist. Tris und Four sind zusammen mit einigen anderen aus der Stadt geflohen und suchen nun Schutz bei den Amites, außerhalb der Stadt, um einen Plan auszuarbeiten. Währenddessen übernehmen die Ken die Kontrolle über die Stadt und machen jagt auf die Unbestimmten. Tris und Four sind sich sicher, alleine können sie ihre Gegner nicht aufhalten, doch Verbündete zu finden ist nicht einfach.

Wie schon im ersten Buch erzählt Tris wieder die Geschichte. Auch der Schreibstil der Autorin ist weiterhin flüssig und angenehm.
Nachdem der Fokus im ersten Teil auf den Ferox lag, tritt Beatrice nun mehr mit den restlichen Fraktionen in Kontakt. Dabei werden die unterschiedlichen Ansichten und Ideale deutlich und auch einige Abgründe tun sich zwischen den Fraktionen auf.

Charaktere

In gegen des ersten Teils, verhält sich die Beziehung von Tris und Four nun nicht mehr ganz so einfach. Beide sind eher von ruhiger Natur und in sich gekehrt. Hinzu kommt bei beiden ein ziemlicher Dickschädel, der es ihnen unmöglich macht, den ersten Schritt auf andere zu machen. Die Zwei haben ihre Geheimnisse, die sie versuchen für sich zu behalten. Four harpert mit seiner Familie, während Tris versucht den Tod ihrer Eltern und Will zu verarbeiten. Beides bringt sie in Gefahr.

Auch einige Nebencharaktere werden näher beleuchtet und bei einigen wird klar wie sie wirklich ticken.

Fazit

Für mich ging es spannend weiter und auch die Beziehung von Tris und Four verlief realistisch und mitreißend. 5 Sterne

Veröffentlicht am 26.07.2018

Liebevolle Charaktere und eine Geschichte, wie aus einem Buch

Feder & Klinge
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Erster Satz

Natürlich wusste Nummer 23, dass er eines Tages einen Namen gehabt hatte.

Meinung

Um ihre Vergangenheit zu verarbeiten rät Arianes Therapeut ihr einen Roman zu schreiben. Erst zögerlich, ...

Erster Satz

Natürlich wusste Nummer 23, dass er eines Tages einen Namen gehabt hatte.

Meinung

Um ihre Vergangenheit zu verarbeiten rät Arianes Therapeut ihr einen Roman zu schreiben. Erst zögerlich, doch dann mit Begeisterung, schreibt sie die Geschichte des jungen Raban und seinem bösen Gegenspieler Dr. Mobius, der die Weltherrschaft an sich reißen will.
Als ihr Protagonist seine Fähigkeit - Zeitreisen - entdeckt, passieren ungeahnte Dinge. Plötzlich steht Raban vor ihr, leibhaftig und in Farbe,und nur sie kann ihm dabei helfen Dr. Mobius zu stoppen.

Abwechselnd führt ein personaler Erzähler den Leser durch Arianes realen und ihrer fiktiven Welt - bei der er zunächst Raban und später verschiedenen anderen Charakteren folgt. Der Schreibstil war passend für die vorzugsweise jungen Leser, einfach gehalten und flüssig zu lesen. Besonders auf Hinsicht der Zeitreisen war dies von Vorteil.
Arianes fiktive Welt unterscheidet sich nicht sonderlich von der realen Welt, nur die Wissenschaft ist anscheinend etwas fortgeschrittener. So kommt es, dass Dr. Mobius bei einem Experiment Fehler unterliefen und die daraus entstehende Lösung für außergewöhnliche Fähigkeiten sorgte. Dies veranlasste ihn weiterzuforschen und die Fähigkeiten anderer für sich zu nutzen.

Charaktere

Ariane leidet seit ihrer frühesten Kindheit an Wahnvorstellungen und Halluzinationen, jedenfalls wurde ihr dies von allen eingeredet. Durch einen unglücklichen Unfall landet sie als Jugendliche in der Psychiatrie und versucht durch eine Therapie die Geschehnisse zu verarbeiten, bis sich herausstellt, dass sie sich nicht alles eingebildet hat. Ariane ist eher eine von der stillen und zurückhaltenden Fraktion. Oft hat sie versucht anderen es recht zu machen, für Fehler gibt sie meist sich selbst die Schuld.

Raban, oder Nummer 023, wie er in Dr. Mobius Anstalt hieß, kann sich an sein früheres Leben nicht erinnern. Nicht einmal sein Name oder sein Alter wollen ihm einfallen. Erst als ihm die Flucht gelingt erfährt er von seinem vorherigen Leben und dass er eigentlich nur einer Geschichte entsprungen ist. Von Vornherein machte Raban einen sehr aufgeweckten Eindruck und ließ sich nicht unterkriegen.

Die zwei kommen sich eigentlich zu zügig näher, als dass es realistisch war. Dadurch dass Beide aber schon lange vor ihrem Aufeinandertreffen das Gefühl hatten, dass etwas in ihrem Leben fehlte und sie sich nach dem anderen sehnten, konnte man dies jedoch etwas mehr nachvollziehen.

Fazit

Obwohl ich anfängliche Startschwierigkeiten hatte, hat mich die Geschichte mitreißen können. Die Charaktere sind liebevoll und die Zeitreisen sinnvoll. Einzig zum Schluss hätte ich mir ein wenig mehr Ausschweifungen gewünscht. 4 Sterne

Veröffentlicht am 23.07.2018

Langweilige Aufgaben, klischeehafte Charaktere und eine sich nicht entscheidende, nervige Protagonistin

NERVE - Das Spiel ist aus, wenn wir es sagen
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Erster Satz

Drei Tage hatte sie warten müssen, bis um vier Uhr am Sonntagmorgen endlich auch die letzten Beobachter abgezogen waren.

Meinung

Hinter dem Vorhang und im Schatten ihrer besten Freundin ...

Erster Satz

Drei Tage hatte sie warten müssen, bis um vier Uhr am Sonntagmorgen endlich auch die letzten Beobachter abgezogen waren.

Meinung

Hinter dem Vorhang und im Schatten ihrer besten Freundin Sydney, arbeitet Vee am Theatherstück ihrer Schule mit. Das schüchterne Mädchen schneidert und schminkt die Schauspieler, während sie den männlichen Hauptdarsteller anhimmelt. Doof nur, dass dieser auf ihre beliebte Freundin steht. Genug von ihrem Image als unsichtbares Mauerblümchen kommt ihr das neue Internetspiel Nerve gerade recht. Vee sieht ihre Chance und meistert eine der von Nerve gestellten Challenges, wodurch sie die Aufmerksamkeit vieler Zuschauer auf sich zieht. Von den teuren Preisen geködert, taucht Vee, zusammen mit ihrem Spielpartner Ian, immer tiefer in Nerve ein.

Nach einem kurzen Prolog beginnt die Geschichte kurz bevor Vee ihre erste Challenge antritt. Sie selbst leitet uns durchs Geschehen und teilt ihre Überlegungen mit uns. Der Schreibstil war angenehm.
Der Klappentext vom Buch verspricht spannende und gefährliche Challenges, dabei sind die meisten Aufgaben eher unspektakulär und mehr wie Aufgaben aus dem Partyspiel Wahrheit oder Pflicht.

Charaktere

Zu den „Wahrheit und Pflicht“ Aufgaben gibt es auch viele passende Charaktere. Für das Spiel musste Vee eine App downloaden, welche bestimmte Anrufe und Nachrichten blockt und alle ihre Benutzerkonten gehackt hat. Sie macht sich darum aber herzlich wenig Gedanken und spielt dabei mit. Naiv und begriffsstutzig trifft gut auf sie zu, aber auch wankelmütig. Erst hat sie Bedenken, ob sie sich überhaupt traut, dann macht ihre Moral ihr vor jeder Challenge einen Strich durch die Rechnung, bevor sie sich dann doch von den teuren Preisen dazu überreden lässt, noch eine Challenge zu tun.

Über ihren Spielpartner Ian lernt man nicht gerade viel kennen. Seine Hintergrundgeschichte wird immer mal wieder durch seine zu gewinnenden Preise angekratzt, doch selbst bis zum Schluss nicht erzählt. Es wirkt als hätte man ihm etwas Interessantes, mysteriöses, aber auch verletzliches verpassen wollen. Aber leider war alles viel zu wage, als dass es wissenswert wurde. Er und Vee „verlieben“ sich in nur ein paar Stunden, obwohl sie sich nicht kennen. Unrealistisch und krampfhaft, ja sogar etwas verzweifelt kommt dies aus Vees Sicht rüber.

Fazit

Langweilige Aufgaben, klischeehafte Charaktere und eine sich nicht entscheidende, nervige Protagonistin. 1 Stern