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Veröffentlicht am 20.09.2025

Racheplan an der Academy of Dream Analysis

Vengeance (Academy of Dream Analysis 1)
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Vengeance handelt von der Academy of Dream Analysis in Lappland, an der die Schüler zu Luziden ausgebildet werden. Die Hauptfigur Nemesis startet dort ihre Ausbildung, will insgeheim aber den Tod ihres ...

Vengeance handelt von der Academy of Dream Analysis in Lappland, an der die Schüler zu Luziden ausgebildet werden. Die Hauptfigur Nemesis startet dort ihre Ausbildung, will insgeheim aber den Tod ihres Bruders rächen, der auch an der Akademie war. Denn sie vermutet, dass die Direktorin der Akademie für seinen Tod verantwortlich ist. Sie versucht also, mit allen Mitteln seinen Tod aufzuklären, ihre Pläne werden jedoch von Mercy (der Neffe der Direktorin) durchkreuzt. Beide können sich absolut nicht ausstehen.



Das Setting ist von einer düsteren, geheimnisvollen und zugleich magischen Atmosphäre geprägt – perfekt für düstere Herbst-/ Wintertage. Dadurch greift das Buch charakteristische Elemente des Dark-Academia-Genres auf, erweitert diese aber durch das luzide Träumen, wodurch es dem Fantasy-Genre zugeordnet wird.

Die Kapitel werden abwechselnd aus der Sichtweise von Nemesis und Mercy erzählt, was einen tieferen Einblick in die Gedankenwelt und Motive der beiden Figuren erlaubt.



Ruby Braun hat eine einzigartige (Traum)Welt geschaffen. Die Szenen, in denen die Protagonisten in ihre Träume eingetaucht sind, haben mir am allermeisten gefallen. Die Handlung bleibt bis zur letzten Seite spannend. Vor allem in den letzten Kapiteln überschlagen sich die Ereignisse nochmals intensiv. Nur kurz hat die Spannung nachgelassen, was insgesamt aber nicht störend wirkt. Durch Rückblicke und Hinweise erfährt der Leser Stück für Stück, was dem Bruder von Nemesis zugestossen ist.

Der Enemies to Lovers Trope wurde hier perfekt umgesetzt. Diese starken Gefühle von Nemesis und Mercy dauern sehr lange an, was auch eine gewisse Anziehung erzeugt.

Wie der Klappentext verrät, kommen sie sich trotz ihrer gegenseitigen Abneigung immer näher. Die langsame Entwicklung des Verhältnisses zwischen Mercy und Nemesis hat mir auch sehr gefallen. Im Vordergrund der Geschichte steht die Aufklärung der Ereignisse rund um den Tod des Bruders, die Liebesgeschichte nimmt dabei nicht einen allzu grossen Teil ein. Die Figuren stehen in einem inneren Konflikt: sie müssen sich irgendwann zwischen ihrer Familie und ihren Gefühlen entscheiden. Dadurch bleibt der Leser neugierig.



Ich kann das Buch insgesamt sehr empfehlen. Nur schwer konnte ich das Buch weglegen, oft habe ich bis tief in die Nacht gelesen. Es dient auch als guter Einstieg in die Dark Academia-Welt. Zudem empfehle ich das Buch allen Lesern, die eine nicht allzu komplexe Fantasywelt mögen.

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  • Handlung
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Veröffentlicht am 17.09.2025

Peggy Guggenheim - mehr als nur eine Kunstsammlerin

Peggy Guggenheim
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Die Kunsthistorikerin Mona Horncastle hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Leben von Peggy Guggenheim nüchtern zu berichten und sie dabei weniger als Mutter oder Partnerin darzustellen. Vielmehr geht es ...

Die Kunsthistorikerin Mona Horncastle hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Leben von Peggy Guggenheim nüchtern zu berichten und sie dabei weniger als Mutter oder Partnerin darzustellen. Vielmehr geht es hier um ihre Passion zur Kunstszene, um ihre Rolle als Sammlerin und um die Entdeckung von neuen Künstlern.

Vor der Lektüre wusste ich nicht viel über Peggys Leben. Mein Wissen beschränkte sich auf den Begriff „Kunstsammlerin“. Horncastle beweist mit der Biografie, dass Peggy einen grossen und wertvollen Beitrag zur Kunstwelt geleistet hat: Indem sie neue Künstler hervorbrachte, Treffpunkte für Künstler schaffte und sogar Gemälde und Skulpturen (und Künstler) während dem Zweiten Weltkrieg in Sicherheit brachte. Die Autorin beschreibt auch ausführlich, mit welchen Künstlern sie verkehrte. Nur an vereinzelten Stellen erschienen mir die Ausführungen etwas zu lange (das werden Kunstbegeisterte vielleicht anders wahrnehmen). Mein persönliches Highlight war Kapitel IV, da hier sehr informativ beschrieben wird, wie die Kunstwelt auf die Bedrohung des Weltkriegs reagierte. Mir war vorher nicht bewusst gewesen, dass die Deutschen in Frankreich so viele jüdische Kunstobjekte geklaut und weiterverkauft haben, um dadurch den Krieg zu finanzieren.

Peggy wird als eine selbstbewusste, tapfere Frau porträtiert, die ihr Geld gezielt einsetzt, um Kunst zu fördern sowie Bekannten und auch Künstlern zu helfen. Sie machte den Surrealismus in New York salonfähig, eröffnete dort eine eigene Galerie, in der sie auf innovativer Weise Ausstellungen präsentierte. Die Fakten belegt die Autorin sauber mit Quellenangaben.

Den Schreibstil fand ich genial. Die Ironie der Autorin, welche sich durch das ganze Buch zieht, ist treffend und verleiht dem Buch eine gewisse Leichtigkeit. Dadurch wirkte die Lektüre nicht wie eine trockene Aneinanderreihung von Fakten oder Erlebnissen, sondern wie eine greifbare Schilderung ihres Lebens. Zudem ergänzen zahlreiche Fotos und Gemälde das Erzählte.

Diese Biografie ist absolut lesenswert - sie hat mich inspiriert zurückgelassen. Sowohl für Kunstliebhaber, welche sich in der Kunstwelt auskennen, als auch für Lesende, die Peggy noch nicht gut kennen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 16.09.2025

Atmosphärischer Stil, aber nicht überzeugende Handlung

Strandgut
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Bucky führt ein recht gewöhnliches Leben im Ruhestand in den USA, als er eine Einladung nach England kriegt. Dort soll er mit seinen mässig erfolgreichen Songs auftreten. Zum ersten Mal reist er in die ...

Bucky führt ein recht gewöhnliches Leben im Ruhestand in den USA, als er eine Einladung nach England kriegt. Dort soll er mit seinen mässig erfolgreichen Songs auftreten. Zum ersten Mal reist er in die Ferne. Der Leser begibt sich zusammen mit Bucky auf dieser Reise. Ab da taucht man in seine Gefühlswelt ein und teilt seine psychischen und körperlichen Probleme.

Was im Klappentext vielversprechend und fast schon mysteriös klang, konnte ich in der Geschichte leider nicht wiederfinden. Die Handlung hat mich gar nicht erreicht und ich hatte oft den Eindruck, dass diese unnötig in die Länge gezogen wurde. Zu lange ist nicht wirklich etwas bedeutendes passiert.
Der Fokus lag auch stark an die körperlichen Leiden und die Drogenprobleme von Buckley, was ich irgendwann nur noch als repetitiv empfunden habe. Die ursprüngliche Idee, dass Bucky in England ankommt und merkt, dass er ein Star ist, fand ich super spannend. Aber meiner Meinung nach hat Myers das Potenzial dieser Grundidee nicht ausgeschöpft.
Es werden tiefgründige Themen angeschnitten wie Trauer und die Abhängigkeit von Suchtmitteln. Diese wurden jedoch lediglich sehr oberflächlich behandelt, sodass ich nicht viel damit anfangen konnte. Myers hat jedoch schön verdeutlicht, dass Musik Menschen zusammenführen kann und als eine Art Heilmittel fungiert.

Der Schreibstil wiederum war sehr bildhaft und insgesamt wunderschön. Die Umgebung wird atmosphärisch beschrieben.

Insgesamt konnte mich das Buch leider nicht überzeugen. Vielleicht ist es aber trotzdem lesenswert für Myers-Fans. Leser, die eine poetische und atmosphärische Schreibweise schätzen, werden an diesem Buch sicher trotzdem Gefallen finden.

Veröffentlicht am 13.09.2025

Fesselnde Sports Romance mit viel Spannung

Crushing Souls (Driven Dreams-Dilogie, Band 1)
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Fiona und Duncan verbindet die Liebe zur Formel 1. Darüber hinaus können sie sich jedoch nicht ausstehen. Fiona fühlt sich von ihrem Vater im Stich gelassen, denn dieser unterstützt den Rennfahrer Duncan ...

Fiona und Duncan verbindet die Liebe zur Formel 1. Darüber hinaus können sie sich jedoch nicht ausstehen. Fiona fühlt sich von ihrem Vater im Stich gelassen, denn dieser unterstützt den Rennfahrer Duncan in allem und behandelt ihn wie einen Sohn, während Fiona um seine Aufmerksamkeit kämpfen muss und nicht auf seine Hilfe zählen kann, um in der Formel 1 Fuss zu fassen. Aufgrund mehrerer Ereignisse werden Duncan und Fiona gezwungen, miteinander zu arbeiten und scheinen sich dabei immer wie näher zu kommen…

Carolin Wahl hat so eine aufregende Geschichte geschaffen. Obwohl ich diesen Motorsport nicht aktiv verfolge, wurde das Setting relativ anschaulich konstruiert. Ich habe viel dazugelernt, weil man als Leser einen guten Blick hinter die Kulissen dieses Rennsports bekommt (bspw. wie umfangreich die Organisation und Durchführung eines Rennens ist und wie viele Personen dabei involviert sind). Die Handlung hat mich komplett überzeugt. Es geht nicht nur um Sport oder um eine weitere Liebesgeschichte. Dieser Roman zeigt treffend auf, wie familiäre Probleme einen prägen können, wie gravierend Vertrauensbruch sein kann und wie man als aus eigener Kraft seine Träume erreichen kann. Besonders hat mir gefallen, dass sich die Beziehung zwischen den beiden Protagonisten langsam entwickelt (Stichwort Slow Burn), dass aber gleichzeitig ständig eine unübersehbare Anziehung herrscht. Die Beziehung zwischen den beiden wurde sehr realistisch gezeichnet. Ich fand auch gut, dass das Buch nicht allzu viel Spice enthält, was aber durch die ständige Spannung zwischen den beiden gar nicht nötig war.

Die Charakterzeichnung greift zwar auf gängige Muster zurück (der introvertierte, arrogant wirkende Charakter im Kontrast zur selbstbewussten, lebensfrohen Figur). Trotzdem wirken die Charaktere authentisch. Deren Entwicklung ist nachvollziehbar und alles andere als abrupt. Die anfängliche Aversion, die nach und nach verschwindet, hat mich sehr gepackt, weswegen ich das Buch fast nicht weglegen konnte.

Das war meine erste Sports Romance und ich habe es geliebt. Ich würde das Buch also allen empfehlen, die noch keine Erfahrung mit diesem Genre gemacht haben. Den F1-Fans würde ich das Buch auch sehr ans Herz legen. Es ist ein unglaublicher Pageturner! Den zweiten Band werde ich definitiv auch lesen.

Veröffentlicht am 10.09.2025

Schwache und turbulente Storyline

Cleopatra und Frankenstein
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Coco Mellors Debüt „Cleopatra und Frankenstein“ thematisiert die Beziehung zwischen der jungen Künstlerin Cleo und dem mitten im Leben stehenden Frank. Eine zufällige Begegnung der beiden reicht, um eine ...

Coco Mellors Debüt „Cleopatra und Frankenstein“ thematisiert die Beziehung zwischen der jungen Künstlerin Cleo und dem mitten im Leben stehenden Frank. Eine zufällige Begegnung der beiden reicht, um eine stürmische Liebe zu entfachen. Die ersten zwei Kapitel haben mich sofort eingenommen und mich für die Geschichte begeistert. Der humorvolle und unbeschwerte Dialog zwischen den beiden hat mir zu Beginn sehr gefallen. Schnell wird geheiratet, was einen interessanten Start in die Geschichte bietet und Neugier weckt. Leider hielt dies bei mir nicht lange an, denn von Kapitel 3 an war ich von den ganzen Perspektivwechseln verwirrt und versuchte zu deuten, wie sich die verschiedenen Szenen zu einem Plot zusammenführen lassen. Es hat sich eher nach einer Aneinanderreihung von Szenen angefühlt - ein roter Faden hat mir schlicht gefehlt. Trotz der vielen Charaktere geht die Handlung nur schleichend voran und bleibt oberflächlich. Obwohl auch wichtige und ernste Themen angeschnitten wurden, konnte mich deren Umsetzung nicht überzeugen. Diese wirken künstlich eingebaut, werden teilweise nicht weiter behandelt und schaffen es nicht, die Handlung aufzubessern.



Mit den Charakteren konnte ich leider auch nicht warm werden. Hier wäre weniger mehr gewesen. Zwar sind diese alles andere als perfekt gezeichnet , aber im Kern alle gleich (egoistisch, unzufrieden, unreflektiert). Grundsätzlich ist das nichts Schlimmes, aber sie sind für mich einfach alle unglaubwürdig, übertrieben konstruiert und irgendwann einfach nur noch nervig.



Wer krasse und bedeutsame Wendungen erwartet, der sollte sich lieber eine andere Romanze suchen, denn für mich war diese Lektüre leider eine pure Enttäuschung und konnte einer guten Romanze nicht gerecht werden. Ich kann absolut nicht nachvollziehen, weshalb das Buch so hochgelobt wird, abgesehen vom wunderschönen Cover.

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