Instantnudeln for ever?
Richtig gutes Essen📖Nitani könnte jeden Tag Instantnudeln essen und legt wenig Wert auf gesunde, selbst zubereitete Speisen. Im Büro, in dem er arbeitet, sind auch zwei sehr unterschiedliche Frauen angestellt, denen Nitani ...
📖Nitani könnte jeden Tag Instantnudeln essen und legt wenig Wert auf gesunde, selbst zubereitete Speisen. Im Büro, in dem er arbeitet, sind auch zwei sehr unterschiedliche Frauen angestellt, denen Nitani auf unterschiedliche Weise näher kommt. Mit Ashikawa ist er liiert, sie kocht für ihn und bemuttert ihn kulinarisch, wohingegen sich zwischen Nitani und Oshio eine Freundschaft entwickelt, in der sie auch über Nitanis Liebe zur Literatur sprechen.
⭐ Eins ist sicher- noch selten bin ich so vielen Gerichten und essende Menschen in einem Buch begegnet. Das Glossar war hier sehr hilfreich und ich hab total Lust, einiges auch selbst zu probieren.
⭐ Die Geschichte ist gleichermaßen harmlos wie bissig. Sprachlich sehr neutral gehalten und phasenweise fast etwas zu wenig emotional, sind die Verhaltensweisen von Nitani und Oshio irritierend und durchaus absurd (z.B. Kuchen zertreten). Je häufiger und intensiver Ashikawa Mahlzeiten zubereitet und die Kolleg:innen im Büro mit Kuchen versorgt, desto weiter entfernt sich Nitani innerlich von ihr. Das fand ich sehr spannend zu beobachten.
⭐Der etwas distanzierte, fast streng anmutende Stil hat es mir nicht leicht gemacht, mich mit den Charakteren zu identifizieren. Ich fand es aber spannend zu beobachten, wie die Figuren miteinander agieren und wie sie aufeinander eingehen, wie unerwartet sie sich verhalten und wie sie durch den Büroalltag als Teil einer Zweckgemeinschaft verschiedene Rollen einnehmen,
Ein recht ungewöhnlicher Roman, in dem es zwar viel, aber rauf keinen Fall nur ums Essen geht. Ein echter Lesetipp für alle, die Lust auf japanische Bürowelt haben und sich für die Vorzüge von Oden und Nabe interessieren.