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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.04.2026

Lebensweisheiten bildlich und sprachlich exemplarisch umgesetzt

Der Rikscha-Fahrer, der dir das Glück zeigt
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Das Cover zeigt typische Motive Indiens wie die Rikscha im Vordergrund, im Hintergrund das Taj Mahal und ein Elefant, auch farblich angenehm warm aufeinander abgestimmt. In 11 kurzen, unzusammenhängenden ...

Das Cover zeigt typische Motive Indiens wie die Rikscha im Vordergrund, im Hintergrund das Taj Mahal und ein Elefant, auch farblich angenehm warm aufeinander abgestimmt. In 11 kurzen, unzusammenhängenden Kapiteln werden wichtige Lebensweisheiten an konkreten Momenten festgehalten, während wir den Rikscha-Fahrer Rahul mit seinen wechselnden, sehr verschiedenen Rikscha-Fahrgästen in Neu-Dehli begleiten. Seine Botschaften drehen sich um Liebe und Verlust, um Angst und Mut, um Verletzlichkeit und Selbstliebe. Aber auch das konsequente Verfolgen unserer Lebensziele oder für unser Leben wichtige Entscheidungen zu treffen, wird angerissen in sprachlich einfacher, prägnanter Wortwahl nach der Devise: in der Kürze liegt die Würze. Raumgreifende Illustrationen verstärken das indische Ambiente wunderbar. Mit den jeweils ändernden Farbeinstellungen im Fahrzeug betont Rahul auch die Vielfarbigkeit in den Charakteren der Menschen. Manche Weisheit wie "Wer will, findet Wege, wer nicht will, findet Ausreden" oder „Im Leben geht es nicht darum, perfekt zu sein“. mag oberflächlich, unrealistisch oder einfach zu simpel klingen. Der optimistische, Mut machende Gedanke im Alltag jedoch besticht.

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Veröffentlicht am 05.04.2026

Die erfolgreiche Suche nach einem Zuhause

Fäden des Glücks
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Auf drei Erzählebenen geht es hauptsächlich um ein altes Gutshaus mit Karla, ihren Eltern und der Nachbarsfamilie und deren Kindern Bruna und Rasmus in Lüttenbü, Mecklenburg-Vorpommern. In der Gegenwart, ...

Auf drei Erzählebenen geht es hauptsächlich um ein altes Gutshaus mit Karla, ihren Eltern und der Nachbarsfamilie und deren Kindern Bruna und Rasmus in Lüttenbü, Mecklenburg-Vorpommern. In der Gegenwart, im März 2025, trifft nach 13 Jahren des Gebäudeverfalls die 31-jährige, arbeitslose Frankfurter Unternehmensberaterin Karla Arensberg aufgrund eines Briefes vom Finanzamt – Vollstreckungsankündigung -- alarmiert im geerbten Gutshaus aus dem 19. Jahrhundert im Ort ein. In ihrer akuten Not nach einem Sanitär-Notdienst suchend, trifft sie auf Rasmus, ihre große Liebe aus dem Sommer 2012, und sie entflammt erneut. Entlang dieser Erzählebene aus ihrer verhängnisvollen Sommerferienzeit dort entwickelt sich nicht nur eine romantische Liebe zu ihm und eine tiefe Freundschaft zu Bruna. Deren Eltern, Inga und Knut Mikkelson, und deren Bewältigung von Problemen wie z.B. Depression, spielen bis in die Gegenwart eine gewichtige Rolle im Roman. Während bis zum Mai 2025 die ausgebrannte Karla über ihr altes Hobby der Näherei zu Selbstfindung und einem kreativen Neuanfang findet, entwickelt sie auch aufgrund historischer Informationen aus 1943 aus dem Büchlein der Vorbesitzerin Elise von Holmern ein besonderes Verhältnis zu diesem Anwesen. Die Ausweitung dieser Erzählebene deutscher Geschichte mit NSDAP, Flucht, Enteignung und Neubewirtschaftung dieses großen Gebäudes wäre auch interessant gewesen.
Der Schreibstil rund um die Beschreibung der unvergessenen Jugendliebe gefällt, Karlas Handlungen und Träume sind schlüssig. Auch die warmherzigen Nebencharaktere geben dem Roman interessante Wendungen. Neben der Näherei wird generell die Liebe zum Handwerk betont, egal ob Backen, Tischlern oder Renovieren in Eigenregie angesagt ist.

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Veröffentlicht am 03.04.2026

2 Länder, 3 interessante Frauenschicksale

Ein Ort, der bleibt
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Eine detaillierte Aufarbeitung geschichtlicher Ereignisse zwischen der Bundesrepublik und der Türkei in der Zeit zwischen 1929 bis in unsere politische Gegenwart wird am Beispiel der Fam. von Prof. Dr. ...

Eine detaillierte Aufarbeitung geschichtlicher Ereignisse zwischen der Bundesrepublik und der Türkei in der Zeit zwischen 1929 bis in unsere politische Gegenwart wird am Beispiel der Fam. von Prof. Dr. Alfred Heilbronn exemplarisch dargeboten. Durch die Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 folgen wie er mehr als 3000 meist jüdische Wissenschaftler der Einladung des Staatsgründers der heutigen Türkei Kemal Atatürk in die Türkei, den Aufbau des Landes nach westlichem Vorbild zu vollziehen. Ebenso erfolgreich tätig wie in Münster ist Prof. Dr. Heilbronn an der Universität Istanbul und seinem dort gegründeten pharmakologisch-botanischen Institut, mit Schwerpunkt der Genetik und Heilpflanzenkunde. Schon im ersten Zuhause in Münster wird wie auch in Istanbul das Familienleben, speziell der zwei Ehefrauen Magda und Mehpare, einfühlsam eingefangen. Auch viele Pflanzen wie der Akanthus oder das einjährige Bingelkraut schlagen fast wie selbstverständlich Wurzeln. Wie drastisch einschneidend politische Beschlüsse beider Länder sein können, wird klar herausgestellt, sei es Alfreds sog. „Reichsflucht“ mit Enteignung und späterer Ausbürgerung aus Deutschland, sei es der Verlust seiner beruflichen Sonderstellung am Institut durch seine zweite Ehe mit Mehpare und er Türke wird. Dass die Bedrohung durch Hitlerdeutschland selbst vor Ort greifbar ist, beschreiben der Passeintrag „Haymatloz“ sowie das Drama rund um das bulgarische Motorschiff „Struma“, einem schwimmenden Sarg mit 791 jüdischen Flüchtlingen. Auch wie es den in der Türkei mitgenommenen und geborenen Kindern dieser Wissenschaftler:innen ergeht, wird hart angerissen. Wie hat sie das Aufwachsen in der Türkei geprägt? Wo sind sie zu Hause?
Dass der Botanische Garten in Istanbul ein Symbol für eine Zeit ist, die heute politisch nicht gewollt ist, verdeutlicht der dritte Erzählstrang der Gegenwart rund um die dritte Frauenfigur Imke. Für die Erstellung eines Gutachtens recherchiert sie einerseits über ein in Deutschland fast vergessenes Kapitel deutsch-jüdischer-türkischer Geschichte, und gerät dabei in staatliche, religiöse, polizeiliche Repressalien einer Türkei, die diesen Teil der Geschichte wohl vergessen machen will.
Ein Buch zum Nachdenken über Heimat inmitten politischer Hürden, exemplarisch festgezurrt an drei sehr verschiedenen Frauenschicksalen.

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Veröffentlicht am 31.03.2026

Ein Neuanfang im fremden Land

Maries Glücksküche – Die Schule am Meer
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Ein Neuanfang mit ungewöhnlichem Zuhause, mit neuer Dorfschule und mit neuer Sprache – viel auf einmal nicht nur für ein Grundschulkind.
In gemütlicher und liebevoller Atmosphäre entwickelt sich in der ...

Ein Neuanfang mit ungewöhnlichem Zuhause, mit neuer Dorfschule und mit neuer Sprache – viel auf einmal nicht nur für ein Grundschulkind.
In gemütlicher und liebevoller Atmosphäre entwickelt sich in der neuen Umgebung an der französischen Atlantikküste eine Kindergeschichte, die eine Kombination aus Schulalltag, Familienleben und der besonderen Rolle des Kochens mit vielen Glücksmomenten darstellt..
Die schüchterne, einfühlsame, aber einsame Marie ist die sympathische Hauptfigur, die sich mit neuen Herausforderungen wie Schule, Sprache und überhaupt einem neuen Leben in Frankreich an der Seite der französischen Großmutter auseinandersetzen muss. Authentisch wirkt z. B. ihre anfängliche Unsicherheit gegenüber Mitschülern, ihr Wunsch dazuzugehören. Gleichzeitig sorgen kreative, magische Elemente und Momente – auch die nicht perfekten - für reichlich Spannung. Der besondere Reiz der Geschichte liegt in der Kombination aus Kochen und Magie, oft zusammen mit der Großmutter. Die Vorstellung, mit den richtigen Zutaten mit origineller Namensgebung Menschen verzaubern zu können, gefällt. Der Schreibstil ist angenehm leicht und humorvoll. Die Illustrationen unterstreichen den warmen, freundlichen Ton des Buches.
Eine kleine Wohlfühlgeschichte mit Herz, Humor und Abenteuer, mit der überzeugenden Botschaft für Mut bei Neuanfängen.

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Veröffentlicht am 30.03.2026

Suche nach Schmetterlingen und Nachsinnen über theologische Themen

Das Jahr der Schmetterlinge
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Das Cover präsentiert eine üppig grüne und wild blühende Landschaft, wohl ideal als Schmetterlingen - Standort. Der mittig platzierte Buchtitel in pinker Farbgebung harmoniert nicht optimal zum Gesamtarrangement, ...


Das Cover präsentiert eine üppig grüne und wild blühende Landschaft, wohl ideal als Schmetterlingen - Standort. Der mittig platzierte Buchtitel in pinker Farbgebung harmoniert nicht optimal zum Gesamtarrangement, fällt wohl direkt auf.
Von Januar bis zum August 2022 erstreckt sich die Vorbereitung und Schmetterlingssuche in ganz Dänemark. Recherchen, Kontaktaufnahmen und Listenerstellung stehen vorrangig im Januar an und über sechzig teils sehr seltene Tagfalter werden fotografisch an verborgenen Orten wie in kleinen Waldstücken, auf versteckten Wiesen, an morastigen Feuchtflecken und im Windschatten von Sanddünen bis einschließlich August festgehalten. Im Buch befinden sich leider nur gemalte Exemplare, datiert mit Fundort.
Viele Informationen allein zu deren Metamorphose führen zu philosophischen und religiösen Reflektionen, von der Antike bis in die heutige Kirchengschichte hinein. Diese Wandlungen vom Ei zur Raupe und über 4-6 Häutungen zur Puppe bis zum fertigen Schmetterling, gerade eine solche Metamorphose verweigerte die Kirche anzuerkennen, denn Gott habe doch alles auf der Erde in Vollkommenheit, bereits in ihrer Endform, ideal erschaffen.
Darüber hinaus vermittelt das Buch einen sehr persönlichen Touch durch Einblicke in das Familienleben der Autorin.
Vielleicht erwächst aus diesem Sachbuch auch der Anreiz, über NABU, LBV oder ähnliche Organisationen in Deutschland über Schmetterlinge nachzuforschen.

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