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Veröffentlicht am 16.07.2026

Scheidungen in den 1950-er Jahren in Reno, Nevada

Der Club der geschiedenen Frauen
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Das Cover hätte auch zu einem modernen Frauenroman in neuerlichem Zeitrahmen gepasst.
Dieser Roman handelt von jungen Frauen, die nach einer erforderlichen sechswöchigen Wohnsitzpflicht in Reno vor der ...

Das Cover hätte auch zu einem modernen Frauenroman in neuerlichem Zeitrahmen gepasst.
Dieser Roman handelt von jungen Frauen, die nach einer erforderlichen sechswöchigen Wohnsitzpflicht in Reno vor der Antragstellung auf Scheidung z. B. auf der renommierten, seriösen, auf Diskretion bedachten Golden Yarrow Ranch diese Zeit neben Anwalt- und Gerichtsterminen gemeinsam verbringen. Angenehm ausgefüllt mit Ausritten, Planschen am Pool und Alkohol durchtränkten Besuchen von Bars und Casino finden die in Scheidung lebenden Frauen beaufsichtigte Sicherheit vor manchem zudringlichen Ehepartner oder auch reichlich Gelegenheit, ihre Zukunftsängste zu verdrängen. Das Alltagsleben auf der Ranch, das muntere Treiben in den Bars und im Casino – alles wirkt sehr authentisch beschrieben. Über das ihnen aufgezwungene Eheleben wird reflektiert, über Uneinigkeit hinsichtlich des Kinderwunsches bis zur Sinnleere in deren Ehe. Mit den Hauptfiguren Louis und Greer werden zwei gegensätzliche Frauenbilder lebendig dargestellt, die trotz Verschlossenheit und vieler Geheimnisse eine innige Freundschaft bilden. Mutproben, initiiert durch Greer, sorgen nicht nur für allgemeine Dramatik bis zu Missstimmung, sondern Louis spürt dadurch auch, wie sie offener, selbstbewusster und mutiger wird. Sie wächst und wärmt sich an den kleinen Zeichen der Anerkennung der anderen Frauen auf der Ranch. Ihr Weg zur Maskenbildnerin, zu ihrem wahren Ich, ohne Abhängigkeit von Ehemann oder Geld der Familie wird realistisch beschrieben, während das Schicksal der heimtückischen, verlogenen Geers eine überraschende Wendung nimmt. Mit Louis als perfekte Komplizin hat diese durchtriebene Figur ein leichtes, naives Opfer gefunden, das verzweifelt auf einen Neuanfang zusammen mit ihr hofft.
Ein ansprechendes Buch über Selbstbestimmung und Mut.

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Veröffentlicht am 15.07.2026

Öffnung zu neuen Lebenswegen

Segnungen
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Sieben Ich-Erzählerinnen stehen vor einschneidenden, lebensverändernden Entscheidungen. In emotional sie stark belastenden Situationen findet sich eine akzeptable Lösung. Inhaltlich geht es in diesen Kurzgeschichten ...

Sieben Ich-Erzählerinnen stehen vor einschneidenden, lebensverändernden Entscheidungen. In emotional sie stark belastenden Situationen findet sich eine akzeptable Lösung. Inhaltlich geht es in diesen Kurzgeschichten um nicht alltägliche Problematiken in örtlich verschiedenen Szenerien, die sprachlich einfühlsam aufbereitet sind.
Interessante Frauengeschichten!

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Veröffentlicht am 14.07.2026

Als Jüdin im Exil in New York, am East River

Ein Fenster am East River
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Dieser Roman spielt hauptsächlich in der Zeit von 1943 bis 1944 in New York mit Vorgeschichten in Brüssel und Prag. Der anfänglichen Beschreibung von Fremdartigkeit der „Neuen Welt“ für die Hauptfigur, ...

Dieser Roman spielt hauptsächlich in der Zeit von 1943 bis 1944 in New York mit Vorgeschichten in Brüssel und Prag. Der anfänglichen Beschreibung von Fremdartigkeit der „Neuen Welt“ für die Hauptfigur, der jungen Tschechin Anna Martinek,, und der harten Lebens- und Erwerbsbedingungen in manchem Slumviertel werden Szenen voller quirliger Lebensfreude beigemischt. Ernste Inhalte wie die Verfolgung durch die Nationalsozialisten oder die europaweiten Kriegshandlungen entzünden sich auch an der Person des Jürgen Niederode, einem bekannten deutschen Violinvirtuosen. In Brüssel noch als Annas verliebte Bekanntschaft beschrieben, entpuppt er sich im plötzlich besetzten Prag als Vertrauensmann, der sie als Jüdin in die rettende Schweiz schleust. Jahre später, vom Geheimdienst irrtümlich als Verräter eingestuft, konzertiert er erfolgreich in den USA und outet sich der verheirateten Anna gegenüber als eitler Egoist, voller Herrschsucht, Engstirnigkeit getarnt als Liebe. Als männlicher Gegenpart spielt Annas Ehemann Tom Sörensen, als Arzt gegen das Leid in der Welt ankämpfend, eine ausgleichende Rolle, achtet er doch auch Annas emanzipatorische Freiheiten. Neben einer Liebesgeschichte findet sich neben Gesellschaftskritik wie z.B. Rassismus-Fragen auch ein politisches Statement, gepaart mit der Hoffnung auf eine bessere Welt nach Kriegsende.
Ein interessanter Roman einer jüdischen Exilantin!

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Veröffentlicht am 12.07.2026

Wenig Spannung, einiges an Lokalkolorit

Mord unterm Reetdach
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Informationen zu Historischem auf Sylt zu erfahren z.B. zu dem stattlichen Hünengrab bei Denghoog ist einladend und sorgt für angenehme Urlaubsstimmung selbst bei wüstem Nordseewetter.
Das Miträtseln ...

Informationen zu Historischem auf Sylt zu erfahren z.B. zu dem stattlichen Hünengrab bei Denghoog ist einladend und sorgt für angenehme Urlaubsstimmung selbst bei wüstem Nordseewetter.
Das Miträtseln bei den angerissenen Live Escape Games mit Codes für die Hauptfigur Immobilienmakler Kristan Dennermann fällt schwer. Auch das langsame Aufdecken der verzwickten Geheimnisse sorgt für wenig Spannung. Vielleicht liegt es an der Figurenzeichnung von Kristan, mit seinen persönlichen Schwierigkeiten wie Panikattacken oder an seiner teils unreflektierten Herangehensweise der Mord-Ermittlungsarbeit rund um Hinnerk Petersen. Übertrieben wirkt seine Zuneigung gegenüber seinem Corgie Prince of Wales, die Betonung seiner Gourmet-Kenntnisse sowie seiner guten Menschenkenntnis, die ihm bei seinen privaten Ermittlungen kaum behilflich ist. Auch die Polizeiarbeit mit dem neuen Kommissar, hier eher als unrealistische Nebenrolle eingebaut, wirkt nicht überzeugend. Dass es im Endeffekt nicht um Familiengeheimnisse geht, überrascht dann doch.

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Veröffentlicht am 11.07.2026

Norwegen unter deutscher Besatzung – Interessant!

Die Unwürdigen
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Vor besonderer historischer Kriegskulisse des 2. Weltkriegs geht es um den von Armut, Hunger und sonstiger Not geprägten Arbeiteralltag in einem Vorort von Oslo. Im Mittelpunkt steht eine clevere Fünfer-Bande, ...

Vor besonderer historischer Kriegskulisse des 2. Weltkriegs geht es um den von Armut, Hunger und sonstiger Not geprägten Arbeiteralltag in einem Vorort von Oslo. Im Mittelpunkt steht eine clevere Fünfer-Bande, die schnell erwachsen werden muss, denn nach dem Verlust ihrer Väter versorge sie ihre mehrköpfigen Familien meist durch riskante Diebstähle und suspekten Schwarzmarkthandel. Ohne regelmäßigen Schulbesuch, ohne Interesse am Politischen, erhält besonders Carl Erling vom norwegischen Widerstand später Kenntnis, arbeitet er doch für die Besatzer. Nicht alle Bandenmitglieder überleben in Freiheit aufgrund dramatischer Fehler. Sie bilden untereinander sogar eine vertrauensvolle Ersatzfamilie für jüngere Geschwister. Figuren und riskante Ereignisse in der Gummifabrik, auf Dachböden und in Kellern oder in verlassenen Villen, auf dem Schwarzmarkt sind detailliert und spannend in Szene gesetzt. Erst nach Kriegsende erfahren sie vom Widerstand ihrer Väter oder vom Verlust ihres Eigentums nach sicherer Rückkehr aus Schweden. Wie stark die verschworene Gemeinschaft war und auch ihre dramatischen Einzelschicksale, wird eindrücklich erzählt.
Insgesamt ein warmherziges Banden-Porträt in einer leidgeprüften, norwegischen Arbeiterschicht in Kriegs-und Nachkriegszeiten.

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