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Veröffentlicht am 14.08.2026

Unbefriedigende Suche nach Antworten zur Rolle von Frauen in biblischen Texten

Bible Bad Ass
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In eher jungem, frechem, coolem Sprachstil beschäftigt sich die Autorin über die Hauptfigur Klara in einem Gruppenchat mit Feminismus innerhalb der Kirche. Dieser Chat, Bible Bad Ass, lässt eine Reihe ...

In eher jungem, frechem, coolem Sprachstil beschäftigt sich die Autorin über die Hauptfigur Klara in einem Gruppenchat mit Feminismus innerhalb der Kirche. Dieser Chat, Bible Bad Ass, lässt eine Reihe biblischer Frauengestalten wie Maria Magdalena, Lilith, Ruth und andere über deren vergessene bzw. sehr versteckte, kleingeredete Rolle rund um Jesus berichten. Neben diesen interessanten Fakten geht es in informellem Stil auch z.B. um Klaras Wut, ihre Menstruation, um ältere und queere Mitmenschen, um Gleichberechtigung. Klaras Leben und ihr allmähliches Abschweifen ins Esoterische vermag nicht wirklich zu fesseln, eher zu verwirren. Weiterführende Quellenangaben zur Geschichte biblischer Frauen hätten diesen Roman sicher ideal bereichert. 2*

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Veröffentlicht am 13.08.2026

Familiengeheimnissen auf der Spur

Mein Herz ist eine Krähe
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Viele deprimierende Themen werden in dieser schwedischen Familiengeschichte aufgeworfen: Armut, Hunger, Gewalt gegen Frauen und Kinder, Depression, Abtreibung, Außenseiter – gesetzt in eine fast unberührte ...

Viele deprimierende Themen werden in dieser schwedischen Familiengeschichte aufgeworfen: Armut, Hunger, Gewalt gegen Frauen und Kinder, Depression, Abtreibung, Außenseiter – gesetzt in eine fast unberührte Waldgegend Hälsinglands in Schweden.
Auf zwei sehr verschieden stark wirkenden Erzählebenen geht es um die charakterlich divers geprägten Frauen Unni und Kåra. Mit der Flucht aus Trondheim 1897 zusammen mit ihrem Sohn Roar und Armod beginnt für Unni ein sehr karges, Leid geplagtes Leben in rauer Natur, doch stets voller Liebe und Hoffnung in einer unwirtlichen Kate.
Neben diesem starken weiblichen Charakter zeigt sich mit Kåra auf der zweiten Erzählebene ca.70 Jahre später ein bedrückendes Familienleben voller Depression und Schweigen rund um üble Geheimnisse.
Die verbindende, sehr interessante Figur ist Roar, zunächst als Unnis liebenswerter, tatkräftiger Sohn und später als Kåras alternder Schwiegervater.
Die Lebens- und Naturbeschreibungen wecken durch viele Details starke Bilder, mit dem Symbol der Krähe mal als Unnis Vertraute, mal als Kåras Botin der Angst. Manche logische Ungereimtheit fern möglicher Realität springt ins Auge: Der 4-jährige Roar kann keinen erlegten, ausgewachsenen Dachs zur Kate transportieren, auch kann seine jüngere Schwester Rehfleisch nicht einsalzen. Bettwäsche (mit oder ohne Unnis Monogramm) kann nicht bei der total überstürzten Flucht eingepackt worden sein. Und wie sollte der schwer misshandelte elfjährige Roar mit gebrochenem Arm und verletztem Wangenknochen dem gewalttätigen Waldbauern mit heruntergelassener Hose den Schädel zertrümmert und bis zum Halbmeilenstein im Handkarren geschoben haben? Als dementer Greis, angewiesen auf Gehhilfe, konnte er sicher auch nicht einen Hochsitz erklimmen nach Durchquerung von durchwachsenem Waldgelände. Auch die Szene mit Tone-Amalie im abgebrannten Wald mit ihrer vergessenen Puppe stimmt nachdenklich, da sie nicht einfach ersetzbar ist durch eine andere.
Insgesamt gefallen die meisten atmosphärischen Beschreibungen, auch der finale Twist ist gelungen. 4*

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Veröffentlicht am 10.08.2026

Eine leichte Sommerlektüre!

Wo der Seewind flüstert. Die St.-Peter-Ording-Saga
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Das nostalgisch anmutende Cover führt treffend zurück in die 50er und 60er Jahre. Dieser 1. Band der historischen Saga spielt zwischen Gelsenkirchen und St.-Peter-Ording. Das Flair der Zeit zwischen Juni ...

Das nostalgisch anmutende Cover führt treffend zurück in die 50er und 60er Jahre. Dieser 1. Band der historischen Saga spielt zwischen Gelsenkirchen und St.-Peter-Ording. Das Flair der Zeit zwischen Juni 1959 und September 1960 ist realistisch eingefangen, denke man nur an die einfachen Schlaf- und Wohngelegenheiten (Nissenhütte bzw. Scheune) oder Frühstücksangeboten für Urlauber in St. Peter Ording.
Die 17-jährige Hauptfigur Sabine und ihr Fräulein-Dasein mit all ihren damaligen gesellschaftlichen Beschränkungen und elterlicher Erwartungshaltung könnte heutzutage bedeutend freier agieren. Die Handlung selbst zeigt nur einige überraschende, spannende Momente. Die Wendungen um das Strandcafé in St. Peter Ording wirken sogar etwas unrealistisch, ist die minderjährige Sabine ohne Berufserfahrung und nicht legal unterschriftsberechtigt mit 18 Jahren. Die kritischen Situationen in dieser Liebesgeschichte mit dem musizierenden Tom wirken sehr konstruiert. Auch wirken die gesamt geführten Dialoge sehr steif, ohne Pepp. Neben der damaligen Frauenrolle im Familienverbund wird auch das Thema Gastarbeiter angerissen.
Insgesamt eine nette, ruhige Geschichte! 3/5*

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Veröffentlicht am 08.08.2026

Vom Möchtegern-Mufti, dem großen, schwulen Imam Salim

Bruder
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In vier Teilen geht es um den Ziehvater Imam Salim und seine drei Adoptivsöhne Dayo, Iseul und Youssef, alle 1990 geboren und wohnhaft zunächst über der Moschee in der Occident Street auf Staten Island, ...

In vier Teilen geht es um den Ziehvater Imam Salim und seine drei Adoptivsöhne Dayo, Iseul und Youssef, alle 1990 geboren und wohnhaft zunächst über der Moschee in der Occident Street auf Staten Island, New York. Konzipiert als eine umfassende Erklärung von Youssef Smith, gerichtet an die Tochter von Iseul, Ya Ruhi Smith, geht es in diesem Buch um tiefgründige Themen rund um die Macht von Religion, um verbotene Homosexualität, um westlichen Kapitalismus und Rassismus, um Fundamentalismus. Der Erzähler Youssef krankt seit Geburt an einem Nervenleiden, hervorgerufen durch Giftgaseinwirkung. Über dieses Krankheitsbild zu lesen mit sich wandelnden Gestalten, die ihn sogar attackieren, wirkt anfangs im Lesefluss irritierend. Nachdem der sehr rätselhafte Ziehvater Imam Salim weniger als idealer Vater oder durch Religionsausübung in der alten Moschee glänzt, spielt er in Saudi-Arabien eine eher versteckte politische Rolle nach modernen Ansichten des Islam. Schließlich folgen ihm die drei Brüder in die neu erschaffene Stadt Hadith, eingesetzt als Marionetten in gehobener Position, kontrolliert und manipuliert, schließlich in einem Rachefeldzug endend. Dieser fiktive, futuristische Teil erinnert an den politischen und religiösen Konflikt zwischen den USA und den arabischen Staaten, mit Kritik am Kapitalismus.
Keine leichte Kost für Andersgläubige! 3/5*

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Veröffentlicht am 05.08.2026

Ein eindringliches, atmosphärisches Drama an der Westküste Neuseelands

Kerbholz
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Im Jahr 1978 werden drei britische Geschwister zwischen 7 und 14 Jahren aus bisher privilegiertem britischem Ambiente völlig unerwartet und unvorbereitet herausgeschleudert aus ihrem sozialen, behüteten ...

Im Jahr 1978 werden drei britische Geschwister zwischen 7 und 14 Jahren aus bisher privilegiertem britischem Ambiente völlig unerwartet und unvorbereitet herausgeschleudert aus ihrem sozialen, behüteten Umfeld durch einen Autounfall des Vaters. Als verwundete Waisen auf einer verwahrlosten Farm ohne Strom- und Wasseranschluss an einem weit abgelegenen, hinterwäldlerischen Geisterort des ehemaligen Goldrauschs an der Westküste Neuseelands landen sie schließlich, über Jahre eingesetzt als Arbeitssklaven von 2 obskuren Gestalten. Ohne mögliche Trauerarbeit um tote Eltern und 4. Geschwister, ohne Aussicht auf baldige polizeiliche Suchtrupps oder medizinische Versorgung erdulden die Kinder harte Arbeitseinsätze, Lügen, Einsamkeit in wilder Natur. Ihre unterschiedliche Entwicklung der Charaktere in Gefangenschaft über den langen Zeitraum wird in feinen, beklemmenden Nuancen dargestellt, zwischen mehrmaligen Fluchtversuchen und Akzeptanz der Unfreiheit driftend. Ihre Retter entpuppen sich schon bald als gewalttätige Ausbeuter, denen es einzig um ihren eigenen Vorteil geht. Manche Szenen sind so intensiv beschrieben mit den jeweiligen Stärken und Schwächen aller Beteiligten. Die Szene um die nun erwachsene, betrunkene Kate und dem Geist am See, als Mensch getarnt, wirkt etwas sonderbar.
Auf einer weiteren Erzählebene der Gegenwart ab 2010 geht es um Familienangehörige in London, die bisher die Hoffnung, die Vermissten in Neuseeland zu finden, noch nicht aufgegeben haben trotz mehrmaliger, eigener Suchermittlungen ab 1978 entlang der zerklüfteten Westküste und dichtem Buschland. Erst 32 Jahre nach erster Vermisstenmeldung werden zufällig gefundene, sterbliche Überreste als die ihres Neffen identifiziert, zusammen mit der Armbanduhr des Vaters und einem Kerbholz. Erst 4 Jahre, nachdem die Familie spurlos verschwunden war, soll er lt. Polizeibericht verstorben sein. Die immer noch schwelende Hoffnung auf ein positives Finale - nicht nur von Seiten der Londoner Familie - wird nicht genährt. Thematisch vertieft werden Familienbande, ihre Verbundenheit – auch zu Wahlfamilien. Der Preis für Rettung, für das Überleben, für Kost und Logis, geritzt auf einem mittelalterlichen Schuldschein, dem Kerbholz, scheint in der Wildnis der neuseeländischen Westküste sehr hoch zu sein.
Insgesamt ein atmosphärischer, düsterer Roman – den Lebensstil mancher Personen und die isolierte, undurchdringliche Natur betreffend. 5/5+

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