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Veröffentlicht am 13.04.2026

Die Befreiung aus der Macht eines magischen Ortes – tiefgehend!

Der letzte Leuchtturm
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Schon der Einstieg mit dem Prolog von Robert Louis Stevenson ist ausdruckstark: "Zu sein, was wir sind, und zu werden, was wir zu werden imstande sind, ist der einzige Lebenszweck." Das ist auch die markante, ...

Schon der Einstieg mit dem Prolog von Robert Louis Stevenson ist ausdruckstark: "Zu sein, was wir sind, und zu werden, was wir zu werden imstande sind, ist der einzige Lebenszweck." Das ist auch die markante, sich wortgewaltig entwickelnde Botschaft dieses Romans mit Ouse als Hauptperson. In dem einzigartigen, tatsächlich existierenden Naturspektakel mit Leuchtturm auf Muckle Flugga, der nördlichsten damals noch bewohnten Insel der Shetlands nahe der Arktis, lebt dieser junge, kreative Mann mit einer besonderen künstlerischen Vorliebe für Textil- und Nadelarbeiten. Während er oft in berührender Zwiesprache mit dem Geist des Schriftstellers Robert Louis Stevenson (RLS) verweilt – Sohn dieses Leuchtturmbauers und dessen einziger, wahrer Freund seit dem Tod der Mutter - , sorgt sein verbitterter, schwermütiger, kontrollierender Vater als einziger Leuchtturmwärter für reichlich viele angespannte Momente des Zusammenlebens. In seiner derben Mundart verbunden mit harschem, rauem Verhalten stellt er im Tauziehen um Ouse mit seiner Erwartungshaltung den unerbittlichen Fels in der Brandung dar. Zwischen diesen zwei extremen Charakteren taucht aus Edinburgh der lebensmüde Autor Firth in dem heutigen Naturschutzgebiet auf. Seine vermeintlich letzte Mission, den Lieblingsvogel seines Großvaters, den Basstölpel, dort zu finden und zu malen vor Beenden seines traurigen Lebens verwandelt sich in eine Befreiungsaktion für seinen neuen Freund Ouse. Die bildhaften Beschreibungen der Naturschönheit, aber auch der Gefahren von Flora, Fauna, Wetterwechseln und dem Ozean konkurrieren mit den intensiven emotionalen Entwicklungen dieser drei Männer, mal zart berührend, mal polternd plump und laut. Der lange Entscheidungsweg von Ouse, den Vater und diesen magischen Ort für Edinburgh zu verlassen, ist fesselnd und einfühlsam beschrieben. Eigentlich stellt sich für alle drei Männer eine neue Sinnfrage.
Eine nachdenkliche Geschichte über Verlust, Freundschaft und Mut zum Neuanfang.

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Veröffentlicht am 09.04.2026

Ein Lokalkrimi mit wenig Spannung

Moorgold - Ein Erzgebirgskrimi
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Das Cover mit den aufgedeckten Goldmünzen im dunklen Moor weist bereits passend auf die besondere Geschichte des Sagen umwobenen Erzgebirges hin. Im Prolog geht es um die Vertreibung damaliger Siedler ...

Das Cover mit den aufgedeckten Goldmünzen im dunklen Moor weist bereits passend auf die besondere Geschichte des Sagen umwobenen Erzgebirges hin. Im Prolog geht es um die Vertreibung damaliger Siedler in Böhmen, die auf ihrem Fluchtweg 1945 in provisorischen Verstecken im dichten Fels- und Waldgebiet ihre Wertsachen versteckten.
Kriminalkommissarin Annalena Krest von der Polizeidirektion Chemnitz, alleinerziehend mit 2-jährigem Sohn, beschäftigt sich zunächst langatmig mit dem Leichenfund von Jakub Miler, 63, tschechischer Staatsbürger mit Zweitwohnsitz in Bärenstein, der der kinderliebe Gaukler vom Ritterfest mit Leierkasten ist. Bei weiteren Ermittlungen hinter der Grenze eröffnet sie einen zweiten Erzählstrang um die Geschichte von Daniel Knappe, von Knut Heinze und seinen nach 30 Jahren im abgerutschten Gelände aufgetauchten Gebeinen. Die ungewöhnlichen Figuren wie den Schatzsucher und diesen Marionettenspieler Jakub Miler werden ergänzt durch den vom Polizeidienst suspendierter Sohn Adam Miler. Mit den Legenden um Marzebilla und Schakagerl, den Schutzgeistern des Erzgebirges, erhält der Krimi viel Lokalkolorit, betont auch deren Einzigartigkeit als Region des Weltkulturerbes. Die Zusammenarbeit entlang der deutsch-böhmischen Grenze, zwischen Chemnitz und Prag, verläuft wohl harmonisch.
Störend, sogar spannungshemmend wirken sich sowohl das jeweilige Privatleben der Ermittlerin Annalena als auch das von ihrem älteren, beurlaubten Chef Hauptkommissar Lorenz aus. Zudem führen die häufigen Wiederholungen zu unnötigen Längen. Außerdem wirkt das magische, offene Ende um Adam Miker unrealistisch.
Insgesamt interessantes Lokalkolorit, jedoch zu ausschweifende Privatthemen.

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Veröffentlicht am 07.04.2026

In einer Welt voller Erwartungen den eigenen Lebensinhalt finden

Statt aus dem Fenster zu schauen
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In vier Entwicklungsschritten folgt der Leser der Hauptfigur Sophie Geiger, 25, BWL-Studentin im Praktikum in München. Bei gähnender Langeweile vor endlosen Excel-Tabellen am PC sitzend kauft sie über ...

In vier Entwicklungsschritten folgt der Leser der Hauptfigur Sophie Geiger, 25, BWL-Studentin im Praktikum in München. Bei gähnender Langeweile vor endlosen Excel-Tabellen am PC sitzend kauft sie über e-Bay Kleinanzeigen aus einem spontanen Impuls heraus ein altes Haus in der ostdeutschen Provinz für 3000 €. Was zunächst wie eine mutige und unüberlegte Aktion erscheint, entwickelt sich zu einem konstruktiven Sinnfindungsprozess während einsamer Renovierungs- und Gartenarbeiten im bzw. am baufälligen Objekt im Nirgendwo. Über langjährige Freunde wie Pauline und Moritz Feldhammer kommt es neben interessanten Exkursionen vor Ort bis zur Ostsee auch zu tiefergehendem Gedankenaustausch. Das dörfliche Zusammenleben in Günderode und Nichwitz im Norden Ostdeutschlands wird realistisch beschrieben mit einem Touch von Nostalgie. Auch die Kindheitserinnerungen der sympathischen Ich-Erzählerin und Oma Monikas achtzigster Geburtstag stellen den schönen Familienbezug her. All diese detaillierten Facetten des dortigen Alltags vermitteln ein angenehmes Gefühl von Freiheit in meist sommerlicher Natur. Spannung kommt auf durch die spätere notarielle Eintragung des Grundbesitzes ins Grundbuch, da sich die einfache Möglichkeit öffnet, alles rückgängig zu machen. So verlockend dieser Notausgang vielleicht sein mag, mit gewachsenem Selbstbewusstsein und verändertem Leben vertraut Sophie lieber auf ihre weitere Sinnsuche, auch nach dem richtigen Arbeitsplatz. Die anfangs planlose, ahnungslose und teils naive Studentin entpuppt sich allmählich zu einer standfesten Frau, die neben Studium und Arbeit das Freiheitsgefühl im Nirgendwo nicht missen möchte.
Dieses realitätsnahe Setting charakterisiert Sophie als mutige Frau, die unvoreingenommen neue Situationen meistert. Der teils humorvolle Schreibstil gefällt.

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Veröffentlicht am 06.04.2026

Lebensweisheiten bildlich und sprachlich exemplarisch umgesetzt

Der Rikscha-Fahrer, der dir das Glück zeigt
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Das Cover zeigt typische Motive Indiens wie die Rikscha im Vordergrund, im Hintergrund das Taj Mahal und ein Elefant, auch farblich angenehm warm aufeinander abgestimmt. In 11 kurzen, unzusammenhängenden ...

Das Cover zeigt typische Motive Indiens wie die Rikscha im Vordergrund, im Hintergrund das Taj Mahal und ein Elefant, auch farblich angenehm warm aufeinander abgestimmt. In 11 kurzen, unzusammenhängenden Kapiteln werden wichtige Lebensweisheiten an konkreten Momenten festgehalten, während wir den Rikscha-Fahrer Rahul mit seinen wechselnden, sehr verschiedenen Rikscha-Fahrgästen in Neu-Dehli begleiten. Seine Botschaften drehen sich um Liebe und Verlust, um Angst und Mut, um Verletzlichkeit und Selbstliebe. Aber auch das konsequente Verfolgen unserer Lebensziele oder für unser Leben wichtige Entscheidungen zu treffen, wird angerissen in sprachlich einfacher, prägnanter Wortwahl nach der Devise: in der Kürze liegt die Würze. Raumgreifende Illustrationen verstärken das indische Ambiente wunderbar. Mit den jeweils ändernden Farbeinstellungen im Fahrzeug betont Rahul auch die Vielfarbigkeit in den Charakteren der Menschen. Manche Weisheit wie "Wer will, findet Wege, wer nicht will, findet Ausreden" oder „Im Leben geht es nicht darum, perfekt zu sein“. mag oberflächlich, unrealistisch oder einfach zu simpel klingen. Der optimistische, Mut machende Gedanke im Alltag jedoch besticht.

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Veröffentlicht am 05.04.2026

Die erfolgreiche Suche nach einem Zuhause

Fäden des Glücks
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Auf drei Erzählebenen geht es hauptsächlich um ein altes Gutshaus mit Karla, ihren Eltern und der Nachbarsfamilie und deren Kindern Bruna und Rasmus in Lüttenbü, Mecklenburg-Vorpommern. In der Gegenwart, ...

Auf drei Erzählebenen geht es hauptsächlich um ein altes Gutshaus mit Karla, ihren Eltern und der Nachbarsfamilie und deren Kindern Bruna und Rasmus in Lüttenbü, Mecklenburg-Vorpommern. In der Gegenwart, im März 2025, trifft nach 13 Jahren des Gebäudeverfalls die 31-jährige, arbeitslose Frankfurter Unternehmensberaterin Karla Arensberg aufgrund eines Briefes vom Finanzamt – Vollstreckungsankündigung -- alarmiert im geerbten Gutshaus aus dem 19. Jahrhundert im Ort ein. In ihrer akuten Not nach einem Sanitär-Notdienst suchend, trifft sie auf Rasmus, ihre große Liebe aus dem Sommer 2012, und sie entflammt erneut. Entlang dieser Erzählebene aus ihrer verhängnisvollen Sommerferienzeit dort entwickelt sich nicht nur eine romantische Liebe zu ihm und eine tiefe Freundschaft zu Bruna. Deren Eltern, Inga und Knut Mikkelson, und deren Bewältigung von Problemen wie z.B. Depression, spielen bis in die Gegenwart eine gewichtige Rolle im Roman. Während bis zum Mai 2025 die ausgebrannte Karla über ihr altes Hobby der Näherei zu Selbstfindung und einem kreativen Neuanfang findet, entwickelt sie auch aufgrund historischer Informationen aus 1943 aus dem Büchlein der Vorbesitzerin Elise von Holmern ein besonderes Verhältnis zu diesem Anwesen. Die Ausweitung dieser Erzählebene deutscher Geschichte mit NSDAP, Flucht, Enteignung und Neubewirtschaftung dieses großen Gebäudes wäre auch interessant gewesen.
Der Schreibstil rund um die Beschreibung der unvergessenen Jugendliebe gefällt, Karlas Handlungen und Träume sind schlüssig. Auch die warmherzigen Nebencharaktere geben dem Roman interessante Wendungen. Neben der Näherei wird generell die Liebe zum Handwerk betont, egal ob Backen, Tischlern oder Renovieren in Eigenregie angesagt ist.

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