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Veröffentlicht am 13.11.2025

Die Zerbrechlichkeit des Lebens – zum Nachdenken

Jetzt gerade ist alles gut
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Der Erzähler beginnt mit einer lebensbedrohlichen Situation, die zum Sinnieren anregt über das Leben und das Überleben. Es folgen in loser und bunter Aufreihung zunächst unscheinbare Situationen z.B. in ...

Der Erzähler beginnt mit einer lebensbedrohlichen Situation, die zum Sinnieren anregt über das Leben und das Überleben. Es folgen in loser und bunter Aufreihung zunächst unscheinbare Situationen z.B. in der Natur, mit Familie, Freunden und neuen Mitmenschen, die für den Erzählenden aus der Nebensächlichkeit heraus in seinem Leben zu tieferen, verändernden Momenten mutieren. Eher wirkt diese zu lose Mischung aus kleinen, für den Erzähler kostbaren Augenblicken flach und oberflächlich. Diese Momentaufnahmen ohne fortlaufende Handlung werden schließlich am Ende mit dem anfänglich einschneidenden Erlebnis geschickt verknüpft.
Ein vermeintlich unscheinbarer Anlass mit schnell sehr gefährlicher Wirkung einer Sepsis – ein überzeugender Vorfall und Grund genug, eine wichtige Mahnung an die Kunst des aufmerksamen, lebenswerten Miteinanders zu statuieren, aber sprachlich nicht voll überzeugend!

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Veröffentlicht am 12.11.2025

Erfolgreich gegen Rechtsextremismus im herbstlichen Südschweden

Dann ruhest auch du (Ein Fall für Maya Topelius 3)
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Sehr Persönliches und Berufliches ist angenehm miteinander verwoben in diesem dritten Band der Trilogie mit der sympathischen Kriminalinspektorin Maya Topelius. Das spannende Szenarium spielt im nebligen, ...

Sehr Persönliches und Berufliches ist angenehm miteinander verwoben in diesem dritten Band der Trilogie mit der sympathischen Kriminalinspektorin Maya Topelius. Das spannende Szenarium spielt im nebligen, verregneten, aber auch sonnigen Oktober auf der Insel Öland, rund um die Schlossruine von Borgholm und Kalmar mit Umland. Zusammen mit ihrem eingespielten Teamkollegen Pär stößt sie nicht nur auf die urige Außenseiter-Figur Johan, sondern völlig unerwartet über eine damals vermisste Mitschülerin auf ein europaweites Netzwerk von gefährlichen Rechtsradikalen. Diese sorgen mit drei Morden für spannende, gut nachvollziehbare Aufklärungsarbeit in neun strapaziösen Tagen. Dabei wird die eingespielte, vertrauensvolle Zusammenarbeit dieses Duos aus Stockholm stark strapaziert. Die Passagen rund um die vier Freundinnen, auch besonders um Clara, wirken ab und an langatmig.

Insgesamt ein spannender, überzeugender Plot. 4*

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Veröffentlicht am 11.11.2025

Überzeugende, authentisch wirkende Akteure in Deutschland ab 1931

Lebensbande
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Auf zwei Erzählebenen erfährt man viel über das Schicksal von Magdalene, kurz Lene de Jong, geb. Gertens und Nora Neuer geb. Losen, inspiriert von wahren Ereignissen und historischen Fakten ab 1931. Während ...

Auf zwei Erzählebenen erfährt man viel über das Schicksal von Magdalene, kurz Lene de Jong, geb. Gertens und Nora Neuer geb. Losen, inspiriert von wahren Ereignissen und historischen Fakten ab 1931. Während sich Nora als Rentnerin ab 1991 in Kühlenborn an der Ostsee rückbesinnt auf ihr mit Schuldgefühlen und Lügen beladenes Leben als gelernte Krankenschwester, starten Lenas Beiträge mit ihrem 17. Lebensjahr zusammen mit dem ebenso verliebten Holländer Joop de Jong in der Nähe von Kranenburg am Niederrhein. Sie sind Cousinen, die sich vereint um Lenes behinderten Sohn Leo als Reichsausschusskind lt. Sprachgebrauch der NSDAP bemühen. Hier wiederholen sich leider teilweise Passagen aus der jeweiligen Sicht beider Frauen im Ablauf von Leos Rettung vor der sicheren Vernichtung als unwertes Leben. An Nora ab Danzig gekoppelt findet sich das Schicksal von Lieselotte Plass, kurz Lotte. Viele zeitgeschichtliche Spannungsmomente wie z.B. Kriegsgefangenschaft in Russland oder auch heimliche Grenzgänge rund um den 2. Weltkrieg spielen hier eine gewichtige, auch tragische Rolle. Die Feldpost und der Suchdienst des Roten Kreuzes lassen Hoffnungen wie Erschütterungen lebendig werden. Die Beschreibung des mitmenschlichen, oft lebensgefährlichen Einsatzes der hier Beteiligten überzeugt durch einfühlsamen Schreibstil. In treffender Wortwahl wird deutsche Zeitgeschichte um den 2. Weltkrieg an dem Schicksal dreier Frauen mit belastenden Nachwirkungen bis ins Jahr 1993 dokumentiert.

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Veröffentlicht am 10.11.2025

Aufgewachsen in Irland, erfolgreich in Deutschland

Before I met Supergirl
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Irland – das verregnetes Land in seiner politischen Zerrissenheit und Härte, aber auch mit seinen religiösen Wurzeln wird lebendig porträtiert entlang den vielen Reflexionen des Autors Rea Garvey. Seine ...

Irland – das verregnetes Land in seiner politischen Zerrissenheit und Härte, aber auch mit seinen religiösen Wurzeln wird lebendig porträtiert entlang den vielen Reflexionen des Autors Rea Garvey. Seine Rückbesinnung wandert entlang seiner Schulzeit, angefangen im beschaulichen Abbeyleix, weiter mit Templeton, dann Tralee mit seinen Schlägereien und Job im Pub bis nach Dublin zum Studium mit viel Partytime. Neben den vielen Veränderungen wie Familienzuwachs und Karriere des Vaters entpuppt sich Rea eher als Außenseiter, gefangen zwischen Stolz und Selbstzweifel inmitten einer hilfsbereiten, verständnisvollen Familie. Sein Weg zur Musik mit seiner Indie-Band über fünf Jahre und seiner anschließenden Solo-Karriere erscheint mühsam, teils frustrierend. Interessant ist die Auswahl an sechs verschiedenen Ogham-Überschriften als roter Faden durch Reas Leben, für besonders wichtige Werte wie Family, Pride, Trust, Faith, Friends, Love stehend. Prolog und Danksagung sind leider nicht mit übersetzt worden. Das Supergirl aus dem neugierig machenden Romantitel wird nicht tangiert.
Mal zum Schmunzeln, mal toxisch und desillusionierend ehrlich – so kommt dieses Musikerleben Reas daher.

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Veröffentlicht am 08.11.2025

Eine wahre, tragische Mutter-Tochter-Geschichte

Brief an mein Kind
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Dieses preisgekrönte, autofiktionale Buch mit darin enthaltenen Briefen richtet die fast 50-jährige Mutter, ehemalige Balletttänzerin, an ihre schwerst behinderte Tochter. Bis zu deren 16-ten Lebensjahr ...

Dieses preisgekrönte, autofiktionale Buch mit darin enthaltenen Briefen richtet die fast 50-jährige Mutter, ehemalige Balletttänzerin, an ihre schwerst behinderte Tochter. Bis zu deren 16-ten Lebensjahr begleitet die krebskranke Mutter in Rom bis 2022 das mühsame, aber auch liebevolle Miteinander, teils in poetischer Schreibweise. Man verfolgt zunächst den geplatzten Traum vom Muttersein als Spätgebärende, nachdem ihre Tochter mit Corpus-callosum-Agenesie (CCA) diagnostiziert wird. Wie überfordert und unwissend man nicht nur nach der Geburt im Umgang mit einem solch heftigen Krankheitsbild ist, wird drastisch, ehrlich und klar beschrieben. Wie auch das Leben der Mutter dadurch aus den Fugen geraten ist, wird nachvollziehbar dargelegt. Verfolgen kann man ihren Kampf gegen die Abtreibungsgegner in Debatten um den Abtreibungsparagraphen 194 in Italien, auch ihre Suche nach praktischen Antworten über das Carter Center in den USA. Dass Krankheit entfremden, trennen, isolieren und zerstören kann, gilt nicht nur für die Corona-Pandemie. Ständige Probleme in der Inklusionsschule der Tochter mit Eingaben, Beschwerden, Anträgen und sogar Anzeigen belasten den ohnehin stressbeladenen Alltag, der sich schließlich noch verschärft durch die fatale Krebsdiagnose der Mutter. Besonders ihren beruflichen Werdegang als Tänzerin greift sie auf, erinnert z.B. an Balletttänzer wie Vaslav Nijinsky und Olivier Dubois. Wie sie sich beide nun als Menschen zweiter Klasse sieht, wie sie aber auch rechtzeitig Vorsorge trifft nach „Legge dopo di noi“ (Gesetz „nach uns“), zeigt ihre Verzweiflung, aber auch ihre Kraft und Sorge um ihre geliebte Tochter.

Schriftlicher Abschied der krebskranken Mutter Ada von ihrer schwerbehinderten Tochter Daria – eine bewegende Szenerie insgesamt.

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