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Veröffentlicht am 21.06.2022

Packender Endzeit-Thriller mit einem beängstigenden Szenario, das erschreckend realitätsnah rüberkommt

Das U-Boot
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Mit seinem zweiten Buch legt der Autor Hans Leister einen spannenden Endzeit-Thriller vor, der ein ziemlich beängstigendes Szenario entwickelt und dabei doch erschreckend realitätsnah rüberkommt. Im Laufe ...

Mit seinem zweiten Buch legt der Autor Hans Leister einen spannenden Endzeit-Thriller vor, der ein ziemlich beängstigendes Szenario entwickelt und dabei doch erschreckend realitätsnah rüberkommt. Im Laufe der Geschichte ergeben sich zwar einige Verknüpfungspunkte mit seinem Erstlingswerk „Der Tunnel“, dennoch braucht man hier keinerlei Vorkenntnisse aus diesem Buch, um die Geschichte lesen und nachvollziehen zu können.

Im Mittelpunkt des Geschehens steht die junge Marinesoldatin Leah Friedman, deren großer Traum es ist, Mitglied der ersten rein weiblichen Besatzung an Bord eines israelischen U-Boots zu werden. Beharrlich verfolgt sie ihren Traum und erfüllt ihn sich am Ende auch. Während einer Patrouillefahrt spielen dann plötzlich die Instrumente an Bord verrückt und gewaltiger Unterwasserlärm schreckt die U-Boot-Besatzung auf. Hat ein verheerendes Ereignis wirklich alles Leben oberhalb der Wasserlinie zerstört und sind die Frauen die einzigen Überlebenden ? Eine beklemmende Situation, die zur großen Belastung für die Menschen an Bord des U-Bootes wird. Und dass Leah kurz zuvor erfahren hat, dass sie schwanger ist, ist dabei auch keine große Hilfe.

Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen breitet der Autor seine gut aufgebaute Geschichte vor uns aus. Dabei entwirft er noch einen zweiten Erzählstrang um den Bauingenieur Tarik, der mit seiner Familie im Gazastreifen lebt, und einen Tunnel nach Ägypten baut. Allerdings lässt er sich auf den ersten knapp 200 Seiten zunächst sehr viel Zeit und Raum, seine Protagonisten und das Setting ausführlich einzuführen. Nach einigen Längen in diesen Passagen legt das Geschehen mit Eintritt der Katastrophe dann aber deutlich an Spannung zu und entwickelt doch noch echte Thrillerqualitäten. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen.

Auf den letzten knapp 40 Seiten macht die Geschichte noch einen gewaltigen Zeitsprung und beleuchtet die Zukunft der Menschheit. Hier ist mir persönlich trotz einiger gelungener Einfälle etwas zu sehr der erhobene Zeigefinger im Einsatz und es treten erneut einige Längen auf. Diese Passagen hätte man meiner Meinung nach auch in Form eines straffen Epiloges deutlich kürzer abhandeln können. Trotz der angesprochenen Kritikpunkte überwiegen unter dem Strich aber doch die positiven Leseeindrücke bei weitem, so dass mein Interesse am Erstlingswerk des Autoren und seinen kommenden Büchern durchaus geweckt ist.

Wer auf packende Endzeit-Thriller mit starken Figuren und einem beängstigenden Szenario steht, wird hier insgesamt gut bedient und spannend unterhalten.

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Veröffentlicht am 20.06.2022

Temporeicher Rache-Thriller mit einigen überraschenden Wendungen

Ich lüge bis du stirbst: Thriller
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Mit diesem Buch legt die Autorin Gillian Hobbs, die unter dem Namen Nicole Siemer bereits einige Bücher aus den Bereichen Horror und Fantasy veröffentlicht hat, ihren ersten Thriller vor, der sich schnell ...

Mit diesem Buch legt die Autorin Gillian Hobbs, die unter dem Namen Nicole Siemer bereits einige Bücher aus den Bereichen Horror und Fantasy veröffentlicht hat, ihren ersten Thriller vor, der sich schnell zu einem wahren Pageturner entwickelt und mich so gut und spannend unterhalten konnte.

Im englischen Küstenstädtchen St. Pit sind Neuzugezogene nicht unbedingt an der Tagesordnung und daher werden Scarlett und Jacob Dyer auch besonders überschwänglich begrüßt, zugleich aber auch misstrauisch beäugt, als sie ihr neues Haus beziehen. Das Scarlett in Wahrheit Olivia Lewis heißt und sich für die Grausamkeiten rächen will, die ihr vor Jahren in St. Pit zugefügt wurden, ahnt niemand ihrer neuen Nachbarn. Kaltblütig und mit viel Kalkül überzieht sie den scheinbar so idyllischen Ort schnell mit einem feinen Spinnennetz voller Intrigen und Ränkespiele, in dem sich schon bald die ersten Bewohner verfangen. Und so nimmt das Verhängnis unweigerlich seinen Lauf …

Mit einem packenden Schreibstil und zahlreichen überraschenden Wendungen treibt die Autorin ihre gut aufgebaute Geschichte voran und erzeugt dabei schnell eine ungemeine Sogwirkung, die dafür sorgt, dass man das Buch kaum noch aus der Hand legen kann. Die Ausgangssituation erinnert auf den ersten Blick an die amerikanische Serie „Revenge“, die von 2011 bis 2015 in vier Staffeln ausgestrahlt wurde. Und doch erzählt das Buch eine ganz eigene Geschichte und gewinnt dem altbekannte Rache-Thema dabei auch durchaus einige neue Facetten ab. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Echte Sympathieträger sucht man dabei zwar lange Zeit vergebens, dadurch wird der Spaß aber eigentlich sogar noch gesteigert, da die meisten Protagonisten durchaus verdient haben, was ihnen hier widerfährt. Zudem konnte im Laufe der Geschichte doch noch der eine oder andere der Protagonisten bei mir punkten und so dafür sorgen, dass man mit ihr/ihm mitfiebert und hofft, dass sie/er dem drohenden Verhängnis doch noch entkommt.

Wer auf spannende und wendungsreiche Rache-Thriller steht, wird hier bestens bedient und spannend unterhalten. Auf die weiteren Bände dieser Reihe bin ich nun schon sehr gespannt.

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Veröffentlicht am 13.06.2022

Gelungene Satire über eine Heilige, nach der dummerweise ein Virus benannt wurde

O Corona!
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Mit diesem Buch legt der Autor Günter Krieger eine beißende Satire vor, die zeigt, dass man der immer noch vorherrschenden Corona-Lage durchaus ein paar lustige Seiten abgewinnen kann.

Seit auf der Erde ...

Mit diesem Buch legt der Autor Günter Krieger eine beißende Satire vor, die zeigt, dass man der immer noch vorherrschenden Corona-Lage durchaus ein paar lustige Seiten abgewinnen kann.

Seit auf der Erde ein Virus grassiert, das nach ihr benannt wurde, bricht der E-Mail-Server der heiligen Corona mit schönster Regelmäßigkeit unter der Flut der Nachrichten zusammen. Allerhöchste Zeit also, dass sie dort selber einmal nach dem Rechten sieht. Mit der unkonventionellen Schutzengelin Jacqueline an ihrer Seite macht sie sich also auf den Weg. Die Reise steht aber von Beginn an unter einem schlechten Stern, da sie der schwerhörige Angelus Scotty nicht nach Kolumbien, sondern nach Köln beamt. Und damit beginnen die turbulenten Verwicklungen dieser Reise erst.

Mit einem lockeren Schreibstil, bildhaften Beschreibungen, die das Kopfkino beim Lesen auf Hochtouren laufen lassen, und einem bissigen Humor erzählt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte komplett aus der Perspektive von Jacqueline, die an der unbedarften Art ihrer Schutzbefohlenen immer mehr verzweifelt und große Mühe hat, diese immer wieder aus diversen Schwierigkeiten herauszuholen. Dabei stoßen die beiden ungleichen Gefährtinnen auch des Öfteren auf bekannte Persönlichkeiten aus Politik Kirche und öffentlichem Leben, die hier durchgehend gut getroffen sind. Aber auch die übrigen Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen sind gut gezeichnet und vielschichtig angelegt. Gegen Ende droht die Geschichte kurz in allzu Rührselige abzudriften, findet aber doch noch zu altem Biss zurück und sorgt so für einen gelungenen Abschluss.

Eine Satire, der nicht nur gut unterhält, sondern auch sehr viel Spaß macht und bei mir für zahlreiche Lacher oder zumindest Schmunzler gesorgt hat.

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Veröffentlicht am 10.06.2022

Packender Auftakt einer Science-Fiction-Reihe um eine gefährliche Weltraummission mit ungewissem Ausgang

Die Wächter des Wissens
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Mit diesem Buch legt der Autor David Reimer den Auftakt seiner neuen Science-Fiction-Thriller-Reihe „Die Wächter des Wissens“ vor und beschert mir damit meinen ersten Science-Fiction-Roman, der in weiten ...

Mit diesem Buch legt der Autor David Reimer den Auftakt seiner neuen Science-Fiction-Thriller-Reihe „Die Wächter des Wissens“ vor und beschert mir damit meinen ersten Science-Fiction-Roman, der in weiten Teilen in der Vergangenheit spielt. Erst am Ende des Buches kommen wir dann im Jahr 2022 an, wo der Autor dann auch einige reale und ziemlich aktuelle Ereignisse in die Handlung einbaut.

Als der Astrophysiker und Analyst Frank Navell im Jahr 2015 die letzten Daten der Voyager-2-Sonde analysiert, stößt er auf eine Anomalie, die Rätsel aufgibt. Doch bevor er der Sache weiter auf den Grund gehen kann, wird ihm mitgeteilt, dass sein Vertrag nicht verlängert wird. Als die ESA Jahre später eine Weltraummission startet, rückt auch diese Anomalie in den Blickpunkt und es beginnt ein Abenteuer, das die Mitglieder der Mission, zu denen auch der Deutsche Leonard Braun gehört, an ihre Grenzen und noch ein ganzes Stück darüber hinaus bringen wird. Denn längst sind auch andere Regierungen und eine mysteriöse Schattenorganisation auf die Sache, hinter der sich ein uraltes Geheimnis verbirgt, aufmerksam geworden und beginnen, ihr ganz eigenes Spiel zu spielen.

Mit einem packenden Schreibstil und einem hohen Erzähltempo treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte voran und entwirft mit viel Einfallsreichtum ein faszinierendes Setting, das die Handlung auch über die weiteren Bände tragen kann. Zudem bestückt er dieses Setting mit einer ganzen Riege gut gezeichneter und vielschichtig angelegter Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen, die immer wieder für Überraschungen gut sind. Der übliche Spagat eines Auftaktbandes, zum einen eine interessante Geschichte zu erzählen, die Lust auf weitere Bände macht, und zum anderen das Setting und die Protagonisten, die diese Geschichten tragen sollen, sorgfältig einzuführen, gelingt insgesamt sehr gut, lässt aber durchaus auch noch ein wenig Steigerungspotential für die nachfolgenden Bände. So dauert es doch recht lange, bis wir endlich ins All aufbrechen.

Ein insgesamt gelungener Reihenauftakt, der Lust auf mehr macht, mich aber noch nicht komplett überzeugen konnte. Die Ansätze, das dies mit dem nächsten Band bereits gelingen kann, sind aber durchaus vorhanden.

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Veröffentlicht am 07.06.2022

Auch in der Gegenwart ist der Ort Talberg ein Garant für viel Spannung und eine düstere Geschichte

Talberg 2022
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In diesem packenden und atmosphärisch dichten Kriminalroman führt uns der Autor Max Korn zum dritten Mal in den kleinen Ort Talberg im Bayerischen Wald. Nach den ersten beiden Bänden, die in den Jahren ...

In diesem packenden und atmosphärisch dichten Kriminalroman führt uns der Autor Max Korn zum dritten Mal in den kleinen Ort Talberg im Bayerischen Wald. Nach den ersten beiden Bänden, die in den Jahren 1935 und 1977 angesiedelt ist, springen wir für den Abschlussband der Trilogie in die Gegenwart des Jahres 2022.

Man kann das Buch auch ohne Vorkenntnisse aus den ersten beiden Bänden problemlos lesen und verstehen, da durch den großen zeitlichen Abstand zwischen den Büchern nur wenige Protagonisten in mehreren Büchern mitwirken. Alle für das Verständnis erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören. Da es über die Jahre aber immer die gleichen vier Familien sind, die den Ort dominieren, ergeben sich durchaus einige Verknüpfungspunkte zwischen den drei Büchern. Um die daraus resultierenden Anspielungen auf frühere Ereignisse in Gänze genießen zu können, empfiehlt es sich daher schon, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen.

Als ein schwerer Sturm einen Hang nahe Talberg abrutschen lässt und dabei ein Skelett freigelegt wird, gilt es für den Dorfpolizisten Adam Wegbauer, der früher in München ermittelt hat, zunächst mal, die Identität des Toten zu bestimmen. Dafür bleibt ihm nicht viel Zeit, da er weiß, dass ihm das LKA den Fall abnehmen wird, sobald die Wege in den von der Außenwelt abgeschnittenen Ort wieder passierbar sind. Handelt es sich bei dem Toten um Alfred Hirscher, der im Jahr 1933 verschwunden ist, oder doch um einen deutlich aktuelleren Mordfall ? Die Ermittlungen führen Adam zurück in die Vergangenheit des Ortes und zu seiner eigenen Familiengeschichte.

Mit einem packenden Schreibstil und bildhaften Beschreibungen, die das Kopfkino beim Lesen auf Hochtouren laufen lassen, treibt der Autor seine gut aufgebaute und lange Zeit ziemlich undurchschaubare Geschichte voran. Dabei erzeugt er schnell eine düstere Atmosphäre, die die Stimmung im Ort gut transportiert. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Im ersten Teil, dem Buch Adam, bleibt die Geschichte zunächst trotz aller Atmosphäre noch etwas sperrig, da hier hauptsächlich die Gefühlswelt des Dorfpolizisten im Vordergrund steht. Spätestens mit Beginn des zweiten Teiles, dem Buch Eva, wird dann aber die Spannungsschraube deutlich angezogen und wir bekommen am Ende eine überraschende, aber dennoch absolut schlüssige Auflösung präsentiert, die durch zahlreiche Rückblenden überzeugend hergeleitet wird und keine wesentlichen Fragen offenlässt.

Wer auf düstere und atmosphärisch dichte Kriminalromane steht, wird hier bestens bedient und spannend unterhalten.

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