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Veröffentlicht am 24.05.2019

Packender Polit-Thriller aus der Zeit des kalten Krieges

Die Conrad Verschwörung
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Mit diesem Polit-Thriller entführt uns der Autor Kai Bliesener über einen Zwischenstop bei der Konferenz von Jalta in das Jahr 1966 und damit mitten hinein in die Teit des kalten Krieges.
Die Geschichte ...

Mit diesem Polit-Thriller entführt uns der Autor Kai Bliesener über einen Zwischenstop bei der Konferenz von Jalta in das Jahr 1966 und damit mitten hinein in die Teit des kalten Krieges.
Die Geschichte spielt 2 Jahre nach dem Buch "Die Watson-Legende" und führt die Geschichte um den ehemaligen Agenten Carl Janson und seine Freundin Martha Conrad fort. Dabei kann man das Buch zwar grundsätzlich auch ohne Vorkenntnisse aus dem ersten Buch lesen und nachvolziehen, wegen dem doch recht großen Personenaufgebot und dem undurchsichtigen Beziehungsgeflecht zwischen den einzelnen Protagonisten empfieht es sich aber doch, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen. Ich hatte zu Beginn schon die eine oder andere kleinere Schwierigkeit, bis ich mich komplett auf die Geschichte einlassen konnte.

Nach dem Ende von Carls Agententätigkeit haben sich Martha und er nach Norwegen zurückgezogen. Das Martha seinerzeit ihre Tochter Brigitte in der DDR zurücklassen musste, liegt aber immer noch wie ein Schatten über ihrer Beziehung.
Als sein ehemaliger Chef James Morrisson versucht, Carl für einen Auftrag zu reaktivieren und als Belohnung Informationen über Brigittes Aufenthaltsort liefern will, lässt sich Carl auf die Sache ein, obwohl er allen Grund hat, Morrisson zu mißtrauen. Zu recht, wie sich schnell herausstellt. Carl sticht in ein wahres Wespennest und ruft dabei einige alte Widersacher auf den Plan, die noch eine Rechnung mit ihm offen haben.

Geschickt bindet der Autor historische Geschehnisse, wie z.B. die Konferenz von Jalta im Jahre 1945, in seine fiktive Geschichte ein und erzählt dabei eine atmosphärisch dichte und ungemein spannende Geschichte, die den Zeitgeist des Jahres 1966 gut transportiert. Besonders die immer wieder eingestreuten kleinen Details, die mit der eigentlichen Handlung oftmals gar nicht so viel zu tun haben, tragen hierzu jede Menge bei.
Zudem überzeugt die gut aufgebaute Geschichte mit überzeugend gezeichneten und vielschichtig angelegten Charakteren und einem packenden Schreibstil. Mit einem hohen Erzähltempo treibt der Autor das Geschehen voran und lässt es schließlich in einem fulminaten Showdown enden, der neben reichlich Action und einigen überraschenden Wendungen auch noch den einen oder anderen dramatischen Moment zu bieten hat.

Wer auf historische Polit-Thriller mit reichlich Spannung und Action steht, wird mit diesem Buch bestens bedient und unterhalten.

Veröffentlicht am 16.05.2019

Hartmann und der Traumjob mit Tücken

Blondes Gift
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Auch in seinem inzwischen siebten Kriminalroman mit Christian Hartmann, dem ehemaligen Fußballprofi und jetzigem Privatdetektiv aus Düsseldorf, bietet der Autor Klaus Stickelbroeck wieder die gewohnte ...

Auch in seinem inzwischen siebten Kriminalroman mit Christian Hartmann, dem ehemaligen Fußballprofi und jetzigem Privatdetektiv aus Düsseldorf, bietet der Autor Klaus Stickelbroeck wieder die gewohnte und gut aufeinander abgestimmte Mischung aus Spannung und Humor, die seine Romane als Einzelautor oder im Team mit seinen Kollegen von den Krimi-Cops so auszeichnet.
Wer es noch abgedrehter mag wie hier, der sollte zu seinen Kurzgeschichten greifen, bei denen er in dieser Hinsicht gerne noch ein paar Gänge höher schaltet.

Christian Hartmann erhält von seinem alten Schulkollegen Lenny einen wahren Traumjob. Als Alibi für dessen Frau soll er Lenny bei einem Schäferstündchen im Nachexpress von Münster nach Paderborn würdig vertreten. Das er sich dabei gleich in das blonde Gift Jenny verliebt, war so zwar nicht vorgesehen, steigert das Vergnügen am scheinbar so simplen Auftrag noch um einiges.
Doch das böse Erwachen aus diesem Traum lässt nicht lange auf sich warten. Plötzlich ist Jenny tot und Hartmann steckt mitten in einer unübersichtlichen Geschichte, die ihm alles abverlangt.

Mit viel Liebe zum Detail schickt der Autor seinen Helden immer wieder in die absurdesten Situationen, bei denen dieser dann sehen kann, wie er da wieder herauskommt. Zum Glück kann sich Hartmann dabei jederzeit auf seine Freunde wie z.B. Regenrinnen-Rita, Krake, Huren-Heinz und einige andere illustere Gestalten verlassen. Mit Alina betritt zudem eine neue Protagonistin die Bühne, die viel Potential für weitere Auftritte aufweist.
Der lockere, immer mit einem Augenzwinkern versehene Schreibstil sorgt dafür, das wir Leser dem Ganzen mit größtem Vergnügen verfolgen.
Der Kriminalfall ist dabei allerdings alles andere als bloße Staffage für die komischen Momente, sondern liefert eine gut aufgebaute Geschichte, die einige überraschende Wendungen liefert und am Ende auch überzeugend aufgelöst wird. Im großen Showdown muss dann der Humor auch mal kurzzeitig hinter die Spannung zurücktreten und darf nur noch die zweite Geige spielen.

Wer auf Kriminalromane mit viel Humor steht und dabei auch nicht auf eine spannende Geschichte verzichten will, wird hier bestens bedient und vorzüglich unterhalten.
Ich freue mich auf jeden Fall schon auf Hartmanns nächsten Auftritt.

Veröffentlicht am 15.05.2019

Die Krähe und der Spatz ermitteln wieder in den dunkelsten Ecken von Frankfurt

Lautlose Schreie
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Nachdem mich der Autor Leo Born bereits mit dem ersten Auftritt von Mara Billinsky, seiner außergewöhnlichen und ziemlich unkonventionellen Ermittlerin aus Frankfurt, restlos überzeugen konnte, habe ich ...

Nachdem mich der Autor Leo Born bereits mit dem ersten Auftritt von Mara Billinsky, seiner außergewöhnlichen und ziemlich unkonventionellen Ermittlerin aus Frankfurt, restlos überzeugen konnte, habe ich mich direkt gefragt, ob er beim zweiten Band der Reihe das hohe Niveau des Auftaktes würde halten können. Das vorliegene Buch beantwortet diese Frage nun zu meiner vollten Zufriedenheit und lässt mich voller Vorfreude und gespannter Erwartung auf die weiteren Bände blicken.
Grundsätzlich kann man dieses Buch auch ohne Vorkenntnisse aus dem ersten Band lesen und nachvollziehen, da hier eine in sich abgeschlossenen Geschichte erzählt wird und alle erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte gut in die laufende Handlung eingebunden werden, ohne dabei den Lesefluss zu stören.
Da sich aber mit der Geschichte um den unaufgeklärten Mord an Maras Mutter doch ein gewisser roter Faden durch die ersten beiden Bände zieht und dieser mit Sicherheit auch im nächsten Band weitergesponnen werden wird, empfiehlt es sich schon, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen.

Der zweite Fall beginnt mit sieben toten Jugendlichen, die in einem Massengrab vor den Toren Frankfurtes gefunden werden.
Mara "Die Krähe" Billinsky will sich natürlich sofort in die Ermittlungen stürzen, wird dabei aber von ihrem Vorgesetzten Klimmt direkt ausgebremst und mit ihrem Partner Jan "Der Spatz" Rosen auf einen Mordfall in einem Frankfurter Hotel angesetzt. Doch so einfach lässt sich Mara nicht die Butter von Brot nehmen, sie beginnt parallel zu ermitteln und entdeckt dabei auch schnell Verbindungen zwischen den beiden Fällen.

Auch wenn sich ihre Situation im Kommissariat langsam aber sicher bessert und sie nicht mehr so sehr um ihren Stellenwert in den Reihen der Polizei kämpfen muss, ist und bleibt Mara Billinsky ein etwas sperriger Charakter, der es ihren Mitmenschen und auch uns Lesern nicht gerade leicht macht, sie zu mögen. Das unter ihrer harten Schale aber doch ein weicher und verletzlicher Kern steckt, wird auch im weiteren Verlauf dieser Geschichte immer dann besonders deutlich, wenn sie uns ein wenig hinter ihre Fassade blicken lässt.

Leo Born zeichnet mit seinem packenden Schreibstil und seinen bildhaften Beschreibungen, die das Kopfkino beim Lesen auf Hochtouren laufen lassen, auch hier wieder ein düsteres und ungeschminktes Bild der Mainmetropole, bei dem er seine überzeugend gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten tief in die düsteren Ecken Frankfurts eintauchen lässt. Neben reichlich Spannung und Dramatik liefert er in seiner gut aufgebauten Geschichte darüber hinaus auch noch eine überzeugende und zugleich überraschende Auflösung, die zum aktuellen Fall keine wesentlichen Fragen offen lässt und auch ziemlich realitätsnah ausfällt.

Auf den nächsten Band der Reihe, der ebenfalls noch im Jahr 2019 erscheinen soll, (ein weiterer Band ist auch schon für das nächste Jahr angekündigt) bin ich nun auf jeden Fall schon mehr als gespannt.
Die Meßlatte hängt dabei weiterhin ziemlich hoch.

  • Einzelne Kategorien
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  • Spannung
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  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 15.05.2019

Überzeugender Psycho-Thriller um zwei Schwestern im Visier einer gnadenlosen Rächerin

Ich - Im Dunkel der Angst
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Auch in ihrem neuesten Psycho-Thriller erzählt die Autorin Astrid Korten nicht nur eine äußerst spannnende und atmosphärisch dichte Geschichte, sondern greift dabei auch ein aktuelles und wichtiges Thema ...

Auch in ihrem neuesten Psycho-Thriller erzählt die Autorin Astrid Korten nicht nur eine äußerst spannnende und atmosphärisch dichte Geschichte, sondern greift dabei auch ein aktuelles und wichtiges Thema auf. Diesmal spielt Mobbing eine wichtige Rolle, insbesondere das Mobbing an Schulen und unter KIndern mit all seinen schrecklichen Folgen.

Im Mittelpunkt der Geschichte stehen die Schwestern Hannah und Pia, die mit ihren Familien nach einigen einschneidenen Vorfällen in der Vergangenheit einen Neuanfang im eigentlich so beschaulichen Warnberg wagen wollen.
Die Architektin Hannah ist für den Unfalltod der kleinen Mia verantwortlich, während die Lehrerin Pia mit dem Selbstmord einer ihrer Schülerinnen zu kämpfen hat. Zudem versucht Pia schon sein einiger Zeit mit aller Macht schwanger zu werden und ist auch dadurch psychisch äußerst angespannt.
Als die beiden Schwestern ins Visier einer gnadenlosen Rächerin geraten, die ein perfides Spiel mit ihen treibt, ist es mit der Beschaulichkeit in Warnberg schnell vorbei. Urplötzlich stehen Hannah und Pia im Dunkel der Angst und wissen nicht mehr, wem sie noch trauen können, womöglich nicht einmal mehr sich selbst.

Die Autorin erzählt ihre gut aufgebaute Geschichte in kurzen und knackigen Kapiteln, die abwechselnd aus den Perspektiven von Hannah, Pia und der Rächerin, die hier zunächst nur unter dem Namen ICH auftaucht, geschrieben sind. Dabei treten sowohl Hannah als auch die Rächerin als Ich-Erzählerin auf. Da dies aber gut gekennzeichnet ist, gelingen die entsprechenden Übergänge nach kurzer Eingewöhnungszeit absolut reibungslos. Das so zudem die Täterin und ihre Motive von Beginn an bekannt sind, tut der Spannung absolut keinen Abbruch, da die wahre Identität der Frau bis zum Schluß offenbleibt und die Auflösung am Ende so doch noch ein paar faustdicke Überraschungen bieten kann.
Und auch die übrigen Charaktere sind durchgehend gut gezeichnet und vielschichtig angelegt, so das auch sie immer wieder für Überraschungen gut sind.
Die permanenten Perspektiv- und Ortswechsel sorgen zudem für ein hohes Erzähltempo und lassen einem beim Lesen kaum Zeit zum Luftholen. Der packende Schreibstil mit seinen bildhaften Beschreibungen, die das Kopfkino permanent auf Hochtouren laufen lassen, leisten einen weiteren Beitrag dazu, das mich das Buch und seine Geschichte mit jeder Seite tiefer in seinen Bann ziehen konnte.

Wieder einmal ein Psycho-Thriller der Extraklasse, der mich auf ganzer Linie überzeugen konnte.

Veröffentlicht am 10.05.2019

Auch bei seinem dritten Auftritt lässt es Mark Becker wieder ordentlich krachen

Falschspiel
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Auch mit dem dritten Auftritt von Mark Becker, dem inzwischen ehemaligen Feldjäger bei der Bundeswehr, legt die Autorin Silvia Stolzenburg wieder einen tempo- und actionreichen Thriller vor, der mich auf ...

Auch mit dem dritten Auftritt von Mark Becker, dem inzwischen ehemaligen Feldjäger bei der Bundeswehr, legt die Autorin Silvia Stolzenburg wieder einen tempo- und actionreichen Thriller vor, der mich auf ganzer Linie überzeugen konnte.
Auch wenn hier einige Protagonisten aus den ersten Bänden wieder mit dabei sind und die Handlung auch ziemlich direkt an die Geschehnisse des Vorgängers anschließt, kann man die Geschichte grundsätzlich auch ohne Vorkenntnisse aus diesen Büchern problemlos lesen und verstehen. Alle erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören. Dennoch empfiehlt es sich, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen, um die Geschichten um Mark Becker in Gänze genießen zu können.

Nach den Ereignissen den vorangegangenen Bandes ist Mark Becker gezwungen, seinen Abschied bei der Bundeswehr einzureichen. Da kommt ihm das Angebot eines ehemaligen Kameraden, in seine private Sicherheitsfirma einzusteigen, gerade recht.
Während er mit seinem neuen Partner Michael Kuhn das Sicherheitskonzept für die Cannstatter Wasen ausarbeitet, findet er eher zufällig eine Wanze in seinem Auto. Wer hat es hier auf Mark abgesehen ? Als er seinem mysteriösen Verfolger eine Falle stellt, überschlagen sich die Ereignisse urplötzlich.
Parallel ermittelt die Stuttgarter Kriminalkommissarin Lisa Schäfer in zwei brutalen Mordfällen, bei denen sich Überschneidungen zu den Vorkommnissen um Mark ergeben. So wird auch Lisa in die dramatischen Ereignisse verwicklelt.

Die Geschichte entwickelt schnell eine unheimliche Sogwirkung und hat mich mit jeder Seite tiefer in ihren Bann gezogen. Der packende Schreibstil und die gut gezeichneten Charaktere tragen zu diesem Effekt auch einiges bei.
Schnörkellos und mit hohem Erzähltempo treibt die Autorin ihre Geschichte auf einen großen Showdown mit einer überzeugenden Auflösung zu und weiß auf diesem Wege auch mit einigen unerwarteten Wendungen zu überraschen.
Wie schon in den ersten Bänden sorgen die immer wieder aufkeimenden Spannungen und die daraus resultierenden Wortgefechte zwischen Mark und Lisa für eine wohl dosiert eingesetzte Auflockerung zwischen den zahlreichen Spannungsmomenten. Dabei kommt es diesmal auch endlich zur fast schon lang ersehnten Annäherung zwischen den ungleichen Charakteren, die allerdings durch einige unbedachete Aktionen auch immer wieder in Frage gestellt wird.
Kleiner Kritikpunkt ist, das der Klappentext diesmal etwas zu viel von der Handlung verrät, so das man ihn vor dem Lesen am besten ignoriert, um sich die Überraschung nicht zu verderben.

Ein spannender Thriller mit einem interessanten Ermittlerpaar, von dem ich gerne noch mehr lesen würde. Nach Angaben der Autorin wird Mark nun aber erst einmal eine Pause einlegen. Ich hoffe mal, das sie nicht allzu lange ausfallen wird.