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Veröffentlicht am 01.12.2024

Ein Buch was sensibilisiert und zum Nachdenken anregt.

Strong Female Character
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Strong Female Character ist ein autobiografisches Buch. Die Autorin Fern Brady beschreibt ihren Werdegang bis zu einer Diagnose, die sie erst mit 34 Jahren erhält. Aber schon länger hat sie im Gefühl, ...

Strong Female Character ist ein autobiografisches Buch. Die Autorin Fern Brady beschreibt ihren Werdegang bis zu einer Diagnose, die sie erst mit 34 Jahren erhält. Aber schon länger hat sie im Gefühl, dass es Autismus sein könnte. Das Buch beginnt mit der bestätigten Diagnose und man spürt direkt, wie gut es Fern tut, endlich zu wissen, dass es das ist, was sie schon immer erahnt hat und weiß, wie sie jetzt vielleicht besser damit umgehen kann. Fern beschreibt ihre Geschichte sehr intensiv und humorvoll. Man erfährt vieles aus ihrer Kindheit und über die Familiendynamik, die wirklich erschreckend ist und mich sehr oft den Kopf schütteln lassen hat. Vor allem die Beziehung zwischen ihr und ihrer Mutter ist sehr traurig. Da Fern nie ernstgenommen und schlecht behandelt wird. Gab da auch einige Momente, in denen ich sehr wütend wurde und mein Mutterherz geblutet hat, da ich nicht verstehen kann, wie man so mit seinem Kind umgehen kann. Es ist allgemein erschreckend, was Fern für Erlebnisse in ihrem Leben hatte und was sie alles durchstehen musste. So viel Schmerz und Missverständnisse.
Ich fand es außerdem extrem spannend, mehr über Autismus zu erfahren, was die Gedankengänge sind und auch welche Symptome es bei Frauen geben kann. Denn die Entwicklungsstörung äußert sich anders als bei Männern - was die Ärzte nicht sehen, da sie einfach alle über einen Kamm scheren, sodass es 34 Jahre braucht bis Fern weiß, warum sie solche Gedankengänge hat.
Bei ihr äußert sich der Autismus so: Sie kann nicht lügen und auch nicht verstehen, wie andere das tun können. Sie arbeitet gegen sich und muss eine Maske aufsetzen, um in der Gesellschaft irgendwie als normal angesehen zu werden. Sie kopiert das Verhalten anderer Menschen und manchmal ist es für sie schwer zu wissen, wie sie auf etwas reagieren soll. Denn die Gesellschaft gibt meist vor, was normal ist und wie man auf bestimmte Situationen reagiert…
Auch Sexismus erfährt Fern nicht gerade selten.

Mir hat das Buch sehr gefallen. Es war gut zu lesen und hat einen auf jeden Fall zum nachdenken angeregt und ich finde es schön, jetzt mehr über Autismus zu wissen.
Es sensibilisiert einen auf eine gewisse Art und Weise. Das Buch hat aber auch Momente, in den einfach der Mund offen stehen bleibt.
Ich würde das Buch jedem weiterempfehlen, der gerne mehr über Autismus lernen möchte, etwas lesen will über Feminismus und Sexismus. Das Thema Feminismus könnte dabei aber noch etwas stärker behandelt werden. Trotzdem wirklich ein gutes Buch, das auf eine gewisse Art Spaß gemacht hat, da Fern eine humorvolle Art hat.

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