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Veröffentlicht am 20.03.2018

Woher oder wohin, das ist hier die Frage.

Eine Insel zwischen Himmel und Meer
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"Welche Bedeutung konnte ein 'Woher' haben für die Fragen, 'wer' oder 'was' ein Mensch war?"

Inhalt:
Als Crow gerade ein paar Stunden alt war, wurde sie in einem Boot auf eine kleine Insel gespült und ...

"Welche Bedeutung konnte ein 'Woher' haben für die Fragen, 'wer' oder 'was' ein Mensch war?"

Inhalt:
Als Crow gerade ein paar Stunden alt war, wurde sie in einem Boot auf eine kleine Insel gespült und von Osh gefunden, der in der einzigen Hütte dort lebt. Er nahm sie zu sich und zog sie auf wie eine eigene Tochter, stets mit der Hilfe von Miss Maggie, einer Freundin von der Nachbarinsel. Aber je älter Crow wurde, desto mehr plagte sie die Frage nach ihrer Herkunft. Ungeachtet der Konsequenzen macht sie sich auf die Suche nach ihrem 'Woher' und stellt am Ende des gefährlichen Abenteuers fest, dass nicht zählt, wo man herkommt, sondern nur, wo man hin will.

Schreibstil und Charaktere:
Die Geschichte ist aus der Sicht des jungen Mädchens Crow erzählt. Crow führt auf eine unschuldige, kindliche Art und Weise durch die Geschichte, die das Lesen leicht macht, und dafür sorgt, dass sie einem sofort sympathisch wird. Sie sieht die Dinge, wie es nur ein Kind kann, und doch überrascht sie manchmal mit erstaunlich nachdenklichen, fast schon philosophischen Formulierungen.
Crow ist ein ungewöhnliches Kind. Sie hat schon immer begriffen, dass die Leute anders mit ihr umgehen, als mit den restlichen Menschen auf den Inseln. So richtig stört es sie nicht, auch wenn es verletzend sein kann, schließlich sind Osh und Miss Maggie und auch Maus, die Katze, nett zu ihr und behandeln sie wie einen normalen Menschen. Doch das 'Warum' würde sie gern begreifen und sie macht sich hartnäckig auf die Suche nach Antworten auf ihre Fragen. Mir ist sie sofort ans Herz gewachsen, genau wie Osh.
Osh ist ein ruhiger Geselle, er kam von weit her und hat seine Vergangenheit im Gegenteil zu Crow bewusst hinter sich gelassen. Seit er diesen Entschluss gefasst hatte, lebt er auf einer kleinen Insel vor Cuttyhunk in einer Hütte, die er selbst aus Teilen seines eigenen Bootes und Wrackteilen anderer Schiffe zusammengebaut hat. Er und Crow haben nicht viel und doch ist es genug für die zwei. Sie leben von dem, was die Insel und das Meer ihnen geben und ertauschen sich alles andere von Miss Maggie, die einen Hof auf Cuttyhunk hat. Osh versucht, Crow bei ihrer Suche nach der Herkunft zu unterstützen, auch wenn er der Meinung ist, dass das Vergangene nicht ausschlaggebend. Man sollte sich auf das Hier und Jetzt konzentrieren, auf das was man hat, denn das ist es, was zählt.
Miss Maggie ist eine gute Seele. Sie lässt Crow bei sich auf dem Hof mit den Tieren und Pflanzen helfen und kocht im Gegenzug mal was leckeres zu Essen und gibt Crow Schulunterricht. Wenn Crow krank ist, kann sie mit Kräutern und ihrer Erfahrung helfen, und auch im späteren Verlauf des kleinen Abenteuers ist immer auf sie Verlass.

Aufbau:
Ich muss sagen, mit dem Buch habe ich mich anfangs etwas schwer getan. Zu Beginn wird viel über die Charaktere und die Schauplätz berichtet, aber da es zu jeder Kleinigkeit eine eigene Geschichte in Form eines neuen Kapitels gibt, fiel es mir zunehmend schwerer, am Ball zu bleiben. Die "richtige" Geschichte lässt auf sich warten, aber wenn man den Anfang überwunden hat, wird es immer besser und interessanter zu lesen. Gerade die zweite Hälfte des Buches ist spannend, weil es teilweise richtig gefährlich und dramatisch wird. Für mich hat dieser Teil zwar etwas zu lang auf sich warten lassen, aber eine vernünftige Einführung muss wohl sein.

Fazit:
Nach einem etwas langatmigen Start entwickelte sich "Eine Insel zwischen Himmel und Meer" zu einem herzerwärmenden, aufregenden Buch, das eine wichtige Message überbringt: Manchmal ist es nicht wichtig, wo man herkommt, sondern nur, wo man hin will und wen man dabei um sich hat.
Eine liebevoll geschriebene Geschichte über eine ungewöhnliche Familie, die leicht zu lesen und nur zu empfehlen ist!

Veröffentlicht am 13.03.2018

Sei mutig und do epic, Alter.

Bright Side
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"Lass nicht die Gegenwart für das Unbekannte der Zukunft im Stich. Man übersieht, umgeht, verschiebt viel Glück auf eine Jahre in der Zukunft liegende Zeit, die vielleicht nie komt. Warte nicht ab und ...

"Lass nicht die Gegenwart für das Unbekannte der Zukunft im Stich. Man übersieht, umgeht, verschiebt viel Glück auf eine Jahre in der Zukunft liegende Zeit, die vielleicht nie komt. Warte nicht ab und verpass den Moment wegen eines Morgens ohne Garantie."

Inhalt:
Kate "Bright Side" Sedgwick ist ein lebensfroher und fröhlicher Mensch. Nicht umsonst gab ihr bester Freund Gus ihr diesen Spitznamen. Denn trotz schwieriger Jahre hat Kate nie aufgehört die Dinge optimistisch zu sehen und strahlt pure Zufriedenheit aus. Gleichzeitig steht sie der Liebe skeptisch gegenüber, sodass es gewiss nicht zu ihrem Plan gehört, sich auf dem College zu verlieben. Aber als sie Keller trifft, bemerken beide, dass sie nicht nur Freunde sein können, auch wenn sie beide ihr Päckchen zu tragen haben und diese Geheimnisse am Ende entscheiden können, ob Herzen gebrochen werden..

Charaktere:
Kate ist ein Charakter, der mich beeindruckt hat. Sie ist immer gut drauf und begegnet allem mit einer großen Portion Ironie und Witz, mit ihrer herzlichen, offenen Art schaffst sie es, jeden zu entwaffnen, sodass man sie einfach gernhaben muss. Mir gefallen die selbstbewussten, schlagfertigen weiblichen Charaktere in Büchern, und Kate ist definitiv einer davon. Im Laufe der Geschichte offenbaren sich viele Geheimnisse über ihre Vergangenheit, die ihre warme und lebensfrohe Ausstrahlung und Denkensweise nur umso bewundernswerter machen. Kate ist es wichtig, den Moment zu leben und das Hier und Jetzt zu genießen, ihr fließt Spontanität durch die Adern, die auch auf ihre Freunde abfärbt. Sie lockt andere aus der Reserve und lehrt sie, Spaß zu haben, solange man die Gelegenheit dazu hat.
Keller ist der männliche Gegenpart zu Kate. Er jobbt in einem Cafe, das in der Nähe des College-Campus' gelegen ist und ist der typische charmante, gutaussehende Kerl, dem alle Frauen zu Füßen liegen, doch da macht er sich nicht viel draus. Weil er (unfreiwillig) daran arbeitet, in die Fußstapfen seiner Mutter zu treten, und seine Zukunft bereits komplett durchgeplant ist, ist er in der Hinsicht das komplette Gegenteil von Kate. Doch auch Keller hat ein Geheimnis und verbringt jedes zweite Wochenende in Chicago. Der Grund kann nur eine Freundin sein, gkaubt Kate.. Oder?
Auch die Nebenfiguren haben alle eine eigenen Geschichte, sei es nun Clayton, Kates erste Bekannschaft am College oder ihr bester Freund Gus, zu dem sie eine sehr spezielle und innige Beziehung hat. Jede ist mit Liebe geschaffen, allergings wirken einige krampfhaft mit Hintergrund beladen, dazu komme ich jetzt.
Ich bin normalerweise kein Mensch, der ein Problem mit Klischees in Büchern hat, im Gegenteil. Jede noch so oft aufgewärmte Thematik kann mich immer wieser begeistern. Jetzt kommt das große ABER: Nahezu jede der Figuren hatte irgendwelche Probleme. Die Zahl derer, die keine haben, kann man an einer Hand abzählen und was mir noch viel mehr aufstößt, ist, dass das Schicksal einer der Figuren nach der ersten Erwähnung kaum noch Beachtung findet. Es wirkt, als sei es diesem Charakter nur zugeschrieben worden um auch wirklich jedes Klischee eines Teenie-Liebesromans abzudecken, so böse das jetzt auch klingen mag. Ich mochte die Charakterauswahl, jedoch hätten zwei oder drei vielleicht eine unkompliziertere Vergangenheit vertragen können, da das Hauptaugenmerk ja sowieso auf den Protagonisten liegt (hust Überraschung hust).

Schreibstil und Aufbau:
Die Geschichte ist sowohl aus der Sicht von Kate und Keller geschrieben, am Anfang dominiert Kates Part, am Ende Kellers. Gerade der Teil von Kate ist amüsant zu lesen, ihre impulsiven Gedanken und Handlungen bringen einen zum Lachen und die Geständnisse über ihre Vergangenheit lassen einen das Geschehene in einem anderen Licht sehen. Doch auch Kate hat in ihrem Rucksack für meinen Geschmack ein Gewicht zu viel, als dass es noch wirklich realistisch wirkt.
Das Buch beginnt wie eine typische Liebesgeschichte, langsam und zart, doch gerade ab der Mitte des Buches häufen sich die dramatischen Beichten und man hat das Gefühl, fast nur noch von Katastrophen umgeben zu sein. Zum Glück wird das ganze durch Kates Frohsinn, witzige Dialoge und einige positive Ereignisse etwas gemildert. Mit dem Ende bin ich zufrieden, auch wenn ich ehrlich gesagt befürchtet hatte, dass die Autorin meinen Erwartungen auch kurz vor Schluss noch einmal über den Haufen werfen würde.

Fazit:
In diesem Buch kommen alle Thematiken zusammen, die auch jeweils allein eine ganze Buchreihe hätte füllen können: Depressionen, Essstörungen, Alkohol- und Drogenprobleme, unheilbare Krankheiten, Schwangerschaft, Homophobie, früher Tod, Liebeskummer, auf der einen Seite Eltern, die einem die eigene Karriere aufzwingen wollen, auf der anderen Seite Eltern, die sich wiederum überhaupt nicht kümmern, häusliche Gewalt, und wenn es noch ein Thema gibt, was gern mal in Young Adult-/Liebesromanen aufgegriffen wird, dann hat auch das bestimmt irgendwo in diesem Buch Anwendung gefunden und es ist mir lediglich gerade entfallen. Das Schlimme ist wie gesagt, dass einige dieser Dinge nur am Rande der Geschichte erwähnt werden, meiner Meinung nach keinen entscheidenden Teil zur Geschichte beitragen und somit einfach überflüssing sind. Es wirkt, als wären sie nur der Vollstängigkeit der Klischees halber eingebaut worden.
JEDOCH hat mich dieses Buch mehrmals zum Weinen gebracht und die Idee hinter der Story gefällt mir wirklich gut, wie ebenfalls bereits erwähnt, stört mich nur die Vielzahl an Klischees, und nicht dass sie generell da sind. Irgendwann fragte ich mich nur noch, was nun als nächstes für eine Katastrophe aufkommen könnte, und das finde ich wirklich schade, denn die Grundgeschichte hätte definitiv Pozential gehabt.

Ich wurde zwiegespalten zurückgelassen, einerseits berührt mich die Geschichte zutiefst, andererseits ist sie für meinen Geschmack zu schicksalsbeladen. Irgendwie habe ich das Bedürfnis ihr sowohl fünf als auch nur einen Stern zu geben, viele werden meine Meinung nicht teilen oder meine Argumentation nicht nachvollziehen können, dessen bin ich mir sicher.
Erwartet habe ich einen "normalen" Young Adult Roman mit typischen Problemen junger Leute im College-Alter, bekommen habe ich viel mehr.. zu viel.
Die Vielzahl an positiven Rezensionen zeigt es: Dieses Buch hat viele begeisterte Leser. Eine Hälfte von mir gehört dazu, die andere nicht. Ich dachte von mir selbst immer, nicht kritisch bei Büchern zu sein.. nun, wieder etwas über mich selbst gelernt.
Für meinen Geschmack wäre in diesem Fall weniger definitiv mehr gewesen! Aber die Botschaft des Buches sollte jeder beherzigen, nämlich den Moment zu genießen und zu leben, als wäre es der letzte.

Veröffentlicht am 07.03.2018

Haare schwarz wie Ebenholz, Blut heiß wie Feuer.

Fire & Frost, Band 1: Vom Eis berührt
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"Du musst dich entscheiden, wofür du kämpfen willst. Und wer du wirklich bist."

Inhalt:
Ruby ist eine Fireblood. Ihre Gabe ermöglicht es ihr, das Feuer, was durch ihre Adern fließt, zu kontrollieren, ...

"Du musst dich entscheiden, wofür du kämpfen willst. Und wer du wirklich bist."

Inhalt:
Ruby ist eine Fireblood. Ihre Gabe ermöglicht es ihr, das Feuer, was durch ihre Adern fließt, zu kontrollieren, es heraufzubeschwören um damit zu retten oder zu zerstören.
Sie lebt mit ihrer Mutter unentdeckt in einem kleinen Dorf in den Bergen, immer dazu angehalten, ihre Fähigkeiten zu unterdrücken, doch eines Tages spüren sie die Soldaten des Frostkönigs auf. Ruby wird gefangen genommen und ihr Dorf zerstört, denn der König ist ein Frostblood und lässt Firebloods wie Ruby gnadenlos jagen. Nach fast einem halben Jahr im Kerker wird sie unerwartet gerettet und das ausgerechnet von zwei Frostbloods. Sie brauchen Rubys Feuer um ihr Ziel, den König zu stürzen, zu erreichen, doch kann sie den Fremden trauen? Und was bedeutet das Knistern zwischen ihr und dem jungen Frostblood Arcus?

Schreibstil, Aufbau und Charaktere:
Das Buch wird aus der Sicht von Ruby Otrera, einer Fireblood, erzählt. Sie ist siebzehn Jahre alt und entsprechend fällt auch der Ton aus, in dem das Buch geschrieben wurde. Mit einer gehörigen Portion Ironie, Sarkasmus und einer spitzen Zunge erzählt Ruby ihre Geschichte und es fällt einem sofort leicht, sich in ihre Gedanken hineinzuversetzen und sie gern zu haben. Die Szenen mit Arcus, dem jungen Frostblood, werden zunehmend intensiver und das zeigen auch Rubys Gedanken und Gefühle, an denen man teilnimmt. Die Erzählung der Fireblood haben mich von Anfang an in ihrem Bann gezogen und so wurde dieses Buch zu einem Kandidaten, den man mal wieder nicht aus der Hand legen könnte, bis die letzte Seite gelesen war.
Wie ein typisches Romantasy-Buch beginnt es friedlich, nimmt eine negative Wendung, die dann jedoch schnell wieder ausgebügelt wird. Die Zeit, in der dann alles mehr oder weniger gut ist, ist meine liebste, und umso mehr hasse ich dann den Augenblick, von dem jeder Liebesgeschichten-Leser weiß, dass er früher oder später kommen muss.. nämlich der Moment ab dem dann wieder alles schief läuft, bis das Ende des Buches erreicht ist. Dieser Aufbau ist bekannt und von mir gleichermaßen geliebt wie gehasst, doch da das Ende nicht komplett offen gelassen wird und auch nur bedingt negativ ist, bin ich sehr zufrieden damit.
Ruby und Arcus sind die beiden Hauptpersonen in dieser Liebesgeschichte. Da die beiden unterschiedlicher nicht sein könnten, sind sie sich zu Beginn spinnefeind, was sich natürlich im Laufe der Zeit wandelt. Ruby hat ein feuriges Temperament, ist nicht zu bändigen und kann sehr stur und schlagfertig sein, wenn die Situation es erfordert. Arcus hingegen ist verschlossen und gibt sich im wahrsten Sinne des Wortes kaltherzig. Das einzige, was die beiden Gabenträger zu vereinen scheint, ist der Wunsch, den König vom Thron zu stürzen.
Die beiden Protagonisten und die Entwicklung ihrer Beziehung haben mich total überzeugt, ich habe immer mitgefiebert, wenn es Spannungen oder Annäherungen zwischen ihnen gab.

Fazit:
Das Prinzip einer Romantasy-Trilogie dürfte vielen bekannt sein und eventuell auch schon zum Halse raus hängen. Ich jedoch liebe diese Bücher und kann gar nicht genug von komplizierten Beziehungen, dramatischen Wendungen und Happy Ends bekommen. Die Autorin hat somit natürlich kein komplett neues Erzähl-Schema aufgetan, die Idee der Fire- und Frostbloods begeistert mich aber. Feuer und Eis können eigentlich nicht miteinander, und dennoch halten sie sich gegenseitig im Gleichgewicht, so wie Ruby und Arcus einander meiden wollen und sich zugleich zueinander hingezogen fühlen.
Für jeden Romantasy-Fan ist dieses Buch ein absolutes Muss, dieses Buch kombiniert altbewährtes mit einer neuen, aufregenden Geschichte, die man lieben muss. Ich kann den zweiten Teil gar nicht erwarten!

Veröffentlicht am 05.03.2018

Traue keinem und finde deine Bestimmung.

Der Mond des Vergessens
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"Und für mich ist klar, Nail, dass ein Teil deiner Lebensreise der Aufgabe gewidmet ist, Glauben zu erwerben - Glauben an dich selbst, an andere und vor allem an die Pläne, die Laijon mit dir hat."

Inhalt:
Zwischen ...

"Und für mich ist klar, Nail, dass ein Teil deiner Lebensreise der Aufgabe gewidmet ist, Glauben zu erwerben - Glauben an dich selbst, an andere und vor allem an die Pläne, die Laijon mit dir hat."

Inhalt:
Zwischen den fünf Inseln herrscht Krieg, der Engelsprinz Aeros Raijael will das Land unter sich vereinen, wie es einst schon der Fall war. Mit seiner Armee von der Insel Sor Servier erobert er die anderen Königreiche und all das vermeintlich geführt vom göttlichen Willen Laijons, einem Vorfahr des Engelsprinzen.
Während des Kriegszuges des weißen Prinzen Aeros leiden an anderer Stelle die Prinzessinnen Tala und Jondralyn Bronachell unter ihrem König und Bruder Jovan Bronachell, dem Regenten der Burg Amadon und der Insel Gul Kana. Jovan herrscht mit harter Hand, beeinflusst von den Geistlichen am Hofe. Doch neben ihrem Bruder haben beide Schwestern ihr eigenes Päckchen zu tragen: Jondralyn versucht verzweifelt, sich am Hofe Anerkennung zu verdienen, und lässt sich im Schwertkampf trainieren, um ihrem Bruder ebenbürtig zu sein. Tala hingegen wird unfreiwillig Teil eines Spiels, dessen Ende den Tod eines geliebten Menschen zur Folge haben könnte.
In Galgenhafen, einem kleinen Dorf am Meer, lebt Nail, ein Waise aufgezogen von seinem Meister Shawcroft. Der Junge, von seinem Meister stets zur harten und scheinbar sinnlosen Arbeit angehalten, weiß nichts über seine Vergangenheit und ahnt nicht, dass er eine große Rolle im Kampf um die Zukunft der fünf Inseln spielt.

Erzählweise und Schreibstil:
Die Geschichte wird aus vielen verschiedenen Perspektiven an unterschiedlichen Schauplätzen erzählt, alle Handlungsstränge verlaufen Parallel zueinander. Während man aus der Sicht des Jungen Nail seine Erlebnisse in Galgenhafen verfolgen kann, erhält man zum Beispiel durch Gault Aulbrek, einen der Erzritter Raijaels, einen Einblick in das Handeln des Engelsprinzen Aeros und die Vorstöße seines Heeres. Durch Tala und Jondralyn Bronachell erzählt sich die Geschichte auf Burg Amadon, das Ziel des Kreuzzuges des Prinzen.
Normalerweise habe ich meine Probleme mit zu vielen verschiedenen Erählweisen, aber in diesem Fall war es erfrischend, immer aus anderer Sicht zu lesen. Es fiel mir erstaunlicherweise auch nicht schwer, gedanklich zwischen den Schauplätzen zu wechseln und mich wieder zu orientieren, wenn wieder eine andere Hauptperon an die Reihe kam. Am Ende laufen alle Handlungsstränge zusammen, jedoch nicht so, wie ich es erwartet hatte. Es wird deutlich, dass dieses Buch ein Teil einer Reihe ist, da jede der Handlungen ein offenes Ende hat.
Die Sprache der Menschen im Buch ist etwa der im Mittelalter nachempfunden, auch die Ritter, die Stellungen der Kirche und des Königs und des "armen" Volkes erinnern an diese Zeit.

Aufbau und Charaktere:
Das Buch ist für mich persönlich durchweg spannend zu lesen. An vielen Stellen gibt es kleine Wendungen und Überraschungen, die die Erzählung aufregend halten. Einen richtigen Höhepunkt hat das Buch finde ich nicht, dafür wird aus zu vielen verschiedenen Sichten erzählt, als dass ich da den einen, ultimativen Punkt auswählen könnte. Anfangs hemmte die Seitenanzahl des Buches meine Motivation mit dem Lesen zu beginnen etwas, doch wenn man erstmal dabei ist und sich mit der Geschichte und den Charakteren angefreundet hat, liest es sich flüssig meiner Meinung nach.
Nail, ein Waisenjunge, hatte es schon immer schwerer im Leben als seine Freunde. Als Junge mit ungewisser Herkunft stand er schon immer am unteren Ende der Nahrungskette, hat weniger Rechte als die anderen und wird obendrein von seinem Meister ungerecht behandelt. Lob bekommt er selten und dass Shawcroft ihm nichts über seine Vergangenheit erzählen will, missfällt Nail. Doch er lässt sich nicht unterkriegen und wächst zu einem anständigen, fleißigen jungen Mann heran. Nail ist mir im Laufe der Geschichte am meisten ans Herz gewachsen, er muss vieles einstecken und einige Rückschläge verkraften, bleibt aber immer stark, auch wenn man an ihm zweifelt.
Tala Bronachell ist eine junge, aufgeweckte Prinzessin, die ihr Dasein auf Burg Amadon genießt. Seit ihre Eltern starben, sind König Jovan, ihre Schwester Jondralyn und der kleine Bruder Anselm ihre einzige Familie, abgesehen von entfernteren Verwandten wie ihr Vetter Lindholf und Cousine Lawri. Da sie aufgrund eines Ausflugs durch die Geheimgänge der Burg wider Willen einige dunkle Geheimnisse am Hofe ergründen soll, muss Tala großen Mut beweisen und wird im Laufe der Ereignisse immer selbstbewusster und stärker, auch wenn sie sich zudem noch mit den typischen Problemen einer jungen Frau wie Liebeskummer und Eifersucht auseinandersetzen muss.
Im großen und ganzen ist jeder der vielen Charaktere gut ausgearbeitet, von jedem einzelnen Erzritter des Engelsprinzen bis hin zum Schwertkampftrainer der Prinzessin Jondralyn. Ich kann mir die Personen alle gut vorstellen, das einzige, was mir jedoch zu Beginn Probleme gemacht hat, waren die Namen. Viele ähneln sich sehr, sodass ich oft im Anhang nachsehen musste, wer wer ist und mit wem wie in Verbindung steht. Die Liste mit den "Dramatis Personae" nach Schauplätzen sortiert, hat mir also einen sehr guten Dienst erwiesen und ich würde sie auf keinen Fall missen wollen.

Fazit:
Trotz anfänglicher Motivations-Schwierigkeiten und einem leichten Namensdurcheinander ist "Der Mond des Vergessens" ein durchaus lesenswertes Buch. Für den nächsten Teil würde ich mir etwas mehr Action und weniger Gespräche über Götter und Schicksale wünschen, auch wenn diese zweifellos wichtig für das Verständnis der Zusammenhänge und Beweggrunde einiger Personen im Laufe der Geschichte ist. Doch irgendwann ertappte ich mich, diese Stellen nur noch überflogen zu haben.
Jedenfalls ist dieses Buch ein durchaus gelungenes Fantasy-Debut und nur zu empfehlen für alle, die gern High-Fantasy lesen.

Veröffentlicht am 16.02.2018

Highway to Skogahammar

Highway to heaven
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"Die Zukunft wird nie so, wie wir uns das vorgestellt haben."

Inhalt:
Anette hatte früher Ziele für ihre Zukunft, die gar nicht so unrealistisch scheinen: einen Motorradführerschein haben, ein eigenes ...

"Die Zukunft wird nie so, wie wir uns das vorgestellt haben."

Inhalt:
Anette hatte früher Ziele für ihre Zukunft, die gar nicht so unrealistisch scheinen: einen Motorradführerschein haben, ein eigenes Haus besitzen und für sich selbst sorgen. Umgesetzt wurde davon nichts und als ihre Tochter Emma dann auch noch auszieht, muss Anette feststellen, dass ihr Leben eine neue Richtung braucht. Sie bucht Motorradfahrstunden, stürzt sich auf ein Projekt, das im Vorfeld zum scheitern verurteilt scheint, und dann sind da auch noch die Probleme mit den Männern..


Ich habe "Ein Buchladen zum Verlieben" bereits (ungelesen) in meinem Regal stehen und habe erst im nachhinein festgestellt, dass "Highway to Heaven" von der selben Autorin ist, sonst hätte ich es mir wohl früher zugelegt. Die Geschichte von Anette versprach angesichts des Klappentextes lustig zu werden, allerdings hatte ich zu Beginn so meine Schwierigkeiten mit dem Buch. Vielleicht liegt es an der Tatsache, dass ich einfach zu weit von der Vorstellung entfernt bin, eine 38-Jährige, alleinerziehende Mutter zu sein, die an der Kasse des dorfeigenen Supermarktes ein trostloses Dasein fristet, vielleicht war ich auch zu halbherzig dabei.. nachdem ich mich allerdings in das Buch reingefunden habe, hatte ich es sehr schnell verschlungen. Aus Anettes Sicht wird die Geschichte mit viel Witz erzählt, als besonders erfrischend empfand ich ihre zynische beste Freundin Pia, die zu jeder Situation einen passenden Kommentar findet.
Anette hingegen, zu Beginn des Buches verzweifelt wegen des Auszugs ihrer Tochter Emma, hat später ordentlich an ihren Gefühlen zu knabbern und versucht mit zahlreichen Mitteln sich von ihrem Kummer abzulenken. Vielleicht kann man das nur nachvollziehen, wenn man selbt Kinder hat, aber ihre Methoden schienen mir zeitweise etwas zu sehr typisch Midlife-Crisis zu sein. Allemal war es sehr unterhaltsam, ihre Entwicklung zu verfolgen, es ist doch immer wieder erstaunlich, wie sehr tatsächliche Leben manchmal vom Plan abweichen kann.

Kurz und Knapp:
Unterhaltsam, aber ich würde es kein zweites Mal lesen.
Wahrscheinlich bin ich einfach nicht die angesprochene Zielgruppe, wobei ich damit nicht sagen will, dass keiner unter 30 dieses Buch lesen sollte. Aber für mich gehört es bei solchen Romanen dazu, sich in die Hauptperson hineinversetzen zu können, und das könnte ich vielleicht bei Anettes Tochter Emma, nicht jedoch bei Anette.
Dennoch ein gutes Buch!