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Veröffentlicht am 25.05.2020

Die Schöne und die Bestie

Dream Maker - Liebe (The Dream Maker 4)
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Das Märchen von der Schönen und dem Biest hat sein Happy End gefunden. Und nein, das Biest meint nicht Parker, zumindest nicht ihn als Ganzes. Nur einen ihm und seiner Auserwählten zur Folge äußerst imposanten, ...

Das Märchen von der Schönen und dem Biest hat sein Happy End gefunden. Und nein, das Biest meint nicht Parker, zumindest nicht ihn als Ganzes. Nur einen ihm und seiner Auserwählten zur Folge äußerst imposanten, natürlich sehr ansehnlichen und allzeit bereiten Teil, den er leider auch in diesem Buch viel zu oft aus seiner Hose holt.
Die von ihm selbsternannte „Bestie“ kommt in jedem Kapitel mindestens einmal zum Einsatz und als unschuldiger Leser hat man dann das zweifelhafte Vergnügen, in ausschweifenden und detaillierten Beschreibungen dieser Vereinigung beizuwohnen, über viele, viele, viele, [...] viele Seiten Gestöhne, Geächze, Gefluche, peinlicher Kosenamen und widerlicher Formulierungen, die wirken, als hätte man einen billigen Porno verschriftlicht.
Ja, mir ist bewusst, dass das ein Erotikroman ist. Und ja, mir ist bewusst, dass die Figuren in solchen Büchern Sex haben. Das heißt aber nicht, dass das billig und flach dahingeklatscht sein muss, das heißt nicht, dass das Gefühl fehlen darf, und das heißt schon gar nicht, dass ich mich beim Lesen immer ekeln muss. Denn das habe ich an leider viel zu vielen Stellen.

Und es zeichnet sich ein Muster ab: Die widerlich beschriebenen Szenen sind immer in Kapiteln, die aus Parkers Sicht geschrieben werden. In diesem Buch wechseln sich Parker und Sky ab mit dem Erzählen, was ich persönlich gut fand, die Kapitel von seiner besseren Hälfte stellten zumindest eine kleine Erleichterung dar. Denn die Idee, eine Reihe aus der Sicht eines Typen zu schreiben, schien zunächst vielleicht faszinierend, stellte sich aber mit einem schwanzgesteuerten Protagonisten wie Parker als harte Probe für meine Nerven heraus.
Seine Gedanken schwanken, wenn er an Sky denkt, zwischen Hintern, Brüsten, ihren Geschlechtsteilen und Sex. Jeder ihrer Reize wird ständig erwähnt, mit immer neuen schmeichelnden Adjektiven versehen, in den Himmel gelobt. Und es ätzt irgendwann einfach nur noch.

Genauso sehr nerven die überall eingestreuten Beschreibungen von Outfits, die ich nicht verstehe. Sowohl von den Frauen, die sie treffen, allesamt gepaart mit Kommentaren zum Körper, als auch von Kerlen, und zwar aufs Ausführlichste, als würde man gerade einem Fashionblogger zuhören. Habe ich irgendwann nur noch übersprungen, genauso wie die Sexszenen, genauso wie eigentlich jedes Gespräch, in dem Sky und Parker sich lediglich endlos angehimmelt haben. Und, man hat es fast schon geahnt, es ist dann nicht mehr viel von der Story übrig geblieben.

Der einzige Grund, aus dem ich dieses Buch gelesen habe, ist der, dass es mir wie Verschwendung vergangener Lesezeit vorgekommen wäre, hätte ich Band eins bis drei gelesen ohne dann das Ende zu erfahren. Ab einem bestimmten Punkt war ich dann aber auch nicht mehr gespannt darauf, wer sich hinter dem sich langsam über die anderen Bände angebahnten wahnsinnigen Fan-Verhalten Sky gegenüber, dem Stalking und den zuletzt lebensgefährlichen Entwicklungen verbirgt, denn es wurde schnell mehr als deutlich, wer der Übeltäter war. Leider, denn davon hatte ich mir wenigstens ein wenig Spannung versprochen.

Auch mit dem Ende bin ich unzufrieden, denn natürlich lässt die Autorin sich jede Menge Handlungsstränge offen, um an vielen Stellen bei unterschiedlichsten Figuren noch eigene Geschichten anschließen zu können, wie sollte es auch anders sein. Sowohl über Bos als auch über Royces Zukunft erfahren wir nichts genaues, was mich persönlich sehr geärgert hat. Aber da ich von der Autorin nichts mehr lesen werde, werden diese Geheimnisse auf ewig ungelüftet bleiben.

Mein Fazit:
Zu viel Bett, zu viel Fokus auf Äußerlichkeiten, kein Gefühl, nur platte, oberflächliche, vorhersehbare Story. Ich musste mich arg zusammenreißen, um nicht ganze Kapitel sondern nur einzelne Szenen zu überspringen, um endlich ans Ende zu gelangen, ohne dass mir der Schädel von all dem Mist brummt, den Parker von sich gibt. Ich kann leider nur 1,5 beziehungsweise gerundet 2 von 5 Sternen vergeben.

Veröffentlicht am 06.12.2019

Danke, aber nein, danke.

Herzleuchten
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Seit den Ivy Years Band 3 habe ich einen Narren an LGBTQ-New-Adult gefressen. Seitdem habe ich auch schon einiges an guten Büchern gelesen, 'Herzleuchten' gehört leider nicht dazu.

Die Kombination der ...

Seit den Ivy Years Band 3 habe ich einen Narren an LGBTQ-New-Adult gefressen. Seitdem habe ich auch schon einiges an guten Büchern gelesen, 'Herzleuchten' gehört leider nicht dazu.

Die Kombination der beiden Protagonisten ist relativ typisch, einer ist sich seiner Homosexualität bewusst, steht zu ihr und lebt sie offen aus, der andere jedoch glaubt nicht nur, heterosexuell zu sein, sondern ist auch noch ein Schwulenhasser der übelsten Sorte. Wobei wir auch bereits den Punkt erreicht hätten, der mich dazu gebracht hat, das Buch abzubrechen.

Dass es meistens einen nicht geouteten Protagonisten gibt, ist eigentlich üblich, doch im Gegensatz zu Lukas sind diese meist nicht homophob, sondern haben lediglich einfach noch nicht in Betracht gezogen, dass sie schwul sein könnten. Lukas aber ist ein, tut mir leid, Arschloch vor dem Herrn. Schlimm genug, dass er Schwule offen beleidigt, sich über sie lustig macht, sie schikaniert und mobbt, doch er wird sogar handgreiflich, selbst jemandem gegenüber, der keine Anstalten macht, sich zu wehren. Dazu ständig und immer wieder die Beteuerungen, schwul zu sein sei krank und ekelhaft, die vermutlich verdeutlichen sollen, wie sehr er sich selbst davon zu überzeugen versucht, dass er nicht ebenfalls so ist.

Auch, wenn es vermutlich sogar die Realität einiger widerspiegelt, möchte ich kein Buch lesen, in dem so ein Mensch sein „Glück“ in etwas findet, was er von Klein auf verurteilt und als krank und nicht menschlich abstempelt. Ich möchte kein Buch mit einem durch und durch unsympathischen Protagonisten wie Lukas lesen, ich möchte nicht lesen, wie er seinen Love Interest hunderte Male fertig macht, bis sie dann doch irgendwann ihr Happy End miteinander kriegen. Einige würden jetzt vielleicht sagen: „So läuft es aber da draußen. Manche Personen sind verblendet und müssen erst den richtigen Weg für sich finden.“
Das mag alles sein, aber dafür bin ich zu kitschig. Es macht mir keine Freude, wenn jeder zweite Satz in Lukas' Gedankenrede sich damit beschäftigt, wie ekelhaft Schwule sind, das war für mich ermüdend und hat mich gleichzeitig genervt wie auch traurig gemacht.

Mein Fazit:
Wäre Lukas nicht so ein übertriebenes Arschloch, sondern ein normales, halbwegs erträgliches, würde ich ihm noch eine Chance geben. Aber leider ist er eins, daher habe ich dieses Buch nach einem Drittel abgebrochen.

1,5 von 5 Sternen vergebe ich.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.10.2019

Nicht meins

Blackwood
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„Stell dir vor, du bekommst einen Brief von deinem zukünftigen Ich. Würdest du ihn lesen? Für Gesine ist das keine Frage. Natürlich würde sie. Denn nach dem Tod ihrer Mutter muss sie alleine zu einer Verwandten ...

„Stell dir vor, du bekommst einen Brief von deinem zukünftigen Ich. Würdest du ihn lesen? Für Gesine ist das keine Frage. Natürlich würde sie. Denn nach dem Tod ihrer Mutter muss sie alleine zu einer Verwandten nach Irland ziehen. In dem kleinen, verschlafenen Dörfchen Blackwood hat sie niemanden, mit dem sie so richtig über ihren Kummer sprechen kann. Auch nicht über Arian Mary, den unverschämt gutaussehenden Sohn der örtlichen Butterdynastie. Noch dazu machen sie die Dorfbewohner mit Geschichten über allerlei übernatürliches Zeug verrückt. Alles Quatsch, denkt sich Gesine. Bis sie in einem geheimnisvollen alten Schreibtisch einen Brief von ihrem zukünftigen Ich findet, der ihre Welt ganz schön durcheinanderbringt...“

Dieses Buch habe ich besonders lange aufgeschoben. Leider habe ich im Vorfeld unzählige enttäuschte Meinungen darüber gelesen und hatte so ein wenig Angst, dass es mir ebenfalls nicht gefallen könnte. Im Nachhinein bedacht wäre es vermutlich klüger gewesen, es so schnell wie möglich hinter mich zu bringen, mir bleibt nämlich nichts anderes übrig, als mich in die Liste der enttäuschten Leser einzureihen, egal wie sehr ich versucht habe, das Buch zu mögen.

Immerhin das Cover kann man dem Buch positiv anrechnen, es ist hübsch und detailreich gestaltet, die Libelle spielt zudem eine größere Rolle in der Geschichte. Allerdings war's das auch schon fast mit den positiven Aspekten des Buches. Der Schreibstil war für ein Jugendbuch angemessen, fast schon etwas anspruchslos, aber immerhin musste man beim Lesen nicht groß nachdenken und konnte sich dadurch relativ fix durch die Seiten arbeiten.

Die Story klingt auf den ersten Blick recht spannend, wenn man sich den Klappentext zu Gemüte führt. Allerdings stellte sich für mich heraus, dass es in der Geschichte um eine Zeug Menge geht, bei der der Schreibtisch und die Briefe eine eher nebensächliche Rolle spielen. Man muss sich mit Gesine, kurz Ge (sogar mit Ausspracheerklärung geliefert, so wie Gigi Hadid, nur ohne das zweite gi, ohne das Hadid und mit e statt mit i... what the fuck?), durch sämtliche Teenagerprobleme einer Neuen im Örtchen quälen, Quereleien mit der Schul-Queen, peinliche Momente mit deren Freund, Unkenntnis der örtlichen Unarten und Spleens, die „Dsche“ oder wie immer sie ausgesprochen werden möchte, in jedes verfügbare Fettnäpfchen latschen lassen. Und wenn der Schreibtisch mal zu Sprache kommt, labert die Ge aus der Zukunft nur gequirlten Mist und trägt zu grob geschätzten 0% was zur Entwicklung der Geschichte bei.

Nach dem ca. 10. beleidigten Abgang der komplett kindischen, unreifen Protagonistin hatte ich dann genug und musste mich wirklich zusammenreißen, um nicht abzubrechen.
Ebenso auf den Keks gegangen ist mit die Ortszicke, genau wie der Radio-Typ, der ganz Blackwood mit seinen reißerischen Berichten auf dem Laufenden hält. Beides verabscheuungswürdige Figuren, die mich nicht unterhalten sondern nur zu Tode genervt haben und die ich am liebsten in die nächste Mülltonne gestopft hätte.

Viele der Entwicklungen im Verlauf der Geschichte waren gleichermaßen unnötig oder unrealistisch wie vorhersehbar. Der Schreibtisch hat vielleicht drei oder vier Auftritte, wobei der letzte Brief einfach nur auf Krampf aus dem Ärmel geschüttelt wirkt, um dem Buch in einem verzweifelten letzten Versuch Spannung zu verpassen. Für mich war das Ende mehr als unlogisch, wobei ich zugeben musst, dass es die Story damit perfekt komplettiert. (irony off)

Mein Fazit:
Kein Buch, was ich noch mal in die Hand nehmen würde, leider kann ich es auch nicht weiterempfehlen. Für den anspruchslosen Leser geeignet, aber das dürfte wohl die wenigsten betreffen.

Veröffentlicht am 12.07.2019

Enttäuschung pur

One More Promise
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„Im Leben gibt es keine Zufälle! Es gibt Männer, die glauben, dass ihnen die Welt gehört. Graham Morgan, CEO von Morgan Financial Holdings, gehört zu ihnen. Wenn er etwas will, bekommt er es - so einfach ...

„Im Leben gibt es keine Zufälle! Es gibt Männer, die glauben, dass ihnen die Welt gehört. Graham Morgan, CEO von Morgan Financial Holdings, gehört zu ihnen. Wenn er etwas will, bekommt er es - so einfach ist es für ihn. Bis er Soraya trifft! Sie ist ganz anders als er und die erste Frau, die sich nicht von ihm einschüchtern lässt. Und so unterschiedlich sie auch sind, kann er sich doch nicht dagegen wehren, dass Soraya ganz unbekannte Gefühle in ihm weckt. Doch gerade als Graham beginnt, an eine gemeinsame Zukunft zu glauben, holt ihn seine Vergangenheit ein und droht, alles zu zerstören ..“

„One more Promise“ ist der zweite Teil der Reihe „Second Chances“ der beiden Autorinnen Vi Keeland und Penelope Ward. Die Bücher können unabhängig voneinander gelesen werden, da sie inhaltlich nicht aufeinander aufbauen, sondern jeweils immer andere Paare behandeln.

Normalerweise weiß ich, dass ich bei Büchern aus dem LYX-Verlag immer spannende, humorvolle, prickelnde, tiefgehende Geschichten mit viel Gefühl erwarten kann. Allerdings hatte ich bei diesem Buch so massive Anlaufschwierigkeiten, dass ich das Lesen abbrechen musste und es bis auf weiteres auch ganz weit weg verschieben werde.
Der Grund dafür ist nicht der Schreibstil (locker, umgangssprachlich, gut verständlich) und auch nicht das abgegriffene Klischee CEO vs. Sekretärin, sondern ganz klar die Figuren, die eben jene Rollen besetzen.

Soraya ist, Entschuldigung, eine ganz und gar schreckliche Frau. Sie hält sich für was Besseres, obwohl sie nicht mal die Schule zu Ende gemacht hat und ihren Job mit Füßen tritt und sich ausschließlich respektlos verhält, nur weil ihre Chefin ihr nicht passt. Dazu kommt eine unmögliche Aktion, als sie Graham das erste Mal begegnet, beziehungsweise eben nicht begegnet, mit der sie sich bei mir komplett ins Aus geschossen hat.
Graham ist natürlich, wie sollte es auch anders sein, ein Arschloch erster Güte und versteckt das auch nicht. Zudem scheint er sich für unwiderstehlich zu halten, wechselt er mit Soraya doch kaum ein Wort, mit dem er sie nicht ins Bett oder zumindest aus ihren Klamotten bekommen möchte.

Womit wir beim letzten Kritikpunkt angekommen wären, nämlich der Dynamik zwischen den Protagonisten. Die beiden benehmen sich einfach nur hochgradig billig. Ständig hat irgendein schmieriger Kommentar oder eine eindeutig zweideutige SMS diverse körperliche Auswirkungen sowohl bei Graham als auch bei Soraya, von Gefühlen nicht die geringste Spur zu sehen, nirgendwo.

Mein Fazit:
Ich bin einfach enttäuscht. Die Protagonisten hätten mir kaum unsympathischer sein können, ich empfand das Geschehen bislang als langweilig und uninteressant und alles troff nur so vor triebgesteuertem Verhalten, sodass die Stimmung eher erzwungen als erotisch wirkte.
Zu diesem Zeitpunkt werde ich das Buch nicht weiterlesen können, vielleicht gebe ich ihm zu einem späteren Zeitpunkt noch mal, Vorsicht, Anspielung auf Teil eins, „One more Chance“.
Ich kann nur 1,5, bzw, gerundete 2 von 5 Sternen vergeben.

Veröffentlicht am 21.02.2019

Wäre er mal besser in Alaska geblieben

Wenn Liebe Wunden heilt
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„Wenn einem das kalte Nass wie Nadeln in die Haut stach, […] dann wusste man, dass man wirklich am Leben war. […] Nicht so wie hier, wo viel Glanz über wenig Substanz hinwegtäuschen sollte.“

Fynn, eigentlich ...

„Wenn einem das kalte Nass wie Nadeln in die Haut stach, […] dann wusste man, dass man wirklich am Leben war. […] Nicht so wie hier, wo viel Glanz über wenig Substanz hinwegtäuschen sollte.“

Fynn, eigentlich Automechaniker in Alaska, rechnet bei einem spontanen Akustik-Gig in einer Bar nicht damit, dass das Video, was heimlich von ihm gemacht und im Netz hochgeladen wird, anschließend solch große Kreise ziehen würde. Sogar eine PR-Managerin wird auf ihn aufmerksam: Brooke Adams. Für sie könnte der talentierte Jungmusiker den Wiedereinstieg ins Plattengeschäft bedeuten, nachdem ein verheerender Skandal sie ihre Karriere gekostet hat, doch sie muss professionell bleiben, darf sich nicht zu Dummheiten hinreißen lassen. Allerdings sagt sich das leichter als getan, denn Fynn weckt in Brooke Gefühle, von denen sie nicht geglaubt hat, sie einmal empfinden zu können.

Von Emily Bold habe ich schon viel gehört und dies war nun mein erstes Buch von ihr. Ich befürchte allerdings, dass es vorerst bei diesem einen bleiben wird, denn auch wenn ich bisher eigentlich nur Gutes gelesen habe, ist der Eindruck, der bei mir hängen geblieben ist, nicht sonderlich positiv und daher sehr enttäuscht.

Tatsächlich hatte ich mich im Vorfeld gar nicht lange mit dem Cover oder dergleichen beschäftigt, sondern war gleich nach einem Blick auf die Nennung der Autorin zum Klappentext übergegangen. Im Nachhinein bedacht hätte mich das Cover für sich vielleicht nicht zum Lesen angestiftet, aber der Inhalt klang interessant und da ich schon länger mal was von Emily Bold probieren wollte, war ich echt angetan von dem Buch.
Leider hat es dann aufgrund der Klausuren in der Uni etwas auf dem SuB ausharren müssen, und ich wünschte wirklich, ich hätte es früher gelesen. Denn die Vorfreude war durch die Warterei entsprechend groß und die Enttäuschung während des Lesens dann umso größer.

Erzählt wird aus der Sicht auf Brooke und Fynn abwechselnd, leider nicht aus der Ich-Perspektive, das hätte das Ganze vielleicht noch rausreißen können. So fühlte ich mich hier als Leser immer etwas außen vor und bin der Meinung, dass man die Gefühle, Gedanken und Beweggründe der Protagonisten nicht so 100%ig nachvollziehen kann.
Der Schreibstil war angenehm, das Buch las sich flüssig und man war schnell durch, was ich in diesem Fall allerdings wirklich begrüßt habe. Ich war geradezu dankbar, als ich die letzte Seite erreicht hatte, und mich danach einem anderen Buch widmen konnte, was ich wirklich sehr schade finde, denn so will ich mich am Ende einer Geschichte nicht fühlen müssen.

Alter Schwede, ich denke, ich habe mich seit „Tears of Summer – Bittersüße Leidenschaft“ nicht mehr so unfassbar über einen Charakter aufgeregt wie über Brooke. Diese Frau ist mir derart unsympathisch gewesen, das war echt nicht mehr feierlich. Sie ist unfreundlich, arrogant, zickig hoch 10 und so was von manipulativ und egoistisch, das habe ich noch nie gesehen. Sie wickelt jeden um den Finger, flirtet schamlos (und schläft obendrein auch noch) mit fast allem was Beine hat und männlich ist, wenn es ihr denn das verschafft, was sie will. Ihr Verhalten war hochgradig ekelhaft, da habe ich mich wirklich gefragt, wie ein Mensch wie sie noch guten Gewissens in den Spiegeln schauen kann. Sie geht wortwörtlich über Leichen für ihren Job.

Fynn wirkt zwar bodenständig und der Grund, aus dem er den Plattenvertrag bei Brooks Label unterschreibt, verdient wirklich Respekt. Allerdings geht es nicht in meinen Kopf, was er von einer Person wie Brooke will, mal davon abgesehen, dass es sowieso eher den Anschein hat, als gebe es zwischen den beiden mehr Lust als Liebe. Dass sie Gefühle füreinander haben, ist mir schleierhaft, es wird immer nur von Fynns Reaktionen in der Hose geredet. Ich konnte keine Entwicklung zueinander auf emotionaler Ebene erkennen, außer dass sie sich zunehmend beide nacheinander gesehnt haben.. was dann meist im Bett oder, wenn dieses nicht vorhanden, an einer Wand endete.

Es gab keine tiefgründigen Gespräche, nicht einmal eine halbwegs ordentliche Aussprache am Ende, es war einfach platt und gefühlslos.

Mein Fazit:
Nein, danke.
Ich bin froh, dass ich kein Geld für dieses Buch bezahlt habe, es wäre zum Fenster hinausgeschmissen gewesen. Ich hatte einen gefühlvollen Liebesroman mit Tiefe erwartet, bekommen allerdings nur emotionsloses Bettgeflüster inmitten einer überstürzten, hastigen Musikkarriere eines Automechanikers, der auch eigentlich nie was anderes sein wollte.