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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.09.2025

True-Crime

Protokoll eines Verschwindens
0

"Protokoll eines Verbrechens" ist der sehr treffend gewählte Titel dieses Romans. Alexander Rupflin schreibt bei der Zeit über tatsächliche Verbrechen. So lag es wohl nahe, einen besonders erschreckenden ...

"Protokoll eines Verbrechens" ist der sehr treffend gewählte Titel dieses Romans. Alexander Rupflin schreibt bei der Zeit über tatsächliche Verbrechen. So lag es wohl nahe, einen besonders erschreckenden Mordfall in seinem Erstling zu erzählen. Dabei beleuchtet er aus alle Blickwinkeln eine Ermittlung und den Prozess. Er taucht ein in die Welt des Täters, erzählt von den Opfern und beschreibt die Gefühle und Gedanken der Hinterbliebenen, die um eine Aufklärung ringen.

Eindringlich und erschreckend nah dran ist der Leser an diesem True-Crime-Fall. Und natürlich ist das Wissen, dass es sich hier um eine reales Verbrechen handelte, die Prise Realität, die besonders erschüttert.

Mir hat gefallen, dass Rupflin versucht, eine gewisse Neutralität beizubehalten und dennoch das Leid der Opfer und ihrer Familien nicht klein zu machen.

Ein hervorragendes Buch, auch weil es beklemmend ist.

Veröffentlicht am 12.09.2025

Hochinteressanter Histo

Rabenthron
5

Rebekka Gablé, Deutschlands Queen of History, meldet sich mit Rabenthron zurück. Diesmal sind nicht die Waringhams im Mittelpunkt sondern sie kehrt noch einmal nach Helmsby zurück, dass vor allem aus "Das ...

Rebekka Gablé, Deutschlands Queen of History, meldet sich mit Rabenthron zurück. Diesmal sind nicht die Waringhams im Mittelpunkt sondern sie kehrt noch einmal nach Helmsby zurück, dass vor allem aus "Das zweite Königreich" bestens bekannt ist.

Wir befinden uns historisch in den Anfängen der englischen Monarchie. Damals war das ja noch ein ewiger Kampf, ein ewiges Hin und Her. Trotz dem Gesetz der Erbfolge kam immer wieder mal etwas dazwischen, vor allem, wenn die Könige jung starben und mehrer Söhne von verschiedenen Frauen hatten. Diese Machtkämpfe um die Krone können wir rund 30 Jahre begleiten. An der Seite der Kronprinzen und auch dänischen Eroberer immer ein Helmsby. Zuerst vor allem Aelfric, später auch sein Sohn Penda.

Der Mix ist altbekannt, den Gablé anrührt. Die geschichtlichen Fakten über die englischen Herrscher sind verwoben mit der fiktiven einer Familie des mittleren Adels. Da wird geliebt und gehaßt, gekämpft und gestorben. Die Autorin ist routiniert und was die geschichtlichen Fakten betrifft, reicht ihr keiner das Wasser. Gefühlsmäßig konnte mich diesmal die Geschichte nicht immer abholen. Das lag wahrscheinlich daran, dass die Geschichte um die Helmsbys teilweise etwas dünn war. Und ein wenig störte ich mich diesmal auch daran, dass die Autorin oftmals bestimmte Beschreibungen und Ausdrücke verwendete, die ich schon von ihr kannte. Vor allem, wenn es um die Frauen ging, dann waren mir die doch irgendwie bekannt. Diese bestürtzend grünen Augen. Und der junge William, der im Folgeband ja die Hauptrolle als Eroberer inne haben wird, der spricht mit 8 Jahren schon wie ein viel älterer Mann. Das fand ich etwas aufgesetzt. Ich denke, einfach weil ich weiß, dass Rebekka es noch feiner kann, dass ich hier ein bisserl was in der B-Note abziehe. Aber in der A-Note war es natürlich wieder ein Genuss.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Atmosphäre
  • Cover
Veröffentlicht am 11.09.2025

wundervoll

Wilder Honig
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Manchmal hat man das Glück und es fällt einem einem kleiner Leseschatz mehr zufällig in die Hände. So geht es mir mit dem Buch "Wilder Honig" von Caryl Lewis. Entdeckt auf Vorablesen habe ich es mir von ...

Manchmal hat man das Glück und es fällt einem einem kleiner Leseschatz mehr zufällig in die Hände. So geht es mir mit dem Buch "Wilder Honig" von Caryl Lewis. Entdeckt auf Vorablesen habe ich es mir von einer Freundin geliehen.

Im Mittelpunkt stehen drei Frauen: Hannah, Sadie und Megan. Eine jede hat ihr Vergangenheitspäckchen zu tragen. Als sie sich im walisischen ländlichen England begegnen werden sie schnell Freundinnen.

Hannah hat damit zu ringen, dass ihr Mann überraschend verstorben ist. Er hat ihr elf Liebesbriefe geschrieben, die allein schon Kleinode sind. Voll Zuneigung, Klugheit und eingebettet in die Liebe zur Natur und zu seiner Eherfrau.

Es geht also um Trauerverarbeitung, aber auch um Enttäuschungen und wie menschliche Nähe über viele Abgründe hinweg hilft.

Besonders toll ist die warmherzige Sprache. Die hat mich richtig geflasht. Ein wundervolles Buch.

Veröffentlicht am 11.09.2025

solider Allende

Mein Name ist Emilia del Valle
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Ich bin ein treuer Fan von Isabel Allende und habe mich sehr gefreut, dass sie in wunderbarer Regelmäßigkeit ein neues Buch auf den deutschen Markt gebracht hat. Die Hauptakteurin, Emilia della Valle, ...

Ich bin ein treuer Fan von Isabel Allende und habe mich sehr gefreut, dass sie in wunderbarer Regelmäßigkeit ein neues Buch auf den deutschen Markt gebracht hat. Die Hauptakteurin, Emilia della Valle, ist eine Buchheldin nach meinem Geschmack. 1866 in San Francisco geboren ist sie von Anfang an ein Mädchen, eine Frau, die sich nicht den männlich geprägten Gesellschaftsformen beugen will, die nach einem selbstbestimmten und vor allem auch beruflich erfolgreichen Leben strebt.

Emilia wird Autorin, schreibt unter männlichem Pseudonym, wird Journalistin und reist schließlich ins Krisengebiet Chile.

Allende verbindet mal wieder all die Themen, die ihr wichtig sind. Eine starke Frau zwischen Familie und Karriere, Emanzipation, Chile und seine politische Entwicklung.

Es ist ein solider Allenderoman. Nicht ihr bestes aber für mich ein Genuß.

Veröffentlicht am 11.09.2025

di eerste Umweltschützing der USA

In uns der Ozean
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Warum habe ich denn noch nie von Rachel Carson gehört? Was für eine interessante Geschichte, die die Leserschaft hier serviert bekommt.

Rachel lebte Anfang des 20. Jahrhunderts im Osten der USA. Sie ...


Warum habe ich denn noch nie von Rachel Carson gehört? Was für eine interessante Geschichte, die die Leserschaft hier serviert bekommt.

Rachel lebte Anfang des 20. Jahrhunderts im Osten der USA. Sie möchte eigentlich ihre Promotion in Naturwissenschaft beenden aber als der Vater überrascht stirbt muss sie die Familie alleine ernähren. Sie arbeitet für die Fischereibehörde und später für das Radio. Sie bringt den Amerikanern die Naturwissenschaften näher und zeigt die Zusammenhänge vom Raubbau der Fischerei auf die Fischbestände.

Später folgen weitere Themen und auch dank ihr und ihren Büchern und Artikeln kommt der Umweltschutz in den USA in Fahrt. Lange wurde diese Frau von der Welt und der Wissenschaft vergessen. Wie schön, dass Theresia Graw sie für uns ans Tageslicht bringt.

Ein sehr gut geschriebener und spannender Biografischer Roman.