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Veröffentlicht am 30.12.2024

Gute und spannende Unterhaltung

Wenn sie wüsste
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Nach einer langen, verzweifelten Jobsuche ist Millie unendlich froh darüber, endlich eine Stelle als Haushaltshilfe bei den wohlhabenden Winchesters erhalten zu haben. Denn vorherigen potenziellen Arbeitgebern ...

Nach einer langen, verzweifelten Jobsuche ist Millie unendlich froh darüber, endlich eine Stelle als Haushaltshilfe bei den wohlhabenden Winchesters erhalten zu haben. Denn vorherigen potenziellen Arbeitgebern war Millies Vergangenheit stets ein Dorn im Auge. Überglücklich fängt sie sofort mit ihrer Arbeit an und stößt schon bald auf die Schattenseiten ihres neuen Jobs. Denn ihre Arbeitgeberin, Nina Winchester, verbirgt ebenfalls ein düsteres Geheimnis. Schnell lernt Millie Ninas wahres Gesicht kennen...

Ich habe "Wenn sie wüsste" binnen eines Tages verschlungen und wurde wunderbar unterhalten.
Freide McFaddens Schreibstil ist literarisch nicht allzu komplex sowie eher schnörkellos, führt aber genau dadurch dazu, dass man als Leser nur so durch die Seiten fliegt. Der Verzicht auf überflüssige Details lässt einen schnell gänzlich in die Geschichte eintauchen und schnell vorankommen. Dazu trägt im Übrigen auch die gelungene, etwas kürzere Kapiteleinteilung bei.

Und natürlich zieht auch die Story selbst den Leser schnell in ihren Bann - anders, als die Protagonistin des Buches, sei an dieser Stelle gesagt. Denn während ich von der Story selbst sehr gut unterhalten wurde, blieb Millie als Figur eher blass. Sie wirkte für mich wie eine Art Mittel zum Zweck und zwar nice to have, aber als eigenständiger Charakter ziemlich austauschbar für die Geschichte, was für Thriller oftmals jedoch nichts Ungewöhnliches ist und mich daher nicht allzu sehr gestört hat.
Das Setting ist das hübsche Haus einer wohlhabenden Familie, ähnlich jenem auf dem Buchcover, das einige düstere Seiten bereithält. Besagtes Haus schafft es in Kombination mit der vermeintlich herzlichen Hausherrin während des Lesens konstant eine eigentümliche Stimmung, Gänsehaut und das Gefühl hervorzurufen, stets auf der Hut sein und auf kleinste Details achten zu müssen. Wer bereits einige Thriller gelesen hat, für den wird der Plot vermutlich nicht allzu innovativ sein. Dennoch lässt einen die beschriebene Stimmung am Ball bleiben und bringt den Leser dazu, das Buch mehr aus der Hand legen zu wollen.

Nach einem vielversprechendem Epilog werde ich mir wohl auch den zweiten Band der Reihe näher ansehen, denn dieser hat definitiv Lust auf mehr bereitet.
Wer möglicherweise eher ein Neuling in dem Genre ist, dem wird das Buch sicher hervorragend gefallen. Alte Hasen, die interessiert an leichtem, schnelllebigem Lesespaß sind, werden aber sicherlich auch ihre Freude mit Millie und den Winchesters haben.
4,5/5 Sterne

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  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.12.2024

Hatte für mich etwas von Tribute von Panem. Lesehighlight!

The Serpent and the Wings of Night (Crowns of Nyaxia 1)
0

"Liebe ist ein Opfer auf dem Altar der Macht."

In einer Welt, in der Vampire die Nacht beherrschen, ist die menschliche Oraya Beute inmitten einer Welt voller Raubtiere. Ihre einzige Chance, jemals mehr ...

"Liebe ist ein Opfer auf dem Altar der Macht."

In einer Welt, in der Vampire die Nacht beherrschen, ist die menschliche Oraya Beute inmitten einer Welt voller Raubtiere. Ihre einzige Chance, jemals mehr zu sein, jemals etwas in der Welt zu verändern und jemals ihrem Vater, dem Vampirkönig Vincent, gänzlich nahe zu sein, ist ein Sieg bei dem tödlichstem Turnier in Obitraes: dem Kejari. Denn dem Sieger wird ein einziger Wunsch von Nyaxia, der Göttin des Todes, gewährt. Orayas einzige Chance, das Turnier lebend zu überstehen, ist es, ein Bündnis mit einem starkem Gegner einzugehen. Doch von klein auf wurde der jungen Frau eingeschärft, niemandem zu vertrauen...

Wow, ich bin hellauf begeistert von diesem packendem Fantasyroman! Bereits die ersten Seiten des Buches konnten mich in ihren Bann ziehen: Als Leser wird man schnurstracks in eine düstere Welt geworfen, die von drei verschiedenen Vampirgattungen beherrscht wird. Eine jede davon hat unterschiedliche Fähigkeiten und eine andere Geschichte, wobei die einzelnen Hintergründe dem Leser erst Stück für Stück offenbart werden. Dabei war ich zunächst ein wenig irritiert - insbesondere von der noch weitergehenden Unterteilung einer der Gattungen in Hiaj und Rishan -, denn Carissa Broadbents Vampirkonzept ist ein wenig anders gestaltet, als das der "üblichen" Verdächtigen. Ich habe mich allerdings schnell daran gewöhnt und konnte sogleich das gesamte Ausmaß des gelungenen, außergewöhnlichen Worldbuildings genießen.
Die Autorin hat mit Obitraes eine unheimlich spannende, aber ebenso düstere Welt geschaffen, die durch ihren bildhaften Schreibstil optimal zur Geltung kommt (allerdings primär für etwas ältere Leser, denn Broadbent spart explizite, teils überaus brutale und gewaltvolle Szenen nicht aus).

Doch nicht nur das Worldbuilding konnte mich überzeugen. Auch den Plot an sich fand ich absolut gelungen. Die Idee dahinter erinnert in ihren Grundzügen ein wenig an Tribute von Panem - nur eben mit Vampiren und Göttern. Die Story ist rasant, zieht den Leser Seite für Seite in ihren Bann und überrascht immer wieder mit kleinen Details und Wendungen, die für mich persönlich kaum vorhersehbar waren. Und doch hat die Story auch eine leise Seite.

Diese ist den Charakteren sowie deren jeweiligen Hintergründen und Entwicklungen gewidmet. Einem jedem der Protagonisten wird reichlich Raum zugesprochen, um seine Motive, Gedanken und Gefühle verstehen und einordnen zu können. Keiner bleibt dabei ausschließlich schwarz oder weiß, jeder hat seine Ecken und Kanten.
Besonders interessant fand ich dabei den Vampirkönig. Vincent ist zerrissen zwischen seiner selbst zugewiesenen Vaterrolle und seinem Auftreten als König einer mächtigen, eigenwilligen Spezies. Ich mochte das Hin und Her zwischen diesen beiden Rollen unheimlich gerne und fand, dass man seine Zerrissenheit deutlich spüren und bestens nachvollziehen konnte.
Sehr gut gefallen hat mir zudem die Slow-Burn Romance zwischen zwei der Charaktere. Ich mochte es, wie vorsichtig die Autorin die Beziehung zwischen den beiden spinnt, wie beide Charaktere sich immer weiter fallen lassen und wie greifbar das Prickeln zwischen den beiden für den Leser ist.

Ich freue mich auf die nächsten Bände der Reihe, denn ich werde sie definitiv weiterverfolgen. Wer fesselnde, vampirische Fantasy mit einem kleinen Hauch Romance und starken Charakteren mag, sollte sich "The Serpent and the Wings of Night" unbedingt näher anschauen.
5/5 Sterne

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Veröffentlicht am 25.12.2024

Spannender Plot, aber ein wenig anders als erwartet

Queen of Magic – Das Zeichen der Königin
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Die junge Shay lebt einsam und von allen verlassen von Tag zu Tag. Dabei muss sie ständig mysteriöse Gegebenheiten, wie ein Tattoo auf ihrem Arm, das sich ständig verändert, aus Angst vor ihrer Pflegemutter, ...

Die junge Shay lebt einsam und von allen verlassen von Tag zu Tag. Dabei muss sie ständig mysteriöse Gegebenheiten, wie ein Tattoo auf ihrem Arm, das sich ständig verändert, aus Angst vor ihrer Pflegemutter, welche ihr psychische Diskrepanzen unterstellt, verstecken. Ihr einziger Lichtblick sind die bald anstehenden Prüfungen, die sie mit einer bestmöglichen Zensur bestehen möchte. Doch als eines Tages plötzlich Theon und Nat in ihrem Zimmer auftauchen, ändert sich Shays Leben schlagartig. Denn die Welt, die die beiden ihr offenbaren, lässt Shay in größter Gefahr schweben: Shay ist Thronanwärterin in Amenthes! Und diese sterben in dem Königreich in Scharen...

Auf Grund des edlen Covers habe ich eine glamouröse Geschichte mit prunkvollen Schlössern, zahlreichen Bällen und einer Menge Magie erwartet. Letztendlich war "Queen of Magic" doch ein wenig anders als erwartet, allerdings keinesfalls in einer negativen Art und Weise. Denn der Roman rund um Shay, Theon und Nat spielt zu einem Großteil auf der Erde - klassische Urban Fantasy eben. Die Welt um Amenthes nimmt dabei meines Erachtens nach eine eher nebensächliche Rolle ein. Doch das, was der Leser davon erfährt, ist durchaus spannend. Gerne hätte ich noch mehr von dieser fremden Welt erfahren.

Was an Tiefgang im Worldbuilding fehlt, machen die Charaktere allerdings schnell wieder wett. Wie ich es von Liane Mars bereits kenne, hat sie auch in diesem Roman ganz besonders viel Herzblut in ihre Protagonisten gesteckt. Charmant, interessant und mit Ecken und Kanten habe ich sie binnen kürzester Zeit in mein Herz geschlossen. Es macht einfach immer wieder Spaß, ihre scharfzüngigen Dialoge zu verfolgen.

Der Humor der Autorin hat mich dabei immer wieder gut unterhalten. Ich mag ihren Schreibstil einfach unheimlich gerne. Er ist locker leicht und flüssig, aber alles andere als langweilig.
Doch so gerne ich diesen Stil auch mag, hat er in "Queen of Magic" doch den angeteaserten Romance Anteil immer wieder verschluckt. Ich hatte das Gefühl, dass sich hier die Beziehungen zwischen den Charakteren teilweise gar nicht richtig entfalten konnten. Gerade das Ende wirkte in dieser Hinsicht ein wenig "hingeklatscht". Dann doch lieber gute Fantasy ganz ohne Romance!

Nichtsdestotrotz hatte ich einige unterhaltsame Lesestunden mit Shay und ihren Freunden. Ich würde dieses Buch weiterempfehlen, sofern man auf funkensprühende Liebesbeziehungen sowie ein allzu vielschichtiges Worldbuilding verzichten kann und Lust auf ein flüssiges Leseerlebnis mit einem spannendem Plot hat.
4/5 Sterne

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Veröffentlicht am 25.12.2024

Interessante, kurzweilige Bachelor-Dystopie für Jugendliche

Selection
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In einem völlig neuartigem, nach einem verheerendem Krieg wiederaufgebautem Amerika - nun das Königreich Illeá - ist America Singer eine Fünf und damit Teil der niedersten Ränge des gesellschaftlichen ...

In einem völlig neuartigem, nach einem verheerendem Krieg wiederaufgebautem Amerika - nun das Königreich Illeá - ist America Singer eine Fünf und damit Teil der niedersten Ränge des gesellschaftlichen Kastensystems. Als das Königshaus des Landes ein Casting veranstaltet, um eine geeignete Braut für den einzigen Sprössling, Prinz Maxon, zu finden, bietet sich America eine einmalige Gelegenheit: Jedes der 35 Mädchen, die als Teilnehmerinnen ausgewählt werden, wird nicht nur mit einer beträchtlichen Summe für die Teilnahme entschädigt, sondern erhält auch die Chance auf den Thron Illeás. Doch ist America bereit dafür, ihre große Liebe Aspen für den damit verbundenen Ruhm und Reichtum zu opfern?

Ich habe "Selection" das erste Mal vor vielen Jahren als Jugendliche gelesen und war damals hellauf begeistert von der Reihe rund um America, Maxon und Aspen. Gerade die innovative Idee, den TV-Bachelor mit einer dystopischen Welt zu verknüpfen, konnte mich überzeugen. Der flüssige, recht schlicht gehaltene Schreibstil der Autorin ebenso wie das im Buch vorkommende Liebesdreieck gewährten mir damals einige spannende Lesestunden, in denen ich diesen ersten Band binnen kürzester Zeit verschlang

Nach einem Reread sehe ich diese positiven Facetten der Dystopie immernoch so. Bis heute habe ich - trotz zahlreicher verschlungener Bücher - keinen Roman finden können, der die Bachelor-Dystopie Kombi derart interessant und packend umsetzt. Das Worldbuilding rund um Illeás Kastensystem ist unheimlich gelungen, die Charaktere sind interessant ausgewählt und wunderbar bildhaft sowie greifbar geschrieben und man fliegt nur so durch die Seiten.
Dennoch ist mir beim zweiten Lesen dieses ersten Bandes ein Punkt äußerst negativ ins Auge gesprungen: die Protagonistin America. Diese war mir, anders als zuvor, nun recht unsympathisch. Denn obgleich sie aus eher ärmlichen Verhältnissen stammt, wirkte sie auf mich nicht selten verzogen und anstrengend. Ihre Andersartigkeit scheint krampfhaft und an den Haaren herbeigezogen und anstatt mit ihren zahlreichen anderen Talenten zu beeindrucken, versucht sie die männlichen Protagonisten ausschließlich damit von sich zu überzeugen. Guten Gewissens würde ich Americas gesamte Art als klassisches "Pick Me Girl" bezeichnen. Ich bin gespannt, ob mir das bei den folgenden Bänden ebenso negativ auffallen wird.

Abgesehen davon jedoch bin ich nach wie vor positiv angetan von "Selection" und würde diesen ersten Band vor allem Jugendlichen empfehlen, die möglicherweise nicht unheimlich viel Tiefgang in einer Geschichte benötigen, dafür aber Lust auf einen packenden, kurzweiligen Roman mit einer kleinen Prise Romantik haben.
4/5 Sterne

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Veröffentlicht am 30.12.2022

Inhaltlich wie auch sprachlich optimal reduziert - eine tolle Idee!

Wie ich mein erstes Date (fast nicht) überlebte
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Mit Mädchen hatte Tom bisher kein Glück: Stets gingen alle seine Flirtversuche gründlich in die Hose. Ein Glück, dass Toms Schwester Paula sich nun dazu bereit erklärt, ihm einige Tipps zu geben, um cooler ...

Mit Mädchen hatte Tom bisher kein Glück: Stets gingen alle seine Flirtversuche gründlich in die Hose. Ein Glück, dass Toms Schwester Paula sich nun dazu bereit erklärt, ihm einige Tipps zu geben, um cooler zu sein und endlich ein Mädchen für sich zu gewinnen.
Doch plötzlich wird aus Tom "Tommy". Er soll bloß nicht mehr zu viel lächeln und vorgeben, in einer Band zu spielen. Ob Tom damit bessere Erfolgschancen hat?

"Wie ich mein erstes Date (fast nicht) überlebte" ist Teil der "Super lesbar"-Reihe von Gulliver. Die Reihe soll Kindern, die nicht allzu gerne lesen oder aber die Probleme mit Buchstaben, Wörtern und Sätzen haben, ermöglichen, ebenfalls in die Welt der Bücher eintauchen zu können.
Das Buch von Pete Johnson hat das meiner Meinung nach wunderbar geschafft!

Bereits auf den ersten Seiten wird deutlich, dass unsichereren Lesern schöne Hilfestellungen geboten werden: Eine große Schrift, zahlreiche Absätze, kurze Kapitel und ab und zu auch eine kleine Illustration unterstützen einen angenehmen Lesefluss und sorgen für schnelle Erfolge. Hinzu kommt eine recht reduzierte, sehr dialogreiche und dadurch äußerst lebhafte Sprache.
Und auch inhaltlich beschränkt sich der Autor auf die allerwichtigsten Aspekte. Auf Ausschweifungen und Schnickschnack wird hier verzichtet.

Nichtsdestotrotz ist die Geschichte sehr interessant zu lesen und meiner Meinung nach sicherlich auch ansprechend für die Zielgruppe. Es macht Spaß, Tom bei seinen Datingversuchen zu begleiten und dabei zudem eine schöne, wichtige Botschaft mitzunehmen: Bleib du selbst und verstell dich niemals für andere!

Ich kann dieses Buch der "Super lesbar"-Reihe jedem wärmstens weiterempfehlen, der mit "gewöhnlichen" Büchern bisher immer die ein oder andere Schwierigkeit hatte und mittels aktueller Thematiken sanft in die Welt der Bücher eingeführt werden möchte.
5/5 Sterne

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