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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.07.2021

Warmherzige, ruhig erzählte Geschichte

Be My Tomorrow
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Um ihre Graphic Novel zu veröffentlichen, in der Zelda ein Trauma ihrer Jugend verarbeitet, setzt die junge Frau alles auf eine Karte und reist nach New York - doch kein Verlag gibt ihr eine Zusage. Als ...

Um ihre Graphic Novel zu veröffentlichen, in der Zelda ein Trauma ihrer Jugend verarbeitet, setzt die junge Frau alles auf eine Karte und reist nach New York - doch kein Verlag gibt ihr eine Zusage. Als sie auf Beckett trifft, dem trotz zwei Jobs am Monatsende noch Geld für die Miete fehlt, beschließen sie, sich seine Wohnung zu teilen, schon bald darauf beginnt es zwischen ihnen zu knistern. Aber auch Beckett trägt eine Last aus seiner Vergangenheit und glaubt, dass er keine Chance auf Glück verdient hat.

"Be My Tomorrow" von Emma Scott hat mich schnell in seinen Bann gezogen - ehrlich gesagt habe ich es von der Autorin nicht anders erwartet. Ihre Figuren tragen regelmäßig traumatische Erfahrungen mit sich, so auch Zelda und Beckett in diesem Roman. Die typische emotionale Schreibweise ließ mich an der Seite der Protagonisten durch die Handlung gehen, ich habe mit den Beiden gefühlt, gefiebert und gelitten. Auch ihre Freunde und Familie fand ich lebendig beschrieben, ich konnte sie mir Alle bildlich vorstellen. Einigen Abschnitten des Buches war eine Seite aus Zeldas Graphic Novel vorangestellt, dieses Stilmittel hat mir gut gefallen, besonders da die ausgewählte Szene immer an die aktuelle Handlung angepasst war.

Ein großes Thema in der Geschichte war Schuld und Vergebung, beide Hauptfiguren trugen einen tiefen Schmerz mit sich und konnten sich lange nicht mit den daraus resultierenden Schuldgefühlen auseinander setzen. Erst durch die zarten Gefühle, die zwischen ihnen aufkeimen, können sie beginnen, die Vergangenheit zu verarbeiten. Ich fand dieses Buch ruhig erzählt, im Vergleich mit anderen Werken der Autorin war mein Verbrauch an Taschentüchern deutlich niedriger. Und dennoch hatte der Roman seinen besonderen Zauber, der mich bis zur letzten Seite gefesselt hat. Die geruhsame Entwicklung der Liebesgeschichte inmitten eines eher düsteren Viertel New Yorks hat mir Wohlfühlatmosphäre mit gebracht, so dass ich das Leseerlebnis als sehr angenehm empfunden habe. Deshalb spreche ich gern eine Leseempfehlung aus.

Fazit: Die ruhig erzählte Geschichte hat mir sehr gefallen und mich emotional in ihren Bann gezogen. Die zarte Entwicklung zwischen den Protagonisten hat mein Herz erwärmt, so dass ich dieses Buch gern weiter empfehle.

Veröffentlicht am 23.07.2021

Süße Geschichte über Mädchenfreundschaft und erste Schwärmereien

Gib deinem Glück eine Chance, Keiko Carter
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Keiko ist schon ewig mit Audrey und Jenna befreundet, doch die Harmonie, die ihr so wichtig ist, beginnt langsam zu bröckeln. In der 7. Klasse soll für die Freundinnen alles anders werden, immerhin dürfen ...

Keiko ist schon ewig mit Audrey und Jenna befreundet, doch die Harmonie, die ihr so wichtig ist, beginnt langsam zu bröckeln. In der 7. Klasse soll für die Freundinnen alles anders werden, immerhin dürfen sie zum ersten Mal am Herbstball ihrer Schule teilnehmen. Für Audrey steht fest, dass es das wichtigste Ereignis des Jahres sein wird und dass sie sich alle schnellstmöglich einen Freund suchen müssen, der sie zum Ball begleitet. Doch Jenna möchte sich nicht herum kommandieren lassen und Keiko muss sich Gedanken machen, was sie selbst eigentlich braucht um glücklich zu sein.

"Gib deinem Glück eine Chance, Keiko Carter" von Debbi Michiko Florence ist eine wunderbare Geschichte für Kinder ab 11 Jahren. Im Mittelpunkt steht dabei die Mädchenfreundschaft, die für Keiko bisher so selbstverständlich war und sich nun plötzlich verändert. Mir hat gefallen, dass die Handlung auf sehr einfühlsame Weise aus Keikos Sicht geschildert ist, ich bin selbst Mutter einer Tochter im entsprechenden Alter und habe die Protagonistin mit ihren kleinen und großen Sorgen als sehr authentisch empfunden. Probleme mit und zwischen den Eltern werden eben so thematisiert wie erste Schwärmereien, meiner Meinung nach beschreibt die Autorin treffend, was Mädchen zu Beginn der Pubertät umtreibt. Der Schreibstil ist leicht und flüssig zu lesen, passend zum Alter der Zielgruppe.

Mir hat es Spaß gemacht, Keiko auf einem kleinen Stück ihres Weges zu begleiten und dabei mit zu erleben, wie sich ihr Focus nach und nach verändert und sie sich selbst weiter entwickelt. Deshalb spreche ich gern eine Leseempfehlung für diese unterhaltsame Teenagergeschichte aus.

Fazit: Keiko schlägt sich mit alltäglichen Problemen eines heran wachsenden Mädchens herum, es hat mir gefallen, ihre Emotionen und ihre Entwicklung im Handlungsverlauf zu beobachten. Das Buch ist eine wunderbare Lektüre für Kinder und Jugendliche ab 11 Jahren und ich empfehle es gern weiter.

Veröffentlicht am 22.07.2021

Spannender Regionalkrimi mit einem Ausflug in die deutsche Geschichte

Stille Havel
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Toni Sanftleben wird zu einem Leichenfund in den Park Sanssouci gerufen, das Mordopfer war Kunstsachverständiger und seine Aufzeichnungen deuten auf ein auffälliges Interesse an dem Gemälde einer geheimnisvollen, ...

Toni Sanftleben wird zu einem Leichenfund in den Park Sanssouci gerufen, das Mordopfer war Kunstsachverständiger und seine Aufzeichnungen deuten auf ein auffälliges Interesse an dem Gemälde einer geheimnisvollen, verschleierten Frau hin. Außerdem findet Toni sehr viele Aufnahmen einer alten Havelvilla und eines Firmengeländes, beide Gebäude befinden sich im Besitz der selben Familie. Doch ist in diesen Nachforschungen tatsächlich das Motiv für den Mord zu finden?

"Stille Havel" von Tim Pieper ist der vierte Fall um KHK Toni Sanftleben, ein Protagonist, der mir inzwischen sehr ans Herz gewachsen ist. Jeder der Havel-Krimis beinhaltet einen abgeschlossenen Fall, so dass die Bücher auch einzeln, unabhängig voneinander gelesen werden können. Allerdings finde ich persönlich es schöner, auch das private Leben des Ermittlers immer mehr kennen zu lernen, so dass ich empfehle, die Reihe in chronologischer Ordnung zu lesen. Im Lauf der Bücher ist Tonis Entwicklung deutlich spürbar und es macht mir Freude, ihn bei seinen Fällen zu begleiten. Die Figuren in seinem Umfeld sind ebenfalls umfassend und realistisch beschrieben, sie alle empfinde ich als "echte" Personen, so dass ich emotional tief in die Handlung eingetaucht bin.

Wie ich es inzwischen von Tim Pieper kenne, legt er eine Vielzahl von Spuren, was mich gedanklich zu den unterschiedlichsten Vermutungen geführt hat, dennoch bin ich von der Auflösung des Falles wieder überrascht worden. In jedem seiner Bücher arbeitet der Autor mit Rückblenden, die dem Leser einen kleinen Einblick in die Gedanken des Täters und auch einige Episoden aus dem Leben des Opfers zeigen. Dieses Mal gibt es sogar Abschnitte, die bis in die Zeit des zweiten Weltkriegs zurück reichen und mir einige geschichtlich Informationen vermittelt haben. Dabei habe ich jeden einzelnen Handlungsstrang als sehr spannend empfunden, ich mochte den E-Reader kaum aus der Hand legen, bis am Ende sämtliche Fäden miteinander verknüpft waren.

Auch die Liebe zur Region ist in jedem Kapitel spürbar, immer wenn ich einen der Havel-Krimis lese, bekomme ich Lust, die Gegend einmal im Rahmen eines Urlaubs kennen zu lernen. Damit vereint der Roman mehr, was ich erwartet habe, eine äußerst spannende Handlung, Teilhabe an den persönlichen Entwicklungen des Ermittlers, regionales Flair und sogar einen faszinierenden Ausflug in die deutsche Geschichte. Dieses Leseerlebnis, das mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt und begeistert hat, empfehle ich mit Freude weiter.

Fazit: Wieder einmal hat Tim Pieper einen wunderbaren Regionalkrimi geschaffen, der mich bis zum Ende blendend unterhalten hat, so dass ich für den Roman eine unbedingte Leseempfehlung ausspreche.

Veröffentlicht am 22.07.2021

Emotional fesselnd und beinahe etwas zu viel Spannung

Everything I Ever Needed
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Wegen ihrer Herzkrankheit musste Ava es während ihrer gesamten Jugend ruhig angehen lassen. Jetzt auf dem College möchte sie endlich auf eigenen Beinen stehen und ihr Leben genießen, doch Avas langjähriger ...

Wegen ihrer Herzkrankheit musste Ava es während ihrer gesamten Jugend ruhig angehen lassen. Jetzt auf dem College möchte sie endlich auf eigenen Beinen stehen und ihr Leben genießen, doch Avas langjähriger Freund Nathan findet kaum noch Zeit für sie. Immer wieder trifft sie auf Dexter, der niemanden hinter seine abweisende Fassade blicken lässt und zu dem sich Ava trotz aller Gewissensbisse gegenüber Nathan stark hingezogen fühlt.

"Everything I Ever Needed" ist das zweite Buch, das ich von Kim Nina Ocker gelesen habe und wie schon beim Vorgängerband habe ich die Geschichte größtenteils gemocht und mich davon recht gut unterhalten gefühlt - dennoch hat die Autorin es für meinen Geschmack stellenweise etwas mit der dramatischen Spannung übertrieben. Den Schreibstil habe ich als fesselnd empfunden und sowohl Ava als auch Dexter waren mir sympathisch, beide haben harte Zeiten hinter sich und besonders Dex trug so schwer an seiner Vergangenheit, dass er sich kaum eine Zukunft vorstellen konnte.

Auch die anderen Figuren fand ich umfassend und lebensecht beschrieben, es hat Spaß gemacht, sie durch ihren College-Alltag zu begleiten. Lediglich an Nathan habe ich mich gestoßen, das lag weniger an seiner aktuell äußerst unsympathischen Art (es war schnell klar, dass er als Antagonist angelegt wurde, da gehörte das dazu) sondern vielmehr an der Beschreibung seines früheren Wesens. Denn all die Jahre, die die Beziehung mit Ava umfasst hat (immerhin seit sie Beide 14 waren), ist er ihr ein liebevoller, fürsorglicher Freund gewesen, war bei jedem Krankenhausaufenthalt an ihrer Seite - und plötzlich mutiert er zum absoluten A*loch, das gedankenlos auf Avas Gefühlen rumtrampelt? Sicher, Menschen verändern sich im Lauf der Zeit, aber diese totale Kehrtwende fand ich extrem unglaubwürdig.

Einen weiteren Kritikpunkt muss ich zum Klappentext anbringen, darin gibt es einen Satz, der schlicht und ergreifend nicht wahr ist - zwischen einem Kuss auf offener Straße (wie intensiv er auch empfunden wird) und miteinander im Bett landen sehe ich doch einen recht deutlichen Unterschied. Das mag jetzt alles nach viel Gemecker klingen, dennoch habe ich das Leseerlebnis genossen und empfehle die Geschichte überzeugt weiter. Die Entwicklung zwischen den Protagonisten habe ich gerne gelesen und es hat mich gefreut, dass auch die Hauptfiguren aus dem Vorgängerband einen kurzen Auftritt hatten. Insgesamt konnte mich Kim Nina Ocker mit ihrem Roman fesseln und ich hatte einige angenehme Lesestunden.

Fazit: Die Geschichte ist spannend und emotional geschrieben. Auch wenn die Autorin für meinen Geschmack einen Zacken zu viel Drama in die Handlung eingeflochten hat, wurde ich insgesamt gut unterhalten und spreche gern eine Leseempfehlung aus.

Veröffentlicht am 20.07.2021

Faszinierende Geschichte, in einzigartiger Schreibweise erzählt

Das unsichtbare Leben der Addie LaRue
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Adeline LaRue will sich nicht dem Rollenbild, das in Frankreich 1714 herrscht, unterordnen. Anstatt den von ihren Eltern ausgewählten Witwer zu heiraten, flüchtet die junge Frau in die Wälder und fleht ...

Adeline LaRue will sich nicht dem Rollenbild, das in Frankreich 1714 herrscht, unterordnen. Anstatt den von ihren Eltern ausgewählten Witwer zu heiraten, flüchtet die junge Frau in die Wälder und fleht die alten Götter um Freiheit an - nach Einbruch der Dunkelheit wird sie erhört. Von nun an wird sich kein Mensch an Addie erinnern, sobald sie aus seinem Blickfeld verschwunden ist, auch Spuren hinterlässt sie nicht mehr, wenn sie etwas schreibt oder zeichnet, verschwinden die Linien sofort wieder vom Papier. Erst nach dreihundert einsamen Jahren trifft sie auf Henry, der sich am nächsten Tag noch an Addie erinnern kann.....

"Das unsichtbare Leben der Addie LaRue" ist das erste Buch, das ich von V.E. Schwab gelesen habe - es wird nicht das letzte bleiben. Schon nach wenigen Zeilen hatte mich die Geschichte mit ihrem einzigartigen Schreibstil in ihren Bann gezogen, Seite für Seite hat mich dieser Roman begeistert und fasziniert, so dass ich das Buch bis zum Ende hin kaum aus der Hand legen mochte. Die 592 Seiten vergingen für meinen Geschmack viel zu schnell und obwohl mich auch der Schluss rundum zufrieden gestellt hat, war ich traurig, als ich aus der Handlung wieder in mein reales Leben zurück kehren musste.

Addie ist eine faszinierende Protagonistin, klug und in ihrem Freiheitsdrang hebt sie sich stark von den Frauen ihrer Zeit ab. Im Lauf ihres langen Lebens lernt sie immer wieder Neues kennen, ihre Begeisterungsfähigkeit ging mir beim Lesen ans Herz - auch ihr Gegenspieler Luc, das Wesen dem Adeline einst ihre Seele für unendlichen Freiheit versprach, bleibt davon nicht unberührt. In Form von Zeitsprüngen stellt die Autorin Addies Leben über dreihundert Jahre hinweg dar, gerahmt vom aktuellen Geschehen des Jahres 2014. Da jeder Abschnitt mit dem jeweiligen Datum überschrieben ist, fiel es mir leicht, der Handlung durch die verschiedenen Zeiten zu folgen, selten hat mich ein Buch derartig gepackt wie dieses. Für dieses wunderbare und außergewöhnliche Leseerlebnis spreche ich eine unbedingte Empfehlung aus.

Fazit: Die Geschichte ist faszinierend und einzigartig, für mich stellt sie eines der Buch-Highlights des Jahres dar, so dass ich dafür mit Begeisterung eine Leseempfehlung ausspreche.