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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.05.2025

ehrlich und humorvoll

Jünger geht immer!
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Ich habe Jünger geht immer! in einem Rutsch durchgelesen, weil ich einfach wissen wollte, wie es mit Anne weitergeht. Die Geschichte ist dabei so echt und bodenständig erzählt, dass man sich sofort in ...

Ich habe Jünger geht immer! in einem Rutsch durchgelesen, weil ich einfach wissen wollte, wie es mit Anne weitergeht. Die Geschichte ist dabei so echt und bodenständig erzählt, dass man sich sofort in ihr Leben hineinversetzt fühlt. Keine übertriebene Dramatik, kein Kitsch – einfach das wahre Leben mit all seinen Höhen und Tiefen.

Anne ist keine perfekte Protagonistin, aber gerade das macht sie so sympathisch. Sie hat lange vieles hingenommen, vor allem das respektlose Verhalten ihres Mannes, und man merkt, wie schwer es ihr fällt, endlich für sich selbst einzustehen. Umso schöner ist es zu sehen, wie sie langsam zu sich selbst findet und lernt, dass Glück auch bedeutet, sich nicht von gesellschaftlichen Erwartungen oder Klischees einschränken zu lassen.

Das Thema Altersunterschied in Beziehungen wird hier auf eine erfrischend natürliche Weise behandelt. Es geht nicht darum, andere zu verurteilen, sondern darum, dass Liebe vor allem ehrlich sein muss – und egal wie alt man ist, man das Recht hat, glücklich zu sein. Das fand ich richtig stark und realistisch umgesetzt.

Die Kinder in der Geschichte sind keine bloßen Nebenfiguren, sondern zeigen, wie wichtig es ist, die Menschen, die man liebt, wirklich zu verstehen und zu unterstützen. Das hat mich besonders berührt.

Was mir auch gut gefallen hat, sind die überraschenden Wendungen, die das Buch spannend halten, ohne übertrieben zu wirken. Zwischendurch musste ich oft schmunzeln, weil der Humor genau den richtigen Ton trifft.

Alles in allem ist Jünger geht immer! für mich ein wunderbares Buch, das mit viel Herz und Witz erzählt, wie man sich selbst treu bleibt und die Liebe auch gegen alle Widerstände leben kann. Definitiv ein Buch, das ich weiterempfehlen würde.

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Veröffentlicht am 14.05.2025

hier wird spielerisch gelernt

Bakabu - Abenteuer in MINTmausen
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Das Buch kam bei uns richtig gut an. Die Geschichte ist spannend, lustig und steckt voller Ideen, die Kinder sofort neugierig machen. Bakabu ist sowieso schon beliebt bei uns, aber dass er diesmal in MINTmausen ...

Das Buch kam bei uns richtig gut an. Die Geschichte ist spannend, lustig und steckt voller Ideen, die Kinder sofort neugierig machen. Bakabu ist sowieso schon beliebt bei uns, aber dass er diesmal in MINTmausen unterwegs ist, hat’s noch besser gemacht.

Was richtig gut funktioniert hat, war die Mischung aus Geschichte, Musik und Experimenten. Die Lieder bleiben im Kopf (bei uns wurde sofort 'mitgesungen'), und die Experimente machen das Ganze lebendig. Da will man gleich selbst ausprobieren. Es ist nicht einfach nur ein Vorlesebuch, sondern eins, bei dem man mittendrin ist. Vor allem für Kinder ist das eine super Abwechslung zum 'normalen' vorlesen.

Die MINT-Themen werden nicht trocken erklärt, sondern so eingebaut, dass man sie fast nebenbei versteht. Es bleibt trotzdem locker und kindgerecht, nichts Überforderndes. Und es macht Spaß, danach noch weiter über die Sachen zu sprechen oder was auszuprobieren.

Ein Buch, das bei uns sicher öfter aus dem Regal geholt wird – zum Lesen, Singen und Tüfteln. Manche Experimente wurden schon zwei oder drei Mal ausprobiert (;

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Veröffentlicht am 12.05.2025

Herzfischer hat auch in meinem Herzen gefischt

Herzfischer - Strandträume in Greetsiel
1

Herzfischer war für mich so ein Buch, das ganz leise beginnt und sich langsam unter die Haut schiebt. Diese friesische Stimmung, das Meer, die kleinen Orte – da passt einfach alles zusammen. Man hat sofort ...

Herzfischer war für mich so ein Buch, das ganz leise beginnt und sich langsam unter die Haut schiebt. Diese friesische Stimmung, das Meer, die kleinen Orte – da passt einfach alles zusammen. Man hat sofort das Gefühl, den salzigen Wind zu spüren und das Möwengeschrei im Ohr zu haben.

Besonders gut fand ich den Slow Burn. Die Beziehung zwischen Katharina und Jasper wächst leise, fast so, als würde sie sich an die norddeutsche Zurückhaltung anpassen. Es passt einfach zur Stimmung: keine überschnellen Gesten, sondern echtes Annähern, mit Blicken, kleinen Momenten und viel Gefühl zwischen den Zeilen.

Auch die Figuren fand ich angenehm unaufgeregt. Keine künstlichen Dramen, sondern echte Menschen mit Ecken und Unsicherheiten. Katharinas innere Kämpfe waren gut nachvollziehbar, und Jasper mochte ich vor allem wegen seiner ruhigen, fast verschlossenen Art.

Was für mich aber richtig Leben in die Geschichte gebracht hat, waren die humorvollen Dialekteinwürfe. Diese norddeutsche Art, Dinge trocken und direkt auf den Punkt zu bringen, hat mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht. Und dann diese kleinen Seitenhiebe auf Modeerscheinungen – wer einmal an der Küste war, weiß, wie es da läuft: Windjacke, Funktionskleidung, Gummistiefel – aber bitte stilvoll unaufgeregt.

Die Figuren wirken authentisch, ohne überinszeniert zu sein. Katharina mit ihrem Gefühlschaos, Jasper mit seiner stillen Stärke. Dazu ein Schreibstil, der angenehm klar bleibt, ohne kühl zu sein. Alles in allem ein leises, aber stimmiges Buch, das genau weiß, wann es Humor braucht und wann Gefühl. Ich hatte beim Lesen oft das Empfinden, mittendrin zu sein, ohne dass alles übererklärt wird. Insgesamt eine ruhige, aber eindringliche Geschichte, die mich genau deswegen überzeugt hat.

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Veröffentlicht am 12.05.2025

Sommer im Herzen

Italienische Sommerträume - Das Orangenhotel auf Sizilien
1

Das Buch liest sich wie ein warmer Sommertag: nicht aufregend im klassischen Sinn, aber genau das ist die Stärke. Es geht mehr ums Gefühl, ums Ankommen, ums Atmen – weniger um große Überraschungen. Die ...

Das Buch liest sich wie ein warmer Sommertag: nicht aufregend im klassischen Sinn, aber genau das ist die Stärke. Es geht mehr ums Gefühl, ums Ankommen, ums Atmen – weniger um große Überraschungen. Die Geschichte nimmt sich Zeit, ohne zu schleppen, und gibt dem Setting genug Raum, um sich zu entfalten. Ich hatte beim Lesen sofort Bilder im Kopf: das Licht, der Duft nach Orangen, diese Mischung aus Leichtigkeit und Stillstand, die ein Sommer irgendwo zwischen Vergangenheit und Aufbruch mit sich bringt.

Die Figuren sind ruhig, keine überdrehten Klischees, sondern Menschen, die ihren Platz suchen, sich verlieren und wiederfinden. Manchmal sind die Konflikte ein bisschen vorhersehbar, ja, aber sie sind trotzdem ehrlich erzählt. Helene ist keine „Dramaheldin“, sondern jemand, der funktioniert und dann plötzlich innehält. Paolo bringt genau die Ruhe, die das Buch trägt – nicht als Retter, sondern als Gegenüber.

Der Schreibstil ist unaufgeregt, aber atmosphärisch. Es wird nichts breitgetreten, aber man spürt, wie viel zwischen den Zeilen passiert. Und genau das mochte ich: dass man beim Lesen runterkommt, mitgeht, ohne dass es laut werden muss.

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Veröffentlicht am 05.05.2025

still und leise kommen die Gefühle auf einen zu

Die Inselschwimmerin
5

Ich habe Die Inselschwimmerin begonnen und war sofort mittendrin. Diese Geschichte fühlt sich nicht an wie ein lauter Roman, der einem seine Dramatik aufdrängt – sie ist leise, warm und geht dabei trotzdem ...

Ich habe Die Inselschwimmerin begonnen und war sofort mittendrin. Diese Geschichte fühlt sich nicht an wie ein lauter Roman, der einem seine Dramatik aufdrängt – sie ist leise, warm und geht dabei trotzdem richtig tief. Die Erzählweise hat etwas Sanftes, fast schon Poetisches, und genau das hat mich direkt berührt.
Was mich wirklich geflasht hat, ist der Aufbau auf drei Zeitebenen. Jede Perspektive hat ihre eigene Stimmung, ihre eigene Spannung. Dadurch wollte ich ständig weiterlesen, um zu begreifen, wie alles zusammenhängt – was passiert ist, was verborgen bleibt, was noch ans Licht kommen muss. Es ist, als würde man ein Puzzle zusammensetzen, bei dem jedes Teil seine eigene Geschichte erzählt.
Die Figuren sind so echt, dass ich oft das Gefühl hatte, direkt neben ihnen zu stehen. Evies Schuldgefühle, ihre Sehnsucht und Zerrissenheit konnte ich fast körperlich spüren. Freyas Kampf um Wahrheit und Verantwortung hat mich sehr berührt, besonders, weil sie das Schweigen über etwas bewahrt, das sie gar nicht selbst zu verantworten hat. Die Eltern – ihr Wunsch nach einem Kind und wie daraus ein Abgrund geworden ist – haben mir beim Lesen manchmal richtig schwer auf der Brust gelegen.
Und dann Olivia. Ein Mädchen, das nie wirklich Liebe bekommen hat und ihr Leben lang danach hungert, gesehen zu werden. Ihr Schmerz ist leise und trotzdem immer da. Aber bei ihr gibt es einfach Dinge, die man nicht schönreden kann.
Dann das Missgeschick – oder besser gesagt: die Reaktion der Eltern darauf – hat mich besonders wütend gemacht. Keine Spur von Mitgefühl, nur Härte. Das war heftig unfair und hat beim Lesen richtig wehgetan.
Was ich richtig schön fand: Das Ende hatte etwas Befreiendes, fast etwas Tröstliches. Auch wenn ich mir insgesamt mehr über die Selkies erhofft hätte – sie hätten ruhig noch präsenter sein dürfen.
Die Inselschwimmerin war für mich ein stilles, aber unglaublich intensives Buch. Kein lauter Knall, sondern ein leises Eindringen unter die Haut – und genau das bleibt viel länger.

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