Profilbild von hulahairbabe

hulahairbabe

Lesejury Profi
offline

hulahairbabe ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit hulahairbabe über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.05.2020

Deutlich besser als der erste Teil

Nachtmahr - Die Schwester der Königin
0

„Nachtmahr – Die Schwester der Königin“ von Ulrike Schweikert ist der zweite Teil der Nachmahr Trilogie. Die junge Lorena weiß nun um ihre Bestimmung und sucht nach ihrer Schwester Lucy, die von den sogenannten ...

„Nachtmahr – Die Schwester der Königin“ von Ulrike Schweikert ist der zweite Teil der Nachmahr Trilogie. Die junge Lorena weiß nun um ihre Bestimmung und sucht nach ihrer Schwester Lucy, die von den sogenannten „Wanderern“ vor etlichen Jahren entführt wurde in der Annahme, sie sei Lorena. In einer spektakulären Rettungsaktion gelingt es, Lucy zu befreien. Aber zu welchem Preis?

Im Vergleich zum ersten Teil der Reihe hat mir dieser Band deutlich besser gefallen. Beim ersten Teil hatte ich den Eindruck einen langen Prolog zu lesen, in diesem bin ich sogleich in der Geschichte angekommen. Eine kurze Zusammenfassung am Anfang bringt den Leser die Geschehnisse des ersten Bandes schnell in Erinnerung. Besonders spannend ist, dass man in diesem Teil auch Kapitel aus Lucys Perspektive findet. Der Schreibstil ist einfach und flüssig zu lesen, wie auch schon beim Vorgängerband. Dieser Teil ist allerdings deutlich Actionreicher und für mein Empfinden auch Abwechslungsreicher. An einer Stelle im Buch war ich tatsächlich sogar geschockt, was ich nicht erwartet hätte.

Eine deutliche Schwäche hat dieser Teil aber genauso wie sein Vorgänger: Die Beziehung zwischen Jason und Lorena. Beide sind füreinander bestimmt und führen eine Beziehung. Trotzdem bekommt man als Leser den Eindruck, dass sich die beiden nicht sonderlich füreinander interessieren und irgendwie „aneinander vorbei“ leben. Gerade eine vorbestimmte Lovestory darf durchaus auch mal leidenschaftlich-emotional sein.

Alles in allem fand ich diesen Teil deutlich besser als Band 1. Da das Buch mit einem fiesen Cliffhanger endet bin ich schon gespannt auf Teil 3.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.05.2020

Dieses Buch hat mich bewegt

Wer, wenn nicht wir
0

„Wer, wenn nicht wir“ von Barbara Leciejewski handelt von Viola und Florian, die sich nach 25 Jahren Ehe und zwei Kindern voneinander entfernt haben. Nach außen hin werden sie als das perfekte Vorzeige-Ehepaar ...

„Wer, wenn nicht wir“ von Barbara Leciejewski handelt von Viola und Florian, die sich nach 25 Jahren Ehe und zwei Kindern voneinander entfernt haben. Nach außen hin werden sie als das perfekte Vorzeige-Ehepaar wahrgenommen, aber innerlich leben beide aneinander vorbei. Kurzerhand entscheiden sie einvernehmlich sich zu trennen und Florian zieht aus. Aber was passiert nun mit dem gemeinsam gebuchten Luxus-Urlaub auf Rhodos?

Wie das wunderschöne Cover schon vermuten lässt, handelt es sich hier um einen Liebesroman. Im Gegensatz zu einer klassischen Liebesgeschichte, wo sich zwei Menschen langsam kennenlernen und näherkommen, sind sich die beiden Protagonisten bereits sehr nah – immerhin haben sie zwei Kinder. Im ersten Teil des Buches wird die Trennung der beiden beschrieben. Die Autorin schafft es hervorragend, dass der Leser einen Einblick in die Gedankenwelt der beiden erhält. Schnell merkt man, dass nicht alles schwarz oder weiß ist, sondern auch in einer Beziehung Grautöne existieren. Der Umgang zwischen den beiden Protagonisten ist bemerkenswert und man merkt schnell, dass sie eine tiefe Verbindung haben, die sie aber zu schätzen verlernt haben.
Im zweiten Teil des Buches befinden sich beide (unabhängig voneinander) auf Rhodes und der Zufall nimmt seinen Lauf. Ich hatte zwischenzeitlich den Eindruck, als wolle das Schicksaal die beiden wieder zusammenführen. Mit Witz und Charme erzählt die Autorin von den Ereignissen und Flirtversuchen auf Rhodos. Besonders interessant fand ich es, wenn die Protagonisten selbst zu der Erkenntnis kommen, Fehler gemacht zu haben und sie merken, was sie eigentlich an dem anderen hatten. An der ein oder anderen Stelle war ich zu Tränen gerührt.

Am schönsten fand ich, dass man viele Themen die den beiden im Kopf rumgeistern bei sich selbst findet. Auch ich sollte vielleicht ab und an mal hinterfragen warum sich mein Partner verhält, wie er es eben tut. Ein bisschen mehr Verständnis schadet nie. Und zu schätzen was man an dem anderen hat, schaden sowieso nicht.

Alles in allem fand ich das Buch wirklich klasse. Der Schreibstil liest sich super kurzweilig und egal ob Witz, Drama oder Emotion – das Buch liefert genau die richtige Mischung. Ich kann es absolut weiterempfehlen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.05.2020

Bewegend, dramatisch und irgendwie besonders

Denn Geister vergessen nie
0

„Denn Geister vergessen nie“ von Jessica Koch handelt von den beiden Brüdern Jano und Mian. Mian war als Kind schwer krank und seine Eltern schlossen einen dunklen Pakt, um sein Leben zu retten. Seither ...

„Denn Geister vergessen nie“ von Jessica Koch handelt von den beiden Brüdern Jano und Mian. Mian war als Kind schwer krank und seine Eltern schlossen einen dunklen Pakt, um sein Leben zu retten. Seither haben sein Bruder Jano und er eine enge Verbindung und verfügen über besondere empathische Fähigkeiten. Als Mian Amy kennenlernt erkennt er gleich, dass sie ein schmerzhaftes Geheimnis verbirgt. Kurzerhand begleitet er sie und ihre Clique auf einen zweiwöchigen Segeltrip, der alles verändert…

Das romantisch gestaltete Cover weist bereits darauf hin, dass den Leser hier eine Liebesgeschichte erwartet. Dem ist auch so, das Buch enthält aber weit mehr als eine klassische Liebesgeschichte. Vielmehr stehen die zwischenmenschlichen Beziehungen und die Entwicklung einzelner Charaktere im Vordergrund. Durch die kurzen Kapitel aus unterschiedlichen Perspektiven (Mian, Amy, Marie) und den Rückblicken in die Vergangenheit der Brüder, kann der Leser tief in die Leben der Protagonisten einsteigen. Insbesondere die Rückblenden haben für einen guten Spannungsbogen gesorgt. Die Kindheit und Jugend der Brüder war nämlich durchaus turbulent.

Gut fand ich auch, das sich langsam festigende Band zwischen Mian und Amy. Amy ist die Protagonistin, die aus meiner Sicht die größte Entwicklung durchgemacht hat. Die Autorin hat es geschafft, Amys Emotionen wunderbar zu beschreiben, ohne dass es langweilig oder überfrachtet wirkt. Manche Szenen haben bei mir für echte Rührung gesorgt, weil man sich so gut in die Protagonisten hineinversetzen konnte.

Nicht so gut gefallen hat mir der Umgang zwischen Amy und Mian am Ende. Da hätte ich mir noch mehr Konversation gewünscht.

Alles in allem fand ich das Buch sehr gut und kann es weiterempfehlen. Insbesondere für Leser, die gerne auch mal etwas emotionaleres als die „klassische Lovestory“ lesen möchten.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.05.2020

Humorvoll und etwas drüber – ein krasser Coming of Age Roman

Engelhorn
0

„Engelhorn: Die wunderbare Sinnlosigkeit der Jugend“ von Stephan Rossmann ist bereits vor einigen Jahren unter dem Titel „Lucia – mein liebster Wahnsinn“ erschienen. Die Geschichte dreht sich um den jungen ...

„Engelhorn: Die wunderbare Sinnlosigkeit der Jugend“ von Stephan Rossmann ist bereits vor einigen Jahren unter dem Titel „Lucia – mein liebster Wahnsinn“ erschienen. Die Geschichte dreht sich um den jungen Rossi, der so ziemlich jede Jugendsünde begeht, die man sich vorstellen kann (und noch mehr). Auf seinem Weg begleiten ihn seine Kumpels Stoffel und Schnupfi. Im Laufe der Geschichte lernt Rossi die junge und hübsche Lucia kennen und lieben. Gemeinsam durchleben die beiden die Höhen und Tiefer einer (sinnlosen) Jungend: Erste sexuelle Erfahrungen, Drogen, Parties…

Das Cover von Engelhorn ist sehr bunt und wäre jetzt nicht meine favorisierte Farbkombination. Es passt aber ganz gut zum Inhalt, denn wenn ich mir Rossi auf einem seiner Trips vorstelle, hat er wohl dieselben Farben gesehen.
Der Schreibstil ist einfach aber gut zu lesen und sehr explizit. Es wird nicht lange um den heißen Brei herum geschrieben, sondern der Autor kommt zur Sache. So findet man sich sehr schnell in Rossis Leben und seiner Clique zurecht. Zudem enthält das Buch viele Dialoge zwischen den Protagonisten, was ich sehr mochte.
Von der Handlung her war mir das Buch oft etwas drüber. Egal ob Urin, Kotze, Drogen, Sex – alles findet sich ohne Umschweife in den Geschichten wieder. Muss man mögen – ich mochte es nicht. In anderen Rezensionen habe ich gelesen, dass es sich um einen Roman über eine ganz normale Jugend handelt. Wenn Rossi der 0815 Jugendliche ist, dann gute Nacht. Entweder war ich eine Nonne, oder die 90er waren einfach krass.
Was mich zum nächsten Punkt bringt: Was mit wieder gefallen hat, waren die typischen Elemente aus den 90ern, zum Beispiel die Berichterstattung über den Golfkrieg, denen Rossi und seine Freunde lauschen.

Alles in allem fand ich das Buch gut und habe mich gut unterhalten gefühlt. 2 Sterne Abzug gibt es von mir, weil das Buch mir stellenweise einfach drüber war.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.05.2020

Lustige Unterhaltungslektüre für Zwischendurch

Thirty
0

In dem Buch „Thirty“ geht es um die (noch) junge Bella. Bella wird bald 30 und ihr Leben ist einfach nur chaotisch. Im Gegensatz zu ihrem Umfeld hat sie nicht das Gefühl, dort angekommen zu sein, wo sie ...

In dem Buch „Thirty“ geht es um die (noch) junge Bella. Bella wird bald 30 und ihr Leben ist einfach nur chaotisch. Im Gegensatz zu ihrem Umfeld hat sie nicht das Gefühl, dort angekommen zu sein, wo sie eigentlich mit 30 stehen wollte. Nachdem sie auf spektakuläre Weise ihren Job kündigt und Rat bei einer verrückten Wahrsagerin sucht, fliegt sie Hals über Kopf nach New York zu ihrer besten Freundin Esther. Dort schmieden die beiden einen Plan: 30 Dates in 30 Tagen (also bis zum 30. Geburtstag von Bella). Bella macht sich auf einen Trip quer durch die USA mit dem Ziel den Richtigen zu finden.

Das Cover des Buches ist sehr ansprechend und hat süße Details, wie zum Beispiel den Wegweiser auf der Wolke (London, NY, Love). Wolkig trifft es bei dem Buch ganz gut, denn in Bellas Leben verdunkeln so einige Wolken die Sonne, obwohl Bella sich doch eigentlich auf Wolke 7 befinden will. Der Schreibstil liest sich sehr gut, man merkt aber, dass das Buch aus dem englischen ins Deutsche übersetzt wurde. Insbesondere bei den Schimpfwörtern, die anfangs haufenweise benutzt werden, um Bellas missliche Lage zu schildern. Dennoch habe ich wirklich viel gelacht, weil die Protagonistin einfach auf eine verrückte Art sympathisch ist. Ein klassischer Fall von „Macht sich ihr Leben selber schwer!“
Die Idee mit den 30 Dates bis zum 30. Geburtstag fand ich klasse. Bei der Beschreibung der Dates wurde mir ab und zu allerdings zu tief in die Klischeekiste gegriffen. Von gleichgeschlechtliches Dates, Cowboys, alte Professoren, der Ex, der Typ aus dem Flugzeug – es war einfach alles dabei was man sich vorstellen kann (und noch viel mehr).
Von der Charaktertiefe ist das Buch eher flach gehalten, was aber nicht stört und eigentlich auch zum Tempo des Buches passt. In Bella kann man sich noch recht gut hineinversetzen (wenn auch nicht immer nachvollziehen was sie da treibt), die anderen Personen bleiben aber recht blass. Insbesondere die beste Freundin Esther. Da habe ich mich beim Lesen schon das ein oder andere Mal gefragt, was sie zu gewissen Taten angetrieben hat.
Was der Autorin gut gelungen ist, ist die in der Handlung gestreuten Fäden am Ende wiederaufzunehmen und daraus eine Runde Geschichte zu machen. Auf dem Weg dahin hatte ich einige „Aha“-Momente und wurde von dein ein oder anderen Wendung der Geschichte überrascht. Das Ende kam nicht völlig überraschend, war aber ein sehr gelungener Abschluss für das Buch.

Alles in allem hat mich das Buch gut unterhalten. Ich habe viel über Bellas Tollpatschigkeit gelacht und mit Freude ihre Dates verfolgt. Von mir gibt es 4/5 Sternen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere