Was ist die Frau und was hat sie zu sein?
The Night Ends With FireIm Rahmen einer Premiere auf lovelybooks erhielt ich ein Rezensionsexemplar. Dafür möchte ich mich erneut herzlich bedanken 🧡
Was bedeuten drei Sterne für mich? Ein solides Buch, welches aber einige Schwächen ...
Im Rahmen einer Premiere auf lovelybooks erhielt ich ein Rezensionsexemplar. Dafür möchte ich mich erneut herzlich bedanken 🧡
Was bedeuten drei Sterne für mich? Ein solides Buch, welches aber einige Schwächen aufweist.
Das Original wurde von K.X Song verfasst. Übersetzt wurde das Buch von Katja Hald.
Unsere Hauptfigur Meilin lebt in schwierigen Verhältnissen. Ihr opiumsüchtiger Vater möchte sie verheiraten, um mit den Brautgeschenken finanziell über Wasser zu bleiben. Doch ein Blick auf ihren Verlobten zeigte ihr klar und deutlich, dass sie dieses Leben nicht leben kann. Um noch einige Momente der Freiheit zu genießen entschied Meilin sich, sich als Mann zu verkleiden und der Armee beizutreten.
Das Buch lässt sich durch den flüssigen Schreibstil gut lesen. Zur Mitte hin gab es aber einige Längen, durch die ich mich durchkämpfen musste.
Ein zentraler Aspekt in dieser Geschichte ist die Rolle der Frau. Die Frau wird in dieser Welt nicht als eigenständiges und unabhängiges Individuum angesehen. Sie gehört zunächst ihrem Vater und dannach ihrem Ehemann. Meilin will mehr als das, hat dieses Bild aber auch auf eine gewisse Weise internalisiert. Eine Frau wie sie, die Freiheit möchte, die gierig ist und einfach mehr sein möchte gilt als widernatürlich. Sie sieht sich als widernatürlich. Dieser innerer Konflikt zwischen dem was sie ist und dem was sie sein soll, zumindest laut ihrer Kultur, war wirklich interessant zu lesen. Es hatte aber auch zur Folge, dass sie impulsiv handelte und nicht immer die klügsten Entscheidungen traf, wodurch sie sich selbst in Gefahr brachte. Für mich war das sehr nachvollziehbar, aber ich weiß bei einigen Lesern kommt das nicht besonders gut an ^^' Meilin ist alles andere als perfekt, aber genau das macht ihren Charakter für mich so gut. Sie fühlte sich wirklich real an.
Ein weiterer Konflikt, den Meilin durchgeht ist die Frage, wem sie vertrauen kann. Diese Frage habe ich mir als Leser auch immer wieder gestellt. Kann sie ihren Kameraden vertrauen? Prinz Liu? Dem Drachen Quinglong? Bis zum Ende konnte ich es nicht sagen, was ein weiteres Element an Spannung in die Geschichte einbrachte.
Die Nebenfiguren hingegen blieben für mich meist eher unspektakulär. Von der Geschichte an sich passiert aber so viel, durch den Krieg und die magischen Elementen, dass es mich beim Lesen gar nicht gestört habe. Das ist mir tatsächlich erst beim Schreiben dieser Rezension aufgefallen.
Was mir beim Lesen aber dann doch ein bisschen negativ aufgefallen ist sind die Romanzen. Für mich war da kein richtiger Funke, der rübergekommen ist. Auf der einen Seite haben wir Prinz Liu als potentiellen romantischen Partner. Obwohl er und Meilin mehr Momente miteinander hatten bin ich weniger ein Fan diesen Paares. Für mich war es nicht nachvollziehbar. Es war für mich eher ein „Was habe ich verpasst?"-Moment. Mann Nummer zwei nenne ich nicht bei Namen, da er erst deutlich später Teil der Geschichte wird. Er hat etwas mysteriöses an sich, wodurch ich ihn nur schwer einschätzen konnte, aber auf eine gute Weise! Ich glaube, genau deswegen bin ich diesem Paar eher zugeneigt. Zwar würde ich nicht sagen, dass ich unbedingt möchte, dass sie zusammen kommen, aber ich bin offen für das, was für die beiden noch kommen wird. Im Gegensatz zur Romanze mit Prinz Liu. Es ist mir ziemlich egal was aus den beiden im romantischen Kontext wird.
Insgesamt hat mir das gut gefallen. Hier und da gab es einige Schwächen, aber ich werde Band 2 auch lesen, wenn er erscheint.