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Veröffentlicht am 08.09.2020

Sehr spannend!

Schrei nach Rache
3

Wie der Klappentext schon verrät: Es geht um grausame Morde an Flughäfen, man darf sich also auf Blut einstellen. Aber auch wenn die Art und Weise, wie die Opfer zu Tode kommen, sehr brutal sind, schlachtet ...

Wie der Klappentext schon verrät: Es geht um grausame Morde an Flughäfen, man darf sich also auf Blut einstellen. Aber auch wenn die Art und Weise, wie die Opfer zu Tode kommen, sehr brutal sind, schlachtet der Autor die einzelnen Szenen nicht zu sehr aus. Er überlässt es oft dem Leser, sich genaueres vorzustellen. Das empfand ich als sehr angenehm.

Gut gefallen hat mir auch, wie der Thriller aufgebaut ist. Man darf nämlich ab und zu auch dem Täter über die Schulter schauen. Und auch wenn man schon sehr schnell eine Ahnung entwickelt, wer hinter allem steckt, tut das der Spannung keinen Abbruch. Denn wieso und weshalb alles geschieht, ist lange unklar.

Hier kommt der ehemalige Profiler Falk Hagedorn ins Spiel. Eigentlich ist er Psychotherapeut und hat seine Arbeit für die Polizei aufgegeben. Aber weil das LKA sehr verzweifelt ist, wird er um Hilfe gebeten. Mir hat seine Art sehr gut gefallen. Er ist eigenbrötlerisch, nicht auf den Mund gefallen und nicht unbedingt ein Kollege, mit dem man leicht zusammenarbeiten kann. Aber gerade weil er nicht so aalglatt ist, war ich sofort auf seiner Seite. Dass er im Rollstuhl sitzt hat für mich keine Rolle gespielt und ist auch für den eigentlich Fall nicht relevant, erklärt aber so manchen seiner Spleens - denn das Leben hat ihm manchen Stein in den Weg gelegt. Man erfährt auch nach und nach etwas über seinen Hintergrund. Dabei gerät aber immer der eigentliche Fall nie in den Hintergrund, was mir immer sehr wichtig ist.

Gelungen war auch der Aufbau des Buches. Man beginnt mit einem Prolog, der schon einmal für Spannung sorgt, aber sehr isoliert steht, weil man die Hintergründe nicht weiß. Dann liest man sich quer durch das Buch, bis man gegen Ende wieder am Ausgangspunkt ankommt. Ich finde solche Klammern immer sehr gut, weil sie einen roten Faden schaffen.

Das Ende hat mich dann sprachlos gemacht. Der Autor beweist hier wirklich Mut, denn damit hätte ich einfach gar nicht gerechnet. Dafür vielen Dank!

Insgesamt hat mich der Thriller wirklich überzeugt. Eine gute, überzeugende Story mit viel Spannung und einem sympathischen Protagonisten: Ich werde die Reihe auf jeden Fall weiterverfolgen und hoffe, dass es nicht so lange bis zum nächsten Band dauert. Von mir gibt es 5 Sterne!

  • Handlung
  • Charaktere
  • Erzählstil
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 02.01.2021

Die Krähe ermittelt wieder!

Vergessene Gräber
1

Ich hatte mich richtig auf den 5. Band der Mara Billinsky-Reihe gefreut und bin mittlerweile auch schon ein großer Fan der Ermittlerin. Auch in diesem Teil konnte sie mich wieder durch ihre unerschrockene ...

Ich hatte mich richtig auf den 5. Band der Mara Billinsky-Reihe gefreut und bin mittlerweile auch schon ein großer Fan der Ermittlerin. Auch in diesem Teil konnte sie mich wieder durch ihre unerschrockene Art überzeugen, auch wenn sie sich dadurch selbst in Gefahr gebracht hat.

Das macht es natürlich sehr spannend und man fiebert mit - wobei ich gestehen muss, dass ich während des Lesens immer im Hinterkopf hatte, dass es schon gut ausgehen wird, weil Leo Born nicht seine Hauptfigur sterben lässt (hoffe ich).

In diesem Teil hat mich aber eine andere Person fast noch mehr begeistert als Mara, nämlich ihr Kollege Jan Rosen. Er hat in den letzten Teilen schon eine starke Entwicklung durchgemacht und wächst jetzt über sich hinaus. Um das würdigen zu können, sollte man meiner Meinung nach die Vorgängerbände kennen, auch wenn "Vergessene Gräber" in sich abgeschlossen ist und man ihn auch als Einzelband lesen kann.

Da die Krähe, wie Maras Spitzname lautet, mittlerweile ihrem Chef gezeigt hat, was sie kann, kommt es nicht mehr zu so vielen Zusammenstößen zwischen den Beiden. Das habe ich fast ein bisschen vermisst, andererseits freut man sich als Leser auch mit, dass ihr und ihren unkonventionellen Ermittlungsmethoden endlich Vertrauen geschenkt wird.

Ermittelt wird wieder in Frankfurt, allerdings treibt der Mörder auch über die Stadtgrenzen hinaus sein Unwesen. Das macht die Ermittlungen schwieriger, den bzw. die Fälle aber auch noch spannender. Wenn sich Billinsky und Rosen im Milieu bewegen und auf düstere Gestalten treffen, dann jagt es mir immer einen besonderen Schauer über den Rücken, weil es quasi vor meiner Haustür passiert.

Nichtsdestotrotz erwartet den Leser hier nicht die Bedienung von Klischees, also dass die Drogen-/Schlägertypen von Frankfurt für alles verantwortlich sind. Der Twist, dass vermeintlich unbescholtene Bürger wahllos gefoltert und umgebracht werden, sorgt für noch mehr Spannung. Ich gehe an dieser Stelle aber nicht mehr ins Detail, um nicht zu spoilern. Nur so viel: Die Gegensätze sind krass - und das ist gut.

Sprachlich habe ich auch nichts zu meckern. Das Buch ist in verschiedene Teile eingeteilt und diese wiederum in Kapitel, die so eine angenehme Länge haben, dass man sich immer denkt "eins geht noch". Der Schreibstil ist angenehm und flüssig zu lesen. Es geht zwar brutal zu, aber die Szenen werden nicht unnötig ausgeschlachtet, sodass sie gut zu ertragen sind und sich in das Gesamtbild einfügen. Deshalb habe ich den Thriller auch mehr oder weniger durchgesuchtet.

Leider war Teil 5 der Krähe einfach zu schnell weggelesen... jetzt heißt es wieder warten... Von mir gibt es 5 Sterne!

  • Cover
  • Spannung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Handlung
Veröffentlicht am 17.10.2020

Brutal und verstörend...

Blutasche
1

Obwohl ich bereits "Leichenbraut" gelesen habe und man die Vorgänger nicht unbedingt kennen muss, hatte ich hier anfangs leichte Schwierigkeiten, in das Buch hineinzufinden. Denn bis ich alle Personen ...

Obwohl ich bereits "Leichenbraut" gelesen habe und man die Vorgänger nicht unbedingt kennen muss, hatte ich hier anfangs leichte Schwierigkeiten, in das Buch hineinzufinden. Denn bis ich alle Personen und ihre Aufgaben wieder parat hatte, hat es doch etwas gedauert. Vor allem Jules konnte ich nicht wirklich einordnen und ich hatte beim Lesen das Gefühl, dass mir hier Informationen fehlen. Das war etwas schade. Auch wie Gabriel in die Geschichte hineinpasst, war mir bis zum Schluss nicht klar. Vielleicht kann ich mich nicht mehr erinnern und es kam in Teil 2 vor, oder es war im ersten Band, den ich nicht gelesen habe.

Auch hat es etwas gedauert, bis es so richtig losging. Stephen Lang macht gerade Urlaub, das MID-Team hat eigentlich keine Fälle, denn sie ermitteln ja nur bei besonders schwerwiegenden Dingen, bei denen die normalen Ermittler nicht weiterkommen und bis es dann etwas zu ermitteln gibt, ist schon einige Zeit - und auch einige Seiten - vergangen.

Aber das ändert sich nach den ersten 100 Seiten dann sehr schnell und ich war gefesselt. Es gibt verschiedene Tatorte, man springt immer mal wieder hin und her, was für viele kleine Cliffhanger sorgt. Richtig erschüttert haben mich die Passagen, die aus Sicht des Täters geschildert wurden. Diese gehen ganz schon unter die Haut und man muss schon einiges aushalten können, denn sie sind ganz schön brutal und unheimlich.

Was den Täter angeht, hatte ich leider schon ziemlich schnell eine Ahnung, die sich dann auch bestätigt hat. Zwar wird der Leser noch auf die ein oder andere Fährte gelockt, aber das ist teilweise so offensichtlich, dass ich nicht darauf reingefallen bin. Nichtsdestotrotz bin ich mit der Auflösung sehr zufrieden. Es hat alles Hand und Fuss und wird zum Schluss nochmal richtig rasant.

Insgesamt wurde ich also gut unterhalten, ich empfehle aber dringend, die Vorgänger zu lesen, bevor man sich "Blutasche" widmet. Von mir gibt es 3,5 Sterne!

  • Handlung
  • Charaktere
  • Erzählstil
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 23.02.2020

Born ermittelt wieder...

Finsterthal
1

Bei diesem Buch handelt es sich um den zweiten Teil einer Trilogie, die sich um Alexander Born, einen Ex-Polizisten, der da ermittelt, wo die Polizei nicht mehr darf, dreht. Man muss den ersten Teil nicht ...

Bei diesem Buch handelt es sich um den zweiten Teil einer Trilogie, die sich um Alexander Born, einen Ex-Polizisten, der da ermittelt, wo die Polizei nicht mehr darf, dreht. Man muss den ersten Teil nicht unbedingt kennen, aber ich empfehle es, denn erst dann kann man einiges besser nachvollziehen bzw. man kennt Born und seine Art schon.

Obwohl ich den ersten Teil bereits vor einem Jahr gelesen habe, kam ich auch hier wieder sehr leicht in die Geschichte hinein. Alexander Born hat bei mir anscheinend genug Eindruck hinterlassen, sodass ich sofort wieder drin war.

Er steht jedoch am Anfang noch gar nicht im Mittelpunkt, sondern die Entführung und Ermordung von jungen Frauen, allesamt Töchter von einflussreichen Geschäftsleuten. Eigentlich will Born damit auch gar nichts zu tun haben - aber natürlich kann er dann doch nicht anders, als seine Fühler auszustrecken.

Ich habe da Gefühl, dass dieser Teil sogar noch dunkler ist als sein Vorgänger. Man muss schon einiges aushalten können, wenn man sich auf diese Bücher von Linus Geschke einlässt, denn es wird brutal. Dabei finde ich gar nicht die körperliche Brutalität so schlimm, sondern das, was Menschen dazu bewegt, sich so zu verhalten und andere mehr als Dinge als als Lebewesen anzusehen. Hier musste ich beim Lesen mehrfach schlucken und tief durchatmen.

Der Autor schafft es hier, Figuren zu kreieren, die gefühllos und psychopathisch agieren, dass man es kaum glauben kann. Dabei schafft er aber eine sehr graue Atmosphäre - seine Figuren sind nicht nur böse oder gut, sondern etwas dazwischen. Denn auch dem schlimmsten Mafioso wünscht man nicht, was hier zum Teil passiert. Diese verschwimmenden Grenzen zwischen Schwarz und Weiß haben mich schon im ersten Teil begeistern können und tuen es auch hier wieder.

Alexander Born ist ebenfalls wieder wie gewohnt: Er will Gerechtigkeit, dafür ist ihm jedes Mittel recht. Er zeigt wieder viel Mut, auch wenn er diesmal persönlich involviert wird. Und hier hat das Autor etwas getan, was ich nie gedacht hätte. Ich war am Ende richtig erschüttert, kann es bis jetzt kaum glauben und weiß nicht, wie das im dritten Teil fortgeführt werden soll. Aber Hut ab für so viel Mut, Linus Geschke!

Insgesamt war ich wieder von der ersten Seite gefesselt. Es war spannend, brutal und einfach unglaublich - von mir gibt es deswegen 5 Sterne! Und hoffentlich dauert es nicht wieder ein Jahr bis zum nächsten Band...

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.06.2019

Auf der Suche nach der Wahrheit...

Der Insasse
1

Irgendwie bin ich mit den Büchern von Sebastian Fitzek immer etwas später dran, aber jetzt habe ich endlich auch "Der Insasse" gelesen.
Der Plot klingt spannend, aber ich gestehe, dass ich es nicht so ...

Irgendwie bin ich mit den Büchern von Sebastian Fitzek immer etwas später dran, aber jetzt habe ich endlich auch "Der Insasse" gelesen.
Der Plot klingt spannend, aber ich gestehe, dass ich es nicht so leicht abkann, wenn schreckliche Dinge mit Kindern passieren. Auch wenn das der Auslöser für die Geschichte ist, steht es aber zum Glück nicht im Mittelpunkt, sondern ein Vater, dessen Sohn entführt wurde und der nun trauern und damit abschließen möchte. Dazu lässt er sich in die Psychiatrie einweisen, um den mutmaßlichen Mörder seines Sohnes nahezukommen.
An sich hat mir das Buch sehr gut gefallen. Der Schreibstil ist wie von Fitzek gewohnt sehr flüssig, die Kapitel haben eine angenehme Länge und so will man immer "nur noch eins" lesen. Allerdings ist die Story an der ein oder anderen Stelle auch ziemlich brutal, wenn nicht sogar eklig. So wird der Protagonist beispielsweise zusammengeschlagen und das Ganze einschließlich der Verletzungen anschaulich und ausführlich geschildert. Das brauche ich - auch wenn es ein Thriller ist - nicht unbedingt.
Dazu kommt, dass für mich vor allem nach Beendigung des Buches doch noch nicht alles ganz geklärt war. Zwar wird am Ende einiges aufgelöst, doch es bleiben Fragen offen und ich konnte nicht alles unbedingt nachvollziehen.
Trotzdem gibt es eine überraschende Wende, die ich so nicht erwartet hätte. Allerdings wirkt es danach wie bereits angesprochen etwas konstruiert.
Insgesamt war es eine gute Unterhaltung, aber ich bin nicht restlos begeistert. Deswegen von mir nur 3 Sterne.