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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.01.2026

Genre-Mix mit Licht und Schatten

Ein Pakt aus Asche und Blut
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Sabine Riedels Roman "Ein Pakt aus Asche und Blut" bietet einen kurzweiligen Mix aus Historie, Fantasy und Thriller, hinterlässt bei mir jedoch einen gemischten Eindruck.

Zunächst zum Schreibstil:
Dieser ...

Sabine Riedels Roman "Ein Pakt aus Asche und Blut" bietet einen kurzweiligen Mix aus Historie, Fantasy und Thriller, hinterlässt bei mir jedoch einen gemischten Eindruck.

Zunächst zum Schreibstil:
Dieser ist angenehm flüssig, auch wenn manche Formulierungen etwas zu blumig und ungelenkt geraten sind.

Zum Inhalt:
Die Erzählung setzt auf ein dynamisches Wechselspiel zwischen den Zeitebenen: Während man im Jahr 1460 tief in die Welt von Helen und Anna eintaucht, werden Cat, Melanie und Mike in der Gegenwart von den Schatten der Vergangenheit eingeholt.
Dieser Kontrast sorgt anfangs für eine hohe Spannungskurve, wobei der historische Handlungsstrang erzählerisch und atmosphärisch deutlich mehr Gewicht besitzt als der in der Gegenwart. Doch wo der Roman mit packender Mystik und Zauberbeschwörungen stark beginnt, verliert er zusehends an erzählerischer Schlagkraft. Besonders die Gegenwartsebene wirkt im weiteren Verlauf zu konstruiert und lässt die nötige inhaltliche Tiefe vermissen.
Das überhastete Finale verstärkt diesen Eindruck leider, da viele Fragen ungeklärt bleiben und die Charaktere – allen voran Melanie – für mich bis zuletzt blass und unnahbar blieben.

Es ist von allem etwas dabei, doch Thrill, Fantasy und Historie verbinden sich für mich jedoch nicht wirklich zu einem überzeugenden Ganzen.
Ein ambitionierter Genremix ist "Ein Pakt aus Asche und Blut", der stark startet, dem aber zum Finale leider die Luft ausgeht.

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Veröffentlicht am 16.01.2026

Hochspannung mit politischer Schlagkraft

Oxen. Interregnum
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Mit „Interregnum“ legt Jens Henrik Jensen den mittlerweile siebten Band seiner Erfolgsreihe um den dänischen Ex-Soldaten Niels Oxen vor. Dem Autor gehen hierbei die Ideen für fesselnde und erschreckend ...

Mit „Interregnum“ legt Jens Henrik Jensen den mittlerweile siebten Band seiner Erfolgsreihe um den dänischen Ex-Soldaten Niels Oxen vor. Dem Autor gehen hierbei die Ideen für fesselnde und erschreckend realistische Politthriller noch lange nicht aus.

Niels Oxen und die Geheimdienstmitarbeiterin Margrethe Franck finden sich erneut in einem Netz aus Intrigen wieder, das weit über die Grenzen Dänemarks hinausreicht. Der Roman greift brandaktuelle politische Entwicklungen auf – von chinesischen Spionageaktivitäten bis hin zu den Auswirkungen des Ukraine-Krieges – und verwebt diese zu einem Szenario, das durch seine Realitätsnähe beunruhigt. Während die nationale Sicherheit auf dem Spiel steht, muss Oxen sich gleichzeitig den Herausforderungen in der Beziehung zu seinem Sohn Magnus stellen, was der harten Thriller-Handlung eine emotionale Ebene verleiht.

Durch die bewährte Erzählweise aus verschiedenen Perspektiven und die gewohnt kurzen Kapitel kommt von der ersten Seite an hohe Spannung auf. Zahlreiche Überraschungsmomente sorgen dafür, dass man nur schwer mit dem Lesen aufhören kann.

Der private Handlungsstrang rund um Oxen und seinen Sohn Magnus kann auch überzeugen und sorgt für emotionale Nähe zu Oxen.

Ein kleiner Wermutstropfen ist das Tempo im Mittelteil. Nach dem starken Anfang wird hier spürbar Fahrt herausgenommen, wodurch der Erzählfluss zeitweise etwas ins Stocken gerät.
Zudem wirken manche Bemerkungen zu gesellschaftlichen Entwicklungen sowie Margrethe Francks „Liebesleben“ im Vergleich zu den hochrealistischen politischen Verwicklungen etwas gezwungen und weniger authentisch.

Trotz der kleinen Längen im Mittelteil tut dies dem Lesegenuss und der generellen Spannung keinen Abbruch. „Oxen. Interregnum“ ist ein gewohnt packender Politthriller, der durch seine Aktualität besticht. Für Fans der Reihe ist dieser Band ein absolutes Muss und ein Beweis dafür, dass die Serie auch nach sieben Bänden nichts von ihrer Relevanz verloren hat.

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Veröffentlicht am 16.01.2026

Nicht so spannend und beklemmend wie erhofft

Ruf der Leere
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Was als entspanntes Hüttenwochenende unter Felix Freunden beginnt, eskaliert durch ungebetene Gäste und einen mysteriösen Besucher: Ein alter Mann stellt der Gruppe ein tödliches Ultimatum – sie müssen ...

Was als entspanntes Hüttenwochenende unter Felix Freunden beginnt, eskaliert durch ungebetene Gäste und einen mysteriösen Besucher: Ein alter Mann stellt der Gruppe ein tödliches Ultimatum – sie müssen eine Person wählen, die überleben darf, während alle anderen sterben sollen. In der Isolation bricht die soziale Fassade zusammen und weicht nacktem Egoismus.
Parallel dazu sucht Felix’ besorgter Vater nach seinem verschwundenen Sohn.

In „Ruf der Leere“ entwirft der Autor ein beklemmendes Szenario, das die Abgründe der menschlichen Natur unter extremem Druck ausleuchtet. Was nach Lesen der Inhaltsangabe zunächst nach einer tiefgründigen und fesselnden Lektüre klingt, entpuppt sich am Ende eher als ein unausgegorener Spannungsroman mit psychologischen Elementen.

Mein Gesamteindruck des Romans ist zwiegespalten. Der Autor schafft es zwar, eine durchaus stimmungsvolle und atmosphärische Kulisse aufzubauen, verliert sich jedoch streckenweise in einer gewissen Langatmigkeit.

Ein Hauptproblem liegt im Zugang zu den Protagonisten. Die Figuren wirken durch ihre Vielzahl an Konflikten und dunklen Geheimnissen oft überlastet und in ihrer Darstellung leider auch etwas stereotyp. Dadurch fällt es schwer, echtes Mitgefühl oder eine tiefere Verbindung zu ihnen aufzubauen. Eine stärkere Fokussierung auf Felix und Laura hätte dem Spannungsbogen vermutlich gutgetan und die beklemmende Atmosphäre verdichtet.

Während der Einstieg packend ist, fällt die Spannungskurve im Mittelteil deutlich ab. Es wird viel erzählt, ohne dass die Handlung einen wirklichen Zugewinn erfährt. Die verschiedenen Erzählperspektiven sorgen zwar für ein schnelles Lesetempo und halten das grundsätzliche Interesse aufrecht, führen jedoch auch zu störenden Handlungsbrüchen.

Einige Elemente wirken leider darüber hinaus zu gewollt. Sowohl die Rolle des alten Mannes als personifizierter „Tod“ als auch die Motivationen des Vaters erscheinen etwas zu konstruiert, um die Handlung künstlich voranzutreiben.

„Ruf der Leere“ von Daniel Alvarenga ist ein kurzweilig geschriebener Roman mit durchaus überraschenden Momenten.
Wer psychologische Spannungsromane mag, wird hier solide unterhalten. Basierend auf der Prämisse des Romanes hatte ich mir jedoch deutlich mehr Tiefe und einen konsequenteren Spannungsaufbau erhofft.
Ein lesenswerter Ansatz, der sein volles Potenzial leider nicht ganz ausschöpft.

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Veröffentlicht am 13.11.2025

Der Versuch lustig zu sein...

Cyberdings wie vom anderen Stern
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Leeloo ist Mitte 40 und verheiratet, doch ihr Mann will eine offene Ehe. Die Gründe hierfür? Bleiben im Dunkeln. Auch sonst bleiben ihr Mann bzw. ihre Ehe nahezu unerwähnt, wie auch ihr sonstiges Leben. ...

Leeloo ist Mitte 40 und verheiratet, doch ihr Mann will eine offene Ehe. Die Gründe hierfür? Bleiben im Dunkeln. Auch sonst bleiben ihr Mann bzw. ihre Ehe nahezu unerwähnt, wie auch ihr sonstiges Leben. Wer Leeloo als Person ist, wie ihr Charakter ist, was sie im Leben macht und was ihre Sorgen und Ängste sind, spielt im Roman nicht wirklich eine Rolle. Ja, ihr sarkastisches Gewissen meldet sich zu Wort, aber anstatt zu nerven und unglaubwürdig zu klingen, trägt es nicht dazu bei, Leeloo näher kennenzulernen.

Leeloos Online-Chat mit Gekko steht eindeutig im Vordergrund der Geschichte sowie ihr inhaltsleeres und wenig amüsantes Geplänkel. Mir nichts, dir nichts entwickelt Leeloo auch Gefühle für Gekko, auch wenn sie ihn noch nie gesehen hat und er meilenweit entfernt in Thailand lebt. Und dann fangen beide auch schon an mit dem Online-Gefummel und -Sex. Ach ja, astrologische Analysen dürfen natürlich auch nicht fehlen...

Wie man meinem sarkastischen Ton entnehmen kann, konnte "Cyberdings wie vom anderen Stern" mich überhaupt nicht überzeugen. Die Inhaltsangabe klang noch nach guter Unterhaltung und auch die ersten Seiten lassen sich schnell weglesen, doch schon schnell beginnt die inhaltliche Leere und das belanglose Online-Gechatte. Humor, eine glaubhafte Handlung und Personenentwicklung? Fehlanzeige! Überzogenes und krampfhaftes Versuchen, lustig zu sein, finden sich dagegen zuhauf.

"Cyberdings wie vom anderen Stern" wäre besser auf einem anderen Stern geblieben.

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Veröffentlicht am 13.11.2025

Eiskalter Rachefeldzug, der einen in seinen Bann zieht

Kälter
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1989 kommt der Tod auf die Insel Amrum und Lucy wird von der Provinzpolizistin zur eiskalten Jägerin, die sie in ihrer Vergangenheit war.

"Kälter" von Andreas Pflüger ist ein Thriller, der es einem schwer ...

1989 kommt der Tod auf die Insel Amrum und Lucy wird von der Provinzpolizistin zur eiskalten Jägerin, die sie in ihrer Vergangenheit war.

"Kälter" von Andreas Pflüger ist ein Thriller, der es einem schwer macht, mit dem Lesen aufzuhören. Er ist vollgepumpt mit Spannung, Blut, Gewalt und packenden Wendungen. Nebenbei fällt auch noch die Mauer, also finden auch das ein oder andere gesellschaftliche, politische und vor allem geheimdienstliche (wahre) Ereignis Eingang in den fesselnden und eiskalt servierten Thriller.

Man ist nah am Geschehen und wird regelrecht in die packende Handlung gezogen. Der Autor lässt nichts anbrennen, er hält sich nicht mit Nebensächlichkeiten auf und rast regelrecht durch die Szenen, ähnlich einem Action-Film.
Zudem ist er intelligent konstruiert und erfordert Aufmerksamkeit seitens der Lesenden. Ein stimmungsvoll düsterer Thriller mit Niveau.

Auch sprachlich kann "Kälter" überzeugen.
Keine unnötigen Gefühlsduseleien oder unnötige Personen- und Szeneriebeschreibungen stören das Voranschreiten des Rachefeldzuges von Lucy Morgenroth. So nahezu emotionslos, abgebrüht und kompromisslos Lucy eben ist, so liest sich auch der Thriller. Dennoch schafft es der Autor, Nähe zur Protagonistin zu erzeugen, und man kann sich gut in sie hineinversetzen.

Einzig zum Beginn der Geschichte hatte der Thriller etwas Anlaufschwierigkeiten. Die Handlung brauchte etwas Zeit, bis sie an Fahrt aufnahm, und war etwas undurchsichtig. Aber mit jeder Seite nahm er an Geschwindigkeit zu und zog einen immer mehr in seinen Bann und den Rachestrudel von Lucy.

Für Fans von Andreas Pflüger und alle, die anspruchsvolle Thriller mit geschichtlichem Bezug mögen, die auch stilistisch überzeugen können!

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