Profilbild von lenafranziska

lenafranziska

Lesejury-Mitglied
offline

lenafranziska ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit lenafranziska über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.05.2021

Zu schön, um wahr zu sein!

Wie die Ruhe vor dem Sturm
0

Erstes Buch der Chances-Reihe von Brittainy C. Cherry

Inhalt
Eleanor Gable wird als Nanny bei einem wohlhabenden, alleinerziehenden Vater eingestellt. Dieser entpuppt sich als Greyson East – ihre einstige ...

Erstes Buch der Chances-Reihe von Brittainy C. Cherry

Inhalt
Eleanor Gable wird als Nanny bei einem wohlhabenden, alleinerziehenden Vater eingestellt. Dieser entpuppt sich als Greyson East – ihre einstige erste große Liebe, mit dem sie als Teenager eine unvergessliche Zeit verbracht hat. Doch der distanzierte CEO hat kaum noch Ähnlichkeiten mit dem einfühlsamen Jungen von damals. Ellie setzt alles daran, diesen gebrochenen Mann ins Leben zurück zu holen - so, wie er einst ihr in ihren dunkelsten Stunden zur Seite stand.

Mein Eindruck
Aufgrund der vielen positiven Bewertungen waren meine Erwartungen sehr hoch und sie wurden definitiv nicht enttäuscht:

Durch die Zweiteilung des Romans begleiten wir die Protagonisten abwechselnd aus beiden Perspektiven einerseits in ihrer Teenagerzeit und anschließend 16 Jahre später, als Ellie durch Zufall wieder in Greysons Leben tritt. Dieser Zeitsprung lässt einen gespannt sein, was die beiden in der Zwischenzeit erlebt haben.

Im ersten Teil konnte mich die zunächst recht nerdige Ellie aufgrund ihrer Harry Potter-Sucht dann doch schnell für sich einnehmen, man muss dieses liebevolle Mädchen einfach mögen! Wie sie und Grey als Teenager zueinanderfinden ist trotz oder gerade wegen des traurigen Hintergrundes einfach wunderschön, so einen Mister Perfect wünscht sich ja wohl jeder! Was Ellies Bilderbuchfamilie dann durchleiden muss gibt einem schon am Anfang der Story den Rest, die Emotionen sind nicht nur an dieser Stelle überwältigend!

In Teil 2 ist Greyson nicht wiederzuerkennen. Es ist, als würde die Story plötzlich von einer ganz anderen Person handeln und genau wie Ellie wünscht man sich den alten, unbeschwerten Grey zurück. Auch wenn ich über sein Verhalten teilweise den Kopf schütteln musste, möchte man sich gar nicht vorstellen, wie sehr dieser Mann leidet. Seine anschließende Entwicklung ist bemerkenswert und herzerwärmend.
Gegen Ende wird dann vieles etwas schnell abgehandelt, aber was Ellie und Grey im Endeffekt alles füreinander getan haben lässt einen tief beeindruckt und bewegt zurück.

Auch die Nebencharaktere sind perfekt eingearbeitet und bereichern die Geschichte mit ihren eigenen Schicksalen, ohne zu sehr abzulenken. Besonders Claire fand ich sehr bewunderns- und liebenswert.

Fazit
„Zu schön, um wahr zu sein“ ist für mich die perfekte Beschreibung dieses Buches: Sowohl Inhalt als auch Schreibstil/Sprache sind so berührend, tiefgründig und einfach schön, dass man gar nicht mehr aufhören will zu lesen. Dennoch ist gerade die (für die Autorin typische) fast schon poetische Sprache tatsächlich etwas zu schön, um wahr zu sein: In der Realität drücken sich (leider) wohl eher weniger Menschen so aus. Doch das macht die Geschichte umso besonderer und ich möchte unbedingt mehr davon 😉

Mein Lieblingszitat: „Manchmal muss man im Leben einfach springen. Du musst springen und hoffen, dass du fliegen kannst“.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.05.2021

Aschenputtelähnliche Lebensgeschichte einer starken Frau zum Mitfiebern

Jane Eyre
0

Erfolgreichstes Werk der ältesten Brontë -Schwester und ein Klassiker der britischen Literatur

Inhalt
Jane Eyre wächst als Waise unter der strengen Herrschaft ihrer hartherzigen Tante auf und erlebt ...

Erfolgreichstes Werk der ältesten Brontë -Schwester und ein Klassiker der britischen Literatur

Inhalt
Jane Eyre wächst als Waise unter der strengen Herrschaft ihrer hartherzigen Tante auf und erlebt neben ihrem gemeinen Cousin und dessen Schwestern wahrlich keine schöne Kindheit. Auch als spätere Internatsschülerin ist ihr Leben geprägt von Entbehrung und Gehorsam. Erst als sie als Gouvernante auf Thornfield Hall angestellt wird, beginnt für Jane ein besseres Leben. Sie verliebt sich zudem in den geheimnisvollen Hausherren Mr. Rochester. Als ihr Glück seinen Höhepunkt erreicht zu haben scheint, wird plötzlich ein Geheimnis aufgedeckt, welches Janes Leben erneut zum Negativen wendet…

Mein Eindruck
Direkt vom ersten Kapitel an gewinnt Jane die Sympathie der Leser:innen: Aufgrund ihrer demütigenden Erfahrungen und ungerechten Strafen im Haus ihrer Tante ist man sofort auf Janes Seite und möchte ihr helfen. Dieses Mitleid verwandelt sich auch in Wut gegenüber ihren Peinigern und man hofft ständig auf Besserung für Jane.

Im Internat ist sie dann zwar befreit von ihrer lieblosen Familie und sie erfährt Freundschaft und Zugehörigkeit, aber erst auf Thornfield Hall kann Jane erstmals richtig „aufatmen“. Beim Lesen habe ich mich richtig für sie gefreut, dass sie nun so selbstständig ist und ihr eigenes Ding machen kann.

Richtig spannend wird es, als das Geheimnis von Thornfield Hall ans Licht kommt. Es ist eine unerwartete Wendung der Story und Janes Leben schlägt ab hier erneut einen anderen Weg ein. Darüber war ich zunächst etwas enttäuscht, aber auch in diesem Abschnitt folgen einige unerwartete Ereignisse. Und umso erfreulicher war dann auch das Ende des Romans.

Obwohl er aus dem 19. Jh. stammt ist die Sprache und Übersetzung gut verständlich. Brontë verwendet viele Adjektive, die das Ganze anschaulich und lebhaft machen. Allerdings sind die Sätze oft recht lang und an manchen Stellen zieht sich die Story etwas unnötig. Sie wird von der erwachsenen Jane erzählt, die auf ihr Leben zurückblickt und dieses ab und zu aus dem Off kommentiert.

Fazit
Im Vergleich zu manch anderem Klassiker fand ich diesen Roman eher etwas „leichter“ und wirklich gut zu lesen. Ich konnte mir alles sehr gut vorstellen und es kam mir oft gar nicht so vor, als ob die Story in einer längst vergangenen Zeit spielt, da Jane für damalige Verhältnisse recht unkonventionell denkt und handelt. Es war spannend, diese willensstarke Protagonistin durch viele Höhen und Tiefen zu begleiten und zu sehen, wohin ihre Prinzipientreue sie im Leben führt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.01.2021

Spannungsvolle Lovestory mit viel drum herum

Fall of Legend
0

Verheißungsvoller Auftakt der Legend-Trilogie von Meghan March

Inhalt
Mit Scarlett Priest und Gabriel Legend prallen zwei Welten aufeinander, als das New Yorker Society-Girl und der geheimnisumwobene ...

Verheißungsvoller Auftakt der Legend-Trilogie von Meghan March

Inhalt
Mit Scarlett Priest und Gabriel Legend prallen zwei Welten aufeinander, als das New Yorker Society-Girl und der geheimnisumwobene Clubbesitzer einen Deal eingehen: Nach einer Schießerei am Eröffnungsabend ist sein legendärer Ruf im Nachtleben der Stadt zerstört. Scarlett ist die Einzige, die ihm helfen kann, indem sie ihren Einfluss als beliebte Unternehmerin und Influencerin nutzt. Durch einen Besuch im Legend soll sie dem Club wieder zum alten Erfolg verhelfen. Bei dieser reinen Geschäftsbeziehung bleibt es jedoch nicht lange, denn Gegensätze ziehen sich ja bekanntlich an. Und genau das könnte den beiden noch zum Verhängnis werden…

Mein Eindruck
Scarlett und Legend begegnen sich auf eine recht ungewöhnliche Art und Weise, die zwar eine tolle Abwechslung darstellt, aber als Grundlage für die weiteren Entwicklungen für mich eher unrealistisch wirkte. Trotzdem konnte mich die Story vor allem aufgrund der vielfältigen Charaktere und der andauernden Spannung in ihren Bann ziehen:

Entgegen meiner Erwartungen stellte sich Scarlett nicht als eingebildet oder abgehoben heraus und gewann im Laufe der Geschichte an Sympathie und Mitgefühl. Trotz der Schattenseiten ihrer Bekanntheit zieht sie ihr Ding durch und bricht immer mehr aus ihrem goldenen Käfig aus. Neben der hart arbeitenden Karrierefrau zeigt sie auch eine verletzliche Seite, die sich nach Zuneigung und Familienglück sehnt.

Der Reiz an Legend ist definitiv seine rätselhafte Vergangenheit, über welche Stück für Stück mehr ans Licht kommt. Hinter seiner unnahbaren Fassade steckt ein liebevoller Beschützer, der sich buchstäblich durchs Leben kämpfen musste. Er hat Angst, dass ihn seine kriminelle Vergangenheit einholt und alles um ihn herum in Gefahr bringt. Meghan March hat hier zwei interessante, vielschichtige Protagonisten geschaffen, denen man nur das Beste wünscht und die gemeinsamen Erlebnisse miteinander so richtig gönnt.

Immer wieder lockt March mit kleinen Andeutungen, die zum Weiterlesen animieren und die Spannung dauerhaft hoch halten. Auch die Anziehung zwischen Scarlett und Legend steigert sich immer mehr, sodass man selbst richtig auf das nächste Treffen hinfiebert. Da man abwechselnd aus beiden Perspektiven liest, bekommt man von beiden Seiten die vollen Emotionen ab. Die oftmals sarkastischen Gedankengänge der Figuren waren genau mein Ding und ergänzen den lockeren Schreibstil. Die Kapitellängen waren für mich ebenfalls angenehm.

Richtig toll sind auch die (meisten) Nebenfiguren und wie sie die Story bereichern: Hass auf Scars Exfreund, Lachanfälle mit ihren Freundinnen, Enttäuschung über ihren Vater, Erstaunen über ihre Stiefschwester…von allem ist etwas dabei und ich hatte nicht das Gefühl, dass sie von der Haupthandlung ablenken oder überflüssig sind.

Fazit
Dieses Buch macht seiner Funktion als Auftaktband alle Ehre: Vollgepackt mit verschiedensten Charakteren entsteht eine große Erzählgrundlage, die man natürlich weiter verfolgen möchte. Die (zumindest nach außen hin) glänzende Welt von Scarlett und die von Dunkelheit geprägte Vergangenheit Legends (welche sich auch perfekt im Cover widerspiegeln) bringen alle möglichen Emotionen mit sich und werden mit Sicherheit immer mehr Einfluss aufeinander nehmen. Das ganze Buch über besteht eine gewisse Spannung und natürlich endet es mit einer fiesen Wendung, wenn es gerade am schönsten ist 😉

Zum Schluss wieder mein Lieblingszitat: „Such nicht nach dem tobenden Inferno der Liebe, Scarlett“, riet mir meine Mutter einmal. „Such nach der gleichmäßigen Wärme einer stetigen Flamme. Sie wird sehr viel länger anhalten und nicht so viele Narben in deinem Herzen hinterlassen.“

  • Handlung
  • Charaktere
  • Erzählstil
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 25.10.2020

Thema top, Umsetzung eher Flop

Die Geschichte des Wassers
0

Band 2 des Klimaquartetts von Maja Lunde

Inhalt
Der Roman verknüpft die Geschichten zweier Menschen, die sich 24 Jahre entfernt voneinander abspielen und dennoch miteinander verbunden sind:

Im Jahr ...

Band 2 des Klimaquartetts von Maja Lunde

Inhalt
Der Roman verknüpft die Geschichten zweier Menschen, die sich 24 Jahre entfernt voneinander abspielen und dennoch miteinander verbunden sind:

Im Jahr 2017 begleiten wir die gealterte aber nicht weniger passionierte Umweltaktivistin Signe auf ihrer beschwerlichen Reise von Norwegen nach Frankreich. Auf ihrem Segelboot Blau transportiert sie eine ungewöhnliche Fracht, mit der sie bei ihrem einstigen Lebenspartner ein Zeichen setzen will, da dieser vor Jahren ihr gemeinsames Ziel aus den Augen verlor.

2041 flüchtet der junge Vater David mit seiner Tochter Lou vor der sich ausbreitenden Dürre in Südeuropa. Dabei finden sie ein altes, verlassenes Segelboot – die Blau. Im von Wassermangel, Hitze und Hunger geprägten Alltag im Flüchtlingslager wird sie zu ihrem geheimen Zufluchtsort und spendet zusammen mit einem äußerst wertvollen Fund neue Hoffnung…

Mein Eindruck
Meine Lektüre begann leider mit einem negativen Eindruck in Bezug auf den Schreibstil: Wenn Maja Lunde aus Signes Perspektive schreibt, verwendet sie sehr lange Sätze mit vielen Aneinanderreihungen (teilweise über eine halbe Seite lang). Das Ganze wirkt gehetzt, man fliegt nur so durch die Zeilen, wodurch deren Inhalt leider etwas auf der Strecke bleibt. Es war für mich einfach unangenehm, es hätten auch kürzere Sätze daraus gebildet werden können. Aber vielleicht will Lunde dadurch ja den stetigen Fluss des Wassers verdeutlichen, für dessen Schutz Signe so hingebungsvoll kämpft.

In den Kapiteln über Signe erfährt man viel mehr über ihre Vergangenheit, als über ihre aktuelle Situation. Manche dieser Rückblenden fand ich unnötig in Bezug auf die Gegenwart und ich hatte durch sie das Gefühl, dass nicht wirklich etwas passiert.

Auch bei David und Lou geschieht lange Zeit nichts Besonderes. Jedoch zeigt ihre Situation auf, was vielleicht tatsächlich einmal Realität werden könnte und das stimmt einen nachdenklich. Mit Spannung verfolgte ich ihr Schicksal und vor allem ab dem Zeitpunkt, als sich die Geschichten kreuzen (wenn sie das Boot finden), fragt man sich, wie wohl alles zusammenhängt.

Ganz am Ende geschieht dann zwar noch etwas unerwartetes, doch der erhoffte Höhepunkt blieb leider aus. Die anstrengenden Taten und Erlebnisse, bei denen man die Protagonisten begleitet, führen letztlich quasi zu nichts bzw. das Ende bleibt recht offen. Das war wirklich schade, denn vor allem bei David und Lou habe ich mitgefiebert und gehofft.

Fazit
Im Vergleich zur Geschichte der Bienen war dieser Band leider enttäuschend für mich. Da diesmal weniger die globalen Auswirkungen im Fokus stehen, konnte mich das Buch nicht sehr fesseln. Für mich wäre es interessanter gewesen, mehr über den größeren Zusammenhang des durch den Klimawandel entstandenen Wassermangels zu erfahren. Gerade auch die Entwicklungen zwischen den beiden Zeitebenen hätten gerne mehr als nur am Rande erläutert werden können. Insgesamt einfach nicht wirklich zufriedenstellend und trotz des bedeutungsvollen Themas ohne wachrüttelnde Botschaft.

Hier noch mein Lieblingszitat:
„Wasser hat keine eigene Farbe, es ist die Welt ringsherum, die ihm seine Farbe verleiht, die Spiegelung des Himmels, der Umgebung, Wasser ist nie einfach nur Wasser.“ (Signe)

Veröffentlicht am 25.10.2020

Bewegend und interessant auch für Kunstmuffel

Die Malerin
0

Aus der Reihe „Mutige Frauen zwischen Kunst und Liebe“, welche Leben und Karriere bedeutsamer Frauen des 20. Jh. porträtiert.

Inhalt
Der Roman erzählt uns die Geschichte der Malerin Gabriele „Ella“ Münter, ...

Aus der Reihe „Mutige Frauen zwischen Kunst und Liebe“, welche Leben und Karriere bedeutsamer Frauen des 20. Jh. porträtiert.

Inhalt
Der Roman erzählt uns die Geschichte der Malerin Gabriele „Ella“ Münter, die sich während der Ausbildung in ihren Lehrer Wassily Kandinsky verliebt. Sie wird zu seiner Muse, zusammen bereisen sie die Welt und entwickeln gemeinsam ihre Kunst weiter. Trotz des wachsenden Erfolgs hat es Ella als Frau in der Kunstwelt nicht leicht. Und nachdem sie im Ersten Weltkrieg von Kandinsky getrennt wird, ist nichts mehr wie es vorher war…

Mein Eindruck
Mary Basson schreibt in einer wunderbar malerischen, ausdrucksstarken Sprache, die sich leicht und flüssig lesen lässt. Ich fühlte mich direkt in die damalige Zeit versetzt und fieberte von Anfang an mit, wie sich die Karriere der Protagonistin wohl weiter entwickeln wird.

Ella ist für ihre Zeit eine unkonventionelle und eigenwillige Frau, die gegen Rollenklischees und für ihre Träume kämpft. Man muss sie einfach mögen und kann sie auch heute noch als Vorbild ansehen. Durch ihre tiefe Liebe zu Kandinsky ist sie jedoch auch abhängig von ihm und kann weder als Künstlerin noch in ihrer Beziehung wirklich aus seinem Schatten treten. Aufgrund seines Verhaltens gegenüber Ella wird Kandinsky im Laufe des Buches leider immer unsympathischer, während man mit ihr durch alle Höhen und Tiefen mitfühlt.

Trotzdem ist es spannend, einen Einblick in das Leben und Arbeiten dieses weltberühmten Künstlers zu bekommen. Vor allem die Stelle, an der er die „Komposition 7“ erschafft, fand ich sehr beeindruckend. Noch eindrucksvoller ist jedoch Ellas Rettungsaktion, mit der sie trotz der gescheiterten Liebe viele von Kandinskys Werken vor den Nazis in Sicherheit bringt. Hier wird es zum Ende hin noch einmal richtig aufregend und dramatisch – auf jeden Fall das Highlight der Story!

Vorwissen zu den auftretenden Künstlern oder Kunst allgemein ist nicht notwendig, um der Geschichte grundsätzlich folgen zu können. Jedoch schadet es an der einen oder anderen Stelle nicht, um Worte oder Taten der Figuren besser einordnen zu können. Ich denke man kann dann mehr aus der Story „rausholen“.

Besonders am Roman ist seine Gliederung in fünf Teile mit jeweils wenigen und dafür längeren Kapiteln. Diese wiederum bestehen aus mit Ort und Datum versehenen Abschnitten. Es sind also immer wieder Zeitsprünge vorhanden, die mich jedoch nicht gestört haben. Vor allem während Ellas Trauerphase wird dadurch sehr deutlich, wie das Leben in dieser Zeit an ihr vorüberzieht. Am Ende jedes Kapitels gibt es zudem eine Bildbeschreibung zu Werken von ihr oder Kandinsky. Ich fand es sehr spannend, die jeweiligen Bilder anschließend zu googeln. Man bekommt dadurch einen noch genaueren Eindruck von den beiden Künstlern.

Fazit
Von der jungen, unsicheren Kunstschülerin zu einer der größten Malerinnen des Expressionismus – bis ins hohe Alter begleiten wir Gabriele Münter durch ihr ereignisreiches Leben über zwei Weltkriege hinweg. Als ob man selbst dabei wäre, darf man ihr und Kandinsky beim Arbeiten über die Schulter schauen und wird in die Welt der avantgardistischen Kunstszene entführt. Aufgrund der wahren Begebenheiten nur umso mitreißender und definitiv auch für Kunstmuffel eine faszinierende (Lebens)geschichte! Zumindest für mich war die Lektüre eine gelungene Abwechslung und einfach mal „etwas anderes“. Ich werde auf jeden Fall weitere Bücher der Reihe lesen.

Abschließend mein Lieblingszitat aus dem Roman: „Für mich ist die Welt eine Einheit. Malerei, Musik, Farbe, Klang, alles ist eins.“ (Kandinsky)