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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.06.2025

Niemals vorhersehbar

Angsttreiber
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Der junge James konnte nur seine Schwester von den Mördern retten. Er schlich sich in ihr Zimmer und flehte sie an, dass sie flüchten möge und recht bald Hilfe holt. Er selbst musste mit ansehen, wie seine ...

Der junge James konnte nur seine Schwester von den Mördern retten. Er schlich sich in ihr Zimmer und flehte sie an, dass sie flüchten möge und recht bald Hilfe holt. Er selbst musste mit ansehen, wie seine Eltern erschossen wurden. Er selbst konnte nur durch das beherzte Eingreifen eines Ersthelfers gerettet werden. Zum Zeitpunkt der Tat war er neun Jahre alt.

Etliche Wendungen und der Sprecher Carsten Wilhelm machen das Hörbuch zu einem Abenteuer. Nicht nur, dass es viele Verdächtige gibt. Nein, auch die Aussagen des Opfers James sorgen für Aufruhr bei den Ermittlern.

Das Hörbuch konnte mich gut unterhalten und die vielen Wendungen sorgten dabei für Spannung. Meine Empfehlung gilt daher ausnahmslos und ohne Abstriche.

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Veröffentlicht am 12.06.2025

Seine Bücher begeistern bis heute

Thomas Mann
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Immer einen Tropfen Blut in die Tinte geben. Dann würden seine Bücher ein Erfolg. Daran glaubte Thomas Mann und ja, er vermutete tatsächlich, dass sein Ruhm von diesen wenigen Tropfen des eigenen Blutes ...

Immer einen Tropfen Blut in die Tinte geben. Dann würden seine Bücher ein Erfolg. Daran glaubte Thomas Mann und ja, er vermutete tatsächlich, dass sein Ruhm von diesen wenigen Tropfen des eigenen Blutes abhingen. Er war einer der erfolgreichsten deutschen Autoren. Die Novelle „Tonio Kröger“ offenbare am meisten von ihm selbst, so Thomas Mann nach der Veröffentlichung. Sein Durchbruch gelang mit der Hilfe von Samuel Fischer. Der verlegte „die Buddenbrooks“ in einem Band und nicht wie eigentlich erdacht in zwei Büchern. Die Freundschaft zwischen Verleger und Autor ist für beide Parteien ein Gewinn.

Das Buch "Thomas Mann" von Tilmann Lahme ist eine weitere Biographie des „Meisters der Literatur“. Seine Bücher sind bis heute gefragt und beliebt. Was immer wieder nur hinter vorgehaltenen Hand gewispert wurde, das macht der Autor dieses Buches öffentlich. Thomas Mann war homosexuell veranlagt und durfte seine Neigung in damaliger Zeit leider nicht ausleben. Auch seine Heirat mit der reichen Katia konnte sein Begehren nach jungen Männern nicht stillen.

Für mich war das Buch zu sehr mit der Tatsache beschäftigt, dass Herr Mann homosexuell veranlagt war. Zu viele Seiten füllten diesen Tatbestand. Ich hätte mir gewünscht, dass nicht nur der Blick auf sexuelle Phantasien eine Rolle spielen, sondern sein Verhältnis zu Kindern und Ehefrau.

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Veröffentlicht am 12.06.2025

Nie vorhersehbar und spannend bis zum Schluss

Unsere letzten wilden Tage
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Loyal kehrt zurück in ihre Heimat. An die Stätten ihrer Kindheit. Hier verbrachte sie mit ihrer besten Freundin unbeschwerte Tage. Das änderte sich schlagartig, als Loyal eine Stellungnahme veröffentlichte, ...

Loyal kehrt zurück in ihre Heimat. An die Stätten ihrer Kindheit. Hier verbrachte sie mit ihrer besten Freundin unbeschwerte Tage. Das änderte sich schlagartig, als Loyal eine Stellungnahme veröffentlichte, die nicht nur die beste Freundin in Misskredit brachte. Auch ihre beiden Brüder kamen dabei schlecht weg. Jetzt, nachdem sie in die Heimat zurückkehrte, möchte sie endlich Frieden schließen.

Loyal glaubt nicht, dass ihre Freundin aus Kindertagen selbst ihrem Leben ein Ende setzte. Sie ist davon überzeugt, dass hier ein ganz hinterhältiger Mord verübt wurde. Ihre Stelle als Journalistin bei der regional erscheinenden Zeitschrift ist ihr nicht nur eine Hilfe. Jederzeit kann sie Menschen interviewen, die mit der Freundin Kontakt hatten. Die beiden Brüder gehören dabei zum engen Kreis der Verdächtigen.

Dass die Brüder zusammen mit der Toten kein einfaches Leben hatten, das erfahren die Leser von "Unsere letzten wilden Tage" sehr schnell. Doch bald stellt sich die Frage, wer mit dem Tod des Mädchens zu tun hat oder gar der Mörder ist. Mich hat das Buch sehr gut unterhalten. Ich lernte viel über das Leben der Fänger von Alligatoren und bin gewiss, dass alle meinen Respekt verdient haben.

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Veröffentlicht am 03.06.2025

Über das Leben in einem totalitären Staat

Himmlischer Frieden
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„Befreiungsfüße“, so nannte die Großmutter ihre Füße. Sie wehrte sich nämlich erfolgreich gegen die Meinung ihrer Eltern. Sie sollte diese abbinden und so die so angesagten „Lotusfüße“ erreichen. Im Alter ...

„Befreiungsfüße“, so nannte die Großmutter ihre Füße. Sie wehrte sich nämlich erfolgreich gegen die Meinung ihrer Eltern. Sie sollte diese abbinden und so die so angesagten „Lotusfüße“ erreichen. Im Alter zwischen 5 und 8 Jahren wurden die Füße der Mädchen eng verschnürt und die Zehen gebrochen. Damit wollten die Mütter oder Großmütter erreichen, dass ihre Töchter dem allgemeinen Modetrend entsprachen. Eigentlich kein Wunder, dass diese Frau anfing Schuhe zu nähen, die auch Frauen mit deformierten Füßen tragen konnten. Ja, die Großmutter war eine Rebellin und hin und wieder kam es vor, dass ihre Enkelin sich von ihr missverstanden fühlte.

Die Ich-Erzählerin Lai schreibt über ihren Vater, dass er während der Mao-Regierung inhaftiert war. Was er damals erlebte, verschweigt er seiner Familie. Bis zu dem Tag, als er seine Tochter zu einem Spaziergang einlud. Sie gingen so lange, bis sie eine Mauer erreichten. Was das Mädchen dort las, erschütterte sie zutiefst. Jetzt konnte sie sogar ihren schweigsamen Vater verstehen und lernte ihn zu schätzen.

Ein dicker Wälzer, der keine leichte Lektüre war. Die Schriftstellerin Lai Wen wuchs in China auf und zeigt deutlich, welche Gefahren von einer Diktatur ausgehen. Der Platz des „Himmlischen Friedens“ was Schauplatz eines Massakers an Studenten, die lediglich für mehr Demokratie und Meinungsfreiheit eintraten. Sie wurden mundtot gemacht und viele von ihnen starben im Kugelhagel der Soldaten.

Auch wenn das Lesen des Romans einige Anstrengung erfordert, wenn man ihn bewusst lesen und verstehen möchte. Dranbleiben lohnt sich. Weil er zeigt, wie wichtig es ist, den totalitären Ansichten etlicher Staatsmänner entgegenzutreten. Nein, wer denkt, dass diese doch weit weg seien, der irrt.

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Veröffentlicht am 03.06.2025

Welch eine außergewöhnliche Frau

Die Eigensinnige
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Ihre Mutter starb bei Maries Geburt und auch die zweite Frau des Vaters überlebte die Niederkunft einer Tochter nicht. Die neue Frau an der Seite des Vaters, liebevoll Maman genannt, hat nicht viel Verständnis ...

Ihre Mutter starb bei Maries Geburt und auch die zweite Frau des Vaters überlebte die Niederkunft einer Tochter nicht. Die neue Frau an der Seite des Vaters, liebevoll Maman genannt, hat nicht viel Verständnis für die Wünsche der lebhaften Marie. Die mag es nämlich gar nicht, wenn jemand sie in ein enges „Korsett“ zwängen möchte. Leider war es damals üblich, dass junge Damen dazu angehalten wurden, möglichst rasch und am besten „günstig“ zu heiraten. Also mit einem jungen Mann, der Geld hatte und nach Möglichkeit auch noch einen Adelstitel trug. Marie wollte Schriftstellerin werden und darüber hinaus nur aus Liebe heiraten. Nein, sie mochte es nicht, wenn sie irgendwelchen Grafensöhnen schöne Augen machen sollte. Das gefiel weder ihrem Vater noch ihrer Maman.

Welch eine herzerfrischende Frau. Sie durchbrach die Etikette und heiratete einen Mann, der ihr gefiel. Dabei achtete sie nicht auf Äußerlichkeiten oder gar Reichtum. Sie schätzte besonders, dass Moritz sie nie einzwängte und ihren Willen stets akzeptierte. Er liebte sie so, wie sie war und tröstete sie, wenn die Kritiken an ihren Stücken gar zu grausam daher kamen.

Ich hatte zwar den Namen gehört aber nie ein Buch von ihr gelesen. Durch diesen Roman war Marie von Ebner-Eschenbach mir so nah, dass ich sie schätzen lernte. Sie war ein Freigeist und verabscheute Standesdünkel. Ließ sich nicht einzwängen und die Meinung der Menschen waren ihr egal. Nein, das Cover gefiel mir nicht wirklich, der Inhalt des Buches aber umso mehr. Ich gebe eine ausdrückliche Leseempfehlung.

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