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Veröffentlicht am 20.03.2026

Auch dieser Roman der Autorin konnte mich restlos überzeugen

Stunden wie Tage
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Martha muss sich etwas einfallen lassen. So geht es nicht weiter. Ihr Vater ist alt und krank. Er ist nicht mehr in der Lage, das Auskommen der Familie zu sichern. Jetzt liegt es an ihr, sich eine Arbeitsstelle ...

Martha muss sich etwas einfallen lassen. So geht es nicht weiter. Ihr Vater ist alt und krank. Er ist nicht mehr in der Lage, das Auskommen der Familie zu sichern. Jetzt liegt es an ihr, sich eine Arbeitsstelle zu suchen. Zaghaft und keineswegs von sich überzeugt, sitzt sie dann vor den Brüdern Berkowitz. Die suchen eine Hausbesorgerin für ihr Schöneberger Mietshaus. So viele Bewerberinnen gibt es für die Stelle. Vornehme Damen, die verächtlich auf Martha blicken, lassen sie an ihrem Vorhaben zweifeln. Sie würde gerne flüchten aber dann wird sie ins Büro gebeten. Und ja, sie bekommt die Stelle.

Martha nimmt ihre Tätigkeit sehr ernst. Die Brüder sind zufrieden mit ihr und einer der Brüder lässt sogar zu, dass seine kleine Tochter Liane ein häufiger Gast bei ihr ist. Leider wird das Leben in Berlin immer mehr von Gewalt und Ungerechtigkeit bestimmt. Seit Hitler die Macht an sich riss, sind seine Anhänger außer Rand und Band. Besonders Juden leben gefährlich und auch Homosexuelle müssen sich vor der Gestapo verstecken.

Nach ihrem ersten Roman Isidor freute ich mich sehr auf "Stunden wie Tage". Ich wurde nicht enttäuscht. Wieder einmal nahm mich die Autorin gefangen. Ihre Sprache ist einzigartig und niemals langweilig. Die kurz gehaltenen Kapitel handeln nicht nur vom Leben Marthas. Viel mehr beschreibt die Autorin äußerst überzeugend von Schicksalen rund um das Mietshaus. Aber auch ihre Eigentümer und deren Familie sind Thema.

Für mich kann es gar nicht genug Bücher geben, die sich mit dem Thema „Drittes Reich“ befassen. Wenn sie dann auch noch die Erlebnisse von Zeitzeugen wiedergeben, dann sind sie für mich perfekt.

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Veröffentlicht am 15.03.2026

Ein Buch, das berührt

Der Gesang der Berge
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Huong weiß nicht, wo ihre Eltern sind. Der Vater musste an die Front und die Mutter hielt es nicht mehr zuhause aus. Sie wollte ihn suchen. Von beiden fehlt jedes Lebenszeichen. Aber das Mädchen hat Glück. ...

Huong weiß nicht, wo ihre Eltern sind. Der Vater musste an die Front und die Mutter hielt es nicht mehr zuhause aus. Sie wollte ihn suchen. Von beiden fehlt jedes Lebenszeichen. Aber das Mädchen hat Glück. Sie lebt bei ihrer Großmutter Dieu Lan und die sorgt für sie. Immer wieder erzählt Dieu ihrer Enkelin von dem harten Leben während der Unruhen in Vietnam. Dass sie trotzdem ihren Lebensmut nicht verlor, ist überaus beachtenswert.

Das Buch lässt Großmutter und Enkelin zu Wort kommen. Die Seniorin berichtet von ihrem Leben ab dem Jahr 1930. Sie erlebte mit, wie die Japaner ihr Land besetzten und sah, wie ihr Vater von den Besatzern zunächst erniedrigt und dann ermordet wurde. Sie und ihr Bruder versteckten sich und konnten nur so ihrer Ermordung entkommen.

Die Enkelin kann nicht nachvollziehen, dass ihre Mutter sie verlassen hat. An jedem Tag wartet sie auf die Heimkehr ihrer Eltern. „Der Gesang der Berge“ ist ein historischer Roman, der mir das Leid der Vietnamesen drastisch vor Augen führte. Schon damals überfielen Amerikaner ein Land. Als sie merkten, dass sie nicht als Sieger hervorgehen konnten, ließen sie die Einwohner hilflos zurück. Das Leid der Einwohner wird von der Autorin realistisch dargestellt. Die Zeitsprünge sind aber nicht immer nachvollziehbar und verwirren ein wenig. Und dennoch, das Buch führte mir die Historie Vietnams vor Augen. Das Eindringen der USA kommentiere ich hier nicht. Jeder Leser des Buches wird sich seine eigene Meinung bilden können.

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Veröffentlicht am 14.03.2026

Humorvolle Beschreibung des Dorflebens

Mirabellentage
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Wie gut, dass Tote nicht mehr laufen müssen. Sonst hätte Anna ihrem Pfarrer Josef nicht seine Lackschuhe anziehen können. Als sie ihn wusch und mit seinem besten Anzug ankleidete. Er sollte doch stattlich ...

Wie gut, dass Tote nicht mehr laufen müssen. Sonst hätte Anna ihrem Pfarrer Josef nicht seine Lackschuhe anziehen können. Als sie ihn wusch und mit seinem besten Anzug ankleidete. Er sollte doch stattlich ausschauen, wenn er im Sarg liegt. Das mit den Schuhen ist eigentlich lustig. Die kaufte der sparsame Geistliche nämlich, weil sie im Angebot waren und er nicht an diesem Schnäppchen vorbeigehen konnte. Dass sie zwei Nummern zu klein sind? Nun ja, das merkte er erst, als er wieder zuhause war. Da war es zu spät. Gut, dass sie jetzt ihren Zweck erfüllen.

Mirabellentage ist eine Sammlung von kurzweiligen und humorvollen Geschichten aus dem Leben von waschechten Dorfbewohnern. Anna erzählt aus ihrem Leben und wie sie der gute Geist im Haus des Pfarrers Josef wurde. Immer für ihre Mitmenschen da, vergaß sie ihre eigenen Wünsche und Hoffnungen. Aber, vielleicht ändert sich das ja, wenn sie den letzten Wunsch Josefs erfüllt?

Nach dem ersten Roman der Autorin war ich gespannt auf ihr zweites Werk. Auch das gefiel mir sehr gut. Das Ende ist aber für meinen Geschmack nicht wirklich vollständig. Es bleiben doch einige Fragen zurück. Das schmälert aber nichts an meiner Empfehlung für dieses Buch. Ich habe wirklich immer wieder herzhaft gelacht und danke der Autorin für unbeschwerte Lesestunden.

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Veröffentlicht am 08.03.2026

Leider bleiben zu viele Fragen offen

Vergiss nicht zu tanzen, Hanna
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Es war der 1.Juli 2002 als ihre Mutter starb. Hanna blieb eine lange Leidenszeit erspart. Und trotzdem. Sie war gerade mal 70 Jahre alt und viel zu jung. Anne blieb bis zum letzten Atemzug bei ihr. Auch ...

Es war der 1.Juli 2002 als ihre Mutter starb. Hanna blieb eine lange Leidenszeit erspart. Und trotzdem. Sie war gerade mal 70 Jahre alt und viel zu jung. Anne blieb bis zum letzten Atemzug bei ihr. Auch um die Durchsicht ihrer privaten Dinge kümmerte sie sich. Im Nachtschrank fand sie ein Tagebuch und ein Foto. Auf der Aufnahme ist die Mutter mit ihren Eltern und Brüdern zu sehen. Alle befinden sich vor einem Bauernhaus in Westpommern. Leider mussten sie von dort aus fliehen. Nach Deutschland, da die Russen das Land für sich beanspruchten. Dabei waren sie doch erst vor wenigen Jahren als Siedler aus dem Norden Deutschlands nach Westpommern gezogen.

Hanna wuchs behütet auf. Der Bauernhof ihrer Eltern war für sie das Paradies und ihr Großvater der beste Freund. In der Schule wurde sie mit der Einstellung von Nationalsozialisten konfrontiert und nicht nur sie konnte damit wenig anfangen. Der Vater wurde im ersten Weltkrieg verletzt und war seitdem „wunderlich“. Nur einer ihrer Brüder fühlte sich zur Partei Hitlers hingezogen. Hannas Eltern und ihr Großvater kamen mit den treuen Anhängern des „Führers“ überhaupt nicht zurecht. Auch ihre beiden Brüder nicht. Nur ein Bruder verinnerlichte die Ansichten der NSDAP.

Als dann die kleine Rosa auf die Welt kam, übernahm Hanna Verantwortung. Sie kümmerte sich rührend um die Kleine. Wickelte und fütterte sie. Wollte sie vor allem Ungemach beschützen. Den Schutz hatte Rosa nötig, denn sie war anders als andere Kinder. Warum das besonders zu jener Zeit gefährlich war wissen alle, die sich mit unserer Geschichte beschäftigen.

Das sehr ausführlich verfasste Buch über die Kindheit der Hauptperson las sich für mich so, als sei es für Kinder geschrieben. Die Flucht und das Leben danach fand leider keinen Platz in dem Roman und für mich blieben viele Fragen offen. Das Ende ist sehr stark komprimiert und daher nicht wirklich realistisch.

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Veröffentlicht am 08.03.2026

Hier spricht die Liebe zur See aus jeder Zeile

Der Gesang der See
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Kristiane will es nicht wahrhaben. Ihr geliebter Mann ist tot. Er starb auf dem Meer. Und er lässt sie alleine. Wo sie doch sein Kind unter dem Herzen trägt. Wie grausam kann das Leben nur sein? Aber ihre ...

Kristiane will es nicht wahrhaben. Ihr geliebter Mann ist tot. Er starb auf dem Meer. Und er lässt sie alleine. Wo sie doch sein Kind unter dem Herzen trägt. Wie grausam kann das Leben nur sein? Aber ihre Verzweiflung währt nicht lange. Sie ist sich ihrer Stärke bewusst und will, nein muss, nach vorne schauen. Das ist sie ihrem Mann und auch ihrem Vater schuldig. Weder von ihrer Mutter noch von der Schwester kann sie Hilfe erwarten. Und trotzdem ist sie völlig am Ende und bereit aus dem Leben zu scheiden. Wie gut, dass ihr Freund aus Kindertagen Kristiane findet und sie vor dem sicheren Tod rettet.

Alle Bücher von Trude Teige las ich und auch "Der Gesang der See" gefiel mir ausgesprochen gut. Erneut geht es um eine starke Frau, die dem Schicksal die Stirn bietet. Die Geschichte spielt in Norwegen und erzählt vom rauen Alltag der Fischer. Sie leben vom Kabeljau und sind wie kaum ein anderer Beruf von der Natur abhängig. Um sich gegen die Männer zu behaupten, muss Kristiane heiraten. Dann hätte ihr Baby auch einen Vater und sie könnte mutig in die Zukunft schauen.

Die Autorin versteht es immer wieder, mich mit ihren Büchern in den Bann zu ziehen. Die Liebe zu Norwegen und dem Meer ist jederzeit spürbar. Klare Empfehlung gibt es daher von mir.

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