Ein Buch, das berührt
Eddos goldenes LächelnLucys Mutter weint um so viele Babys und niemand hat Verständnis für sie. Hier, in dem kleinen Dorf hing man nicht an Kindern. Sie kamen und gingen und die Säuglingssterblichkeit war hoch. Doch Lucy überlebte ...
Lucys Mutter weint um so viele Babys und niemand hat Verständnis für sie. Hier, in dem kleinen Dorf hing man nicht an Kindern. Sie kamen und gingen und die Säuglingssterblichkeit war hoch. Doch Lucy überlebte und war die Tochter des ganzen Dorfes. Alle Frauen hier fühlten sich für sie verantwortlich und das hieß, dass sie viele Mütter hatte. Als ihre leibliche Mutter starb zog sie in die große Stadt. Mit einem jungen Mann, der es gut mit ihr meinte und sie heiratete.
Der Bürgerkrieg im Sudan ist weit weg und mein Interesse für die Menschen dort hielt sich in Grenzen. Das Buch "Eddos goldenes Lächeln" änderte diese Einstellung. Die Autorin Stella Gaitano brachte mich dazu, mich ausgiebig mit dem Thema auseinandersetzte. Ja, Lucy entspricht so gar nicht dem Bild einer „westlichen Frau“. Doch, ist sie dadurch ein Mensch zweiter Klasse? Nein. Denn sie liebt ihre Kinder so sehr, dass sich ihre Gedanken ständig um ihr Wohlergehen kreisen.
Das Buch hat mich berührt und für Lucy empfand ich Achtung. Wie sie ihr Leben meistert und das trotz ständiger Bedrohung durch Menschen, die sie und ihre Familie als Feinde ansahen. Die Bevölkerung des Sudans leidet seit Jahren unter einem Bürgerkrieg. Die Not der Bevölkerung scheint im Westen nicht anzukommen. Es ist kaum nachzuvollziehen, dass die Menschen dort verhungern während hier Lebensmittel vernichtet werden.