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Veröffentlicht am 06.06.2026

Ein Highlight in meinem Lesejahr 2026

Weil sie lügt
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Zunächst reagierte die Polizei gar nicht auf die Sorge der Angehörigen. Eine junge Frau ist verschwunden, na und? Sie wird sich eine gute Zeit machen. Die Freiheit genießen und keinen Gedanken an ihre ...

Zunächst reagierte die Polizei gar nicht auf die Sorge der Angehörigen. Eine junge Frau ist verschwunden, na und? Sie wird sich eine gute Zeit machen. Die Freiheit genießen und keinen Gedanken an ihre Eltern und Geschwister verschwenden. Als Juliane jedoch auch nach fünf Tagen keine Lebenszeichen von sich gab, wurden sie endlich aktiv. Leider war für die Ermittler sehr schnell klar, dass der Vater seine Tochter ermordete. Dabei wurde ihre Leiche noch nicht gefunden und es gab keine Beweise für die Täterschaft des Vaters.

Anna ist die jüngere Schwester von Juliane. Krampfhaft versucht sie, dass ihr kleiner Bruder nicht unter der Situation leidet. Das ist nicht einfach. Der Vater ist im Gefängnis und die Mutter psychisch krank. Kann sich also nicht um den Jungen kümmern. Die Ermittlerin Katharina Engels ist von der Schuld des Vaters nicht überzeugt. Als dann aber immer mehr Beweise auftauchen, die gegen ihn sprechen, wird sie nachdenklich. Zumal ihr Kollege Faber sich auf ihn als Täter eingeschossen hat. Und nicht nur das. Auch Anna schließt er als Schuldige nicht aus.

Es ist der zweite Roman dieser Autorin und für mich eine brillante „Entdeckung“. Das Buch ließ sich flüssig lesen und mir gefielen die unvorhersehbaren Wendungen ganz besonders. Und das Finale? Es kam völlig überraschend. Jeder, der spannende Thriller mag, sollte sich den Namen Caroline Seibt merken. Ich werde mit Sicherheit auf weitere Veröffentlichungen von ihr achten.

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Veröffentlicht am 04.06.2026

Eine neue Serie von Frank Goldammer

Strandopfer
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Lena Schuldt wartet und wartet. Auf ihren Kollegen. Langsam wird sie ungeduldig. Eigentlich sollte sie gar nicht hier sein und ist sich sicher, dass sie nicht mit offenen Armen empfangen wird. Die polnischen ...

Lena Schuldt wartet und wartet. Auf ihren Kollegen. Langsam wird sie ungeduldig. Eigentlich sollte sie gar nicht hier sein und ist sich sicher, dass sie nicht mit offenen Armen empfangen wird. Die polnischen Kollegen sind nämlich empfindlich, wenn es um eine vermeintliche Bevormundung aus Deutschland geht. Aber gut. Der Tote am Strand der Ostsee in Wollin ist Deutscher und kein Unbekannter. Ist Joachim Hund nicht auch Freund eines bekannten Politikers in Deutschland? Hat der Mord vielleicht einen politischen Hintergrund? Als dann noch die 10jährige Luisa vermisst wird, steigt die Anspannung bei den Ermittlern. Was, wenn auch das Kind Opfer eines Verbrechens wurde?

Die Bücher von Frank Goldammer schätze ich sehr und auch dieses Buch las ich gerne. "Strandopfer" gönnte ich mir als Hörbuch, das von Oliver Siebeck vorgetragen wird. Schon bald gibt es einige Verdächtige und die Suche nach dem Mörder gestaltet sich schwierig. Da es etliche Verdachtsmomente gibt, die auch innerhalb des Freundeskreises um das Opfer eine Rolle spielen. Etwas nervig empfand ich die Hinweise auf die Vergangenheit von Lena. Da es als Band 1 einer Reihe veröffentlicht wurde, gibt es sicherlich auch weitere Antworten auf ihre Traumata. Ich bin gespannt.

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Veröffentlicht am 01.06.2026

Das Ende kam überraschend

Tokyo
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Böse Zungen behaupten, dass Saeki nur durch seine Heirat mit der Tochter des Polizeipräsidenten so schnell befördert werden konnte. Jetzt leitet er sogar das Dezernat 1 in Hino Ost, dem Tokyoer Polizeipräsidium. ...

Böse Zungen behaupten, dass Saeki nur durch seine Heirat mit der Tochter des Polizeipräsidenten so schnell befördert werden konnte. Jetzt leitet er sogar das Dezernat 1 in Hino Ost, dem Tokyoer Polizeipräsidium. Der aktuelle Fall bereitet ihm und seinen Kollegen starke Kopfschmerzen. Denn es geht um kleine Kinder und das bewegt jeden Ermittler. Leider bleibt es nicht bei den zwei Vorfällen der letzten Monate. Die Zeit drängt, denn der Täter steht bereits in den Startlöchern…

Herr Saeki steht im Mittelpunkt der Geschichte und daneben ein Vater, der mit dem Verlust seines Kindes nicht klar kommt. Er flüchtet sich zu dubiosen Glaubensgemeinschaften, die ihm versprechen, dass sein Schmerz schnell geheilt wird. Auffallend für mich, dass das Buch zwar bereits im Jahr 1993 in Japan veröffentlicht wurde, die Geschichte aber aktueller denn je ist. Menschen in Ausnahmesituationen werden in eine religiöse Bewegung gedrängt, die zunächst durch Zuwendung und Verständnis vonseiten der Leiter ein Ideal suggeriert. Auffallend hier, dass es ähnlich wie damals bei Luther auch bei denen um Ablasshandel geht. Also, wer viel Geld investiert, hat sehr schnell einen hohen Rang in der Gemeinschaft. Das bedeutet gleichzeitig, dass er mit dem Gründer kommunizieren und schnell in die absolute Erkenntnis gelangt. Das wiederum soll ihn oder sie von dem seelischen Schmerz kurieren.

Romane aus Japan unterscheiden sich sehr von jenen aus Europa und USA. Das liegt wohl an dem völlig anderen Lebensstil der Japaner. Thriller triefen nicht vor Blut und auch die Sexszenen sind nicht so ausführlich dargestellt. Das finde ich angenehm. Bei diesem Buch war für mich bis zum Schluss nicht klar, wer als Täter überführt wurde. Das gefiel mir und daher gebe ich eine bedingte Leseempfehlung. Warum nur bedingt? Weil das Buch für mich zu viele Längen hatte.

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Veröffentlicht am 30.05.2026

Das Grauen der Betroffenen ist kaum zu ertragen

Wir überlebten die Nacht
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Was den Kindern der indigenen Bevölkerung Kanadas durch die katholische Kirche über Jahrzehnte angetan wurde, wirkt bis heute nach. Sie wurden den Familien entrissen. Es interessierte nicht, ob die Eltern ...

Was den Kindern der indigenen Bevölkerung Kanadas durch die katholische Kirche über Jahrzehnte angetan wurde, wirkt bis heute nach. Sie wurden den Familien entrissen. Es interessierte nicht, ob die Eltern damit einverstanden waren oder sich dagegen wehrten. Wichtig war nur, dass den Kleinen das Christentum schmackhaft gemacht wurde. Was mit den Kindern dort geschah, ist erst seit wenigen Jahren bekannt. Sie wurden körperlich und seelisch misshandelt. Die Entschuldigung der Verantwortlichen kam viel zu spät. Auch der Vater des Autors Julian Brave Noisecat verbrachte Jahre in dieser Einrichtung. Fünf Jahre recherchierte Julian für „Wir überlebten die Nacht“. Heraus kam ein berührendes Buch, das die Welt der Indianer lebendig macht.

Geschrieben wurde das sehr persönliche Buch in der Ich-Form. Die Erzählung wechselt von den Ereignissen rund um die indigene Bevölkerung Kanadas heute und jenen, die sich in ferner Vergangenheit abspielten. Bis heute ist das Leben im Einklang mit der Natur für die Ureinwohner und deren Nachkommen selbstverständlich. Dass sie leider immer noch oft als Menschen zweiter Klasse angesehen werden, ist erschreckend. Obwohl sie nicht weniger intelligent und fleißig sind als der „weiße Mann/Frau“. Etliche zieht es nach Europa, wo sie per Stipendium studieren.

Das Urteil über Menschen in den Reservaten ist kaum zu ertragen. Die leiden bis heute unter ihren Erlebnissen in den Kanadischen Indianer-Internatsschulsystem. Oft sind es Alkoholiker, die ihren Schmerz nur mit dieser Sucht verdrängen können. Dass dadurch Arbeit und Familie vernachlässigt werden, sollte jedem klar sein. Und diese halbherzigen Entschuldigungen durch Staat und Kirche helfen nicht wirklich. Gut, dass es zumindest minimale Aufarbeitungen der Verbrechen gibt und mittlerweile auch psychologische Hilfe angeboten wird. Zumindest die Nachkommen profitieren davon. Das Buch hat mir das Leben der Indianer näher gebracht und meine Empfehlung gilt uneingeschränkt.

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Veröffentlicht am 26.05.2026

Ein unterhaltsames Buch

Der Sommer, der uns blieb
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Martin fährt mit dem Rad zur Arbeit. Er möchte seine Figur behalten und fit bleiben. An diesem Morgen trifft er im Büro trifft er auf eine Kollegin, die Flyer in ihren Händen hält. Als sie diese fallen ...

Martin fährt mit dem Rad zur Arbeit. Er möchte seine Figur behalten und fit bleiben. An diesem Morgen trifft er im Büro trifft er auf eine Kollegin, die Flyer in ihren Händen hält. Als sie diese fallen lässt, sieht er das Foto einer Frau. Sie ist Fotografin und stellt bald ihre Bilder hier im Ort aus. Aber nicht das lässt ihn stutzen. Die Frau sieht aus, wie eine enge Freundin, die er vor 20 Jahren zu letzten Mal sah. Dabei waren sie doch damals unzertrennlich, Pia, Britta und Martin. Was wohl aus Pia und Britta geworden ist? Nein, sie leben gewiss nicht mehr bei ihrer Mutter. Martin hat es bis heute nicht geschafft, sich von ihr abzunabeln. Ist es Bequemlichkeit? Dabei ist sie doch sehr dominant und bevormundet ihn immer noch.

Nach 20 Jahren begegnen sich also die einstmals engen Freunde wieder. Ihre Lebenswege waren verschieden und ihre Träume gingen dabei nicht in Erfüllung. Das plötzliche Verschwinden von Pia hat den beiden Zurückgebliebenen zugesetzt und sie hoffen endlich eine Antwort zu bekommen. Doch, haben sie mit dieser Rückmeldung gerechnet? Ich denke nicht. Beide fallen sprichwörtlich aus allen Wolken und müssen doch die Wahrheit akzeptieren.

Das Buch hat mich bestens unterhalten und ich konnte beim Lesen gut entspannen. Wie sich dann am Schluss alles fügte, das war mir dann doch zu wirklichkeitsfremd, zu perfekt. Als Erstlingswerk einer noch unbekannten Autorin ist es aber nahezu perfekt.

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