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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.09.2025

Knall bleibt aus

Very Bad Company
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Die Einführung gelingt direkt: Einmal im Jahr lädt das trendige Tech-Start-Up Aurora seine Top-Führungskräfte in ein luxuriöses Fünf-Sterne-Resort nach Miami Beach. Jetski-Rennen, ein exklusives Dinner ...

Die Einführung gelingt direkt: Einmal im Jahr lädt das trendige Tech-Start-Up Aurora seine Top-Führungskräfte in ein luxuriöses Fünf-Sterne-Resort nach Miami Beach. Jetski-Rennen, ein exklusives Dinner beim Nobel-Japaner und eine Champagner-Cocktail-Party – der Glamour schreckt vorerst nicht ab. Neu dabei ist Caitlin Levy, die von Auroras exzentrischem Gründer John Shiller abgeworben wurde und nun als Head of Events glänzen soll. Wer könnte bei einem sechsstelligen Gehalt, Aktienpaket und einem spektakulären Bonus schon Nein sagen?
Schon beim Kennenlernen der Kollegen spürt man, dass hinter der glänzenden Fassade von Aurora mehr steckt: Spannungen, Konflikte, Affären – und die Aussicht auf Millionen beim geheimen Verkauf des Unternehmens. Als nach der ersten Nacht eine Kollegin spurlos verschwindet, gerät der Deal in Gefahr, und Öffentlichkeit ist tabu.
Alle Beteiligten wollen ihren Anteil, alle haben Geheimnisse, niemand kann einander trauen – doch unter ihnen lauert ein Mörder. Und doch liegen die wahren Motive oft nicht in den offensichtlichen Konflikten, sondern in den versteckten Intrigen, die die Gruppendynamik prägen.
Die Charaktere wirken abwechslungsreich und glaubwürdig, und der Blick hinter die Kulisse einer großen Firma ist fesselnd. Die Grundidee finde ich stark, ebenso die Struktur und der Verlauf der Handlung. Die Atmosphäre ist dicht, die Spannung brodelt, und der Einstieg gelingt gut.
Was mich letztlich nicht ganz überzeugt hat, ist die Auflösung. Sie blieb mir nicht krass genug. Mehr Knall oder eine unerwartete Wendung hätten mir persönlich besser gefallen. 

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Veröffentlicht am 04.09.2025

Tolles Kinderbuch

Amy und die geheime Bibliothek
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Der Vorfall ist bedrückend, doch im Verlauf entwickeln sich positive Nebenwirkungen: Die Kinder finden zueinander, gründen einen Buchclub und halten zusammen. Das Thema Verbot von Büchern wird kindgerecht ...

Der Vorfall ist bedrückend, doch im Verlauf entwickeln sich positive Nebenwirkungen: Die Kinder finden zueinander, gründen einen Buchclub und halten zusammen. Das Thema Verbot von Büchern wird kindgerecht aufgegriffen und auf eine zugängliche Weise erzählt, wodurch es auch jungen Leserinnen und Lesern verständlich wird. Die Geschichte eröffnet Gesprächsanlässe über Meinungsfreiheit, Zugang zu Informationen und die Bedeutung von Vielfalt im Lesen – Themen, die in vielen Ländern, auch in Amerika, aktuell sind.

Die Geschichte setzt auf eine klare, kindgerechte Sprache mit empathischen Charakteren, die ihre Werte durch Taten zeigen. Vor allem fand ich den Fokus Fokus auf Freundschaft und Zusammenarbeit/Zusammenhalt sehr positiv.

Zwar ist die Zielgruppe des Buches Schüler ab ca. 8 Jahren, mir hat es aber als Erwachsene sehr gut gefallen und zeigt wie wertvoll auch Kinderbücher für Erwachsene sein können.

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Veröffentlicht am 01.09.2025

Verwirrend

Adlergestell
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Adlergestell erzählt eine Geschichte am Schnittpunkt von Kindheit in der Wendezeit und einem späteren Auforbern der eigenen Identität. Drei Mädchen – Lenka, Chaline und die Erzählerin – wachsen Tür an ...

Adlergestell erzählt eine Geschichte am Schnittpunkt von Kindheit in der Wendezeit und einem späteren Auforbern der eigenen Identität. Drei Mädchen – Lenka, Chaline und die Erzählerin – wachsen Tür an Tür an der vielschichtigen Ausfallstraße Adlester Gestell in Ostberlin, um 1990. Die neue Freiheit, über die sie lesen, wird so erlebbar wie der süß-säuerliche Reiz von Center Shock: verführerisch, doch mit Sprengkraft. Die Freundschaft der drei bleibt trotz unterschiedlicher Milieus beständig, doch schon der Schulbeginn markiert den Moment, in dem sich der Traum von Selbstbestimmung und die Realität der Welt nach dem „Ende der Geschichte“ zu widersprechen beginnen.
Im Verlauf des Romans verlagert sich der Fokus: 35 Jahre später beginnt eine Spurensuche der Erzählerin. Warum verloren sich die drei Mädchen aus dem Blick? Welche Verflechtungen bestehen zwischen der Vergangenheit ihrer Mütter und Großmütter und den gesellschaftlichen Umbrüchen von heute? Und hatte überhaupt jemand eine Chance, die Freiheit sinnvoll zu nutzen?
Die Vergangenheit wird mit der Gegenwart verwoben und hat mich beim Lesen stellenweise sehr verwirrt, weil ich mich einfach in den Zeiten nicht gut zurecht gefunden habe. Dadurch hat sich eine gewisse Unklarheit ergeben und mir hat einfach der rote Faden in der Geschichte gefehlt. Ich habe oft darüber nachgedacht, was der Roman mir für eine Message mitgeben möchte. Eigentlich war die Grundidee der Geschichte richtig cool, aber die Umsetzung wie z. B. die Vergangenheit mit der Gegenwart miteinander zu verknüpfen einfach nur schlecht, da ich stellenweise gar nicht wusste in welcher Zeit ich mich gerade befinde. Leider lässt mich das Buch sehr verwirrt zurück.

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Veröffentlicht am 31.08.2025

Weniger Drachen als der Titel verspricht

Dragons last Dance
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Der Klappentext klingt vielversprechend, realisiert aber nicht ganz, was versprochen wird. Denn Drachen kommen kaum vor, was irritierend wirkt und ich als sehr irreführend empfunden habe. Vielleicht kommt ...

Der Klappentext klingt vielversprechend, realisiert aber nicht ganz, was versprochen wird. Denn Drachen kommen kaum vor, was irritierend wirkt und ich als sehr irreführend empfunden habe. Vielleicht kommt da noch mehr im zweiten Teil der Reihe?

Die Story konnte mich leider nicht wirklich packen, da ich teilweise über die Schreibweise und einzelne Fehler in Sätzen gestolpert bin, die meinen Lesefluss beeinschränkt haben. Auch hab ich nicht dass Gefühl gehabt dass die Geschichte einen roten Faden hat und das hat für mich kein Gefühl des Mitfiebers vermittelt.
Die Aufmachung des Buches fand ich aber widerum sehr gut umgesetzt. Macht auch was her fürs Auge. Die ganzen Charaktere konnte ich mir leider auch nicht so wirklich bildlich vorstellen.

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Veröffentlicht am 25.08.2025

Nicht meins

Rouge
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Mona Awad nimmt uns in Rouge mit auf eine surreale, düstere Reise in die Abgründe des Schönheitswahns – ein Thema, das aktueller kaum sein könnte. Im Mittelpunkt steht Mirabelle, die nach dem mysteriösen ...

Mona Awad nimmt uns in Rouge mit auf eine surreale, düstere Reise in die Abgründe des Schönheitswahns – ein Thema, das aktueller kaum sein könnte. Im Mittelpunkt steht Mirabelle, die nach dem mysteriösen Tod ihrer Mutter Noelle nach Kalifornien reist. Dort entdeckt sie La Maison de Méduse, ein luxuriöses, fast sektenartiges Spa, in dem ihre Mutter regelmäßig verkehrte. Was als Suche nach Antworten beginnt, entwickelt sich zu einem verstörenden Trip durch Spiegelräume, Hautpflege-Rituale und die fragile Beziehung zwischen Mutter und Tochter.
Der Einstieg in die Geschichte war durchaus vielversprechend –  interessant, atmosphärisch dicht und faszinierend. Besonders der kritische Blick auf Schönheitsideale, Social-Media-Ästhetik und toxische Mutter-Tochter-Dynamiken war zunächst packend. Doch je weiter die Geschichte voranschreitet, desto seltsamer – und leider auch unzugänglicher – wird sie.
Die Handlung verliert sich zunehmend in surrealen Bildern und Szenen, die mehr Fragen aufwerfen als beantworten. Was am Anfang noch neugierig machte, wurde zum Ende hin immer abgedrehter und ließ mich ziemlich ratlos zurück. Für mich persönlich war das zu viel – die Story konnte mich emotional nicht mehr mitnehmen, und viele Handlungselemente blieben für mich unklar und unerklärt.
Im Buddyread haben wir festgestellt, dass wir alle mit ähnlichen Schwierigkeiten zu kämpfen hatten. Die Geschichte bietet zwar viel Interpretationsspielraum, lässt Leser:innen aber auch ziemlich allein mit all den Andeutungen und Symbolen zurück. Am Ende blieben zu viele offene Fragen zurück und die Handlung war einfach nicht mehr greifbar. 
 

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