Runde Abschlüsse im Darlington
The Darlington - Logan & RoseDas Darlington öffnet das letzte Mal seine Tore und bietet uns das Happyend für das letzte Paar, Logan & Rose, und zusätzlich werden noch alle offenen Themen abgeschlossen. Ist da alles zufriedenstellend?
Ich ...
Das Darlington öffnet das letzte Mal seine Tore und bietet uns das Happyend für das letzte Paar, Logan & Rose, und zusätzlich werden noch alle offenen Themen abgeschlossen. Ist da alles zufriedenstellend?
Ich habe mich bei diesem Band tatsächlich am meisten auf Logan gefreut. Er war in den beiden Bänden zuvor eine Präsenz, die mich neugierig gemacht hat, weil er mit sich selbst am meisten im Reinen gewirkt hat. Das hat sich absolut bestätigt und ich fand seine ganze Art sehr wohltuend. Auch wenn ich gerne schon mal meckere, dass ich es schade finde, wenn ein solches Ungleichgewicht bei einem Paar existiert, dass gefühlt nur einer von beiden alles schultern muss, so wirkt es bei Logan und Rose so, aber wenn man genauer hinsieht, hat auch Logan noch einiges zu verarbeiten, zu erfahren und zu resultieren. Aber er wirkt dabei sehr reif und konsequent und einfach lieb. Ethan hatte etwas sehr Charmantes und hat mich damit gepackt, dass er so eine Wandlung durchgemacht hat. Da wirkt Henry auch noch im Nachgang sehr langweilig. Das hatte ich in Band 1 schon so empfunden und ich bin echt froh, dass die anderen beiden Brüder mehr Pepp reingebracht haben. Auch wenn Henry in diesem Band nochmal tolle Momente hat, aber es war angenehm, dass Logan sich trotz seiner schwierigen Kindheit/Jugend gefunden hat und dass er die Menschen um sich herum mit Respekt und Anstand behandelt. Zudem hat er ein starkes Gerechtigkeitsbedürfnis, das ihn konsequent handeln lässt. Ich mochte ihn wirklich sehr.
Dafür hatte ich diesmal etwas Probleme mit der Frau, Rose, die aber nicht sonderlich schlimm waren. Aber es gab immer mal Momente, in denen ich sie – gerade im Vergleich zu Logan – sehr extrem fand. In den Bänden zuvor konnte man sich Roses zwei große Geheimnisse schon denken, dafür war das wirklich zu offensichtlich gestaltet, deswegen war ich dankbar, dass es auch hier sofort preisgegeben wird, zumindest ein Geheimnis. Das zweite wird erst später verbal enthüllt, aber es war schon so stark angedeutet, dass es da kaum noch überraschend gewesen sein dürfte. Nun mit den Geheimnissen in ihren Kopf zu schauen, da waren durchaus verständliche Sichtweisen zu bemerken, aber gleichzeitig fand ich es auch sehr komplex. Ich finde es durchaus richtig, dass Laura Kneidl bemüht ist, das schwierige Thema des Missbrauchs über verschiedene Perspektiven aufzunehmen. Mutige Frauen in der Öffentlichkeit, mutige Frauen im Verborgenen, der Umgang mit sich selbst und Partnern nach dem einschneidenden Erlebnis, das sind alles Dinge, in denen es kein schwarz/weiß geben kann und darf. Aber Rose wirkt sehr schwarz/weiß in genug Situationen und das kam daher nicht immer ideal aus. Umgekehrt hatte sie wirklich tolle Eltern und damit hat sie eine Basis, auf die sie immer vertrauen kann.
Zum Erzählstil möchte ich noch etwas sagen. Wir wussten ja schon früh, dass Rose die Frau ist, die Logan den Kopf verdreht hat, aber es war natürlich auch gut, dass wir nochmal live dabei waren, wie sie sich begegnet sind. Ich hätte aber wahrscheinlich am Anfang mir Zeit für die Vergangenheit genommen und hätte danach auf die Gegenwart gesetzt. Es gibt viele Bücher des Genres, wo zwischen den Zeitebenen hin- und hergewechselt wird. Das ergibt für mich vor allem dann Sinn, wenn beide Ebenen so geschickt ineinanderlaufen, dass sie sich mit Informationen ideal ergänzen. Das war hier nicht der Fall. Dementsprechend fand ich die Rückblicke zwar süß, weil das Paar Chemie hat, aber gleichzeitig wollte ich dann in der Gegenwart wissen, wie es weitergeht. Aber völlig gestört hat es mich nicht, weil zu viel in der Geschichte stimmte. Alles gegen den Darlington-Vater wurde nämlich sauber zu Ende gebracht. Auch mit keinem völligen Happyend, aber mit einer realistischen Darstellung. Auch die Geschichte von Mutter Darlington wurde etwas umgelenkt, sodass man Hoffnung für sie haben kann, ohne sie aber um 180° zu drehen. Ich fand es insgesamt wirklich sehr angemessen, wie Kneidl lose Fäden geschnappt hat, denn die Themen waren stellenweise echt schwer und da muss es zwar Lichtblicke geben, aber keine unrealistischen Entwicklungen.
Eins fand ich noch etwas schade. Es war so der Band, der sich am meisten vom Hotel und dem Alltag gelöst hat, aber dank „The Bear“ wissen wir, dass Kochen ein spannendes Thema ist, dementsprechend hätte ich dazu gerne noch etwas mehr gehabt. Gerade weil Rose sich da auch weiterentwickeln wollte, hätte es ja gepasst, dass sie sich zusammen ausprobieren. Aber das wäre ein Bonus gewesen, aber nichts, was sein musste.
Fazit: „The Darlington – Logan & Rose“ hat für mich die Reihe sehr zufriedenstellend beendet. Es gab Dinge, die ich mir mehr oder anders gewünscht hätte, aber das wird auch immer mehr, wenn man eine Reihe dann über drei Bände begleitet, weil man sich mehr eindenken darf. Aber ich verliere dabei trotzdem nicht den Bezug zu dem, was ich bekommen habe und das ist vor allem etwas, was sich gut mit den anderen Bänden ergänzt, was trotzdem nochmal andere Seiten hat und was mir alle Fragezeichen genommen hat. So sage ich mit wehmütigem Herzen Bye zum Darlington.