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Veröffentlicht am 20.01.2026

Gute und weniger gute Eindrücke

Not Quite Dead Yet
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Ich habe noch kein einziges Buch von Holly Jackson gelesen, habe aber die Adaption ihrer Jugendbuchreihe rund um Pip gesehen. Da ich inzwischen gemerkt habe, dass ich für Jugendbücher manchmal etwas zu ...

Ich habe noch kein einziges Buch von Holly Jackson gelesen, habe aber die Adaption ihrer Jugendbuchreihe rund um Pip gesehen. Da ich inzwischen gemerkt habe, dass ich für Jugendbücher manchmal etwas zu ‚alt‘ bin, kann ich mir das szenisch umgesetzt deutlich besser geben. Woran das genau liegt, keine Ahnung. So war ich jetzt aber doch neugierig auf „Not Quite Dead Yet“, wo die Protagonistin Jet diesmal deutlich näher an meinem eigenen Alter ist, sodass sich der Thriller auch an ein älteres Zielpublikum richtet.

Ich habe das Hörbuch gehabt. Nicolás Artajo spricht nur wenige Passagen, ist daher als Wahl für mich auch eher uninteressant gewesen. Wobei er als Ausgangspunkt einer Kritik sich dann doch sehr gut eignet. Er ist zwar selbst nicht mehr so jung wie seine Figur, aber er hat eine sehr junge Stimme, weswegen er im NA-Genre doch echt häufig zu hören ist. Vera Teltz wiederum hat eine sehr reife Stimme, die gut zum Alter der Hörbuchsprecherin passt und wenn ich mir so angucke, was sie sonst spricht, dann sind das viele Thriller und Krimis, was ich auch gut nachvollziehen kann. Deswegen vermute ich auch, dass hier einfach nach Genre besetzt wurde, aber es ist für mich unglücklich. Es ist ein Thriller, ja, aber Jet ist keine 30 Jahre und die Stimme passte für mich überhaupt nicht, gerade dann auch im direkten Vergleich zu Artajo.

Weiterhin kommt für mich hinzu, dass ich bei Jet schnell den Eindruck hatte, dass sie eine Kopie von Pip ist. Die Jugendliche kenne ich wie gesagt nur durch die Serie, aber spätestens mit dem Buch hier weiß ich, dass ich eine authentische Adaption bekommen habe, denn die Art von Pip ist in Jet genau wiederzuerkennen. Sie ist zwar zehn Jahre älter, aber sie wirkt dennoch sehr jung geblieben, in vielen Sequenzen auch arg naiv. Da passt die Stimme dann noch weniger, weil Teltz den Eindruck einer reifen Frau ausstrahlt und Jet ist es aber charakterlich null. Das ist hier mein Kritikpunkt, weswegen ich vom Hörbuch wohl eher abraten würde.

Kommen wir jetzt zu dem, was Jackson alleine beeinflussen konnte. Ich fand es erst etwas schwierig reinzukommen, weil wir bei dem Dorffest viele Charaktere kennenlernen, man ahnt, dass alles an diesem Abend entscheidend sein könnte, um das Rätsel zu lösen und in dem Sinne war es dann viel für den Einstieg. Mit dem Angriff auf Jet kommt dann der erste Bruch, der das Tempo rausnimmt und ab da fiel es mir auch leichter, mich einzufinden. Ich habe die Familienmitglieder sortiert bekommen, wir lernen weitere Bezugspersonen kennen und man bekommt erste starke Eindrücke, mit wem man es zu tun bekommt. Bei meinem Vergleich von Jet und Pip ist schon angeklungen, dass beide sich sehr ähneln, dementsprechend fand ich auch nicht unbedingt, dass Jackson sich mit „Not Quite Dead Yet“ neu erfunden hat. Sicherlich hat sie bei mehr Aspekten einen raushauen können, mehr ihre Grenzen austesten können, aber von der Atmosphäre her wirkte es nicht so erwachsen, wie man das sonst aus dem Genre kennt. Aber ich finde es nur halbschlimm, weil die Idee des Thrillers spannend ist. Jet überlebt den Mordversuch auf sich, hat aber dennoch eine klar definiert runterlaufende Lebenszeit, sodass sie den Täter finden will.

Wie realistisch das ist, das ist eine andere Frage, aber als Ausgangspunkt fand ich es sehr interessant, weil es der letzte finale Antrieb ist, während die Familie das alles noch gar nicht richtig zu packen bekommt und es natürlich gerne verhindern würde. Da kommt Billy als Kindheitsfreund ins Spiel und er war Jet ein wirklich toller Partner. Er hat sie machen lassen, aber er hat ihr durch seine Art auch etwas Lebensqualität noch mitgegeben. Sie haben noch wichtige Gespräche geführt, sie durfte sein Musiktalent entdecken, da war viel, was den Spannungselementen einen melancholischen Ausgleich verschafft hat. Es war letztlich auch für Jet eine Reise, die haltlos war und auch wenn sie keine zweite Chance mehr bekommen hat, so hat sie etwas über sich gelernt und konnte so eine Art Frieden finden. Jet und Billy zusammen waren damit echt mein Highlight des Buchs.

Die Thriller-Elemente würde ich wohl ambivalent betrachten. Die Familiendynamik der Masons war schon etwas seltsam. Die Sorge um Jet wirkte echt, aber drum herum waren alle etwas undurchsichtig, sodass sie aus dem Verdächtigenkreis auch nicht völlig auszuschließen waren. Und das wiederum fand ich dann fast etwas zu viel, dass Jet sterben wird und gleichzeitig alles möglich schien, was mir einfach unbehaglich war. Ich fand ansonsten aber die Spannung immer gut gesetzt. Wir sind immer etwas voran gekommen, wir hatten zwischendurch benötigte Pausen, wir hatten auch falsche Fährten, die aber dennoch etwas gebracht haben. Letztlich hat mir auch gut gefallen, dass es ein organisches Ende gab. Man hätte vermuten können, dass es wie in Fiktion schon mal üblich, eine Wunderheilung gibt oder Ähnliches. Aber nein, es wurde gemacht, was angedeutet wurde und ein kleiner Umstand hat mir da besonders gut gefallen, auf den ich hier aber nicht eingehe. Er hat die Geschichte aber extrem echt gemacht.

Fazit: Als Hörbuch würde ich „Not Quite Dead“ nicht unbedingt empfehlen, inhaltlich sehe ich Für und Wider. Der Thriller kommt jetzt nicht unbedingt viel reifer als die Jugendbuchreihe rüber, sie hat aber eine interessante Idee und viele Wendungen sowie ein unschlagbares Duo. Es war manchmal etwas viel, was alles zusammenkam, aber insgesamt doch zu empfehlen.

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Veröffentlicht am 14.01.2026

Rezept-Ideen für Mitmach-Büffets

Bringst Du was Leckeres mit?
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„Bringst Du was Leckeres mit?“ hat mich schon vom Titel her gereizt, auch wenn ich tatsächlich doch eher selten in der Situation bin, bei fremden Gelegenheiten Essen mitzubringen, weil ich vor allem für ...

„Bringst Du was Leckeres mit?“ hat mich schon vom Titel her gereizt, auch wenn ich tatsächlich doch eher selten in der Situation bin, bei fremden Gelegenheiten Essen mitzubringen, weil ich vor allem für eigene Veranstaltungen zuhause backe und koche. Und trotzdem war ich auf die Bandbreite an Rezepten gespannt, auch weil man sie für sich selbst ausprobieren kann und weil man nie weiß, wann man doch nochmal gebeten wird, woanders etwas zu einem Büffet beizutragen.

Nach Hinweisen, auf welche verschiedenen Arten man Mitbringsel clever verpacken kann, gibt es dann bei den konkreten Rezepten fünf große Blöcke. Je nach Jahreszeit werden dort Ideen präsentiert. Zum Abschluss gibt es dann zeitlose Vorschläge. Nicht immer war ganz klar, warum welches Rezept wo gelandet ist. Ostern und Weihnachten waren natürlich selbstredend und auch Reifezeit von Gemüse/Obst spielt eine Rolle, aber es muss auch noch andere Faktoren gegeben haben. Aber letztlich heißt das ja auch nichts, weil man ja nachkochen oder -backen kann, wann man will. Grundsätzlich finde ich eine Liste nach Jahreszeiten sortiert auch nicht verkehrt, weil man dann nicht durch das ganze Buch blättern muss, wenn man spontan Inspiration sucht.

Die Rezepte sind begleitet von einem Bild, anschließender Zutatenliste und dann einer Anleitung. Wahlweise gibt es auch Tipps. Für jede Jahreszeit gibt es auch nochmal knackige Tipps, wie im Frühling knappe Rezepte für verschiedene Salatdressings. Das sind auch jeweils Themenblöcke, die den Mitbringsel-Charakter unterstützen.

Ich selbst habe einige Rezepte ausprobiert, vor allem Rezepte aus dem Herbst/Winter, weil sich das jetzt für den Zeitraum der Rezension am besten angeboten hat. Erwähnen möchte ich da den Bratapfelaufstrich. Die Art dieser Rezepte hakt man eher deftig ab, aber auch wenn man es natürlich auch als ‚Marmelade‘ essen kann, so wurde auch ein kräftiges Roggenbrot als Untergrund empfohlen. Das hat mich neugierig gemacht. Auch wenn ich es schade finde, dass das Rezept mit Mascarpone eher fettig angelegt ist, so war es geschmacklich sehr interessant und hat mit einem dunkleren Brot sehr gut geschmeckt. Weiterhin habe ich die Yufkaröllchen nachgemacht. Es war zwar eine kleine Fummelarbeit und bei meinem Talent sah nicht jedes wie das andere aus, aber ich habe sie nur für mich gemacht und dementsprechend war die Optik nicht so wichtig. Geschmacklich war es einwandfrei.

Eine völlige neue Idee war für mich die Bratwurst-Kartoffel-Quiche. Ich hatte noch Bratwurst eingefroren und da war es doch die ideale Idee, sie aufzubrauchen. Ich habe jetzt die letzten 1,5 Jahre echt viel mit Blätterteig/Yufkateig gemacht, auch weil es immer so fix geht und das ist hier nicht anders. Blätterteig in die Springform. Kartoffeln drüber und dann noch die Bratwürste. So simpel, aber mit Ei-Milch-Mischung dann sofort aufgepeppt und sehr lecker. Manches sieht kompliziert ist, ist aber viel einfacher und es macht optisch eindeutig etwas her. Blätterteig ist auch bei zwei weiteren Rezepten nicht wegzudenken. Zu Weihnachten habe ich für die vegetarische Familie Tannenbäume gemacht und ansonsten gab es schon zu mehreren Gelegenheiten Pesto-Stangen. Beide funktionieren sehr ähnlich, an dieser Stelle ist das Buch nicht sonderlich abwechslungsreich, aber beides sind sehr weiterzuempfehlende Ideen, weil sie fix gehen und top ankommen. Das sind auch Rezepte, wo ich keine Zweifel habe, dass sie als Mitbringsel genial sind. Zum Abschluss will ich noch den Nacho-Salat erwähnen. Dazu habe ich schon einige Rezepte, aber es ist doch immer wieder toll zu entdecken, wenn es da Varianz gibt. Dieses Rezept arbeitet mit Avocado, was für die mexikanische Küche ideal ist. War eine clevere Ergänzung, sodass meine Nacho-Salat-Bandbreite weiter angewachsen ist.

Fazit: Ich habe noch ein paar Rezepte abgespeichert, um sie auch noch auszuprobieren, aber es ist eindeutig zu sagen, dass „Bringst Du was Leckeres mit?“ keinesfalls ein Fehlkauf ist. Dem Motto ist alles unterstellt. Auch wenn manches etwas willkürlich erscheint, aber bei den Rezepten finden sich neue Ideen oder frische Abwechslungen von Gerichten, die man sicherlich schon kennt. Eine clevere Idee, die sicherlich bei vielen gut ankommt.

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Veröffentlicht am 14.01.2026

What about Weston?

Wild Eyes
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Mit „Wild Eyes“ sind wir zurück in Rose Hill, denn es ist der zweite Band von Elsie Silver, der in der kleinen kanadischen Stadt spielt. Da ich den Einstieg zeitlich verpasst habe, hole ich weiterhin via ...

Mit „Wild Eyes“ sind wir zurück in Rose Hill, denn es ist der zweite Band von Elsie Silver, der in der kleinen kanadischen Stadt spielt. Da ich den Einstieg zeitlich verpasst habe, hole ich weiterhin via Hörbuch auf.

Ich hatte Aileen Wrozyna und Tiziano Renz im Ohr. Sie kenne ich bereits, habe mich aber nochmal kurz vergewissert, was sie sonst so spricht und ich hatte es richtig vom Gefühl her vermerkt, dass ich ihre Stimme eher jünger empfinde. So war der Kontrast zu Renz‘ Weston doch größer. Ich hätte also vermutlich eine andere Frauenstimme gewählt, aber das ist Geschmackssache. Irgendwann war sie für mich natürlich die Verkörperung von Skylar und es passte. Renz bin ich bis dato noch nicht begegnet, aber er hat eine Stimme, die für mich definitiv gepasst hat.

Inhaltlich muss ich sagen, dass ich für mich ganz klare Kritikpunkte habe, die ich auch erstmal loswerden will. Die hängen auch alle ein wenig zusammen, denn in meinem Empfinden war dieser zweite Band die Geschichte von Skylar und Weston war hübsches Beiwerk und das kann ich nicht gut leiden, wenn ich zwei Perspektiven habe. Dabei kannten wir ihn schon durch Band 1, jedenfalls aus den Augen seiner Schwester und seines besten Freundes heraus. Also wäre es doch ideal gewesen, ihm nun mehr Hintergrund zu verschaffen. Aber sein einziger Job war es, ein guter Vater zu sein und Skylar anzuhimmeln und zu beschützen. Das war mir leider zu einseitig. Gegen Skylars Geschichte habe ich nichts. Ich fand es sogar mal zur Abwechslung frisch, dass wir einen Popstar haben, der nicht in einer Sinnkrise ist, sondern der nur als Marionette agiert hat und noch gar nicht das Potenzial erreicht hat, wozu er fähig ist. Wie sich Skylar als technisch modifizierte Stimme hin zu eine Singer-Songwriterin entwickelt hat, das fand ich toll. Aber es war letztlich zu dominant, weil Weston keine Geschichte hat. Mit seiner Ex ist alles top. Mit den Kindern gibt es keine Probleme, weil auch der Sohn mit Skylar sofort aufblüht. Da war einfach nichts.

Das hat dann auch dazu geführt, dass der Bowling-Club der Single-Dads völlig untergegangen ist. Er war in Band 1 so eine charmante Konstante, weswegen es schade war, hier nur noch die geringstmögliche Dosis zu erhalten. Wir erhalten zwar einiges an Andeutungen für die kommenden Bände und darauf freue ich mich auch, aber da hätte es definitiv mehr sein müssen. Aber nach diesem Meckern möchte ich jetzt natürlich betonen, dass ich die Liebesgeschichte dennoch fühlen konnte. Es gab tolle Momente zwischen den beiden, da habe ich gut mitgefühlt. Ich fand auch, dass sich die Kinderthematik wieder toll ausspielt, vor allem vor dem Hintergrund, wie sich Skylar in einer neuen Rolle einfindet. Auch die Unterschiede der beiden Kinder waren sehr wichtig, für beide Rollen. Westons Gefühle, wenn Mamawoche ist, kamen auch toll rüber. Das waren alles Themenblöcke, in denen ich sehr mitfühlen konnte. Wie relativ oft waren mir die intimen Szenen etwas zu wild, das kommt als Hörbuch auch nochmal anders rüber, als wenn man es liest.

Fazit: „Wild Eyes“ war keinesfalls schlecht, aber weil ich weiß, was Elsie Silver drauf hat, muss ich an dieser Stelle meckern, denn das Ungleichgewicht zwischen Skylar und Weston war für mich zu eklatant. Also gut zu lesen/hören, aber die Geschichte hätte noch viel besser sein können.

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Veröffentlicht am 13.01.2026

Ein sanftes Happy End

Nur noch einmal und für immer − It starts with us (Lily, Ryle und Atlas-Reihe 2)
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„Nur noch ein einziges Mal“: Wer hätte gedacht, dass dieses für mich persönliche Lesehighlight einmal so viel verbrannte Erde hinterlassen würde. Ich habe mich so gefreut, als der Bestseller von Colleen ...

„Nur noch ein einziges Mal“: Wer hätte gedacht, dass dieses für mich persönliche Lesehighlight einmal so viel verbrannte Erde hinterlassen würde. Ich habe mich so gefreut, als der Bestseller von Colleen Hoover die Filmadaption angekündigt bekommen hat, aber dann hat alles zu einer Gerichtsverhandlung geführt, die 2026 über die Bühne gehen soll und ironischerweise sehr ähnliche Themen betrifft, wie das Buch selbst.

Das hat mir das alles schon ziemlich verhagelt, dabei hatte ich „Nur noch einmal und für immer“ zu dem Zeitpunkt noch nicht gelesen. Dabei habe ich alles von Hoover gelesen. Und da die Autorin am wenigsten für das alles kann, habe ich nun doch noch per Hörbuch zugegriffen. Marlene Rauch und Kai Schulz sind für mich stimmlich zu Lily und Atlas geworden. Ich muss zwar zugeben, dass es etwas schwierig war, weil die ganzen Charaktere für mich inzwischen mit Schauspieler und Schauspielerinnen verbunden sind, die ich ständig vor Augen hatte. Aber es waren ja ein paar Stunden mit den Stimmen gemeinsam, sodass ich mich gut an beide gewöhnen konnte. Bei Lily fand ich vor allem wichtig, dass Rauch eine sehr verletzlich klingende Stimme hat und dass trotzdem die innere Stärke stets durchgekommen ist.

Inhaltlich fand ich es sehr wichtig, dass es gelungen ist, die Geschichte von Lily und Atlas weiterzuerzählen und gleichzeitig die Vergangenheit wieder zu ehren. Es war die richtige Entscheidung von Hoover, nicht schon im ersten Band ein gekünsteltes Happy End zu erzeugen, obwohl es so viel aufzuarbeiten gab. Die Autorin hat persönlich Erfahrungen mit dem Thema gesammelt und es war ihr sichtbar wichtig, das alles angemessen zu behandeln und das zeigt sich auch hier. Wir haben die Tagebücher von Lily als wichtiges Element, weil Atlas so in die Vergangenheit durch ihre Augen eintauchen kann und trotzdem erhalten wir noch neue Infos, weil er seine eigenen Erlebnisse und seine eigenen Einstellungen noch ergänzt.

Für die Gegenwart fand ich es gut, dass wir nicht nur Atlas haben, der darauf wartet, dass Lily für ihn emotional bereit ist. Nein, wir haben auch eine eigene Geschichte für ihn. Er war in Band 1 so wichtig und gleichzeitig auch zurückgestellt und jetzt ist er ein richtiger Leading Man und das war echt toll. Da wir ohnehin in seine Vergangenheit eintauchen, hat es sich wunderbar angeboten, das auch für die Gegenwart zu nutzen. Denn die Geschichten von Atlas und Lily waren sich immer sehr ähnlich und weil beide aktiv etwas zu bewältigen haben, können sie es zusammen tun und das wurde schön dargelegt. Bei Atlas gab es sehr viel mehr noch zu entdecken und es war schon sehr wichtig, ihn so aktiv in verschiedenen Rollen zu erleben. Hoover schreibt immer tolle Männercharaktere und das ist hier nicht anders.

Auch Ryle ist einer dieser Figuren, aber es war auch hier richtig, dass wir ihn im zweiten Band nicht mal eben ‚heilen‘. Stattdessen hat Lily weiterhin mit ihm zu kämpfen, auch vielen Ebenen. Für mich wurde ihr inneres Gefühlschaos weiter nahbar dargestellt und ich habe alles nachvollziehen können. Gleichzeitig fand ich auch Ryles Darstellung weiterhin sehr konsequent. Man kann ihn nicht mögen, aber er ist gut gemacht. Vielleicht ist es etwas unwahrscheinlich, dass Lily so konsequent von allen Unterstützung erfährt, aber fürs Herz war das auf jeden Fall toll, weil alles so vernünftig und umsichtig erscheint. Ich habe die ganzen Phasen auf jeden Fall wieder sehr gerne begleitet. Es gibt wieder vieles, was man für sich verarbeiten muss, aber so muss gutes Lesen auch sein.

Fazit: Es lagen nun einige Jahre dazwischen, aber „Nur noch einmal und für immer“ ist ein würdiger Nachfolger, der mit viel Sensibilität und Konsequenz Lily und Atlas einen Abschluss liefert. Die Themen bleiben relevant, und es ist in all dem viel Herz, was ein gutes Gefühl gibt. Schade, dass durch äußere Umstände ein solcher Schatten über allem schwebt.

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Veröffentlicht am 13.01.2026

Zeitlose Relevanz

Was wir nicht kommen sahen
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„Was wir nicht kommen sahen“ von Katharina Seck lag nun schon länger bei mir zuhause rum und da vom Wechsel vom alten zum neuen Jahr schon mal mehr Ruhe einkehrt und auch viele Urlaub haben, sodass sich ...

„Was wir nicht kommen sahen“ von Katharina Seck lag nun schon länger bei mir zuhause rum und da vom Wechsel vom alten zum neuen Jahr schon mal mehr Ruhe einkehrt und auch viele Urlaub haben, sodass sich allgemein weniger in der Welt tut, war nun der perfekte Zeitpunkt für die Lektüre gekommen. Von einer Bloggerin hatte ich schon gehört, dass sie das Buch sehr wichtig fand und ich war gespannt, ob ich dieses Urteil auch fällen werde.

„Was wir nicht kommen sahen“ hat mich nicht unbedingt mit offenen Armen empfangen. Der Schreibstil ist erstmal etwas gewöhnungsbedürftig. Keinesfalls, weil er schlecht ist, aber er ist definitiv etwas, was ich nicht ständig so erlebe, also braucht es einen Gewöhnungseffekt. Der Stil schwebt zwischen einfacher Sprache und Poesie, das trifft es wohl am besten. Da inhaltlich direkt eine Schwere auf der Geschichte liegt, geht es viel um Emotionen und da nutzt Seck für die Mutterrolle Jenny eine sehr bildliche Sprache. Das erfordert viele Beschreibungen am Stück, was dann leider nicht direkt einen optimalen Lesefluss erzeugt hat. Aber mir war gleich klar, dass mich der Inhalt interessiert und ich weiterlesen werde.

Das hat sich auch in jedem Fall gelohnt. Zumal die Autorin dann auch einige Wege gefunden hat, ihrem Stil Abwechslung zukommen zu lassen. Es gibt immer noch viele beschreibende Phasen, aber durch die wechselnden Perspektiven zwischen Ada, Mutter und der Anonymität sind immer wieder Brüche da und es gibt vor allem sehr spannende Phasen, in denen dann auch Jenny aktiv wird, sodass sich dann viel schneller durchs Buch fliegen ließ. Ich fand auch, dass es der Autorin absolut gelungen ist, eine Parallelität der Ereignisse zu erzeugen, obwohl wir auf verschiedenen Zeitebenen sind. Aber Jennys Recherche, warum ihre Tochter sich getötet hat, hat dann immer zu den Rückblenden gepasst, sodass wir das Schrecken als Elternteil mit dem gepaart haben, was Ada jeweils gefühlt hat und wie es sich immer mehr als Ballast summiert hat.

Auch wenn ich es berührend dargestellt fand, wie Jenny und ihr Mann als trauernde Eltern fühlen und miteinander umgehen, so fand ich den stärkeren Teil eindeutig, wie sie dann nach der Wahrheit sucht. Es war keinesfalls ein Krimi oder Thriller, aber es kam geliehen Elemente, sodass es echt interessant war, wie was zum nächsten geführt hat. Ich selbst bin in Social Media bewusst sehr zurückhaltend unterwegs und all das, was ich als Nachteile wahrnehme, ist exzellent literarisch verarbeitet worden. Was Ada alles erleben musste, ist anschaulich dargestellt worden. Da waren die Kapitel aus der Sicht der Anonymität auch absolute Highlights, weil es sehr unterschiedliche anonyme Personen sind. So erlebt man die, die von echtem Hass aus ihrer Unzufriedenheit genährt sind und regelrecht zerstören wollen. Es gibt die Mitläufer, die ihre Situation anderen Gruppen vorwerfen und sich daher infizieren lassen und es gibt die, die selbst schon Opfer waren und daher hoffen, etwas von sich ablenken zu können, indem sie selbst mitmachen. Das sind sicherlich nicht alle Perspektiven, die es draußen gibt, aber es ist in jedem Fall eine Bandbreite, die für mich erschreckend und eindrücklich abgebildet wurde.

Was für mich auch länger im Kopf bleiben wird, das ist die letztliche Aussage, die das Buch uns als Leserschaft bieten möchte. Wir sehen so viele hässliche Seiten von der digitalen Welt, vor allem von Social Media und dennoch ist das Buch keine Abrechnung. Es rüttelt auf. Einmal die, die so alt wie Ada sind und hoffentlich noch einen Fuß in der Realität halten. Dann wieder Eltern, die auch bei der digitalen Erziehung eine Verantwortung haben und dann auch alle anderen, die mit offeneren Augen durchs Leben gehen wollen und sollen, weil wir alle Verantwortung tragen. Und für so etwas ist auch Social Media von einer großen Bedeutung, denn immer und überall vernetzt zu sein hat auch Vorteile und das legt das Buch ebenso dar. Wie sich ein negativer Mob motivieren lässt, so gilt das auch für eine Gruppe mit einer starken, positiven Botschaft. Man kann mobilisieren und etwas bewirken. Wir haben mit Ada auch eine junge Person kennengelernt, die ihre Followerzahl zunehmend als Chance gesehen hat, etwas bewirken zu können. Das sind all die kleinen Aspekte, die zeigen, dass wir ein hoffnungsvolles Mittel haben, aber dass es noch zu einfach missbraucht werden kann, ohne dass Konsequenzen befürchtet werden müssen.

Fazit: „Was wir nicht kommen sahen“ ist inhaltlich sehr relevant und das wohl auch für eine lange Zeit, weil Social Media relevant bleiben wird und durch KI noch einmal verschärft wird. Das Buch legt uns viele Perspektiven dar, es bietet neben Nachteilen auch viele Vorteile. Der Schreibstil war nicht immer so leicht, aber es lohnt sich, bis zum Ende dabei zu sein.

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