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Veröffentlicht am 28.05.2022

Mörderische Justiz

Der Verdächtige
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Lacy Stoltz arbeitet bereits seit über zehn Jahren bei der staatlichen Gerichtsaufsichtsbehörde, die dafür zuständig ist, gegen korrupte oder eines anderweitigen Fehlverhaltens beschuldigte Richter vorzugehen. ...

Lacy Stoltz arbeitet bereits seit über zehn Jahren bei der staatlichen Gerichtsaufsichtsbehörde, die dafür zuständig ist, gegen korrupte oder eines anderweitigen Fehlverhaltens beschuldigte Richter vorzugehen. Der letzte große Fall ist bereits drei Jahre her und so ist sie ganz froh über die Ablenkung, als sich eine Frau bei ihr meldet und mysteriöse Andeutungen macht. Anfangs weigert diese sich, Lacy ihren Namen zu verraten und erzählt eine unglaubliche Geschichte. Sie berichtet, ihr Vater sei vor über zwanzig Jahren ermordet worden, sie hätte nun den Mörder gefunden und nicht die Tatsache, dass dieser Richter sei, wäre verstörend, sondern der Umstand, dass sie auf weitere Morde gestoßen ist, die ebendieser Richter begangen haben soll. Beweise gibt es nicht, lediglich Indizien und Verdachtsmomente, was die Sache nicht einfacher macht.

Die Anwältin Lacy Stoltz ist mir bereits aus dem Buch „Bestechung“ bekannt, das man allerdings nicht lesen muss, um das vorliegende Buch zu verstehen. Es gibt zwar einige Andeutungen, aber diese spielen fast keine Rolle für die aktuelle Geschichte. Wie immer konzentriert sich der Autor nicht nur auf Lacy, sondern springt zwischen den Beteiligten hin und her, was mir hier besonders gut gefallen hat, weil die Sicht des Richters unglaublich interessant und spannend war. Das Buch fängt unspektakulär an, fast langweilig könnte man sagen, Lacy ist nicht wirklich sympathisch, aber das ist wohl ihrem Beruf geschuldet, in dem man nicht immer mit der Wahrheit konfrontiert wird und ein wenig abstumpft. Als es dann endlich richtig losgeht, der Fall ins Rollen kommt, explodiert die Spannung förmlich und ich kann nicht glauben, dass auf dem Cover steht, dass es sich um einen Roman handelt. Hier würde ich eher von einem Kriminalroman, an manchen Stellen sogar von einem Thriller sprechen. Eine außergewöhnliche Story, ein ungewöhnlicher Fall und eine überzeugende Auflösung haben mir spannende Lesestunden beschert. Volle Punktzahl gibt es von mir und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 26.05.2022

Mörderische Jagd

18/4 - Der Pfad des Rächers
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Der Serienkiller Eumenides schickt seinen Opfern Todesanzeigen, in denen er das Datum der Hinrichtung nennt sowie den Grund für diese Bestrafung. Bei einer Bombenexplosion ist der Killer ums Leben gekommen, ...

Der Serienkiller Eumenides schickt seinen Opfern Todesanzeigen, in denen er das Datum der Hinrichtung nennt sowie den Grund für diese Bestrafung. Bei einer Bombenexplosion ist der Killer ums Leben gekommen, sodass der zuständige Leiter der Sondereinheit 18/4, der Hauptmann Pei Tao, aufatmen kann. Als in einem Hotelzimmer zwei Studenten ermordet werden, die kurz zuvor Todesanzeigen erhalten haben, ist klar, dass es entweder einen Nachahmer oder einen Komplizen geben muss. Das Katz-und-Maus-Spiel zwischen der Polizei und dem Mörder geht in die zweite Runde.

Dies ist der zweite Teil der Trilogie um den Hauptmann Pei Tao und den Serienkiller Eumenides. Ohne Vorkenntnisse wird man aus diesem Buch nicht schlau, da es nahtlos an den ersten Teil anschließt. Vorsorglich habe die letzten Kapitel des ersten Buches erneut gelesen, um besser reinzukommen, obwohl es noch gar nicht so lange her, dass ich die Story gelesen habe. Trotz dieser Auffrischung sowie einer Zusammenfassung im vorliegenden Buch hatte ich anfangs große Probleme, mich zurechtzufinden und auch die unglaubliche Fülle der ungewohnten asiatischen Namen führte dazu, dass ich mich mit höchster Konzentration dem Buch widmen musste. Besonders zu Beginn plätscherte die Story zudem etwas vor sich hin, es dauerte ein wenig, bis klar war, wo die Reise hingeht. Kontinuierlich steigerte sich die Spannung und auch die Ermittlung nahm endlich mehr Fahrt auf. Viele Fragen wurden beantwortet, neue aufgeworfen und geklärt. Wie ein Puzzle setzte sich zusammen, was passiert ist und warum. Die Auflösung war schlüssig, aber für mich persönlich etwas unbefriedigend, sodass ich nun doch sehr gespannt bin, wie es weitergeht und welchen Abschluss der Trilogie der Autor sich ausgedacht hat.

Aufgrund der erneut sehr gewöhnungsbedürftigen Übersetzung, vieler stellenweise altmodischer und unpassender Begriffe (da ist die mehrfach genannte „Verschriftlichung“ noch harmlos) sowie des Umstandes, dass gefühlt alle paar Minuten jemand gekichert hat, was mich sehr irritiert hat, war es sehr mühsam, der Story zu folgen. Da half es nicht, dass der Schreibstil ansonsten gewohnt flüssig war. Die atemlose Spannung aus dem ersten Teil habe ich zudem etwas vermisst, aber alles in allem bin ich zufrieden, weil viele Leerstellen ausgefüllt und alle Fragen beantwortet worden sind. Von mir gibt es drei Sterne.

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Veröffentlicht am 24.05.2022

Machtspiele

City on Fire
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Wir schreiben das Jahr 1986, Danny Ryan und sein bester Freund Pat Murphy, Sohn des Oberhaupts der irischen Mafia, die in den Straßen von Providence, Rhode Island, ihr Unwesen treibt, genießen das Leben. ...

Wir schreiben das Jahr 1986, Danny Ryan und sein bester Freund Pat Murphy, Sohn des Oberhaupts der irischen Mafia, die in den Straßen von Providence, Rhode Island, ihr Unwesen treibt, genießen das Leben. Es gibt einen Pakt mit der italienischen Mafia-Familie Moretti, man lebt mehr oder weniger friedlich nebeneinander her und profitiert gelegentlich voneinander. Dies ändert sich jäh, als der Bruder von Pat einem Moretti die Frau ausspannt. Die Situation spitzt sich zu, Drohungen werden ausgesprochen, Ultimaten gestellt, bis die Situation völlig eskaliert und es ein erstes Opfer gibt. Dabei wird es nicht bleiben.

„Die Nonnen haben früher immer gesagt, der Teufel kommt in Gestalt eines Engels. Das Schlimmste macht man immer aus den besten Beweggründen. Das Abscheulichste tut man für diejenigen, die man am meisten liebt.“ (Seite 322)

Es geht um Familie, Freunde, Loyalität und Verrat; es geht um Liebe, Sex, Prostitution und auch Leidenschaft; es geht um Heroin und andere verbotene Substanzen, die Verteidigung von Territorien, um Schutzgeld und Macht; es geht um Gier, Korruption und anderen Schmutz. Es geht Auge um Auge, Zahn um Zahn, verletzte Eitelkeiten, arrogante Persönlichkeiten, dumme Versprecher und schlaue Schachzüge. Eine Story, die Thriller und Tragödie gleichermaßen ist und förmlich nach einer Verfilmung schreit. Ich bin durch die Seiten geflogen und wollte doch nicht zum Ende kommen. Habe gebangt, gelitten, geweint und geflucht. Der Schreibstil des Autors begeistert mich immer wieder aufs Neue, denn obwohl er fast ausschweifend erzählt, bleibt es durchgehend spannend und kein Wort ist zu viel. Ich wäre nun bereit für den zweiten Teil, denn dieser war grandios! Fünf Sterne mit Sternchen und eine Leseempfehlung gibt es von mir. Das war meisterlich!

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Veröffentlicht am 22.05.2022

Wo ist Zach?

Kellergrab
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Dem Ehepaar Cameron und Lisa Murdoch passiert das schlimmste, was Eltern zustoßen kann; ihr Sohn Zach verschwindet. Nach ersten Erkenntnissen ist er weggelaufen, dann aber verdichten sich die Beweise dafür, ...

Dem Ehepaar Cameron und Lisa Murdoch passiert das schlimmste, was Eltern zustoßen kann; ihr Sohn Zach verschwindet. Nach ersten Erkenntnissen ist er weggelaufen, dann aber verdichten sich die Beweise dafür, dass er entführt worden ist. Als Indizien auftauchen, die darauf hinweisen, dass die Eltern etwas mit dem Verschwinden von Zach zu tun haben könnten, geraten die beiden ins Visier der Ermittler. Und wäre dies nicht naheliegend, da beide Thrillerautoren sich seit Jahren damit brüsten, sie könnten das perfekte Verbrechen verüben, schließlich wäre dies ihr Beruf? Eine Hetzjagd beginnt, schlimme Dinge geschehen. Dann findet die Polizei den wahren Täter und Cameron dreht durch.

Anfangs hat mich das Buch etwas enttäuscht. Der Prolog versprach mir eine spannende Geschichte, bekommen habe ich die übliche Story über das Verschwinden eines Kindes, falsche Verdächtigungen und die üblichen Nebenwirkungen davon, wenn sich zwei Lager bilden, die beide glauben, die Wahrheit zu wissen, ohne die Fakten zu kennen. Das fand ich unterhaltsam, aber wirklich begeistert hat es mich nicht. Etwa im zweiten Drittel gab es eine unerwartete Wendung, der Prolog machte plötzlich Sinn und da war sie endlich, die von mir so lange erwartete Spannung, die aber leider schnell wieder abflachte.

Trotz mehrfacher Wendungen wollte der Funke nicht so richtig überspringen. Die Geschichte war gut konstruiert, die Twists intelligent, der Humor aber nicht ganz so grandios, wie in den bisherigen Büchern des Autors. Es gab zu viele Längen und vielleicht war die ein oder andere neue Komponente im Fall auch unnötig. Die Auflösung war zwar stimmig, aber für mich persönlich nicht nachvollziehbar, die Logik dahinter erschließt sich mir nicht. Für mich war dies das schwächste Buch des Autors, der mich bereits seit Jahren begleitet und bisher immer begeistert hat. Dennoch reicht es für dreieinhalb Sterne.

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Veröffentlicht am 20.05.2022

Verlass mich nicht

Verheizte Herzen
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Ana hat eine Affäre und es erwischt sie kalt, als ihr Geliebter plötzlich stirbt und dessen Ehefrau sich meldet, weil Ana das Testament vollstrecken soll. Wie geht man damit um, wenn keiner davon weiß, ...

Ana hat eine Affäre und es erwischt sie kalt, als ihr Geliebter plötzlich stirbt und dessen Ehefrau sich meldet, weil Ana das Testament vollstrecken soll. Wie geht man damit um, wenn keiner davon weiß, dass der Mensch, der gestorben ist, betrauert werden will? Wohin mit der Wut, den Vorwürfen und der Trauer? Wie hält man das aus?

Der ungewöhnliche Schreibstil hat mich sehr neugierig gemacht, ein Roman in Versform soll das sein, sodass schnell klar war, dass ich das Buch lesen möchte. Leider befürchte ich, dass hier durch die Übersetzung die Besonderheit der Verse etwas verloren gegangen ist, übrig blieb dadurch ein anfangs etwas holpriger Roman, der aber trotzdem einen eigenen Charme entwickelt und mich gefesselt hat.

„An diesem Tag hatte ich fünf Stunden in Liebe mit dir verbracht, ohne mich auch nur einmal gemein oder dumm oder ausgenutzt zu fühlen, und im letzten Moment gelang es dir - du machtest eine Affäre aus mir.“ (Seite 146)

Ana ist ein zerrissener Charakter, oft konnte ich ihre Handlungen nicht nachvollziehen, fand sie unfair, frech und fast schon unhöflich lästig. Sie hat natürlich ihre Gründe und diese werden mit jeder weiteren Seite immer klarer. Dennoch war sie mir oft fremd, ich habe sie einfach nicht verstanden.

„Wann immer wir uns liebten, deine Hände in meinem Haar, dein Mund auf meinem Schlüsselbein, dein Atem in meinem Ohr, wollte ich die Welt zerschlagen, um dich zu behalten. Ich hätte alles aufgegeben.“ (Seite 245)

Ana erzählt nicht chronologisch, ihre Erzählung erinnert mich an ein Tagebuch, dem man seine Gedanken anvertraut, seine Träume, Ängste und Wünsche; dem gegenüber man ehrlicher ist, als man es jemals einem anderen Menschen gegenüber sein wollte und könnte. Die Geschichte hat mich fasziniert, mich nicht losgelassen und am Ende wurde ich belohnt mit einer Auflösung, die mich emotional berührt und seltsam traurig zurückgelassen hat. Ich hätte Ana am liebsten in den Arm genommen und mit ihr geweint. Das ist mir vier Sterne wert und ich empfehle das Buch jedem, der außergewöhnliche Bücher mag.

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