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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.01.2021

Greifenau die 5.te

Gut Greifenau - Silberstreif
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Gut Greifenau geht in die fünfte Runde. Hoffentlich kein Ende in Sicht. Kaum eine Histo-Reihe hat mich in letzter Zeit mit jedem Teil aufs Neue überzeugen können wie die Bücher von Hanna Caspian.

Die ...

Gut Greifenau geht in die fünfte Runde. Hoffentlich kein Ende in Sicht. Kaum eine Histo-Reihe hat mich in letzter Zeit mit jedem Teil aufs Neue überzeugen können wie die Bücher von Hanna Caspian.

Die Darsteller sind einem inzwischen so ans Herz gewachsen, dass man sich wirklich freut, dass alle noch dabei sind und man als Leser ihr Leben mitverfolgen kann.

Die Inflation hat Deutschland fest im Griff. Die Menschen auf Gut Greifenau, egal ob Herrschaft oder Personal, haben schwer zu kämpfen mit allen möglichen Problemen. Phänomenal, wie die Autorin mit Hilfe ihrer großen Darstellercrew ein sehr realistisches Bild des damaligen Lebens mit all seinen Facetten geben kann. Man erfährt über die poliiischen Veränderungen, die wirtschaftlichen Sorgen, die gesellschaftlichen Probleme alles, was man wissen muss. Mitten drin unsere Heldinnen und Helden.

Das Buch ist eine wahre Freude, noch umso mehr, da es weitergehen wird. Der nächste Band dräut schon am Horizont.

Veröffentlicht am 09.01.2021

intensiv

Mr. Crane
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"Im Sommer 1900 wird der Schriftsteller Stephen Crane im Tuberkulose-Sanatorium Badenweiler von der jungen Krankenschwester Elisabeth gepflegt. " Der Beginn dieses Klappentextes ist einer, der nicht unbedingt ...

"Im Sommer 1900 wird der Schriftsteller Stephen Crane im Tuberkulose-Sanatorium Badenweiler von der jungen Krankenschwester Elisabeth gepflegt. " Der Beginn dieses Klappentextes ist einer, der nicht unbedingt nervenzerreißende Spannung erwarten lässt. Vor allem, wenn man sich etwas mit Cranes Leben beschäftigt und weiß, dass er jung an Tuberkulose gestorben ist. Der Verlauf der Geschichte scheint als zumindest in groben Zügen klar. Dieses Wissen darum, dass Crane das Sanatorium nicht mehr verlassen wird, dass die Begegnung mit Elisabeth auf wenige Tage begrenzt sein wird, gibt dem Ganzen einen melancholischen Touch. Ja, Elisabeth bewundert Crane seit langem. Sie ist durch ein Feuer mit Narben im Gesicht gezeichnet und hat ein Buch des amerikanischen Autors gelesen, in dem ein Mann ähnliches erlebt und erlitten hat. Elisabeth verliebt sich Hals über Kopf in den sterbenden Mann und der, ums ein Leben und seinen Lebenswillen ringend, verliebt sich auch in sie. Mehr möchte ich nicht über die Geschichte verraten.

Das Buch ist sehr intensiv und sehr nah dran an den Personen. Man wird in einen Strudel der Gefühle gezogen und liest einige doch überraschende Wendungen und Gespräche. Dabei lernt man nicht nur den Autor Crane und sein Leben näher kennen sondern auch Elisabeth, die eine zentrale Rolle einnimmt und nicht nur als Beobachterin sondern auch als Katalysator für einige Geschehnisse dient.

Kein leichtes Buch, angesichts der Krankheit des Hauptdarstellers aber doch eines über die Liebe und über selbstbestimmtes Leben.

Veröffentlicht am 20.11.2020

Buchnovela

Die Erben von Seydell - Das Gestüt
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Eine andere Leserin hat in der Leserunde den Begriff Telenovela ins Spiel gebracht und der schwirrte mir dann ständig im Kopf rum. Genau so habe ich diese Geschichte empfunden. Es handelt sich ja um den ...

Eine andere Leserin hat in der Leserunde den Begriff Telenovela ins Spiel gebracht und der schwirrte mir dann ständig im Kopf rum. Genau so habe ich diese Geschichte empfunden. Es handelt sich ja um den ersten Band einer Trilogie und ich hatte damit gerechnet, hier eine Handvoll Darsteller näher kennen- und schätzenzulernen und Stück für Stück zu erfahren, was dieser Familie so alles passiert. Anfangs schien das auch noch zu passen, auch wenn ich mehrere der Darsteller als unsympathisch und oberflächlich beschrieben fand und die Handlungen mir nicht nachvollziehbar waren. Aber im Laufe der Geschichte wird das Geschehen immer schneller abgehandelt. Zeitsprünge sollen wohl Spannung aufbauen aber die übersprungenen Monate und Jahre waren für die Entwicklung eigentlich wichtig und mir wurde alles immer vorhersehbarer.

Es war einfach nicht mein Buch. Ich konnte mich nicht mit den Personen anfreunden und fand den Erzählstil lieblos und zunehmend langweilig. Es las sich wie eine Telenovela und die mag ich selten.

Veröffentlicht am 20.11.2020

Vui Kluftinger und a bisserl an Crime

Funkenmord
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Der Kluftinger kommt langsam in die Jahre. Er müsste ja inzwischen stramm auf den Ruhestand zugehen und man merkt ihm meiner Meinung nach inzwischen an, dass er immer schrulliger und älter wird. Das Autorenduo ...

Der Kluftinger kommt langsam in die Jahre. Er müsste ja inzwischen stramm auf den Ruhestand zugehen und man merkt ihm meiner Meinung nach inzwischen an, dass er immer schrulliger und älter wird. Das Autorenduo hat seinen Helden ja schon ziemlich gut etabliert und gibt ihm sehr viel privates Leben in den Kriminalromanen. Die Fans warten wohl darauf und freuen sich dran. Ich bin aber etwas rausgewachsen aus dem Ganzen scheint es, denn ich war etwas enttäuscht, dass der alte Fall so wenig trickreich und doch relativ vorhersehbar war. Ebenfalls störte mich sehr, dass man in Altusried noch immer nichts von Gleichberechtigung gehört hat und eine junge Kollegin erst mal heftig gemobbt wurde und der Kluftinger, obwohl jetzt schon zum stellvertretenden Chef aufgestiegen, immer seinen eigenen Kram im Kopf hatte und das Team so laufen ließ.

Mäßig spannend und auch der Humor war für mich inzwischen etwas ausgenudelt. Aber man bekommt natürlich, was man sich vorstellt. Vui Kluftiger und a bisserl an Kreim.

Veröffentlicht am 25.10.2020

ein sehr spannendes Prequel

Kingsbridge - Der Morgen einer neuen Zeit
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Ken Follett kehrt zurück zu den Anfängen seiner Histo-Reihe um die Kathedrale in Kingsbridge. In seinem gleichnamigen Prequel lässt er die die Zeit um 1000 nach Christus in Britannien wiederaufleben

Ein ...

Ken Follett kehrt zurück zu den Anfängen seiner Histo-Reihe um die Kathedrale in Kingsbridge. In seinem gleichnamigen Prequel lässt er die die Zeit um 1000 nach Christus in Britannien wiederaufleben

Ein englischer Alderman gewinnt das Herz einer normannischen jungen Edelfrau, holt sie nach England und heiratet sie. Ragna ist eine starke und kluge Heldin in einem Epos voller Liebe, Hass und Gewalt. Schnell schließt man sie ins Herz. Mit Edgar besetzt Follett seine männliche Hauptrolle wieder mit einem jungen Mann aus dem Volk, dem der Baumeister im Blut steckt und der sich mit Edelmut, Treue und technischem Geschick nach oben arbeitet. Ihn verschlägt es an einen kleinen Ort, der später zu dem großen Kingsbridge werden soll, welches wir schon aus anderen Romanen lieben gelernt haben.

Follett schreibt süffig und nah dran an seinen Charakteren. Seine Stärke liegt nicht unbedingt in den Grautöne seiner Figuren, als vielmehr der Freude daran, richtige Helden und Heldinnen und fürchterliche Bösewichte zu erschaffen. Und da ist er wirklich große Klasse, denn die Feinde von Ragna und Edgar sind erschreckend, mörderisch, grausam und es scheint sehr lange, als wäre kein Kraut gegen sie gewachsen.

In seinem kurzen Nachwort erwähnt der Autor, dass die Zeit auch als die Dunkle bekannt wurde, auch, weil man wenig davon weiß. Es fehlen ausreichend schriftliche Belege oder bauliche Zeugnisse aus dieser Zeit und Follett hat sich wohl einige Freiheiten genommen für seine Geschichte. Nichts desto trotz nimmt das Buch den Leser schnell gefangen. Ich kann nicht abschätzen, wie viel der Wahrheit entspricht und wie viel der Autor sich zurecht erzählt hat, aber ich hatte das Gefühl, genau so könnte es damals gewesen sein. Das Leben der einfachen Menschen ebenso wie dass der Könige und ihrer Aldermänner. Es war spannend zu erfahren, wie damals gelebt und geliebt wurde, wie Recht gesprochen wurde, wie es den Frauen erging und wie den zahlreichen Sklaven, die ein hartes Schicksal zu tragen hatten.

Mit Kringsbridge hat er mich wunderbar unterhalten und den heftigen Wunsch geweckt, im Anschluss gleich wieder mal die „Säulen der Erde“ zu lesen, einfach, um noch ein wenig länger dort zu verweilen, wo nun tatsächlich eine große Kathedrale gebaut wird.

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