Platzhalter für Profilbild

redcappy

aktives Lesejury-Mitglied
offline

redcappy ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit redcappy über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.08.2024

Geschichtsunterricht in Romanform

Yrsa. Journey of Fate (Yrsa. Eine Wikingerin 1)
0

"Yrsa - Journey of Fate" von Alexandra Bröhm ist die Geschichte einer jungen Frau, die gerne eine Wikingerin sein möchte. Dafür muss sie viele Widerstände überwinden und außerdem ist da ja noch ...

"Yrsa - Journey of Fate" von Alexandra Bröhm ist die Geschichte einer jungen Frau, die gerne eine Wikingerin sein möchte. Dafür muss sie viele Widerstände überwinden und außerdem ist da ja noch ihr kleiner Bruder Sjalfi ....

Ich habe in diesem Buch gelernt, dass "Wikinger" bei den Wikingern eine Berufsbezeichnung war. "Wikinger" waren die Kämpfer, die auszogen, um Beute zu machen und sich damit ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Die anderen Menschen, die Bauern, Händler, Handwerker, Seherinnen, usw. bezeichneten sich selbst nicht als "Wikinger".

Das Buch ist eine Geschichtsstunde (oder auch mehrere) über eine Zeit und eine Volksgruppe, die im Geschichtsunterricht in der Schule eigentlich nicht vorkommt. Das Ganze ist verpackt in eine unterhaltsame, teils spannende Geschichte, über das Leben und die Liebe bei den Menschen, die wir heute als Wikinger bezeichnen.

Yrsa lebt mit ihrem Bruder in der Nähe von Haithabu an der Schlei, dem heutigen Schleswig. Seit dem Tod ihrer Mutter, der Vater ist schon lange verschollen, kümmert sich Yrsa um ihren kleinen Bruder Sjalfi und schlägt sich mehr schlecht als recht durch. Sie trotzt den Konventionen ihres Volkes und ihrer Zeit und weigert sich, zu heiraten, nur um irgendwie versorgt zu sein.
Als ihr kleiner Bruder plötzlich fast spurlos verschwindet, macht sie sich auf eine verzweifelte Suche nach ihm und findet dabei die Liebe, die sie eigentlich gar nicht finden will, da sie ihr bei ihrem Wunsch eine Kämpferin zu werden im Weg steht.

Die Autorin schildert sehr ausführlich, wie das Leben zur damaligen Zeit mutmaßlich war. Überwiegend ist die Geschichte aus der Sicht von Irsa geschrieben und Lesende erfahren sehr viel über die Gedanken und Gefühlswelt der Protagonistin.
Unter dieser Ausführlichkeit leidet zeitweise die Spannung. Zwischendruch war ich versucht, Seiten zu überspringen, um schneller zur Auflösung zu kommen. Gleichzeitig war es sehr aufschlußreich, in das Leben und Denken der Menschen damals und dort einzutauchen. Man lernt viel, über die (mutmaßlichen) Vorstellungen und das (mutmaßliche) Leben der Frauen und Männer, die wir heute Wikinger nennen. Und es ist durchaus vorstellbar, dass sich diese Geschichte auch wirklich so zugetragen haben könnte.

Ich empfehle das Buch für alle, die gerne gut recherchierte historische Romane lesen und dabei tief in die Zeit eintauchen wollen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.07.2024

Ein Wechselbad der Gefühle

Glow Like Northern Lights (Strong Hearts 1)
0

Ein berührendes Cover in zartem lila mit einem Herzmotiv aus Blumen. Das Cover in Kombination mit dem Titel "Glow like Northern Lights" machten mich zunächst neugierig auf das Buch.

Lilly verliert ihren ...

Ein berührendes Cover in zartem lila mit einem Herzmotiv aus Blumen. Das Cover in Kombination mit dem Titel "Glow like Northern Lights" machten mich zunächst neugierig auf das Buch.

Lilly verliert ihren herzkranken Zwillingsbruder aufgrund einer Herzkrankheit. Das Verhältnis zu den Eltern ist schwierig, da sie seit der Diagnose nur noch ihren Sohn gesehen haben. Lilly haben sie eigentlich übersehen.

In ihrer Einsamkeit und Verzweiflung sucht sie Austausch in einem Internetforum für Angehörige von herzkranken Menschen und findet in dem Isländer Aron einen Seelenverwandten, der sie versteht.

Nach dem Tod ihres Bruders flieht sie in ihrer Trauer nach Island, zu Aron, dem wichtigsten Menschen in ihrem Leben nach ihrem Bruder Luca. Ihren Eltern hinterlässt sie eine Nachricht, dass sie zu ihrer Oma an die Nordsee gereist sei.

Da Aron eine Freundin hat, die wie Lillys Bruder herzkrank ist, wehrt sich Lilly anfangs gegen die Gefühle, die sie für ihn empfindet. Hat sogar ein schlechtes Gewissen deswegen.

Die Geschichte nimmt die Lesenden mit in ein Wechselbad der Gefühle. Lillys Trauer, ihre Zweifel, ihre Angst, ihre Liebe, .... Und das alles vor der atemberaubenden Kulisse Islands mit seinen Wasserfällen, Vulkanen, Gletschern und Stränden.

Ich habe das Buch an einem Tag durchgelesen und war selten so mitgenommen. Ich fühlte mit Lilly, ich weinte mit ihr, ich war mit ihr verzweifelt und gleichzeitig begeistert von der isländischen Natur.

Eine absolute Leseempfehlung. Ich warte schon sehnsüchtig auf Band 2.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.07.2024

Enttäuschend

Die Blütenfreundinnen
0

Die Blütenfreundinnen sind die Geschichten von 4 Frauen, die sich zufällig finden und miteinander anfreunden.

Das Cover hat mich erstmal angesprochen, weil es eine gewisse Harmonie ausstrahlt. Doch leider ...

Die Blütenfreundinnen sind die Geschichten von 4 Frauen, die sich zufällig finden und miteinander anfreunden.

Das Cover hat mich erstmal angesprochen, weil es eine gewisse Harmonie ausstrahlt. Doch leider hat weder das Cover noch der Titel einen wesentlichen inhaltlichen Bezug zum Inhalt des Buches. Ja, die Geschichten spielen überwiegend in der Lüneburger Heide und das soll wohl der Zusammenhang sein.

Zunächst bilden drei völlig fremde Frauen aufgrund eines Bahnstreiks eine zweckdienliche Fahrgemeinschaft von München in den Norden Deutschlands. Auf der Fahrt nähern sie sich wohl an und dann kommt zuhause noch die Schwägerin einer der drei dazu.

Die Geschichten werden im Wechsel aus den Perspektiven der 4 Frauen erzählt. Sie haben, wenn überhaupt, nur einen lockeren Zusammenhang und bleiben allesamt recht oberflächlich. Durch die häufigen Sprünge fiel es mir recht schwer den Überblick zu behalten. Und wirkliche Spannung kam auch nicht auf. Die einzelnen Geschichten plätscherten halt so dahin, ohne wirklich in die Tiefe zu gehen. Vielleicht hätte man besser vier Bücher daraus gemacht, die dann jeweils eine der Geschichten erzählen und dafür weniger an der Oberfläche bleiben. So wirkten die Verbindungselemente stellenweise sehr erzwungen.

Außerdem empfand ich den Schreibstil als sehr unnatürlich. Die wörtliche Rede mutete wie rezierter Text an. So spricht doch kein Mensch. Und auch insgesamt passten Schreibstil und Inhalt nicht wirklich zusammen. Die Ausdrucksweise teilweise sehr gestelzt. Das Lesen wurde für mich dadurch ziemlich anstrengend.

Mein Fazit: Ich habe das Buch nur zuende gelesen, damit ich über einen Gesamteindruck berichten kann. Weiterempfehlen kann ich das Buch leider nicht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.07.2024

Einfach Schwedisch

Mittsommercamp zum Verlieben
0

Bea zieht es, nachdem ihr Verlobter sie nach 14 Jahren einfach abserviert hat, in die schwedische Einsamkeit. Ihr Ex überlässt ihr das gemeinsame Ferienhaus und den Van im Tausch gegen ihren Anteil an ...

Bea zieht es, nachdem ihr Verlobter sie nach 14 Jahren einfach abserviert hat, in die schwedische Einsamkeit. Ihr Ex überlässt ihr das gemeinsame Ferienhaus und den Van im Tausch gegen ihren Anteil an der gemeinsamen Wohnung. Bea ist das ganz recht, so kann sie den größtmöglichen Abstand zwischen sich und ihr altes Leben bringen.
Doch was sich anfangs, wie ein Traum anfühlt, wird schnell zum Albtraum, weil sich das alte Haus als ziemlich reparaturbedürftig herausstellt. Bea braucht Geld für die Instandsetzung, also muss sie schneller als geplant nach einem Job suchen. Aber die Schweden haben nicht gerade auf eine deutsche Sekretärin gewartet und so landet sie nicht ganz freiwillig in einem Sommercamp für Jugendliche mit schwierigem sozialen Hintergrund. Hier trifft sie auf Ed, dessen Herzensprojekt das Camp ist, der aber mit vielen Widrigkeiten zu kämpfen hat.

Schon beim Anblick des überwiegend in den schwedischen Farben gehaltenen Covers wollte ich dieses Buch lesen. Und es hat sich gelohnt.

Die Geschichte wird im Wechsel aus Beas und Eds Perspektive erzählt. Immer wieder fließen kleine schwedische Brocken ein, die einen noch ein Stückchen mehr in die Geschichte eintauchen lassen. Die Landschaftsbeschreibungen geben einem das Gefühl, man sei mitten drin im schwedischen Wald und an den schwedischen Seen. Und trotz aller Probleme, die die Figuren im Buch zu bewältigen haben, fühlt es sich beim Lesen leicht an und man hat immer das Gefühl, alles wird gut irgendwie und irgendwann.

Man merkt, das in der Geschichte viel von der Autorin steckt und auch dass sie sich mit dem, was sie erzählt, auseinander gesetzt haben muss. Die Geschichte ist gut auserzählt, nicht zu oberflächlich aber auch nicht zu tiefgründig.

Besonders schön fand ich die Rezepte am Ende des Buches. Pytt i panna wird demnächst auch direkt ausprobiert. Und auch die Kanelbullar kommen bald dran.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.06.2024

Historischer Roman mit viel Geschichtsbezug

Der König und der Uhrmacher
1

"Der König und der Uhrmacher" ist der erste historische Roman von Arnaldur Indriðason und doch gleichzeitig wieder ein Krimi.
Der Uhrmacher Jon Sivertsen macht es sich zur Aufgabe eine historische Uhr ...

"Der König und der Uhrmacher" ist der erste historische Roman von Arnaldur Indriðason und doch gleichzeitig wieder ein Krimi.
Der Uhrmacher Jon Sivertsen macht es sich zur Aufgabe eine historische Uhr vom berühmten Uhrmachermeister Isaak Habrecht wieder zum laufen zu bringen. Es stellt sich heraus, dass dies eine ziemliche Herausforderung wird. Während er an der Uhr arbeitet, bekommt er Besuch vom dänischen König, Christian VII. . Der König und der Uhrmacher kommen ins Gespräch über Island, die ursprüngliche Heimat von Jon und über Jons Familie und was der Vater des Königs mit dem Tod von Jons Vater zu tun hat.

Die Geschichte wird in Abschnitten erzählt, abwechselnd in der Gegenwart in Dänemark und in der Vergangenheit in Island. Der dänische König wird durch die Erzählungen des Uhrmachers sehr aufgewühlt und doch fordert er immer wieder, dessen Geschichte weiter zu hören.

Obwohl man quasi fast von Beginn an zumindest einen Teil des Endes der Geschichte kennt, ist sie dennoch so spannend erzählt, dass es schwer fällt, das Buch zur Seite zu legen.
Soweit Arnaldur Indriðason auf historische Vorbilder zurückgreift (insbesondere den König) schafft er es, die Figuren nah an der (soweit) bekannten Realität zu zeichnen. So war König Christian VII. "geisteskrank" und dies kommt auch deutlich bei den Lesenden an, ohne dass man genau weiß, welcher Art diese "Geisteskrankheit" war.

Die zwei Erzählstränge scheinen eigentlich nichts miteinander zu tun zu haben und doch gehören sie zusammen und der eine ist ohne den anderen nicht wirklich denkbar und deutlich weniger spannend.

Ich war von Anfang bis Ende von der Geschichte gefesselt und hoffte immer noch auf eine Wende. Mehr möchte ich hier nicht preisgeben.

Lesen sollten dieses Buch Geschichtsinteressierte, Skandinavienfans und alle die Arnaldur Indriðason mögen.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Atmosphäre