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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.10.2021

Leseempfehlung!

Das Ministerium für die Zukunft
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Mit dem hochgelobten „Ministerium für die Zukunft“ habe ich mich an das für mich neue Genre Climate-Fiction gewagt. Der Roman zeichnet ein bedrückendes Bild von der nahen Zukunft, in der die Welt durch ...

Mit dem hochgelobten „Ministerium für die Zukunft“ habe ich mich an das für mich neue Genre Climate-Fiction gewagt. Der Roman zeichnet ein bedrückendes Bild von der nahen Zukunft, in der die Welt durch den Klimawandel von immer verheerenderen Katastrophen heimgesucht wird. Schonungslos zeigt bereits das erste Kapitel auf, wie hunderttausende Menschen durch eine Hitzewelle sterben können, wenn gleichzeitig der Strom ausfällt. Der ausländische Helfer Frank May überlebt, zieht in die Schweiz und schwört Rache an jenen zu üben, die er für verantwortlich hält. Gleichzeitig kämpft die Irin Mary Murphy als Vorsitzende des neu eingerichteten Ministeriums für die Zukunft mit diplomatischen Mitteln für ein Umdenken der Menschen und für ein schnelles Handeln gegen die Klimakrise.

Die Kapitel des Buches werden aus verschiedenen Perspektiven erzählt und unterscheiden sich in der Erzählweise stark. Ein Schwerpunkt des Buches liegt auf Marys Versuchen einen Wandel herbeizuführen. Die Leserinnen begleiten sie bei Treffen mit den Chefinnen der großen Weltbanken, Sitzungen zu möglichen Handlungsmöglichkeiten aus dem Ministerium werden durch Mitschriften begleitet und einige Situationen aus ihrem Privatleben werden im Zuge der Gefahr, der sie sich in ihrer Position aussetzt, beleuchtet. Während Marys Passagen teils sehr politisch sind und durch Kapitel mit Erklärungen zum Markt, zum Geldwesen und menschlichen Verhaltensweisen gestützt werden, werden diese „trockeneren“ Kapitel immer wieder von solchen abgewechselt, in denen Katastrophen geschildert werden oder Personen beim Versuch begleitet werden Maßnahmen zur Umkehr der Klimakatastrophe umzusetzen. Diese sorgen dafür, dass der Roman stets auch packende Momente hat, in denen Einzelpersonen stärker im Fokus stehen.

Gleichzeitig wird Frank dabei begleitet, wie er seine Wut auf die Politik und sein Trauma nach den Ereignissen in Indien verarbeitet. Frank und Mary besitzen sehr unterschiedliche Denkansätze, ihr Aufeinandertreffen birgt jedoch neue Chancen für beide.

Während die erste Hälfte des Buches noch recht bedrückend und hoffnungslos wirkt, wird die Stimmung im Laufe des Buches optimistischer. Nach und nach werden erfolgreiche Maßnahmen aufgezeigt, Wege zum Schutz des Ökosystems beschrieben und die Botschaft vermittelt, dass die Welt noch zu retten ist wenn ein Umdenken und ein Wille für Veränderung da ist.

Die Art und Weise, wie technologischer Fortschritt, Klimawandel, Menschlichkeit und Hoffnung zusammengeführt wurden, sodass der Roman inhaltlich komplex, politisch und technologisch, aber gleichzeitig auch spannend, lebendig und handlungsreich war konnte mich wirklich begeistern. Das Ministerium für die Zukunft ist ein Roman, den ich als unheimlich aktuell und wichtig empfunden habe und der zum Nachdenken anregt. Große Leseempfehlung! 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 20.10.2021

Endlich ein New Adult Buch, das in Hamburg spielt

Regenglanz
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Simon will eigentlich nur eines: Das peinliche Tattoo loswerden, dass er sich betrunken hat stechen lassen, denn das erinnert ihn stetig an seine Ex-Freundin Kiki. Doch beim Termin im Tattoo-Studio trifft ...

Simon will eigentlich nur eines: Das peinliche Tattoo loswerden, dass er sich betrunken hat stechen lassen, denn das erinnert ihn stetig an seine Ex-Freundin Kiki. Doch beim Termin im Tattoo-Studio trifft er auf die attraktive Alissa, der er das Tattoo auf gar keinen Fall präsentieren will. Schnell zeigt sich dass die Anziehung auf Gegenseitigkeit beruht, doch beide haben so einiges aus der Vergangenheit zu verarbeiten. Während Simon in der Vergangenheit oft mit Alkohol und Drogen eskaliert ist um seine Probleme zu verarbeiten, hat Alissa mit dem schwierigen Verhältnis zu ihrer Familie zu kämpfen, dass sich seit dem Tod ihrer Mutter immer mehr verschlechtert.

Der Grund für meinen Lesewunsch war insbesondere, dass es das erste New Adult Buch ist, dass in meiner Heimatstadt Hamburg spielt. Ich fand es schön, wie viele Orte ich dadurch kannte und die Beschreibungen der Stadt auch sehr gelungen. Ganz besonders umgehauen hat mich zudem das wunderschöne Cover mit den Regentropfen, dass gemeinsam mit dem tollen Buchschnitt der Erstauflage einen tollen Anblick bietet.

Schön fand ich, dass man durch die wechselnden Perspektiven beide Charaktere gut kennenlernen konnte und ihre Vergangenheit, ihre Eigenschaften und ihre Gefühle dadurch besser nachvollziehen konnte.
Simon ist definitiv eher der ruhige und hilfsbereite Typ, der immer für alle da ist. Alissas unsicheres Verhalten und die Schuld von der sie geplagt wird konnte ich gut nachvollziehen und habe dies auch nicht als überdramatisiert empfunden. Allerdings hatte die Handlung für mich in der zweiten Hälfte ein paar zu klischeehafte Zufälle und wurde mir dadurch etwas zu künstlich dramatisch. Trotzdem fand ich die eigentliche Thematik des Buches sehr gelungen aufgearbeitet, da hätte ich mir einfach ein wenig Drama weniger vorstellen können.

Die Handlung konnte mich recht schnell packen, auch wenn es zunächst etwas ruhiger losgeht. Schön fand ich, dass auch alltäglichere Szenen mit Freund*innen und Familie oder die Chats zwischen Alissa und ihren Freundinnen eine Rolle spielten und so auch das Umfeld der beiden gezeigt wurde, dass ihnen immer mit einem guten Rat zur Seite stand. Besonders Simons Oma hat mir das ein oder andere Schmunzeln entlockt und war eine meiner Lieblingspersonen im Buch.

Insgesamt hat mich das Buch fesseln können und viel Lesespaß bereitet, sodass ich 4 Sterne gebe und mich bereits auf die beiden Fortsetzungen freue, die ebenfalls in norddeutschen Städten spielen!

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Veröffentlicht am 20.10.2021

Ein letztes Mal zurück nach Redwood

Redwood Lights – Es beginnt mit dem Duft nach Schnee
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Noch ein letztes Mal zurück nach Redwood! Wie sehr habe ich mich über die Ankündigung gefreut, auch wenn es leider nur eine Kurzroman ist, der mit knapp 140 Seiten viel zu schnell ausgelesen ist.

Nachdem ...

Noch ein letztes Mal zurück nach Redwood! Wie sehr habe ich mich über die Ankündigung gefreut, auch wenn es leider nur eine Kurzroman ist, der mit knapp 140 Seiten viel zu schnell ausgelesen ist.

Nachdem das Drachen-Trio in den vorangegangenen Bänden zahlreiche Paare in Redwood verkuppelt hat beschließen die „Opfer“ der Aktionen sich dafür liebevoll zu rächen und auch mal Amor zu spielen. Für die Aktion auserwählt haben sie Marie Sedgwick, die Bürgermeisterin der Stadt, die immer für die Bewohner des Ortes da war und Redwood von ganzem Herzen liebt, gleichzeitig aber auch nie geheiratet hat und seit Jahrzehnten Single ist. Glücklicherweise ist der passende Mann, Preston Masterson, grade zurück nach Redwood gezogen um dort ein Inn zu eröffnen.

Es war wirklich schön noch einmal zurück nach Redwood zu kommen, darüber zu lesen, wie sich die Liebesgeschichten aus den vergangenen Bänden entwickelt haben und noch einmal die wundervolle Atmosphäre der Reihe beim Lesen fühlen zu können.

Das Setting ist winterlich, alles dreht sich um Weihnachten, es schneit in Redwood und das Buch löst direkt den Wunsch aus warm eingekuschelt Tee zu trinken. Das die Umgebung und die Optik und Deko des Inns trotz Kürze des Buches noch so schön beschrieben wurden hat mich besonders glücklich gemacht.

Die Lovestory fand ich sehr gelungen gewählt, da so nicht immer nur die „jungen“ Bewohnerinnen von Redwood im Mittelpunkt stehen sondern auch mal ein Redwood-Band von einer älteren Protagonistin handelt. Die Liebesgeschichte ist natürlich nicht übermäßig komplex, hat aber gut in das Buch gepasst und war sehr herzerwärmend.

Insgesamt fühlte sich Redwood Lights einfach wie eine Liebeserklärung für Redwood und die Protagonist
innen der vorangegangenen Bücher an, die eigentliche Handlung war für mich dabei fast nebensächlich, weil es so schön war wieder in Redwood zu sein. Allerdings hätte ich mir natürlich am liebsten ein Buch in voller Länge gewünscht, damit eine komplexere Story erzählt werden kann. Von mir gibt es 4 Sterne!

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Veröffentlicht am 17.10.2021

Der beste Jugendthriller, den ich seit langem gelesen habe

Watched. Du sollst (nicht) lügen
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Ich lese gerne Jugendthriller, allerdings habe ich meist geringe Erwartungen, da der Plot häufig sehr schlicht gehalten ist, viele der Geschehnisse harmlos sind und der Täter nach der Hälfte des Buches ...

Ich lese gerne Jugendthriller, allerdings habe ich meist geringe Erwartungen, da der Plot häufig sehr schlicht gehalten ist, viele der Geschehnisse harmlos sind und der Täter nach der Hälfte des Buches klar ist. Watched – Du sollst nicht lügen hat mich deshalb auch absolut vom Hocker gehauen, denn meine mittlerweile aufgebauten „Vorurteile“ konnten komplett widerlegt werden.

Watched handelt von Rena, der alle, inklusive ihr selbst, die Schuld am Tod ihres Freundes Joe geben. Während sie versucht mit dem ihr entgegenschlagenden Hass klarzukommen erhält sie plötzlich Nachrichten eines Unbekannten, der sich Lucifer nennt und ihr per Whatsapp Aufgaben schickt, die an den Todsünden orientiert sind. Gehorcht sie nicht, muss jemand aus ihrem Umfeld dafür büßen.

Erzählt wird die Story aus drei Perspektiven. Der Großteil des Buches wird aus Renas Sicht geschildert und deckt die Zeit nach dem Tod von Joe ab, einige Passagen sind aber auch aus der Sicht von Lucifer erzählt, bauen Spannung auf und ergänzen Renas Erzählungen. Zuletzt gibt es die Perspektive von Joe, der quasi an der Himmelspforte steht und erzählt, wie es zu seinem Tod gekommen ist. Während sich die Handlung in der Gegenwart rund um Rena zuspitzt erfahren die Leser*innen dadurch nach und nach, wie es überhaupt zu allem gekommen ist. Diese Konstellation fand ich sehr gelungen, jeder der drei Perspektiven hat einen eigenen Erzählstil und trägt positiv zur Entwicklung der Geschichte bei.

Die Handlung selbst nimmt von Beginn an direkt Spannung auf, sodass ich das Buch schon nach 50 Seiten nicht mehr weglegen konnte und am Stück bis zum Ende gelesen habe. Ich war wirklich unglaublich glücklich, als ich festgestellt habe, dass die Aktionen, die Lucifer von ihr fordert alles andere als harmlos sind und die Strafen für das nicht ausführen umso härter sind. Obwohl sich zeigt, dass Rena nicht immer richtig gehandelt hat und einiges in der Vergangenheit hätte besser machen können, konnte ich mit ihr mitfühlen und habe in der Handlung und der Spannung richtig wahrgenommen, wie sich die Situation immer mehr verschärft und sich der Strick um ihren Hals nach und nach zuzieht.

Währenddessen habe ich immer wieder neue Theorien entwickelt, wer Lucifer sein könnte, die ich nach und nach immer wieder verwerfen musste, und wurde am Ende noch überrascht, da ich es mir so bisher nicht zusammengereimt hatte. Die Lösung war allerdings schlüssig und hat dem Buch ein passendes Ende gegeben!

Watched – Du sollst nicht Lügen hat sich dadurch als der beste Jugendthriller, den ich in den letzten zwei Jahren gelesen habe hervorgehoben und konnte mich komplett begeistern. Ich kann ihn wirklich allen Fans von (Jugend-)thrillern ans Herz legen und solchen, die es werden wollen. Ich freue mich jetzt schonmal riesig auf das nächste Buch der Autorin und gebe natürlich 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 17.10.2021

Gelungene Fortsetzung mit kleinen Schwächen

Scholomance – Der letzte Absolvent
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Nachdem Band 1 schon zu meinen Lesehighlights gehörte habe ich mich umso mehr darauf gefreut endlich Band 2 lesen zu können.

Das Buch knüpft nahtlos an das Ende des ersten Teils an und man wird direkt ...

Nachdem Band 1 schon zu meinen Lesehighlights gehörte habe ich mich umso mehr darauf gefreut endlich Band 2 lesen zu können.

Das Buch knüpft nahtlos an das Ende des ersten Teils an und man wird direkt wieder mitten ins Geschehen an der Scholomance geworfen. In Band 2 dreht sich alles um die Abschlussprüfung, denn für El und ihre Freunde ist das letzte Schuljahr angebrochen und die Gefahr trotz der Ereignisse in Band 1 noch nicht gebannt.

Während Band 1 nach und nach das komplexe (und geniale) Magiesystem und die Funktionsweise der Scholomance erklärt hat, während die Handlung eher ruhig dahinplätscherte, habe ich mir für den zweiten Band wesentlich mehr Handlungsentwicklung aber auch Tiefe in den Nebencharakteren gewünscht. Ersteres blieb leider zunächst noch etwas auf der Strecke, denn besonders der erste Teil des Buches vertiefte die Informationen über das Magiesystem noch mehr und zog sich ein wenig. Die zweite Hälfte machte dies allerdings wieder wett, es gab einige Wendungen und viele actionreiche und spannende Szenen. Obwohl sich dieser Beginn wieder etwas gezogen hat muss ich aber sagen, dass ich die Erklärungen zum Magiesystem trotzdem ziemlich genial finde und es eine für ein Jugendbuch, ungewöhnliche Komplexität hat, aber trotzdem immer logisch erläutert wird.

Der Aspekt mit den Nebencharakteren wurde dafür in Band 2 definitiv verbessert, es gibt zwar zu viele Personen um jedem Charakter Tiefe zu verleihen, allerdings wurden El`s Freunde und Orion mit der Zeit immer greifbarer und es wurden auch Details aus ihrer Vergangenheit enthüllt, die einige Erklärungen für ihr Handeln mit sich brachten.

Auch El entwickelt sich in Band 2 charakterlich weiter und findet langsam ihren Weg, auch wenn sie natürlich nach wie vor eine Affinität zur Massenvernichtung hat und die meisten anderen Schüler*innen ihr grundsätzlich mit Skepsis begegnen.

Wirklich gestört hat mich allerdings die Lovestory. Die zwischenmenschlichen Beziehungen an der Scholomance sind auf Grund der Eigenheiten der Schule und der Tatsache, dass alle für sich ums Überleben kämpfen zwar grundsätzlich ziemlich verkorkst, aber die Szenen, in denen sich die Lovestory entwickelt, sind ziemlich willkürlich an den seltsamsten Stellen eingebaut und haben auch inhaltlich ein Stirnrunzeln bei mir hervorgerufen. Dies lag einerseits daran, dass fast jedes Mal 2 Seiten vorher erwähnt wurde, was El alles auf keinen Fall tun würde und diese Vorwürfe dann direkt wieder über den Haufen wird und andererseits an den fast schon kindlichen Umschreibungen, die mich an „Bienchen und Blümchen“ im „wir leben in einer Schule, in der uns alles töten möchte“-Stil erinnert hat.

Glücklicherweise waren es nicht allzu viele Szenen, die mir das Leseerlebnis getrübt haben, sodass ich besonders ab der Hälfte von der spannenden Handlung nur so mitgerissen wurde.
Band 2 endet aber leider mit einem ziemlich fiesen Cliffhanger, der die Wartezeit bis zum Finale umso härter macht. Von mir bekommt er 4 Sterne!

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