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Veröffentlicht am 03.04.2026

düster, bildhaft, spannend

Enosis - Die Blutfehde
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sunshine-500vor 7 Minuten
Die Geschichte hat mich von der ersten Seite an total in ihren Bann gezogen. Sie spielt im Lemberg des späten 17. Jahrhunderts und ist echt düster. Der Roman ist historisch sehr ...


sunshine-500vor 7 Minuten
Die Geschichte hat mich von der ersten Seite an total in ihren Bann gezogen. Sie spielt im Lemberg des späten 17. Jahrhunderts und ist echt düster. Der Roman ist historisch sehr genau geschrieben und hat eine richtig düstere Atmosphäre, die sinnlich, grausam und sehr traurig ist. Zwischen Weihrauch, Blut und Politik entfaltet sich eine Welt, in der Glauben und Zweifel gleich gefährlich sind. Die Stadt selbst wird zur Hauptfigur: Ihre Gassen sind erfüllt von Angst und Verlockung, ihre Kirchen ebenso von Intrigen durchzogen wie die Paläste der Mächtigen.

Besonders beeindruckend ist die emotionale Tiefe der Figuren. Mirek und Lesya sind keine Opfer des Schicksals, sondern glaubwürdig gezeichnete Menschen. Ihre Entscheidungen schmerzen, weil man sie versteht. Ihre Beziehung entwickelt sich langsam und zart, aber dann wird sie von Schuld, Gewalt und übernatürlicher Grausamkeit zerrissen. Die Trennung der beiden – räumlich wie moralisch – ist einer der Höhepunkte des Buches und macht die zentrale Blutfehde noch tragischer. Die rivalisierenden Vampirbünde sind dabei mehr als nur Monster: Sie spiegeln menschliche Abgründe, Machtgier und den Wunsch nach Unsterblichkeit um jeden Preis wider.

Was diesen Roman so besonders macht, ist sein vielfältiges Thema. Die Fragen nach Glauben, Verdammnis und freiem Willen sind ein wichtiger Teil der Handlung. Sie kommen immer wieder vor, aber die Geschichte wirkt nie belehrend. Die Sprache ist oft sehr poetisch und schmerzlich schön. Sie bleibt einem lange im Gedächtnis, vor allem Sätze wie "Meine Seele befindet sich in der ewigen Nacht, aber mein Herz brennt lichterloh" bleiben einem in Erinnerung. Wer auf opulenten, literarischen Vampirhorror mit historischem Tiefgang steht, der sollte diesen Roman unbedingt lesen.

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Veröffentlicht am 02.11.2025

Das Wiederfinden der kindlichen Leichtigkeit

Drei Tage im Schnee
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„Drei Tage im Schnee” von Ina Bretter erschien im Oktober 2025 im Verlag Kiepenheuer & Witsch.
Hannah hetzt von einem Termin zum nächsten. Sie reagiert zu oft auf Einflüsse von außen und nimmt sich keine ...

„Drei Tage im Schnee” von Ina Bretter erschien im Oktober 2025 im Verlag Kiepenheuer & Witsch.
Hannah hetzt von einem Termin zum nächsten. Sie reagiert zu oft auf Einflüsse von außen und nimmt sich keine Zeit für sich selbst. Um dem entgegenzuwirken und endlich einmal abzuschalten, mietet sie im Winter für drei Tage ein kleines, abgelegenes Holzhaus an einem See.
Ina Bhatter hat ein stilles und philosophisches Buch über Selbstfindung und Selbstreflexion geschrieben. Die Erzählweise ist sehr bildhaft, sodass ich die Schneeengel und das Schneehorn förmlich vor mir sehen konnte. Es war schön zu lesen, wie Hannah durch die kleine Sophie ihre kindliche Leichtigkeit wiederentdeckt und sich einigen Ängsten gestellt hat.
Fazit: Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen, und ich habe dabei einiges aus meiner Kindheit wiedererinnert. Wir sollten alle immer wieder auf unsere innere Stimme hören und einige Dinge mit kindlicher Leichtigkeit erledigen. Am Ende würde mich noch interessieren, welche der Vorsätze Hannahs den Alltag langfristig überleben. Ich gebe eine Leseempfehlung: Die Geschichte eignet sich sehr gut für lange Herbstabende. Besonders Menschen, die in der Hektik des Alltags vergessen haben, was sie sich als Kind wünschten, lege ich die Geschichte ans Herz.

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Veröffentlicht am 27.10.2025

Die Geschwister Fall

Wenn unsere Welt kippt
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„Wenn unsere Welt“ von Jady Nelson erschien im September 2025 bei Fischer Sauerländer.
Die drei Geschwister Fall sind Nachfahren einer alten Weinbaufamilie in Kalifornien. Sie alle leiden darunter, dass ...

„Wenn unsere Welt“ von Jady Nelson erschien im September 2025 bei Fischer Sauerländer.
Die drei Geschwister Fall sind Nachfahren einer alten Weinbaufamilie in Kalifornien. Sie alle leiden darunter, dass ihr Vater sie verlassen hat. Wynton fährt sein Leben immer wieder an die Wand. Dizzy sieht Geister und der 17-jährige Miles ist mit seiner Homosexualität beschäftigt. Als die geheimnisvolle Cassidy auftaucht, wirbelt sie ihre Welt durcheinander. Sie weiß Dinge über die Familie, die für die Geschwister neu sind. Doch dann passiert eine Katastrophe.
Jandy Nelson erzählt die Geschichte aus der Sicht der Geschwister, ihrer Mutter und Cassidys. So erhält die Leserschaft einen guten Einblick in die Kindheit der Geschwister, ihre Gedanken und Gefühle sowie das Gefühl, Cassidy zu treffen. Die Themen, die junge Menschen beschäftigen – Identität, Sexualität, Familie oder Liebe – werden durch die verschiedenen Perspektiven gut beleuchtet. Die Geschwister und Cassidy teilen das Schicksal, von ihrem Vater verlassen worden zu sein. Zusätzlich erfährt die Leserschaft, wie schwer Cassidys Kindheit verlaufen ist. Immer wieder lockert die Autorin die Geschichte mit E-Mails und Briefen auf, dazwischen gibt es märchenhafte Rückblenden in die Vergangenheit der Familie Fall.
Fazit: „Wenn unsere Welt kippt” ist ein Coming-of-Age-Roman, der nicht nur für Jugendliche, sondern auch für Erwachsene lesenswert ist. Er beschäftigt sich mit Themen, die heranwachsende Menschen beschäftigen. Mich konnte die Geschichte rund um die Familie Fall berühren.

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Veröffentlicht am 20.10.2025

leise Töne

Sunny
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Sunny: Oder Die Geometrie der Liebe von Karin Kalisa ist im Juli 2025 im Droemer Verlag erschienen.
Die Geschichte dreht sich um Jon, der nach zehn Jahren Schulpflicht ohne Abschluss die Schule verlässt. ...

Sunny: Oder Die Geometrie der Liebe von Karin Kalisa ist im Juli 2025 im Droemer Verlag erschienen.
Die Geschichte dreht sich um Jon, der nach zehn Jahren Schulpflicht ohne Abschluss die Schule verlässt. Seine Zukunft ist ungewiss. Seine Eltern sind Naturwissenschaftler und ziemlich verpeilt. Er träumt voller Sehnsucht von seiner Klassenkameradin Sunny, die er per WhatsApp nicht erreichen kann. Sein Weg führt ihn zu Benno. An der ehemaligen Jugendhochschule der DDR begegnen sie sich. Benno ist ein Afrikarückkehrer, der an der Jugendhochschule seine Vergangenheit verarbeiten möchte. Hier fand er seine große Liebe, die Äthiopierin Alemee, und in Afrika verlor er sie wieder.

Die Autorin erzählt die Lebensgeschichte der beiden Hauptfiguren mit sanften, oft sehr poetischen Tönen. Geschickt webt sie die fast spürbare Hitze des Sommers mit ein. Sie geht auf die geschichtliche Relevanz der Jugendhochschule in der ehemaligen DDR ein und wirft einen kritischen Blick auf die ehemalige DDR und die Institution Stasi. Auch die Herausforderungen unseres heutigen Bildungssystems betrachtet sie kritisch.

Fazit: „Sunny” ist eine komplexe Geschichte, in die ich mich erst einlesen musste. Anfänglich verlor ich mich fast in der poetischen Sprache, doch schon nach kurzer Zeit nahm mich die Geschichte vollkommen gefangen. Karin Kalisa hat Vergangenheit und Gegenwart in ihrem Roman überzeugend verknüpft. Ich kann die Geschichte von Liebe, Verlust und der Suche nach dem eigenen Weg, die sich durch ihre leisen Töne und poetische Sprache auszeichnet, sehr empfehlen.

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Veröffentlicht am 07.09.2025

Amandas Reise durch die Zeit

Sag niemals Lebewohl
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Sag niemals Lebewohl: Eine Liebe zwischen den Zeiten von Kim Sakawa erschien im Juli 2025.
Amanda reist bei einem Spaziergang durch die Zeit und wird mit Rebecca, der Frau von Admiral Alexander Montgomery, ...

Sag niemals Lebewohl: Eine Liebe zwischen den Zeiten von Kim Sakawa erschien im Juli 2025.
Amanda reist bei einem Spaziergang durch die Zeit und wird mit Rebecca, der Frau von Admiral Alexander Montgomery, verwechselt, da sie ihr täuschend ähnlich sieht. Sie und Alexander verlieben sich. Doch Alexander ist ein Spion und als er auffliegt, muss er mit seiner Fmilie flüchten. Kurz bevor sie das rettende Schiff erreichen, werden sie und Callie von Entführern geschnappt und können sich in die Gegenwart retten. Sie hofft, dass Alexander ihr folgt. Als sie erfährt, dass er im 18. Jahrhundert hingerichtet wurde, verliert sie den Mut und erleidet nach der Geburt ihres Sohnes eine Amnesie. Als ihr tot geglaubter Alexander auftaucht, erkennt sie ihn nicht wieder.

Kim Sakwa entführt ihre Lesenden mit viel Gefühl in eine romantische Zeitreise, in der die klassische Liebesgeschichte zwischen Amanda und Alexander im Mittelpunkt steht. Liebe über Jahrhunderte hinweg zu erleben, wurde von der Autorin sehr gefühlvoll und emotional beschrieben. Die tiefen Gefühle, die Liebe die beide empfinden ist spürbar.
Die Handlung ist eher eine Aneinanderreihung von einzelnen Szenen, wichtige Informationen werden nicht mitgeteilt, so kann auch nicht nachvollzogen werden wie Alexander in die Zukunft reist. Der Fokus liegt hauptsächlich auf Amandas Amnesie und diese zu überwinden.

Fazit: Wer auf tiefgründige Figuren hofft und eine komplexe Handlung erwartet wird eher enttäuscht zurück gelassen. Der Fokus der Geschichte liegt meiner Meinung nach auf tiefen, über Jahrhunderte hinweg dauernde, Gefühle. Wer gefühlvolle Liebesgeschichten mag mit einem Hauch Historie und Zeitreise ist hier gut aufgehoben.

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