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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.11.2020

spannend, dramatisch, undurchsichtig

Die Mächtigen
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„Die Mächtigen“ von Lucas Fastnacht erschien am 28.09.2020 beim Blanvalet Verlag.

Nach der Fusion mit der Bank von Fridolin von Wolfenweiler stürzt sich der IT-Konzernchef Stefan Beheim in den Tod. Zusammen ...

„Die Mächtigen“ von Lucas Fastnacht erschien am 28.09.2020 beim Blanvalet Verlag.

Nach der Fusion mit der Bank von Fridolin von Wolfenweiler stürzt sich der IT-Konzernchef Stefan Beheim in den Tod. Zusammen haben sie eine Software entwickelt, die den Bargeldverkehr in Europa durch digitalen Zahlungsverkehr vollständig ersetzen soll. Zur Überprüfung, auf Sicherheitslücken, wurde Tamás Varta hinzugezogen. Er entdeckt Ungeheuerliches, nun muss er um sein Leben bangen, doch nicht nur er......

Lucas Fastnacht ein aktuelles Thema in einen sehr spannenden Wirtschafts-Thriller gepackt. Quer durch Europa und Nordafrika führt die komplexe Handlung, der Autor legt dabei ein wahnsinniges Tempo vor. Die Erklärungen zu Banken, den Zahlungsverkehr sind kurz und knackig nicht ausufernd. IT Fachbegriffe und Einblicke in die Hacker - Community wurden wohl dosiert, ohne zu tief ins Detail zu gehen.
Die Charaktere sind vielfältig, einige undurchsichtig, verschlagen und skrupellos. Sie sind facettenreich gestaltet was zu einigen Überraschungen der Handlung führt.
Der Schreibstil ist lebendig, abwechslungsreich, mitreißend und ausführlich. Die kurzen Kapitel, der stetige Wechsel der Spielorte und Erzählperspektiven, fesseln und ziehen den Leser*in in ihren Bann.

Fazit: Ich wurde von dem spektakulären und auch brutalem Wirtschafts-Thriller gut unterhalten. Die speziellen Charaktere, die Handlung gespickt mit einigen Überraschungen, konnten mich begeistern. Für mich ein gelungener Thriller, er hat alles was in einen Thriller gehört, Spannung, Dramatik, ein undurchsichtiger Plot. Ich gebe meine Leseempfehlung, sehr gut eignet sich der Thriller für Leser die brutale Szenen nicht scheuen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.11.2020

Lauras Reise durch die Zeit

Morgaines Erbe
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„Morgaines Erbe (Ewiger Schlaf 1)“ von Tanja Neise erschien am 10.11.2020 bei 47North.
Das Cover ist sehr ansprechend gestaltet und wirkt durch den Lebensbaum keltisch angehaucht.

Mit 13. Jahren hatte ...

„Morgaines Erbe (Ewiger Schlaf 1)“ von Tanja Neise erschien am 10.11.2020 bei 47North.
Das Cover ist sehr ansprechend gestaltet und wirkt durch den Lebensbaum keltisch angehaucht.

Mit 13. Jahren hatte Laura ein seltsames Ereignis, bei einem Besuch des Castle Carisbrooke, auf der Isle of Wight. Nun lebt Laura seit einiger Zeit auf der Isle of Wight, als Ärztin im Krankenhaus, das Ereignis von damals ist längst vergessen. Bei einem Besuch ihrer Schwester Teresa, die für eine Realityshow recherchiert, besuchen sie gemeinsam Carisbrooke Castle. Laura erkundet aus Langeweile alleine die Örtlichkeiten, dabei öffnet sie eine verschlossene Tür, dahinter findet sie einen schlafenden Mann, dieser könnte direkt aus einem Mittelalter – Film stammen. Weil sie die Szene für eine Inszenierung ihrer Schwester hält, küsst sie den schlafenden Mann kurzer Hand. Connor behauptet steif und fest, er komme aus dem Jahr 1455,doch irgendetwas ist sehr seltsam. Laura fühlt sich zu dem Fremden angezogen, plötzlich verliert sie den Boden unter den Füßen und wird durch die Zeit gezogen. Sie soll Connors Schwester das Leben retten......

„Mogaines Erbe“ ist der erste Teil der Ewiger Schlaf – Reihe und in sich abgeschlossen.
Tanja Neise hat rund um das Thema Zeitreise eine fesselnde, kurzweilige Geschichte gewoben. Sie enthält alles was sich der Leserin von Fantasy wünscht, Spannung, magische Momente und Drama. Tanja Neise verliert keine Zeit, sie kommt ohne Umschweife zum Ziel. Ein paar Abenteuer werden präsentiert, die als Stolpersteine im Weg liegen. Die Liebesgeschichte entwickelt sich langsam und dramatische Szenen entstehen, als ein Widersacher Connors das Spielfeld betritt.
Die Autorin trifft den richtigen Ton mit ihrer lebendigen und abwechslungsreichen Sprache, die sich sehr flüssig zu lesen ist. Erzählt wird die Geschichte in Ich-Erzählperspektive auch Sicht von Laura, der Leser
in erhält ausschließlich Einblick in ihre Gedanken und Gefühle.
Die Charaktere sind mit allen möglichen Eigenschaften bestückt, sind liebenswert, magisch, haben Ecken und Kanten, der eine oder andere ist hinterhältig und verschlagen.

Fazit: Mich konnte die kurzweilige und packende Zeitreisegeschichte sehr gut unterhalten. Die Idee die Zeitreise mit den magischen Fähigkeiten der Magierin Morgaine zu erklären, ist für mich einfallsreich und logisch erklärt. Einen kleinen Kritikpunkt habe ich, es wäre schön gewesen Einblick in Connors Gedanken und Gefühle zu bekommen, denn es fehlen mir einige Aspekte seines Verhaltens. Ich gebe meine Leseempfehlung, für Leser*innen die Zeitreisestorys gerne lesen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.11.2020

Wie Drengs Ferry zu Kingsbridge wird

Kingsbridge - Der Morgen einer neuen Zeit
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„Kingsbridge: Der Morgen einer neuen Zeit“ von Ken Follett erschien am 15. September 2020 beim Lübbe Verlag.

Die Aufmachung des Covers überzeugt, sehr dunkel und deutet die Zeit der„Dark Ages“ an.

997, ...

„Kingsbridge: Der Morgen einer neuen Zeit“ von Ken Follett erschien am 15. September 2020 beim Lübbe Verlag.

Die Aufmachung des Covers überzeugt, sehr dunkel und deutet die Zeit der„Dark Ages“ an.

997, die Küstenorte Südenglands wird regelmäßig, von Wikingern, überfallen und ausgeraubt, so auch die Schiffsbauer Familie von Edgar in Combe betroffen, der Vater verliert dabei sein Leben. Die Werkstatt, das Wohnhaus und das das Holzlager gehen in Brandt auf, damit ist die Lebensgrundlage Edgars Familie zerstört, denn alles Geld wurde in Holz investiert. Ihnen wird die Möglichkeit eröffnet in Drengs Ferry einen verlassenen Bauernhof zu übernehmen, die Arbeit ist mühselig, der Boden ertragsarm.
Zeitgleich befindet sich der Mönch Aldred auf der Heimreise in sein Kloster nach Shiring, im Gepäck befinden sich wertvolle Bücher aus der Normandie, er möchte eine stattliche Bibliothek aufbauen.
Die Grafentochter Ragna, aus der Normandie, verliebt sich in einen englischen Adligen. Sie kommt nach England ihn zu heiraten und dann ist da noch der ehrgeizige Bischof von Shiring. Die Schicksale aller sind miteinander verwoben.......

Ken Follett beschreibt vortrefflich das Leben in England um das Jahr 1000, das auch „Dark Ages“ bezeichnet wird. Er spinnt rund um die Protagonisten eine Geschichte die stark von den Handlungen des Adels und der Kirche beeinflusst ist. Er zeigt Einblicke in den möglichen Alltag der Bürger, Bauern, selbst rechtlose Sklaven baut er mit ein. Er zeigt alle gesellschaftliche Bereiche auf, Verrat, Missgunst und Machtgier werden beleuchtet. Diese Aspekte führen zu Verbrechen, die mit dem heutigen Rechtssystem undenkbar sind. Die Handlung wirkt authentisch, Ken Follett zeichnet ein überzeugendes Bild der Zeit um das Jahr 1000, historische Belege gibt es sehr wenige. 10 Jahre begleitet der Leserin das Leben von Ragna, Edgar und Aldred.
Ken Follett versteht es fesselnd, spannend und wortreich zu schreiben.
Die Charaktere sind vielseitig, durch die wechselnde Neutrale – Erzählperspektive aus Sicht verschiedener Protagonisten, gibt der Autor tiefe Einblicke in das Leben, in die Gedanken und Gefühle. Die Nebencharaktere verdeutlichen die Lebenswelten, von den rechtlosen Sklaven
innen, oder der Kirchenmänner und des Adels.

Fazit: Mich konnte die Geschichte größtenteils sehr gut unterhalten, über weite Strecken war ich vom Geschehen rund um die Protagonisten so gefesselt, dass ich das Buch kaum aus den Händen legen konnte, obwohl einige Szenen sehr brutal und bildhaft dargestellt waren. Doch einige Kritikpunkte habe ich anzumerken, mich hat es gestört das es nur „Gute“ oder „Böse“ Protagonisten gibt, mir fehlen die Grauabstufungen der Charaktere. Das hat meinen Lesegenuss etwas geschmälert, denn einige Szenen waren zu vorhersehbar, fast schon klischeehaft. Am Ende hatte ich das Gefühl Ken Follett wollte dem Leser unbedingt ein großes Happy end präsentieren, ich hätte mir ein weniger weichgespültes Ende gewünscht. Alles in allem ist die Geschichte spannend, die Darstellungen des Lebens um das Jahr 1000 sind sehr bildhaft und fesselnd beschrieben. Ich gebe meine Empfehlung für Fans von Ken Follett und Fans von historischen Büchern.

  • Cover
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Thema
Veröffentlicht am 06.11.2020

Mit einem toten Wolf fing alles an!

Wolfssommer
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„Wolfssommer“ von Hans Rosenfeldt eraschien am 13.10.2020 bei Audiobuch Verlag.
Sprecherin: Vera Teltz
Das Cover ist sehr einprägsam gestaltet, es dominieren die Farben rot und schwarz.

Haparanda, die ...

„Wolfssommer“ von Hans Rosenfeldt eraschien am 13.10.2020 bei Audiobuch Verlag.
Sprecherin: Vera Teltz
Das Cover ist sehr einprägsam gestaltet, es dominieren die Farben rot und schwarz.

Haparanda, die kleine schwedische Grenzstadt zu Finnland, ist fast etwas verschlafen. Doch als eine tote Wölfin gefunden wird, kommt die Polizei auf den Plan, denn im Magen des Wolfes wurden menschliche Überreste gefunden. Eine Suche im Wald, rund um den Fundort des Wolfes, befördert einen Toten zu Tage, die Spur führt nach Finnland. In Finnland gibt es noch mehr Tote die nach einem geplatzten Drogendeal gefunden wurden. Aus Russland wird eine Profi-Killerin nach Haparanda geschickt, sie soll Drogen und Geld des fehlgelaufenen Drogendeals wiederbeschaffen. Auch Hannah Wester und ihre Polizeikollegen versuchen Licht ins Dunkel zu bringen, doch dann läuft einiges aus dem Ruder und es zieht sich eine Blutspur durch Haparanda.

Hans Rosenfeldt, hat einen spannenden Thriller – Reihenauftakt abgeliefert. Die Handlung ist fesselnd und setzt sich aus vielen Puzzleteilen zusammen, die langsam ineinander greifen. Der Autor führt nicht langsam in die Geschichte ein, er beginnt ohne Umschweife dramatisch mit seiner Erzählung. Die Handlungen wälzen sich im weiteren Verlauf unausweichlich auf eine große Katastrophe zu, mit einem fanalem Ende.
Der Schreibstil ist abwechslungsreich und psychologisch ausgefeilt. Erzählt wird die Geschichte in Neutraler – Erzählperspektive aus Sicht wechselnder Personen, dadurch bekommt der Leserin / Hörerin viele Einblicke in deren Handlungen, Gedanken und Gefühle.
Die Charaktere sind sehr lebendig gezeichnet, sie besitzen Ecken und Kanten, einige Skrupellosigkeit sind abgebrüht und brutal. Hannah Wester wirkt authentisch, leidet unter Klimakteriums Symptomen, sie und ihr Ehemann haben sich etwas auseinander gelebt.

Fazit: Der Reihenauftakt „Wolfsommer“ hat mich sehr gut unterhalten. Der dramatische Anfang hat mich sofort an die Geschichte gefesselt. Einige Fragen bleiben offen, die Andeutungen auf zukünftige Ereignisse haben mich neugierig auf den nächsten Band gemacht. Herausragend ist die Leistung der Sprecherin Vera Teltz, die ihre Stimme variantenreich einsetzt für mich ein wahrer Hörgenuss. Sie transportiert Emotionen wunderbar, Ängste werden spürbar. Ich gebe meine absolute Lese/Hörempfehlung für alle Thrillerfans.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.11.2020

Mord nach der Fastnachtsitzung

Winzerschuld
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„Winzerschuld“ von Andreas Wagner erschien am 15.10.2020 bei Emons Verlag.
Das Cover ist sehr geschmackvoll gestaltet.

Der Hobby-Detektiv Kurt-Otto Hattemar muss wie jedes Jahr seine Ehefrau zur großen ...

„Winzerschuld“ von Andreas Wagner erschien am 15.10.2020 bei Emons Verlag.
Das Cover ist sehr geschmackvoll gestaltet.

Der Hobby-Detektiv Kurt-Otto Hattemar muss wie jedes Jahr seine Ehefrau zur großen Fastnachtssitzung im Dorf begleiten, dieses Jahr als Gott des Weines. Zu diesem Kostüm gehört eine dekorierte Mütze, die zu später Stunde nicht mehr zu finden ist. Am nächsten Morgen geht er noch einmal auf die Suche, im Müllcontainer wird er fündig. dort liegt nicht nur seine Mütze, sondern auch die Leiche einer jungen Frau. Georg Winternheimer, der „Till“ der Fastnachtssitzung ist seit der Sitzung spurlos verschwunden und am Tor seines Hofes hat sich ein Schmierfink verewigt. Da ist einiges völlig schief gelaufen.

Andreas Wagner hat einen etwas anderer Kriminalroman geschrieben. Der Fokus liegt nicht auf der üblichen polizeilichen Ermittlungsarbeit. Der Hobby-Detektiv Kurt-Otto hat da seine eigene Methode zu ermitteln. Der Autor beleuchtet das ganze Dorf, er lässt tief blicken in die dörflichen Strukturen, bis ins kleinste Detail. Einige Spuren führen zu einem Ereignis zur Zeit des zweiten Weltkrieges, das ein Tatmotiv darstellt. Doch der Autor bietet im Verlauf der Geschichte noch mehrere Tatmotive.
Andreas Wagner besitzt einen bemerkenswerten Schreibstil, sehr wortreich und ausführlich versteht er die Kunst mit Wörtern zu spielen. Er besitzt die Gabe sehr gewandt mit Worten umzugehen, fast schon poetisch klingen einige Passagen.
Die Charaktere sind ausgezeichnet ausgearbeitet, sie sprühen vor Lebendigkeit, besitzen Ecken und Kanten. Der Blick des Autor geht sehr tief, die Handlungen seiner Protagonisten sind dadurch nachvollziehbar dargestellt.

Fazit: Mich konnte der etwas andere Kriminalroman von Andreas Wagner sehr gut unterhalten. Die Beschreibung des dörflichen Lebens, die Verflechtungen, die Fastnachtssitzung, hat er sehr authentisch, humorvoll und bildreich beschrieben. Ich habe mich bei einigen Szenen köstlich amüsiert. „Winzerschuld“ kann ich absolut weiterempfehlen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere